Autos, Garten & Schloss

By | May 16, 2014

Alle guten Dinge sind drei:

Hallöchen ihr alle :bye:

Dieser Eintrag ist gleich drei Sehenswürdigkeit gewidmet, die man alle locker an einem Tag schaffen kann. Morgens ging es zur Mazda Motor Corporation, die hier in Hiroshima gegründet wurde. Der Besuch war ohne jegliche Kosten, aber mit einer vorherigen Anmeldung verbunden. Ich wusste übrigens vorher gar nicht, dass Mazda aus Hiroshima kommt :unsure: Danach ging es in den Shukkeien Garten, der von meinem Hotel aus nur einen Katzensprung entfernt ist. Zum Schluss folgte das mittelgroße Schloss, welches eine ähnlich tragische Geschichte wie das von Nagoya aufweist. Das sind aber alles “nur” kleinere Attraktionen. Die zweite große nach dem Friedenspark kommt erst bei gutem Wetter; ihr dürft aber mehr als gespannt sein ;-) “Einer der drei berühmtesten Anblicke Japans” und so :kawaii:

Mazda Hauptsitz

Vom Hauptbahnhof aus muss man bereits an der zweiten Station aussteigen, um den Hauptsitz von Mazda zu erreichen. In Japan wird übrigens oft “Matsuda” statt Mazda geschrieben :wacko: Zuerst wunderte ich mich, wo ich hier gelandet bin…Ruinen von abgerissenen Häusern, kaputte Straßen, der Bahnhof war auch nicht mehr so ganz in Schuss…Hier soll der Hauptsitz eines renommierten Autoherrstellers sein? Naja, gut…Und tatsächlich: An einem modernen Hochhaus prangte der gesuchte Schriftzug! Drinnen findet man eine kleine Rezeption, die aktuellen Modelle zum Ansehen und auch Anfassen sowie ein Café. Von einer gut Englisch-sprechenden Dame bekam man dann eine Art Besucherausweis und um 10 Uhr ging es dann auch schon los. Ich staunte nicht schlecht, als der Bus, der vor der Haustür bereit stand, auf das benachbarte Industriegelände fuhr…Direkt neben dem Bürogebäude findet sich nämlich gleich ein Werk von Mazda, was mir so nicht bewusst war xD Das Gelände ist dabei riesig; bis zum Museum braucht es gute 10 Minuten! Insgesamt ist der Komplex 7 km lang und hat mal eben sowohl eine der größten Brücken in Privatbesitz (so 30m hoch und 100m lang) als auch einen eigenen Hafen, in dem die Autos direkt verschifft werden. Was gut anfing, ging leider nicht so gut weiter…In der Lobby, in der wieder die aktuellen Modelle ausgestellt sind, wurde uns ein längerer Film über Mazda gezeigt, der meiner Meinung nach eher ein Werbefilm als eine objektive Dokumentation war. Der größte Stern am Autohimmel ist Mazda sicherlich nicht, aber so nötig sollten die es nicht haben, dass sogar die Dame, die uns begleitete, sagte, dass unser nächstes Auto hoffentlich ein Mazda wird…Dann bemerkte ich Schlaumeier auch noch, dass ich zwar meine Kamera eingepackt hatte, jedoch der Akku noch im Hotel war. Schade :cry: Im 1. Geschoss war das eigentlich Museum, welches in mehrere Themengebiete gegliedert war: Zuerst historische Autos, dann der Wankelmotor, der in jedem Mazda steckt (bei Interesse helfen Google oder Wikipedia ;-) Ich kenne mich damit auch nicht aus B-) ), ein wenig der Prozess des Autobaues und zu guter Letzt ein Blick in die Zukunft. Von der Größe her absolut kein Vergleich mit dem Toyota Automobile Museum in Nagoya. Trotzdem gab es einige sehr interessante Modelle, die man gerade in Europa fast nie zu gesehen bekommen wird. Das Problem war der sehr enge Zeitplan…Für die historischen Karossen waren 5 Minuten vorgesehen…Das war ziemlich schade, aber eine Kamera ohne Akku macht sowieso keine Fotos :P Zwischen dem Raum mit dem Motoren und dem über den Fertigungsprozess gab es dabei einen Abstecher in die eigentliche Fertigungshalle. War mein erstes Mal und dementsprechend interessant, mal so etwas zu sehen. Leider konnte man auch wirklich nur einen Teil vom abschließenden Zusammenbau am Fließband sehen und weder das Schweißen durch Roboter noch das Lackieren oder das Bauen der Motoren. Alles in allem hat die 90-minütige Führung ein wenig meinen Horizont erweitert, doch an sich müsste sie mindestens 2 Stunden gehen. Da entschädigt auch kein kostenloser Schlüsselanhänger…Im Internet gab es übrigens auch Fotos von futuristischen Prototypen, die angeblich im Museum zu besichtigen seien. Am Ende gab es nur ein Elektroauto und zwei Wasserstoffautos…Dennoch wurde meine Liebe zu Mazda RX-7 und RX-8 nicht im Geringsten beeinträchtigt :P

Shukkeien

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Wieder zurück zum Hauptbahnhof und sogar noch fast bis zum Hotel. Vielleicht 5 Minuten Richtung Nordwest findet man diesen größeren Garten, für dessen Eintritt man umgerechnet 2€ zahlen muss. Schon seit 1620 gibt es an der Stelle einen Garten, doch durch die Nähe zum Abwurfort der Atombombe ist 1945 nicht viel übrig geblieben. Das macht das Ganze aber nicht weniger schön: Der Teich in der Mitte, um den mehrere Pfade herum führen. Auch gibt es mehrere Teehäuser, die an dem Tag aber nicht offen hatten. Leider schwankte das Wetter zum Ende hin um; blauer statt grauer Himmel wertet einen Besuch bestimmt auf =) Wenn man viele Fotos macht, sich mal länger an eine Stelle setzt und jede Ecke erkundet, kann man bis zu einer Stunde hier verbringen. Trotzdem muss ich sagen, dass es schönere Gärten gibt…Gegen einen Besuch spricht allerdings nichts.

Hiroshima Jyo

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Weiter nach Westen und dann direkt nördlich vom A-Bomb Dome liegt das Schloss von Hiroshima, welches man sogar von meinem Hotel aus sehen kann! Wie in Osaka ist das Gelände rund um die Anlage durch einen Wassergraben abgegrenzt, auch wenn alles in einem kleineren Maßstab vorliegt. Der “Schlosspark” bietet bis auf Ruinen nichts Besonderes. Aber da wären wir schon beim Thema: Inwiefern ist die Geschichte vom Schloss tragisch? 1589 errichtet und seitdem das Zentrum vom wachsenden Hiroshima gewesen, überdauerte zumindest der Hauptturm all die Jahre bis in die Neuzeit. Mit der Stationierung der zweiten Generalarmee Japans wurde das Schlossgelände zu einer Art Militärbasis, wo neben Bunkeranlagen und einer Kommandozentrale auch Übungen durchgeführt wurden. Erstere sind dabei noch heute sichtbar; aus ihnen soll auch die Nachricht von der Atombombe weitergegeben worden sein. Von der Kommandozentrale kann man nur die Grundmauern sehen. Außerdem soll sich in einem temporären Gebäude sogar für mehrere Monate der Kaiser aufgehalten haben. Was ist 1945 mit dem Schloss passiert, welches dort seit mehr als 300 Jahren stand? Die Druckwelle hat es einfach so einstürzen lassen…Immerhin ist kein Feuer ausgebrochen…Da weiß man wie im Fall von Nagoya nicht, was man sagen soll…Es gibt heute nur noch dermaßen wenige Schlösser in Originalzustand und zwei von mir besuchte wurden in den letzten Tagen des Krieges zerstört…Jedenfalls ist die Architektur total anders: Dunkle Holzverkleidung, wenig Gold und auch kein “grünes” Dach. Also ich finde, dass Hiroshima Jyo schöner als die Schlösser von Nagoya und Osaka ist :heart: Innen findet sich wieder ein Museum, das natürlich die Geschichte von Hiroshima beleuchtet – inklusive Katanas und Samurairüstungen. Die Aussicht von oben ist nicht ganz so beeindruckend, aber immerhin kann man den Genbaku Dome sehen. Für 2,60€ will ich nicht meckern ;-)

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Der Haupteingang zum Schlosspark wurde übrigens vor einigen Jahren rekonstruiert und ist in meinen Augen ebenfalls einen Blick wert. Es regnete dabei die ganze Zeit und das Fotografieren mit Regenschirm in der anderen Hand will gelernt sein xD

Danke fürs Lesen und joa…Das waren also drei nicht so berühmte Sehenswürdigkeiten Hiroshimas, die ich aber nicht auslassen würde. Vor allem das Schloss sollte man sich mal aus nächster Nähe ansehen :good:

LG
Tobii~

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