Im Palast des Shoguns

By | April 1, 2014

Nijo-Jo:

Ja moin :)

In diesem Eintrag besuchen wir die Burg Nijo, die u.a. mit einem Pflaumenhain und dem Palast für den Shogun aufwartet. Für alle, die es nicht wissen: Der Shogun war der, der die wirkliche Macht im Staat hatte. Der Kaiser dagegen hatte vor allem eine symbolische Führungsrolle inne. Letzter lebte für fast 1100 Jahre in Kyoto, während der Shogun in Tokio (damals Edo) residierte. Und so kann man sich sicherlich vorstellen, dass sich der Shogun des Öfteren in Kyoto aufhielt. Den Palast, der genau für diesen Zweck erbaut wurde, kann man heute in seiner ursprünglichen Form begehen!

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Die Burg Nijo lässt sich von meinem Guest House aus sehr einfach erreichen, denn “meine” U-Bahn Linie hält wirklich direkt davor. Der Eintritt ist mit etwa 4,20€ etwas höher, aber dafür wird einem so einiges geboten :wow: Nijo-Jo ist dabei eines der wenigen Exemplare, die die Zeiten überdauert haben. So verwundert es vermutlich niemanden, wenn ich sage, dass sie ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Alleine der Wassergraben und die massive Mauer, die die ganze Anlage umgeben, sind schon für sich beeindruckend. Dann das riesige Tor…Man merkt richtig, wie wichtig der Shogun war. Der Palast ist dann von einer weiteren Mauer umgeben, die jedoch sehr viel kleiner ist. Dafür ist das Eingangstor mit goldenen Verzierungen bestückt :kawaii:

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Direkt dahinter findet man den riesigen Ninomaru Palast, den man – wie gesagt – betreten kann. Anders als den Kaiser, den es ja immer noch gibt, besteht das Shogunat schon seit 1867 nicht mehr. Dementsprechend leer ist der Palast dann leider auch: Die ausgeschilderte Route, die man übrigens sockfuß machen muss, führt einen über die quietschenden Dielen hinweg an über ein Dutzend mit Tatami ausgelegten Räumen vorbei. Das Innere weist dabei selbstverständlich kunstvolle Malereien auf, die man am liebsten fotografieren möchte. Dieses ist jedoch nicht gestattet :unsure: Alle Räume sind bis auf zwei Ausnahmen leer. Immerhin steht in fast jedem ein Schild auf dem Boden, was einem den Verwendungszweck verrät. Die zwei Ausnahmen bestehen darin, dass im Empfangsraum und in den privaten Gemächern mit Puppen ein wenig Leben in den ansonsten verlassenen Palast gehaucht wird. Diese tragen dazu – vermutlich – historisch akkurate Kleidungsstücke, sodass man eine leichte Ahnung davon bekommt, wie es während eines Besuchs des Shoguns gewesen sein muss. Das, was mich am meisten beeindruckt hat, war die Außenwand. Hä? Nicht die bemalten Raumtrenner? Doch doch, die Außenwand: Sie besteht fast nur aus Schiebetüren, sodass man im Sommer im Prinzip den ganzen Palast “öffnen” konnte. So würde man auch einen schönen Blick auf den Garten haben. Das finde ich wirklich einzigartig :yahoo:

Honmaru von oben

Honmaru von oben

Der angesprochene Garten ist leider kaum der Rede wert, weil er nur aus einem Teich und arrangierten Steinen besteht. Aber Nijo-Jo hat zum Glück noch mehr zu bieten! Hinter dem Palast befand sich die Hauptverteidigungslinie in Form eines weiteren Palastes und einer fünfstöckigen Burgfeste, wie ich sie schon in Gifu und Nagoya besichtigt habe. Diese wurde jedoch im 18. Jahrhundert zerstört und nie wieder aufgebaut. Das ehemalige Fundament dient heute als Aussichtspunkt, von dem man einen guten Blick über die nähere Umgebung hat. Auf dem Gelände dieses kleinen Palastes steht heute eine kaiserliche Residenz, die jedoch nicht betreten werden kann. All das ist von einer zusätzlichen Mauer sowie einem Wassergraben umgeben.

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Zwischen der äußeren und dieser inneren Mauer findet man einen Pflaumenhain, der zu meinem Besuch sogar schon kräftig am Blühen war. Ihr müsst wissen, dass in Japan zuerst die Pflaumen und dann die Kirschen anfangen zu blühen. Ehrlich gesagt dachte ich zuerst, dass die Pflaumen Kirschen waren :-( Gefährliches Halbwissen…Diese und weitere Bäume sind jetzt im Frühling sogar abends ausgeleuchtet. Mal sehen, ob ich deswegen noch einmal die Burg Nijo besichtigen werde.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag ;-)

Tobii~

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