Dem Phönix seine Halle

By | May 3, 2014

Ein Tag in Uji:

Halli, hallo, hallöchen!

Herzlichst willkommen zu einer weiteren Episode von “Tobias in Japan” :yahoo: Heute verschlägt es ihn in die nur 3 Bahn-Stationen entfernte Stadt Uji, die sogar einige Weltkulturerben ihr Eigen nennt. Bereit? Alles klar, los gehts =)

Mampukuji

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Noch vor dem für Touristen interessanten Bereich befindet sich der Mampukuji Tempel, der zwar kein Weltkulturerbe ist, aber trotzdem einen Besuch wert ist. Nur warum? Die Architektur der Tempelanlage ist nämlich sehr viel chinesischer, als es ansonsten der Fall ist. Wirklich auffallen tut es dem durchschnittlichen Touristen natürlich nicht :P Man wird einfach feststellen, dass Mampukuji etwas anders ist, was in der “Stadt der Tausend Tempel” aka. Kyoto doch schon etwas Positives ist. Große Hallen, weite, offene Flächen und auch einige (nicht zu kleine) Statuen aus Gold. Ein richtiger Garten fehlt allerdings; die offenen Flächen mit ihren wenigen Bäumen entschädigen kaum. Insgesamt hatte ich für die 500 Yen Eintrittspreis schöne 30 Minuten, weil der Tempel eher ein Geheimtipp ist und deswegen nur kaum besucht ist. So lässt es sich gleich besser fotografieren :) Stille tut manchmal auch ziemlich gut.

Ujigawa

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Mit dem Zug ging es 2 Stationen weiter und schon war ich im Zentrum von Uji, wo ich als allererstes meine Sonnenbrille zücken musste :horror: Die Temperaturen waren mit ca. 25°C ebenso wenig zu verachten. Gerade mit einem Rucksack auf dem Rücken macht das Spaß xD Auf jeden Fall fließt ein Fluss durch Uji, der den selben Namen wie die Stadt trägt. Dieser wird von mehreren Brücken überspannt, von denen eine sogar die älteste Brücke Japans sein soll. Das ist aber eher so gemeint, dass an dieser Stelle schon seeeehr lange eine solche steht. Vom Design her erinnert sie sofort an die der Tokugetsu Brücke in Arashiyama. Am Fluss lässt es sich Dank vieler Bäume sehr gut spazieren gehen, aber es spricht auch nichts dagegen, sich ein wenig im Schatten auszuruhen. Irgendwie waren an dem Tag ein paar viele Insekten in der Luft…Das trübte das Erlebnis ein wenig :unsure: Nach Osten hin sind die Berge total nah, wobei man nach einem längeren Marsch sogar eine Talsperre erreichen kann. Allgemein erinnert das Bild sehr an Arashiyama, wenn es auch ein wenig gespiegelt ist. Dafür dürften in Uji größere Touristenmengen die Ausnahme darstellen ;-)

Byodoin

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Die Hauptattraktion von Uji ist der Byodoin Tempel, dessen Renovierung erst Anfang April vollendet wurde. Selbst ohne die Renovierung muss man Byodoin einfach besuchen: Seit 1053 steht die Phönix Halle, das berühmteste Gebäude, an ein und dem selben Fleck und ist in ihrer Geschichte nie niedergebrannt. Damit ist das Gebäude schlappe 961 Jahre alt! Es ist außerdem das einzige, das auf den japanischen Münzen zu finden ist. Dementsprechend stark war der Andrang, wobei es auf dem Gelände immer noch mehr als ertragbar war. Neben der Phönix Halle gibt es nämlich noch mittelgroße Grünanlagen und ein Museum zu besichtigen, das sogar im Eintrittspreis von umgerechnet 4,20€ mit einbegriffen ist. Wie muss man sich die Halle vorstellen? Nimmt die Frontseite des Heian Jingu Schreines, verkleinert diese ein wenig und setzt einen Teich davor. So würde ich den Anblick der Halle beschreiben. Wie ein Wunder wies ein Kirschbaum direkt vor der Halle noch ein paar Blüten auf, sodass ich ein echt cooles Bild schießen konnte :heart: Man kann übrigens auch für zusätzliche 300 Yen das Innere besichtigen, worauf ich allerdings verzichtet hatte. Später hatte ich übrigens noch ein Foto von vor der Renovierung gesehen und ich muss sagen, dass die Halle ziemlich heruntergekommen war…Anno 2014 sieht sie so aus, als wäre sie erst gestern errichtet worden :wow:

Das Museum, dessen inneres Design übrigens ziemlich innovativ war, beherbergt einige Schätze des Tempels, geht aber außerdem auf die Geschichte des Tempels ein. Hier gibt es sogar durchgängig englische Infotafeln, sodass man auch als Ausländer etwas von den Ausstellungsstücken hat. Zusätzlich kann man einen Nachbau des Inneren der Halle bewundern. Am Ende der Tour folgt – wie fast immer in Japan – ein Museumsshop, wo man ziemlich verrückte Dinge kaufen konnte…Also ich brauche keine Tasche wo “Byodoin” draufsteht…Da kann man mit den Plüschtieren in den Aquarien mehr anfangen.

Ujigami Schrein

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Zu guter Letzt ging es wieder zurück über den Fluss, um das nach der Meinung von Experten ältesteste Schreingebäude Japans aufzusuchen. Dieses war allerdings unter einem Baugerüst versteckt, sodass ich davon nicht so wirklich etwas hatte. Besonders spektakulär ist der Schrein sowieso nicht, weil er sehr klein ist. Da waren manche in Tempel in Gifu schon größer…Nur ein Stück weiter Richtung Norden beginnt allerdings ein Pfad, der einen den Berg hinter dem Schrein hinauf führt. Eigentlich war für den Tag kein Bergsteigen geplant, aber am Ende fand ich mich dann doch dabei wieder, wie ich den Weg nach oben nahm =) Man hat es zum Glück nie mit Treppenstufen oder wirklich steilen Abschnitten zu tun, sodass es so im Schatten der Bäume ganz angenehm war. An der Spitze wird man mit einem herrlichen Blick auf den Uji-Fluss, wie auch den Byodoin Tempel belohnt. Es geht dabei noch weiter nach oben, aber das wären weitere 1-2 km gewesen, die auch mit Treppen gespickt waren. Darauf hatte ich dann doch keine Lust und mache mich nach einer kurzen Pause wieder auf den Weg nach unten ;-) Am Ende noch eine gute halbe Stunde am Fluss entspannt, bevor es zum zurück nach Kyoto ging.

Das war mein Tag in Uji, der gar nicht so lang war, wie man es anhand des Eintrages vermuten würde. Ich schreibe halt gerne ausführlich :P Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal!

Euer
Tobii~

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