Tempeltour und nachts im Park

By | February 6, 2014

Letzte Ziele in Nagoya:

Hallo Freunde Japans!

Später als geplant, aber dann doch endlich mal: Meine letzten drei Ziele in Nagoya, die ich alle an einem Tag besucht habe. An einem Samstag, um genau zu sein! Das dürfte sehr wahrscheinlich auch die vielen Menschen erklären…

Atsuta Schrein mit Menschenmenge

Atsuta Schrein mit Menschenmenge

Zuerst ging es – einfach weil die Station weiter weg war – zum Atsuta Schrein. Wer hinter dem unscheinbaren Namen einen ganz gewöhnlichen Schrein vermutet, liegt daneben. Denn südlich vom Hauptbahnhof gelegen, befindet sich einfach so einer der wichtigsten Shinto-Schreine ganz Japans. Ihr habt richtig gehört! In dem ansonsten fast nur noch modernen Nagoya gibt es eine religiöse Stätte, die in etwa vergleichbar mit dem Turiner Dom ist, wo das “Jesus-Tuch” aufbewahrt wird. Anstatt eines Tuches wird – zumindest angeblich – eine der drei kaiserlichen Throninsignien dort aufbewahrt. Da sich nicht einmal der Kaiser zu diesen mystischen Artefakten äußert und auch sonst kein öffentlicher Zugang zu dem Inneren des Schreines besteht, wird es vermutlich für immer ein Rätsel bleiben. Neben dem Atsuta Schrein selbst, welcher übrigens größtenteils von einer Mauer umgeben ist, gibt es mehrere kleinere Schreine, eine heilige Quelle und auch zwei heilige Bäume, die man auch ohne das Seil um den Stamm am hohen Alter erkennen kann. Mehr als einen kleinen Spaziergang um den Hauptschrein zu machen kann man hier aber nicht erwarten, weil u.a. jegliche Beschriftungen in Japanisch gehalten sind. Der Atsuta Schrein ist eben kein Touristenmagnet ;-) Es war dennoch ein sehr spiritueller Ort, wie ich finde.

Osu Kannon

Osu Kannon

Anschließend ging es zum Osu Kannon Tempel, in dessen unmittelbarer Nähe eine Einkaufspassage ist. Apropos: Ein Schrein ist immer einer bestimmten Gottheit des Schintoismus gewidmet und ein Tempel ist eine buddhistische Einrichtung. Jedenfalls reicht das Angebot in dieser “Arcade” von ganz normaler Bekleidung bis hin zu Computereinzelteilen sowie Anime-Merchandising. Sie wird als kleines Akihabara Nagoyas gehandelt: Der Bezirk in Tokyo, wo man wirklich nur Elektronik und Anime kaufen kann! Und ich muss sagen, dass das Angebot da gerade für mich perfekt war :kawaii: So kaufte ich mir ein T-Shirt eines mir bekannten Animes =) Der Tempel selbst war leider durch ein Baugerüst verunstaltet und beeindruckte mich dann nicht mehr wirklich…

Fujisan nur aus Licht

Fujisan nur aus Licht

Am Ende des Tages folgte das Highlight: Nabano no Sato während der sogenannten “Winter Illumination”. Bereits seit vergangenem November tummeln sich Abend für Abend Hunderte Menschen in diesem Park, um ihn im Dunkeln von Millionen von LEDs ausgeleuchtet zu sehen. Das Ganze hatte ich ja bei meinem Besuch im Nagashima Spaland schon angeschnitten ;-) Und da ich gerade wieder in Nagoya war, musste es einfach dahin gehen. Sowohl Bus und Eintrittspreis schlagen ganz gut zu Buche, aber es lohnt sich :yahoo: Ich war etwas sehr früh da, was mir immerhin die Möglichkeit gab, das Anschalten der Beleuchtung ganz genau mit zu verfolgen. Allerdings war es in der Zeit ein Leichtes, den Park zwei mal zu durchqueren und dabei einige Bilder zu schießen…Schließlich setze ich mich einfach auf eine Bank, um erst wieder in der Dunkelheit los zu ziehen. Die geringe Größe hat mich dann doch ein wenig überrascht. Je dunkler es wurde, desto mehr Menschen sah man im Park :wow: Es gab immer wieder Durchsagen, wann denn die Sonne untergeht…Um 17:40 Uhr war es endlich so weit und dementsprechend folgte ich der Masse zur Hauptattraktion: Ein sehr langer Lichttunnel, gefolgt von einer Art Wiese, auf der einfach mal ein leuchtender Umriss des Fujisan zu finden ist. Parallel zur Musik ändern sich dann die Farben, was wirklich wunderschön anzusehen ist. An gelungene Fotos war aber nicht zu denken, weil es so dunkel war. Und da ich weder ein Stativ besitze noch diese im Park erlaubt waren (manch einer hatte trotzdem eines?), hatte ich einfach keine Chance. Ich denke aber, dass die Ergebnisse trotzdem einen gewissen Eindruck von dem ganzen Spektakel vermitteln. Zum Schloss folgt übrigens noch ein mit roten, gelben und orangen LEDs ausgeleuchteter Tunnel, der dementsprechend vor allem bei Pärchen beliebt sein soll.

Nach diesem doch recht vollen Tag war ich ziemlich müde, was euch vermutlich genau so gehen würde. Trotzdem hat es sich definitiv gelohnt und war sogar eine Abwechslung vom Museums-Marathon, wie ich ihn irgendwie durchgezogen habe. Danke fürs Lesen!

Gez.
Tobii~

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