Schloss, Park, Kirschen und Aquarium

By | April 16, 2014

Ein Tag in Osaka!

Welcome back :yahoo:

Heute entführe ich euch nach Osaka, der mit 2,6 Millionen Einwohnern drittgrößten Stadt Japans, die allerdings ähnlich wie Nagoya kaum noch historische Gebäude/ Tempel/ Schreine aufweist. Alleine über die Stadt selbst könnte man schon einen einzigen Eintrag schreiben, sodass ich neugierigen Lesern eine Recherche in Eigenregie empfehle. Der Reisebericht dürfte auch so lang genug werden :P Vergesst eure Sonnenbrille nicht und dann können wir auch schon los xD

Von Kyoto aus kann man Osaka per Bahn oder Bus erreichen, wobei es dann selbstverständlich mehrere Bahnlinien gibt: JR, Hankyu, Keihan oder für Eilige per Shinkansen. Ich bin per Keihan Railways gefahren, weil es von meinem Guest House aus nur gute 20 Gehminuten bis zu einem Bahnhof der Linie ist. Wenn ich mich recht erinnere, war die Fahrt mit 400 Yen sogar recht preiswert; da ist es bis nach Nara schon teurer. Außerdem ist die Endstation in Osaka direkt an das U-Bahn Netz angeschlossen, sodass man gleich weiter kann. Ausnahmsweise habe ich mir dann eine Tageskarte gekauft, weil ich wusste, dass ich so einige Kilometer zurücklegen würde. Diese hat auf jeden Fall unter 7€ gekostet, wofür man alle 8 U-Bahn Linien benutzen kann. Da kann man nicht meckern! Das Ticket hat mir übrigens ein Bahnangestellter persönlich am Automaten gezogen ;-) Das nenne ich Service. Mit der Tageskarte in der Tasche machte ich mich also auf den Weg zuuuuum…

Osaka Schloss (-park)

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Oh ja, auch Osaka bietet Besuchern und Einheimischen gleichermaßen ein Schloss aus Beton, welches immerhin aus den 1930ern Jahren stammt und den 2. WK unbeschadet überlebt hat. Die beiden historischen Vorgänger wurden 1583 und 1620 errichtet, wobei das 2. Schloss schon 1665 von einem Blitz getroffen wurde. Bis zur Neuzeit konnte man also nur Ruinen besichtigen, wie es u.a. in Tokyo immer noch der Fall ist. Um das Schloss herum erstreckt sich ein wirklich sehr weitläufiger Park, dessen grüne Idylle man größtenteils ohne Entgelt genießen kann. Nur ein kleiner Abschnitt ist – vermutlich wegen dem guten Blick aufs Schloss – während der Kirschblüte kostenpflichtig. Und da wären wir schon bei dem, was meinen Tag in Osaka zu einem meiner Highlights gemacht hat :heart: Kirschen! Der Park ist nämlich das Zuhause von mehreren Hundert Kirschbäumen, die zu meinem Besuch in voller Blüte waren. Man hatte also ein regelrechtes Dach aus weißen Blüten über seinem Kopf, was man einfach selbst erleben muss. Dürfte nicht umsonst eines meiner Highlights sein ;-) Dem sehr guten Wetter entsprechend – ich bin später in T-Shirt rumgelaufen – fanden sich viele Menschen zum Hanami unter den Bäumen, aber auch viele Geschäftsleute und Angestellte genossen ihre Mittagspause im Schatten der Kirschen. Dazu waren im Gegensatz zu Kyoto keine Massen an ausländischen Touristen unterwegs, sondern vor allem Japaner. Mir war es zumindest z.B. im Maruyama Park zu voll, um die Kirschen noch genießen zu können…

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Das Schloss ist dann von einer riesigen Mauer sowie einem breiten Wassergraben vom Park abgetrennt und kann an zwei Punkten betreten werden. Dagegen sind die Verteidigungen von der Burg Nijo ein Witz! Allerdings gibt es noch einen weitere Verteidigungslinie, bevor man dem Schloss endlich ganz nah sein kann. Vor diesem gibt es übrigens einen recht großen Platz, wo sich an dem Tag sogar ein Straßenkünstler um die Gunst der ganzen Leute bemühte. Wie muss man sich das Schloss vorstellen? Ohne irgendwelche Zahlen zu kennen, würde ich Osaka-Jyo größer als das Nagoya-Jyo einschätzen. Ersteres verfügt außerdem über viel mehr goldene Verzierungen an der Außenseite; dennoch wird das in Nagoya immer etwas Besonders für mich sein, weil es mein erstes, großes Schloss war, das ich besichtigt habe :) Etwas länger angestanden, sogar wegen meiner U-Bahn Tageskarte 100 Yen Rabatt bekommen und schon fand ich mich im Inneren wieder. Dort findet sich genau wie in Nagoya ein Museum, das sich um die Geschichte des Schlosses und deren Erbauer dreht. Insgesamt nicht schlecht, aber wirklich beeindruckt war ich nicht. Da war die Aussicht vom obersten Stock schon eher etwas, was so schnell nicht vergisst. Rundum der grüne Gürtel mit den vielen weißen und rosafarbenen Flecken aus Kirschbäumen und dahinter dann Stadt bis zu den ersten bewaldeten Bergrücken. Anders als Nagoya hat Osaka sehr viel mehr Wolkenkratzer auf Lager, müsst ihr wissen! Allerdings muss ich wieder eingestehen, dass mich die Fahrt auf den Fernsehturm von Nagoya mehr bewegt hat :P Der Vergleich hinkt sicherlich ein wenig, da das Schloss definitiv nicht so hoch ist, aber gut xD Auf die Uhrzeit habe ich dabei nicht geachtet, sodass ich nicht sagen kann, wie lange ich im Schloss war. Jedenfalls ging es nach einer kurzen Stärkung mit einem Konbini-Sandwich daran, das zweite Ziel aufzusuchen, das da wäre…

Kaiyukan

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Hinter dem Namen Kaiyukan versteckt sich das Osaka Aquarium, das ich ehrlich gesagt vor allem wegen einem einzigen Tier aufgesucht habe. Dazu gleich mehr! Das Aquarium liegt direkt am Hafen und damit im Südwesten der Stadt. Direkt im Anschluss daran finden sich u.a. ein Riesenrad, eine kleine Mall, eine Hafenrundfahrt auf einer modernen “Santa Maria” und nur auf von einem Kanal getrennt sieht man sogar die Universial Studios Japan – einen Vergnügungspark, der leider kaum Achterbahnen hat und deswegen eher uninteressant ist. Ganz ausgeschlossen habe ich einen Besuch aber noch nicht! Jedenfalls hat man es also mit einem regelrechten Vergnügungsviertel zu tun, wie ich es auch in Nagoya gesehen habe. Irgendwie war es in Osaka sowohl belebter als auch besser in Schuss. Der Eintritt ist mit ~16€ kein Schnäppchen, aber dafür gibt es echt viel zu sehen: Man fährt zuerst ganz hoch und geht dann den Schildern nach wieder runter; alleine dieses Design hat schon einen Preis verdient! An Tieren kann man Otter, Pinguine, Rochen, Haie, Tintenfische, kleine Delfine, Sardinen, Königskrabben, Quallen, Seelöwen, Robben, ja selbst zwei Faultiere und natürlich sonst wie viele verschiedene Fischarten. Die Hauptattraktion ist allerdings ein Walhai :kawaii:

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Ich weiß nicht, wie es mit euch ist, aber mein liebster Meeresbewohner ist definitiv der Walhai. Vermutlich deswegen, weil ich mich ein wenig mit ihm identifiziere :patrick: Groß und schon irgendwie gefährlich aussehend, aber trotzdem eine harmlose Kreatur, die von Plankton und Ähnlichem lebt. Ich lebe jetzt natürlich nicht von Plankton…Der Walhai dreht zumindest im größten Becken seine Runden und ist ein kleineres Exemplar, was das Erlebnis nur ein wenig dämpft. Das lässt sich sicherlich nicht mit einem Tauchgang an der Seite eines solchen Riesen vergleichen, kommt diesem aber wohl am Nächsten. Ganz am Ende der Route gibt es außerdem einen kleinen Bereich, der dem Regenwald gewidmet ist. Dort finden sich die besagten Faultiere, aber auch ein kleiner Affe; genau gesagt ein Totenkopfaffe, wie er auch in Pippi Langstrumpf namens “Onkel Nilsson” vorzufinden ist ;-) So einen habe ich hier übrigens sogar schon in einer gewöhnlichen Tierhandlung gesehen…Nach der Tour genoss ich noch ein wenig den Anblick des Meeres, schließlich habe ich daheim in Heikendorf eben jenes direkt vor der Haustür :P Extrem vermisse ich es nicht, aber manchmal ist es definitiv schön, salzige Meeresluft zu schnuppern!

Umeda

Bevor es dann wieder zurück nach Kyoto ging, folgte ein Besuch in Umeda während der Abenddämmerung. Umeda ist der Name eines Stadtviertels, der im Norden in Osakas liegt und wo sehr viele Bahnlinien zusammenkommen. Dementsprechend viele Menschen tummeln sich täglich genau an diesem Ort, weshalb es vermutlich niemanden wundert, dass Umeda zu einem Shopping- und Freizeit-Paradies geworden ist. Es ist vor allem Letzteres; Einkäufe sollte man eher im südlichen Stadtzentrum namens Minami erledigen. In Umeda findet man nämlich vor allem Pachinko-Hallen, Restaurants, Bars und sogar Etablissements, die in Richtung Rotlicht gehen. Auf jeden Fall waren da echt viele Leute unterwegs :wow: Die Kreuzung direkt vorm Bahnhof dürfte ein kleines Shibuya gewesen sein; nicht schlecht, Herr Specht. Ich bin dort auf einen wirklich besonderen Laden gestoßen: Auf einer nicht gerade kleinen Fläche kann man dort alte Mangas, Spielzeuge, Automodelle, Anime-Figuren und so weiter ersteigen. Für mich gab es gleich zwei kleine Damen, weil brandneue Figuren gut und gerne bis zu 50€ kosten, was mir dann doch zu viel ist. In derartigen Läden erhält man sie manchmal schon für 6€! Ansonsten bin ich mal wieder auf einen Animate-Laden gestoßen xD Damit habe ich in Gifu, Kyoto, Nara und Osaka die jeweiligen Animate-Läden besucht! Dort gab es allerdings – wie fast immer – nichts Besonders für mich. Und dann ging es doch endlich mal wieder zurück nach Kyoto!

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Das war mein langer Tag in Osaka, der eines meiner bisherigen Highlights ist und vermutlich auch für immer bleiben wird. Gerade der Schlosspark mit den ganzen Kirschen war einfach nicht von dieser Welt! Danke fürs Lesen und wie ihr bemerkt haben dürftet, habe ich für diesen Eintrag recht lange gebraucht. Mein Sprachkurs hat ja am 9. April angefangen und es hat sich so ergeben, dass ich 9 Lektionen übersprungen habe. Dementsprechend viel gab es in den ersten Tagen zu lernen…Dazu musste ich mich um meine Aufenthalte in Hiroshima sowie Tokyo kümmern…Wintersachen muss ich auch noch nach Deutschland zurückschicken, damit ich mehr Platz im Gepäck hab…Ihr seht ja selbst; der Tobi hat nicht so viel Zeit gehabt :P Ist trotzdem krass, dass der Eintrag 2 Wochen nach dem eigentlichen Ausflug kommt :scratch:

Wie dem auch sei! Bis zum nächsten Mal!

Tobii~

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