Eine Insel mit nem Schrein

By | May 18, 2014

Miyajima:

Moin!

Dieser Eintrag dreht sich ganz und gar um eine Insel namens Miyajima (Schrein-Insel), die sich ein wenig südlich von Hiroshima befindet. Erreichen kann man sie daher auch nur per Fähre! Dafür gibt es genau hier eine der drei schönsten Aussichten Japans zu genießen. Außerdem darf der Status als UNESCO Weltkulturerbe auch nicht fehlen ;-) Also wenn das nicht für einen Ausflug dahin spricht, dann weiß ich auch nicht :P

Bevor man an Bord der Fähre geht, hat man die Wahl zwischen Straßenbahn oder Zug, um die entsprechenden Häfen zu erreichen. Man kann wohl sowohl vom Hafen von Hiroshima aus als auch direkt vor der Insel eben diese erreichen. Ich bin direkt bis vor die Insel gefahren, was per Straßenbahn mehr als eine Stunde in Anspruch nimmt…Immerhin ist es per Zug etwa doppelt so teuer. Man kann auch ein Tagesticket für Straßenbahn und Fähre für umgerechnet 6€ erhalten, was dann aber auch unbegrenzte Nutzung ermöglicht. Schon vom Festland aus erblickt man das Herzstück der Insel: Den Itsukushima Schrein.

Itsukushima Schrein

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Der Blick von der Fähre aus, die extra einen Schlenker deswegen macht

Vom Fähranleger etwa 15 Gehminuten entfernt, stößt man auf einen einzigartigen Schrein, den es in der Art nur ein einziges Mal auf der Welt geben wird. Während der höchste Berg der Insel schon seit dem 6. Jahrhundert verehrt wird, wurde der Itsukushima Schrein “erst” 1168 errichtet und trotzt seitdem Wetter sowie Gezeiten. Ihr müsst nämlich wissen, dass es hier einen nicht zu unterschätzenden Tidenhub gibt, der bei Ebbe sogar viele Flüsse fast austrocknen lässt. Darauf baut auch das Erlebnis des Schreines auf ;-) Dieser wurde nicht einfach am Strand oder in den Bergen gebaut, sondern mitten in eine Bucht. Wie Venedig stehen die Gebäude und verbindenden Stege auf Stelzen. Dazu die typische Architektur der Heian Periode: Rot (denkt an den Heian Jingu Schrein in Kyoto). Und wenn das noch nicht genug ist, steht das Torii am Eingang zur Bucht direkt im Meer. Das ist dabei kein kleines Törchen…16m hoch und mit zusätzlichen Stützbalken versehen, ist das Tor DAS Symbol von Miyajima. Man kann sogar an einer kurzen Bootsfahrt teilnehmen, während der man durch das Tor hindurch fährt.

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Das Torii bei noch nicht vollständiger Ebbe

Flut und Ebbe verändern dann vollkommen das Aussehen dieser berühmten Stätte: Bei Flut wird der Eindruck erweckt, dass Schrein und Tor regelrecht auf dem Wasser schweben. Wenn sich das Wasser zurückzieht, trocknet die Bucht zu vielleicht 80% aus und man kann zum Tor laufen! Dementsprechend sollte man die Zeitpunkte der Gezeiten im Blick haben, wenn man Miyajima aufsucht. Ich war mehr als 5 Stunden auf der Insel und konnte so den Schrein bei Flut und bei Ebbe genießen. Um den Schrein zu betreten, muss man übrigens 2€ zahlen. Zum Torii hinauslaufen kostet nichts – außer vielleicht durchnässter Schuhe, wenn man sich zu früh hinaus traut.

Ein Reh entspannt sich im Schatten

Ein Reh entspannt sich im Schatten

Dem Ruf der Insel entsprechend kommen viele Touristen dorthin, wobei man sich wie immer nur etwas von den Hauptattraktionen entfernen muss, um wieder seine Ruhe zu haben xD Auf Miyajima leben übrigens genau wie in Nara halbzahme Rehe, für die man hier allerdings keine Kekse erstehen kann. Ich wollte in ungefähr 30m Entfernung zu einem dieser Tiere ein Sandwich essen und es kam sofort an…Rehe betteln nicht, sie nehmen sichs einfach. Ich musste fast schon um meinem Mittagsimbiss kämpfen! Mehr als einen Teil der Verpackung gab es leider nicht für das Reh. Aber das Erlebnis hat mein Bild von diesen Tieren etwas relativiert :) Sooo toll finde ich sie jetzt nicht mehr…Selbst Schuld :P

Daisho-in Tempel

Der Itsukushima Schrein ist natürlich nicht die einzige Sehenswürdigkeit auf Miyajima; wäre ja auch langweilig. So befindet sich nördlich an einem Berghang der Daisho-in Tempel, der mich fast mehr beeindruckt hat als die eigentliche Hauptattraktion der Insel: Mehrere kleine Gebäude am Hang verteilt, viel Grün, kaum andere Touristen, einen netten Blick auf die Bucht mit dem Torii und total viele kleine Figuren. Dazu gibt es eine Art Höhle, in der weitere Statuen aufgereiht sind, wobei es bestimmt um die 50 Stück waren…Die gesamte Decke war dann mit kleinen Laternen aus Gold verhangen und das war wirklich beeindruckend. Ich habe sogar eine kleine Schlange auf dem Gelände gesehen. Eine SCHLANGE! Also zumindest in meiner Heimat Schleswig-Holstein habe ich noch nie ein solches Tier in freier Wildbahn gefunden…Irgendwie fand ich den Daisho-in Tempel auch total fotogen; so viele Bilder habe ich länger nicht an einem einzigen Ort geschossen. Das Ganze ist dabei völlig umsonst und ja…Dermaßen überrascht haben mich selbst in Kyoto nicht allzu viele Tempel bzw. Schreine. Am Ende erlebt man das Beste immer abseits der Touristen-Hotspots!

Senjokaku Halle

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Wieder zurück zum Itsukushima Schrein ging es hoch zur Senjokaku Halle, die auf einem kleinen Hügel über ersterem prangt. Nie fertiggestellt, kann man hier quasi eine religiöse Bauruine aus dem 16. Jahrhundert besichtigen. Davon gibt es sicherlich nicht so viele in Japan ;-) Aber vergesst bitte nicht wie ich die 100 Yen Eintritt zu bezahlen :unsure: Bis auf die Größe und eben die Unvollständigkeit, hat man wieder einen netten Blick auf die Umgebung. Hinter der Halle steht noch eine fünfstöckige, rote Pagode, vor der eine echt große Palme steht. Gibt ein schönes Motiv, wenn ihr mich fragt :kawaii:

Diese drei Sehenswürdigkeit sind so ziemlich die bekanntesten von Miyajima. Es gibt noch einige sehr viel kleinerer Schreine und Tempel, wie auch ein mini-Aquarium oder eine gut besuchte Einkaufsstraße, die aber ausschließlich Touri-Kram bereithält. Das Aquarium habe ich nicht besucht, weil ich den Eintritt mit 10€ etwas hoch fand. Die letzte, größere Sehenswürdigkeit ist wohl der höchste Berg der Insel, der auf den Namen Misen hört. Neben einer Seilbahn führen auch drei verschiedene Pfade zum Gipfel. Genau dort ging es am Tag danach hinauf ;-) Selbstverständlich aus eigener Kraft! Ihr dürft gespannt sein :)

Das war also Miyajima, die zweite große Attraktion von Hiroshima. Den Itsukushima Schrein fand ich schon irgendwie wunderschön, aber so sehr hat er mich jetzt nicht beeindruckt. Liegt es an meiner Vorliebe für stille Tempel mit viel Grün? Vermutlich. Nichtsdestotrotz bin ich froh darüber, jetzt behaupten zu können, dass ich auf Miyajima war und auch zum Torii gelaufen bin. Danke fürs Lesen und bis zur Klettertour!

Tobii~

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