Sakura Tour I

By | April 9, 2014

Kirschen, Kirschen und noch mehr Kirschen!

Aloha,

Dieser Eintrag ist nur einer einzigen Pflanze gewidmet: Der Kirsche oder auf Japanisch Sakura. Schon ab Mitte März entdeckte man ganz vereinzelt schon blühende Kirschbäume, doch erst Anfang April ging es so richtig los! Ganz allgemein dürfte die Kirschblüte im Frühling eines der wirklich typischen Dinge sein, wenn man an Japan denkt. Zumindest sollte das so sein :P Ich habe gleich eine ganze Sakura Tour gemacht, weil ich natürlich die meisten Tempel und Orte schon gesehen habe und deswegen konnte ich alles etwas schneller angehen.

Als Erstes wollte ich endlich mal den Fluss vor meiner Haustür für euch ablichten. Ich gehe dort mittlerweile fast jeden Tag spazieren, sofern das Wetter stimmt. Apropos: Es dürften an die 20°C an diesem Tag gewesen sein :) Etwa 10 Gehminuten entfernt beginnt ein im Prinzip sehr viel größerer “Weg des Philosophen”, nur halt mit weniger Kirschbäumen, aber dafür an keinem Tag im Jahr mit Touristenmengen. Wie lange man dem Fluss folgen kann, vermag ich gar nicht zu sagen…An einem Tag bin ich wirklich seeehr weit gegangen, aber es ging immer noch weiter. Ich vermisse ein paar mehr Sitzmöglichkeiten, aber ansonsten ist der Weg am Fluss mein kleines Paradies direkt vor meiner Tür :heart: Die großen Wohngebäude schirmen dazu den Verkehrslärm ziemlich gut ab xD

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Dann ging es – zu Fuß – bis zum Daigo-Ji Tempel, der meiner Meinung nach immer noch zu den schönsten ganz Kyotos gehört. Schon auf dem Weg dorthin wurde ich allerdings ein wenig überrascht: Während dort im Februar absolut gar nichts los war, befanden sich jetzt im April regelrechte Menschenmassen auf dem Gelände. Man konnte sich noch bewegen und es gab auch keine wirklichen Warteschlangen, so schlimm war es nicht…Ich hätte es mir nur noch dermaßen voll vorstellen können :rose: Was wird einem hier geboten? Ganz sicher einer der Top-Orte um sich die Kirschen anzusehen: Alleine die Wege, die die verschiedenen Bereiche verbinden, sind durchgängig von Kirschen gesäumt. Dieser Anblick ist sogar umsonst! Ich war dann sowohl im Garten als auch im unteren Daigo-Ji, also der Teil, wo auch die Pagode steht. Kennt ihr ja schon alles ;-) Der Garten bietet einen der schönsten Kirschbäume ganz Kyotos, selbst wenn er der einzige ist, den man für die 500 Yen zu sehen bekommt. Denn wie es in der Natur üblich ist, gibt es viele verschiedene Kirscharten; Neben den normalen Bäumen gibt es auch “Trauerkirschen” oder “Weeping Cherry Trees”, die einfach gesagt wie Trauerweiden aussehen, aber natürlich trotzdem noch echte Kirschen sind. Das Ganze dann zusätzlich mit einer Holzkonstruktion abgestützt, ein wenig urig gewachsen und tada! Vor dem Baum bildete sich dementsprechend eine ganze Traube aus Menschen, die entweder per Smartphone oder Spiegelreflex den Kirschbaum ablichteten. Der untere Bereich von Daigo-Ji wartete mit sehr viel mehr Kirschen auf, die nur einen Tick weniger beeindruckend waren. Die insgesamt 1000 Yen für beides haben sich auf jeden Fall ausgezahlt!

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Mein nächstes Ziel war dann der Ort Kyotos, der im Frühling zu einem regelrechten Volksfest wird: Der Maruyama-Park. Hier war es noch voller als in Daigo-Ji und das vermutlich vor allem wegen der zentralen Lage. Zumindest rein von den Kirschbäumen her empfand ich den Tempel als schöner. Dafür ist der Park wirklich für das Hanami herausgeputzt: Viele Bänke zum Sitzen, jede Menge Stände mit Speisen, Getränken, aber auch kleinen Spielen…Hanami bedeutet übrigens wörtlich übersetzt “Blumengucken”, wobei man sich dabei sich unter die Kirschbäume setzt und dort eine Art Picknick – in der Regel auch mit alkoholischen Getränken – hält. So machen das zumindest die Japaner =) Hier wurden die Touristen sogar mit Bussen angekarrt und irgendwie war es mir ein wenig zu voll da. So lief es am Ende darauf hinaus, dass ich ein wenig vor dem Eingang den Sonnenuntergang genoss :kawaii: Darf man ja auch mal!

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 Als Letztes bin ich erneut zur Nijo-Burg gefahren. Huch? Nach Sonnenuntergang? Dann sieht man doch gar nichts :horror: Eben doch: Überall in Japan werden während der Kirschblüte nachts bestimmte Orte ausgeleuchtet, wobei “nachts” von 18 bis 21 Uhr heißt. In der Burg gab es sogar keinen Preisaufschlag, was ich definitiv positiv anrechne. Ich denke dabei an Nabano no Sato, was man allerdings nicht sollte; dazwischen liegen Welten. Erst einmal sind sowohl der Palast als auch der Hauptverteidigungsring nicht begehbar, was kein Weltuntergang ist, aber irgendwie doch ein Jammer ist. Davon abgesehen gibt es drei Bereiche, die verschiedener nicht sein könnten: Zuerst die Kirschen, die zu meinem Besuch leider noch zu 95% geschlossen waren. Nur ein einziger Baum blühte dort. Danach der Wassergraben des Hauptverteidigungsrings, der ausgeleuchtet war. Dadurch gibt es diese obercoolen Reflexionen an der Mauer, die sich aber nur sehr schlecht mit einer Kamera festhalten lassen. Last but not least eine Art Teehaus mit vorgelagertem Teich, die effektvoll und vor allem farbenfroh angeleuchtet wurde. Ganz am Ende gab es dabei noch eine Reihe von Ständen, wo man u.a. kleine Snacks erstehen konnte. Auf einer überdachten Bühne spielten sogar drei Damen Shamisen! Und das alles für schlappe 500 Yen…Dazu waren die Temperaturen noch erträglich. Insgesamt bin ich froh, dass ich am Ende noch spontan die Nijo-Burg aufgesucht habe :yahoo:

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Eigentlich wollte ich nur kurz schreiben, wo ich war und das mit Bilder ergänzen, aber ihr seht ja, dass ich mich wieder nicht beherrschen konnte :P Es folgt übrigens noch mindestens eine Sakura Tour! Freut euch drauf ;-)

Bis dann
Tobii~

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