Kurama & Kibune

By | May 5, 2014

Tempelpfad in Abgeschiedenheit:

Hallo an alle Leser!

Eine Woche vor meinem Abschied von Kyoto ging es ein weiteres Mal in den hohen Norden der Stadt. Die Anfahrt ist dabei fast identisch mit der zu Hieizan; der einzige Unterschied ist der, dass man mit den Eizan Railways eine andere Linie nimmt. Trotz Sonntag und trotz der Abgeschiedenheit war der Zug sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt gerappelt voll…30 Minuten lang stehen :unsure: Das mag sicherlich mit der “Goldenen Woche” im Zusammenhang stehen, eine Aneinanderreihung von mehreren Feiertagen, die von den Japanern selbstverständlich ausgenutzt werden ;-) Immerhin war es etwas kühler, sodass es im Zug noch erträglich war. Es gab sogar einen besonderen Streckenabschnitt, bei dem die Ahornbäume den Zug fast schon streicheln. Ende April bzw. Anfang Mai sind diese leuchtend grün und im Herbst dann rot. Etwas Ähnliches gibt es auch beim Randen, nur dass es da Kirschen sind. Wie in der Überschrift zu lesen ist, ging es nach Kurama und Kibune, die mit einem fast 3km langen Pfad durch die Berge verbunden sind. Insgesamt dürften es übrigens so 6km gewesen sein, die ich an diesem Tag zu Fuß zurückgelegt habe. So, genug Vorgeplänkel! Lasst uns ein wenig durch die Berge stiefeln!

Kurama

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Eine Stunde per Zug entfernt, befindet sich dieses kleine Dörfchen mitten zwischen den grünen Bergkuppen im Norden Kyotos. Nicht einmal einen Blick kann man auf die Großstadt noch erhaschen :kawaii: Dank den vielen einheimischen Besuchern fehlte allerdings doch ein wenig die Ruhe; da war es auf Hieizan sehr viel stiller. Wie dem auch sei :P Das, was Kurama so viele Touristen anziehen lässt, ist die heiße Quelle (Onsen) und der Kurama-dera, ein buddhistischer Tempelkomplex, der sich im Prinzip bis ins nächste Tal nach Kibune erstreckt. Für schlappe 1,40€ Eintritt darf man das rötliche Tor durchschreiten und sich quasi auf einen kleinen, religiösen Pilgerweg machen. Anders kann ich das Erlebnis nicht beschreiben: Sich schlängelnde Pfade, Treppenstufen, kleine Schreine oder Tempel auf dem Weg und die stellenweise Jahrhunderte alten Bäume, deren Wurzeln klar sichtbar an der Oberfläche verlaufen. Die einzelnen Gebäude an sich sind nicht die Attraktion und leider nicht einmal wirklich alt, sondern viel mehr der Weg selbst. So empfand ich das zumindest. Die Geschichte von Kurama-dera, die bis ins Jahr 770 zurück reicht, sollte aber auch nicht verachtet werden. Vor manchen Tempeln bildeten sich sogar richtig lange Schlangen, “nur” um ein Gebet zu sprechen :wow:

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Zum Glück war es etwas kühler als die Tage zuvor, ansonsten wäre ich noch mehr ins Schwitzen gekommen. Ich war auf jeden Fall nicht der einzige, der ein wenig am Stöhnen war xD Nach ungefähr der Hälfte des Weges erreicht man dabei schon die kleine Haupthalle, die zu einer kleinen Pause einlädt. Die 2. Hälfte besteht dann vor allem aus dem Runtersteigen von Treppen; der Weg von Kurama nach Kibune dürfte gefühlt einfacher sein als umgekehrt. Allgemein waren vor allem die Ahorn-Bäume mit ihren frischen, grünen Blättern eine wahre Augenweide. Ich höre immer alle davon reden, wie schön sie im Herbst wären, doch mir gefällt das Grün des Frühlings auch schon sehr :P Wirklich auf die Uhrzeit hatte ich nicht geschaut, aber man soll für den Weg nach Kibune an die 60 Minuten benötigen.

Kibune

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Das Dörfchen, dass auf den Namen Kibune hört, ist noch kleiner als Kurama und ist ebenfalls für zwei Dinge berühmt: Ryokans (traditionelle Gasthäuser) mit ihren Restaurants, die auf Stegen über den Fluss gebaut worden, und einen Schrein, der dem Ort seinen Namen gegeben hat. Solch ein Mahl schlägt dabei zwischen 21€ und 140€ zu Buche, wobei ich beim Zusehen schon Lust darauf bekommen habe, das mal auszuprobieren…Richtig gutes Essen genießen, während unter einem das Wasser entlang rauscht…Klingt himmlisch :) Gerade aufgrund dieses einmaligen Angebots war die einspurige Straße vollkommen verstopft. Dabei kamen die Leute etwa nicht nur aus Kansai (Kyoto, Osaka, Kobe), sondern auch aus Nagoya oder von noch weiter weg. Der Kibune-Schrein war ganz nett, aber mehr auch nicht. Nur der dem Kurama-dera ähnliche Aufstieg mit den Laternen war besonders schön. Ansonsten gab es auch hier wieder eine lange Schlage vor dem Schrein selbst.

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Und dann machte ich mich schon wieder auf den Weg zum Bahnhof, den man zwar auch per Bus erreichen konnte, doch ich lief die 2km lieber :P Bei gutem Wetter kann man das doch ruhig machen. Alles in allem war ich so 6 Stunden unterwegs, wobei es ein schöner Tag war. Kein Highlight, aber immer noch ein Erlebnis, an das man sich gerne zurück erinnern wird ;-)

Danke fürs Lesen! Sollte in nächster Zeit wieder mehr Einträge geben, weil ich ab 12. Mai für eine Woche in Hiroshima bin, um danach meine letzten zwei Monate in Tokyo zu verbringen. Ihr seit vermutlich so gespannt wie ich!

Tobii~

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