Gold am anderen Ende von Kyoto

By | March 31, 2014

Kinkakuji:

Hallo aus Kyoto!

Hiermit melde ich mich endlich mal wieder ;-) Die kleine Schreibpause beruht auf einer Mischung aus Faulheit und Geschäftigkeit. Ich musste mich nämlich um eine gewisse Angelegenheit kümmern, aber dazu wird es an anderer Stelle mehr geben. Außerdem darf ich alle Bilder – fast 200 mittlerweile – des Blogs manuell austauschen, da sie zu viel Speicherplatz auf unserem Webserver verbrauchen. Vielleicht habe ich mich auch deswegen ein wenig davor gescheut, etwas für euch zu machen…Tut mir Leid :horror: Heute möchte ich euch von einer längeren Tour berichten, die mich zu drei Weltkulturerben im Nordwesten Kyotos gebracht hat. Auf geht das!

Diese “Tour” habe ich übrigens aus der offiziellen Touristen-Karte für Kyoto, die man u.a. an der Touristen-Information im Hauptbahnhof erhalten kann. Als Dauer sind dort 2 bis 3 Stunden angegeben, was allerdings überhaupt nicht der Wahrheit entspricht. Des Weiteren ist eine enorm weite Strecke zu laufen, sodass ich diese Tour definitiv nicht weiterempfehlen kann. Jedenfalls war der Ausgangspunkt eine Haltestation der Randen-Linie, die die vor meiner Haustür startende Tozai U-Bahn-Linie mit Arashiyama verbindet. Ihr erinnert euch sicherlich :P

Myoshinji

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Der erste Tempel, den ich mir angesehen hatte, war Myoshinji – ein ganzer Komplex von Hallen, Tempeln, Schreinen und was weiß ich nicht alles. So groß dürften vermutlich viele Tempelanlagen Kyotos gewesen sein. Stetige Brände und Erdbeben sind leider sehr gut darin, Holzkonstruktionen zu zerstören :cry: Trotz der unglaublichen Anzahl an Gebäuden ist nur ein Bruchteil für die Öffentlichkeit zugänglich. Ein Spaziergang durch die gesamte Anlage dürfte dennoch lohnenswert sein, weil es neben Myoshinji nur einen anderen vergleichbaren Komplex in Kyoto gibt. Das Ganze kommt dabei ganz ohne Eintrittskosten aus, was man gerade hier ausnutzen sollte. Fast direkt am südlichen Eingang befindet sich ein kleiner Tempel mit Garten, den man sich für 500 Yen ansehen kann. Das habe ich dann auch getan und muss wirklich sagen, dass mich die Schönheit ein wenig überrascht hat. Der Garten ist nicht wirklich groß, aber das fällt kaum auf; nicht ohne Grund wird er als einer der schönsten der Showa Periode (1926-1989) gehandelt: Der Teich mit seinem Wasserfall ist einfach ein toller Anblick :heart: Mehr gab es in Myoshinji allerdings nicht zu sehen, weshalb es weiter nach Norden ging!

Ryoanji (Weltkulturerbe)

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Noch vor Ryoanji kam ich am Ninna-Ji Tempel vorbei, der ebenfalls zu den UNESCO Weltkulturerben gehört. Aus Zeitgründen habe ich mir den für einen späteren Besuch aufgehoben :) Ryoanji selbst liegt dann wieder weiter östlich, aber sehr viel näher an Ninna-Ji und Myoshinji als an Kinkakuji – dem goldenen Pavillon. Konzentrieren wir uns auf den Tempel: Der Steingarten von Ryoanji ist der berühmteste ganz Japans. Warum oder wieso kann ich euch allerdings nicht sagen xD Was ich euch sagen kann ist, dass es da ziemlich voll war; so viele Menschen, die wegen 15 auf eine bestimmte Weise angeordnete Steinen umgeben von geharktem Kies kommen. Bis auf ein Kirschbaum, der etwas über die Mauer ragt, fand ich den Steingarten nicht wirklich Besonders…Aber ich kenne mich auf dem Gebiet nicht aus und weiß diese vermutlich gar nicht richtig zu schätzen. Für 3,60€ kann man sicherlich trotzdem einen Blick hineinwerfen ;-) Auf dem Gelände befindet sich dazu ein relativ großer Teich, der von Grünanlagen umgeben ist. Ganz so schön wie im Heian-Schrein ist dieser nicht, aber gänzlich zu verachten ist die Anlage definitiv auch nicht. Und so ging es schon weiter zum Höhepunkt %(

Kinkakuji (Weltkulturerbe)

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Der goldene Pavillon ist in diesem Fall wirklich mit Gold verkleidet und wurde übrigens 1950 von einem fanatischen Mönch niedergebrannt. Damit ist der heutige goldene Pavillon “nur” eine Rekonstruktion von 1955, was aber der Magie kaum einen Abbruch gibt. Jedenfalls schlägt der Eintritt nur mit 400 Yen zu Buche, was auch irgendwo nachvollziehbar ist; man kann nicht ein einziges Gebäude betreten. Kinkakuji ist außerdem der meistbesuchte Tempel Kyotos, weshalb man immer mit vielen Menschen rechnen sollte. Vermutlich ist er sogar eines der Aushängeschilder für das historische Japan!! Vom Eingang aus ist man nicht direkt vor dem Pavillon, aber fast. Und dann sieht man ihn am gegenüberliegenden Ufer eines Teiches: Drei Stockwerke hoch, zwei davon ganz mit Gold verkleidet, Bäume im Hintergrund, die Spiegelung im Wasser, die Ruhe des Stadtrandes (wenn man die Besuchermengen außer Acht lässt, versteht sich)…Dafür finde ich keine passenden Worte; der Anblick Kinkakujis verschlägt einem einfach die Sprache :kawaii: Definitiv eines meiner Highlights in Kyoto, selbst wenn manch einer denken mag, dass Gold einfach nur protzig ist. Schaut euch die Bilder an und bildet euch eure eigene Meinung =) Nachdem man die Traube aus Touristen mit ihren Kameras verlassen hat, führt ein Weg hinter dem Pavillon vorbei und dann wieder zurück Richtung Eingangsbereich. Einen kleineren Teich fand ich dort ganz hübsch anzusehen, selbst wenn er nicht wirklich besonders war. Leider fehlt ein erhöhter Punkt wie bei Ginkakuji, von dem man den Pavillon von oben bewundern kann. Dafür hat der silberne Pavillon keinen so großen Teich :yahoo: Bis auf das ‘zigfache Fotografieren Kinkakujis gibt es hier nicht viel zu tun und dementsprechend schnell ist man durch.

Anschließend bin ich den gesamten Weg wieder zurück gelaufen, was eine eher dumme Idee war; irgendwie sträube ich mich davor, mal den Bus zu nehmen xD Dementsprechend geschafft war ich dann natürlich…Dennoch habe ich an diesem Tag wieder sehr schöne Tempel sehen dürfen :heart: Danke fürs Lesen und freut euch auf den nächsten Blog-Eintrag!

Euer
Tobii~

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