Kiyomizudera & Higashiyama

By | February 27, 2014

Hotspot der Touristen:

Guten Abend!

Zumindest schreibe ich diese Zeilen abends ;-) In diesem Eintrag möchte ich über meinen Abstecher nach Higashiyama – die “Ostberge” – berichten, wo man neben einer der berühmtesten Tempel ganz Kyotos auch traditionelle Straßenzüge und vieles mehr bewundern kann. Dementsprechend lang ist dann auch der Eintrag geworden. Das Ganze fand an einem Freitag statt, was vermutlich die vielen Leute erklärt…Aber bleiben wir chronologisch!

Kiyomizudera

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Als Erstes führte mich mein Reiseführer nach Kiyomizudera; ein Tempel, der für seine Holzterrasse berühmt ist. Meine “Tour” begann aber in Gion, dem ehemaligen Geisha-Distrikt, wo sich dann auch gleich eine Dame per Rikscha (die anscheinend sogar in Japan erfunden worden :aah: ) herumkutschieren ließ. Das fing gut an :yahoo: Von Gion aus muss man allerdings noch gute 20 Minuten laufen, bis man sein Ziel erreicht hat. Die Schilder führen einen dabei eine enge, einspurige Gasse hinauf, die ausschließlich von Läden für Touristen gesäumt war: Traditionelle Kleidungsstücke, Winkekatzen (ihr wisst hoffentlich, was ich meine), Essstäbchen und sogar eine relativ große Auswahl an kleinen Snacks für unterwegs. Ich habe all diese Läden ignoriert, weil ich noch mehr als genug Zeit zum Einkaufen haben werde. Genügend andere haben zugegriffen :) Diese Gasse war sowieso ziemlich gut mit Menschen gefüllt…Trotz Winter! Auf jeden Fall ist das Erste, was man von Kiyomizudera zu sehen bekommt, das rote Eingangstor. Wenn man sich dann zur Stadt umdreht, erkennt man auch, wie hoch man schon ist. Zu meinem Besuch waren einige Gebäude – inklusive der kleinen Pagode – in Baugerüste gehüllt. Da die Hauptattraktion in Form der Haupthalle aber ohne Einschränkung zu betreten war, waren es die 300 Yen definitiv wert. In dieser Dekade soll aber auch noch die Haupthalle einer Renovierung unterzogen werden…Wie muss man sich die Terrasse also vorstellen? Nehmt ein großes Holzgebäude, baut es fast direkt an einen Berghang und errichtet anschließend eine hölzerne Plattform über dem Hang. Fertig! Von der Terrasse aus kann man ziemlich weit sehen: Den Bahnhof, Kyoto Tower, der eingepackte Higashi-Hongan-Ji Tempel und sogar die Pagode des To-Ji! Direkt gegenüber versteckt sich auch eine weitere, rote Pagode zwischen den Bäumen…Definitiv ein Pflichtbesuch für jeden Touristen :heart: Abgesehen von der Terrasse bietet Kiyomizudera allerdings nicht besonders viel: keine riesigen Statuen, kein gigantisches Holzgebäude, kein wirklicher Garten…Man kann nur noch eine Runde um die rote Pagode drehen und dann am Fuße der Plattform entlang das Gelände wieder verlassen. Für 300 Yen kann man trotzdem nichts falsch machen :good:

Higashiyama

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Danach folgte ein kurzer Spaziergang durch Higashiyama, dessen Straßen noch traditionelle Stadthäuser aufweisen. Dort ist die Dichte an Touri-Shops etwas geringer; man findet eher richtige Restaurants. Wie fast immer in Kyoto waren recht viele Damen in Kimonos unterwegs, wobei man auch als Tourist einen solchen ausleihen kann. Das habe ich auch schon in Gifu und Nagoya gesehen, so ist es nicht…In Kyoto sieht man nur richtig viele Damen in Kimonos! Eigentlich habe ich auf fast jedem Ausflug welche gesehen :wow: In Higashiyama sah man dann auch zwei vermeintliche Geishas! Was für ein Glück ich an diesem Tag hatte! Man sieht nämlich gar nicht so häufig Geishas, habe ich zumindest gelesen…Ein besonders tolles Geschäft oder Ähnliches habe ich aber nicht besucht; ich habe einfach nur die Atmosphäre genossen. Wie findet ihr das Straßenbild des alten Japans?

Ryozen Kwannon

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Im Prinzip direkt über Higashiyama und nördlich von Kiyomizudera findet man “Ryozen Kwannon”, welches von Außen sehr interessant aussieht. “So eine große Statue, das muss doch einen Besuch wert sein”, denkt sich der Ahnungslose…Die Statue selbst ist sicherlich so interessant, dass man sich das Ganze näher ansehen möchte…Um es kurz zu machen: Es handelt sich um ein Kriegsdenkmal, das den unidentifizierten Opfern auf japanischem Hoheitsgebiet und auf Boden unter japanischem Einfluss gewidmet ist. Man erhält dann auch ein Räucherstäbchen, welches man vor der Statue in ein dafür vorhergesehenes “Becken” steckt. Nichts gegen Kriegsdenkmäler, aber Japan ist nicht gerade für eine ordnungsgemäße Aufarbeitung der Vergangenheit bekannt…Außerdem war ich nicht darauf vorbereitet, unidentifizierten Japanern, Amerikanern, Chinesen, Koreanern und weiteren Opfern des Pazifik-Krieges zu gedenken. Ich war nur auf der Suche nach weiteren alten Tempeln und da wurde ich schon ein wenig überrascht…

Kodai-Ji

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Neben Ryozen Kwannon befindet sich das letzte Ziel des Tages: Kodai-Ji. Ein Zen-Tempel, der zum Gedenken an Toyotomi Hideoshi und seiner Ehefrau errichtet wurde. Genauer gesagt wurde der Tempel sogar von seiner Frau, die meistens nur Nene genannt wird, gegründet! Wer ist Toyotomi Hideoshi? Niemand Geringeres als eine der wichtigsten Figuren in der Geschichte Japans. Er war es, der die Grundsteine des Edo-Zeitalters legte und Japan zum ersten Mal stabil vereinte. Aus der deutschen Geschichte fällt mir höchstens Bismarck ein, der in Sachen Wichtigkeit Hideoshi nahe kommt. Der Unterschied ist nur, dass Letzterer 200 Jahre früher lebte. Kodai-Ji wartet mit einer ausgedehnten Gartenanlage auf, die mal wieder schön anzusehen ist. Auch die Gebäude sind nicht zu verachten: Uralte Wandteppiche, Raumtrenner, Deckenbemalungen…Diese dürfen natürlich nicht fotografiert werden! Am Ende der Route darf man sogar einen kleinen Bambushain durchstreifen, von dem es hier in Kyoto aber auch ein größeres Exemplar gibt ;-) Es werden einem sogar Informationen von “Tempelführern” dargeboten, zwar nur auf Japanisch, aber das hatte ich bisher noch nicht gehabt. Insgesamt eine Tempelanlage, die durchaus einen Besuch wert ist. Wirklich lange braucht man hier außerdem auch nicht.

Wie immer Danke an alle Leser und ich hoffe, dass auch dieser Eintrag interessant war! So langsam hätte ich wieder Lust, mal wieder über andere Themen zu schreiben…Würde man nur die Zeit dazu finden xD Ansonsten würden sich die Ausflugs-berichte stauen, was sie jetzt schon machen…Schwer zu sagen…

Gez.
Tobii~

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