Toyota Automobile Museum

By | February 2, 2014

Historische Karossen aus über 100 Jahren:

Ein fröhliches Hallo aus Nagoya an euch alle!

In diesem Eintrag besuchen wir das Toyota Automobile Museum, welches – oh Wunder – ein Automuseum ist. Die Lage ist etwas sehr außerhalb, weshalb man gute 45 Minuten braucht, bis man ankommt. Es ist sogar fast auf dem ehemaligen Gelände der EXPO 2005, die hier am Rande von Nagoya stattfand. Gerade Dank der EXPO fährt man das letzte Stück per Magnetschwebebahn! So futuristisch sehen die Züge leider nicht aus, aber wer kann schon von sich behaupten, mit einer Magnetschwebebahn gefahren sein? Genau, nicht viele :P

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Was wird einem für den Eintritt von 7€ geboten? Viele in roter Uniform gekleidete Damen, die sowohl am Schalter als auch an den zwei seltensten Ausstellungsstücken die Gäste mit einer sehr tiefen Verbeugung begrüßen. Selbst Englischkenntnisse sind vorhanden =) Ehrlich gesagt, war das TAM (Toyota Automobile Museum) das erste “reine” Automuseum, welches ich besucht habe. Zumindest erinnere ich mich an kein Anderes :patrick: Im ersten Stock befinden sich europäische und amerikanische Modelle von 1900 bis hin zu den 60ern. Der zweite Stock beherbergt dann die Japanischen, wobei es dort weit mehr neuere Autos zu sehen gibt. Die ausgeschilderte Route führt einen von den ersten motorisierten Kutschen über die “Seifenkisten-Ära” der 20er und 30er bis hin zu den ersten Hybrid-Fahrzeugen. Was mir vor allem im Gedächtnis geblieben ist, sind die Kühlerfiguren: Göttinnen, Adler, ein Greif…Heute gibt es meistens einfach nur noch das Emblem des Herstellers, was überhaupt gar kein Vergleich zu damals darstellt. Außerdem waren manche Karosserien wirklich schön anzusehen, wenn auch aus heutiger Sicht recht exotisch. Es geht ja im Prinzip einfach nur noch im Aerodynamik, was ich auch gar nicht in Frage stellen möchte, aber etwas Künstlerisches ist da doch verloren gegangen. Zwischen den Fahrzeugen standen übrigens Monitore, auf denen kurze Filme liefen. Dort konnte man dann das Fahrzeug vor einem direkt in Aktion sehen. Keine Ahnung, ob das üblich ist, aber hier im TAM werden die Autos von einem Mechaniker-Team am Laufen gehalten. Ein (über) 100 Jahre altes Auto immer noch fahren zu sehen :wow:

Der Toyota Celica Liftback

Der Toyota Celica Liftback

An den japanischen Automobilen gefielen mir vor allem die Designs ab 1960, weil so eine Nissan Fairlady Z oder der alte Toyota GT 2000 eine gewisse Ähnlichkeit mit der Corvette haben. Auch die anderen sportlichen Fahrzeuge aus der Zeit erinnern mich an Muscle Cars, wobei sie dabei – typisch für Japan – immer noch kompakt sind. Mein absoluter Liebling war der Toyota Celica Liftback von 1973, der bestimmt nur zufällig Ähnlichkeiten mit dem Ford Mustang aufweist ;-) Jaja, ihr merkt schon, Muscle Cars sind mein Ding xD Aber auch der Lexus LFA war trotz seiner Aktualität beeindruckend. Mehr als 500 PS, die drei Endrohre und das Ganze in kleiner Stückzahl per Hand gefertigt. Heißes Teil :heart:

Der Hintern des Lexus LFA

Der Hintern des Lexus LFA

Außer diesen beiden Stockwerken gibt es auch ein neueres Nebengebäude, wo dann die Geschichte des Automobils in Japan mit der Unterstützung von Alltagsgegenständen den Besuchern vor Augen geführt. Im Gegensatz zu der Ausstellung im Hauptgebäude gibt es hier viel mehr Zusatzinformationen, anstatt immer nur Leistung, Gewicht, Länge, etc. Daher war diese kleinere Ausstellung schon irgendwie das Highlight für mich. So habe ich nämlich erfahren, dass es zwar bereits seit 1898 (tötet mich nicht, wenn das nicht ganz genau stimmt) Automobile in Japan gibt, jedoch setzte der große Autoboom erst nach dem 2. Weltkrieg ein. Davor war das Fahrrad dem Japaner sein Ein und Alles, welches sogar registriert werden musste. Einige Drahtesel waren auch zu bewundern und ich muss sagen, dass wie bei den Autos ein wenig Stil verloren gegangen ist =) Erst in den 30er Jahren begann die Fertigung von 100% japanischen Autos. Bis dahin gab es nur Fabriken von amerikanischen Herstellern, u.a. Ford. Als die Amerikaner dann nach dem Krieg mit ihren Jeeps durch die ansonsten fast nur mit Fahrrädern bevölkerten Straßen fuhren, waren die Japaner regelrecht beeindruckt von dem Reichtum der Amis. Dann der enorme Wirtschaftsboom der 60er und 70er, mit dem das Auto zum Standard wurde…Zusätzlich konnte man erste japanische Kameras betrachten, wo dann sogar quasi der Urgroßvater meiner Olympus PEN zu finden war. Aber auch Spielzeug, Bekleidung sowie Fotografien. Auf Letzteren sah man gelegentlich genau die Züge, die ich erst im SCMAGLEV and Railway Park gesehen hatte. Das war dann schon lustig.

Was sich mal wieder nach total viel anhört, dauert dann am Ende gar nicht so lange. Selbst mit längeren Fotosessions habe ich nicht mehr als drei Stunden im TAM verbracht. Die längere Anfahrt hat sich jedoch in meinen Augen definitiv gelohnt. Es wäre sogar mit rechtzeitiger Anmeldung möglich gewesen, das örtliche Toyota-Werk zu besichtigten. Dort wäre dann selbstverständlich nichts mit Fotografieren gewesen ;-) Aber ich finde, dass das Museum ebenfalls ein sehr schönes Erlebnis war. Hoffentlich war der Mini-Exkurs in Sachen “Geschichte des Automobils in Japan” für euch genau so interessant wie für mich.

Euer Tobii~

Ich muss natürlich nicht erwähnen, dass es im Fotostream wie gehabt noch sehr viel mehr Bilder zu sehen gibt!

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