Zu Gast bei Kaisers

By | April 26, 2014

Im Kaiserpalast Kyotos!

Moin moin!

Hier scheint gerade herrlich die Sonne und ich sitze trotzdem drinnen, um diesen Eintrag zu schreiben :wacko: Es wartet heute ein weiteres Highlight Kyotos auf euch: der Kaiserpalast oder Kyoto Gosho, der sich im Norden der Stadt befindet. Für diesen – wie auch einige anderer Villen bzw. Residenzen – benötigt man eigentlich eine vorherige Anmeldung, die man ausschließlich beim kaiserlichen Hofamt tätigen kann. Selbst dann ist man nur in der Lage, an einer geführten Tour teilzunehmen, wobei man in den seltensten Fällen Gebäude betreten darf. Nur zwei Mal im Jahr steht der Kaiserpalast für die gesamte Öffentlichkeit offen: Einmal im Frühling und dann noch im Herbst, also im Prinzip zu den Hochzeiten des Tourismus. Genau darauf hatte ich nämlich gewartet :P Irgendwie sträube ich mich dagegen, nur um eine Sehenswürdigkeit zu sehen, vorher zum Kaiserpalast zu fahren und dort eine Anmeldung zu tätigen…Mag sein, dass mir so einige eindrucksvolle Residenzen entgehen, aber damit kann ich leben :)

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Der heutige Kaiserpalast stammt aus dem Jahre 1855, nachdem er wiederholt abgebrannt ist und auch den Ort gewechselt hat. Bis 1868 lebte der Kaiser auch dort, wobei er seitdem seinen Sitz in Tokyo hat. Trotzdem fand die Thronbesteigung vom letzten Kaiser Hirohito noch in Kyoto statt, die übrigens 1926 war. Der momentan amtierende Kaiser Akihito wurde im Tokyoter Kaiserpalast inthronisiert. Immer noch lange her, aber zeigt ja, dass Kyoto auch nach dem Umzug des Kaisers nicht sofort seine Bedeutung verloren hatte.

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Das Gelände, auf dem der Palast zu finden ist, stellte sich als extrem weitläufig und riesig heraus; etwas Größeres findet man in Kyoto nicht. 1100m x 600m ergeben eine gesamte Fläche von 66 Hektar, die von vielen Bäumen aber auch mit breiten Wegen ausgefüllt werden. Trotz des fortgeschrittenen Frühlings gab es noch einige blühende Kirschen zu betrachten :heart: Der Palast selbst nimmt nur etwa ein Fünftel dieser Fläche ein :patrick: Auf jeden Fall war das Wetter super und die Touristen wurden mit Bussen aus ganz Japan angekarrt, um die seltene Gelegenheit auszunutzen. Mich überraschte die kleine äußere Mauer, die das gesamte Areal umringt; immerhin wird dem Kaiser eine Verwandtschaft mit der wichtigsten Göttin des Shinto nachgesagt…

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Zuerst stößt man auf eine weitere Mauer, die dann den Palast streng rechteckig umgibt, wobei es selbstverständlich mehrere Tore gibt. Nur Eines dient jedoch als Haupteingang während der offenen Tage, wobei man das an anhand der Menschenmengen und aufgestellten Zelte nicht verfehlen kann. Es wird einem sogar in den Rucksack geschaut :horror: Man darf keine Waffen mit in den Palast nehmen, wobei es in Japan sowieso schon illegal ist, eine solche bei sich zu haben…Dementsprechend lasch war die Durchsuchung. Der Palast setzt sich dann aus mehreren Gebäuden und auch Gärten zusammen, die alle ein wenig an die Nijo-Burg erinnern. Letztere sind aber leider nicht im Geringsten begehbar :-( An Gebäuden kann man neben dem Thronsaal auch die Wohnquartiere und Versammlungssäle immerhin von Außen begutachten. Der Thronsaal ist dabei vermutlich das eindrucksvollste Gebäude, weil dieser mit einem Tor und einer Art Allee in einer Linie steht. Er ist auch das größte Gebäude des gesamten Komplexes. Ich fand außerdem einen Raumtrenner interessant, denn genau dieser war an mehreren Gelegenheiten anwesend, die für die Geschichte Japans sehr wichtig waren.

Viel mehr gibt es im Kaiserpalast nicht zu sehen, sodass dieser von vielen als keine “Must-See” Sehenswürdigkeit Kyotos angesehen wird. Nach meinem Besuch bin ich da anderer Meinung, weil manche Ort sich nicht durch Schönheit sondern durch ihre geschichtliche Wichtigkeit auszeichnen. Der Palast steht stellvertretend für die fast 1000 Jahre, die der Kaiser in Kyoto gelebt hat und das sollte man sich nicht entgehen lassen, finde ich ;-)

Grüße aus dem sonnigen Kyoto
Tobii~

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