Shinkansen und Freunde

By | January 29, 2014

Bahnfieber in Nagoya:

Töff töff töff, hier kommt die Eisenbahn :wacko:

Genauer gesagt bin ich zu der Eisenbahn gekommen, aber was solls. Ich war im sogenannten SCMAGLEV and Railway Park der Japan Railways. Man erreicht ihn mit einer Bahnlinie, die nur zwischen dem Hauptbahnhof und dem Museum pendelt.

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Bevor ich auf auf das Museum direkt eingehe, ein klein wenig über die Eisenbahn in Japan: Züge sind in Japan für viele Leute richtig cool. Das ist in Deutschland sicherlich auch der Fall, aber hier ist die Beziehung zu den Stahlrössern etwas Besonderes. Ich vermute einfach mal, dass es an der im Vergleich zum Rest der Welt späten Einführung mit fast 40 Jahren später als in Deutschland liegt. Schuld daran trägt das Tokugawa-Shogunat, welches Japan gegen fremde Einflüsse komplett abschottete. Aber das – wie gesagt – nur am Rande ;-) Auf ins Museum: Für 7€ darf man in diese noch immer sehr neue Halle einen Blick werfen. Für weitere 500 Yen kann man auch einen Audio Guide benutzen, worauf ich aber verzichtet habe. Das Erste, was man sieht, sind drei Züge, die zu ihrer Zeit die schnellsten waren. Diese werden in einem Raum mit schwarzen Wänden richtig in Szene gesetzt, sodass man wirklich staunen muss. Namentlich hat man die schnellste dampfgetriebene Schmalspurbahn, einen Shinkansen-Prototypen und den Maglev, der japanische Transrapid, welcher über 500km/h erreicht.

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Die Hauptattraktion stellt die Haupthalle mit ihren größtenteils begehbaren Zügen und Waggons dar. Von in den 1920er Jahren aus den USA und England importieren Modellen über den ersten Shinkansen bis hin zum aktuellen Modell ist in Nagoya ein Großteil der japanischen Eisenbahngeschichte versammelt. Wie ich jetzt erst gelesen habe, ist das aktuelle Shinkansenmodell erst seit Anfang Januar dort zu finden! Glück für mich, wobei die Station der Bahnlinie zum Museum gegenüber vom Shinkansen-Gleis ist. Natürlich fuhren dann auch mehrere Züge vorbei =) Wie ich feststellen musste, haben sich Passagierwagen für den Pendlerverkehr in den letzten gut 100 Jahren kaum verändert: Sitzbänke längs der Schienen, Gepäckablagen darüber und in der Mitte dann Stehplätze. Besonders interessant waren die Bordrestaurants der Shinkansen und ein historischer Passagierwaggon, in den eine Dampfmaschine integriert ist.

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Neben den Legenden auf Schienen bietet das Museum noch eine für japanische Verhältnisse große Modelleisenbahn. Wer das Miniatur-Wunderland in Hamburg kennt, wird aber enttäuscht werden. Die Modelle der Tempel und Schreine sind das einzige Highlight. Für eine weitere Gebühr und mit ein wenig Glück – man würde per Losverfahren gezogen werden – besteht die Möglichkeit Bahnsimulatoren ausprobieren. Keine Ahnung, ob man davon überhaupt etwas ohne tiefgründige Japanischkenntnise hätte. Zumindest der Herr am Einfang sprach ein paar Worte Englisch…Im zweiten Stock befinden sich vor allem Anlagen, die an Kinder gerichtet sind. Ein Raum beinhaltet eine Abhandlung der Eisenbahngeschichte Japans von den ersten Dampfloks der Westler Anfang der Meiji-Era bis hin zum Shinkansen ist alles aufgelistet. Nur die Überschriften waren zusätzlich auf Englisch, sodass ich davon nicht allzu viel hatte. Immerhin kann ich sagen, dass unser ICE erwähnt wurde! Außerdem beherbergt das Museum den ältesten Bus Japans, welcher von der Bahngesellschaft in Dienst gestellt wurde.

Insgesamt war der “SCMAGLEV and Railway Park” schon einen Besuch wert, jedoch wirklich vom Hocker gehauen hat mich das Museum nicht. Mit englischem Audio-Guide hätte ich auf jeden Fall etwas mehr Input gehabt. Aber zugegebenermaßen bin ich auch nicht so der Eisenbahnfan. Für den Preis und anhand der Tatsache, dass ich doch 3 Stunden da war, kann man trotzdem nichts falsch machen. Vor allem das Design des ersten Shinkansen hat mir sehr gefallen. Und wo – außer in einem Museum – kann man den noch “live” sehen? Wieder am Hauptbahnhof habe ich übrigens zwei Elektronikgeschäfte durchforstet…Ich war richtig beeindruckt davon, was man alles kaufen kann. Computer und Technik sind bekanntermaßen zwei meiner größten Interessen :heart: Somit war der Tag doch wieder richtig gut. Zum Abendessen gab es übrigens richtig scharfes Curry! Lecker!

Danke für euer Interesse und bis zum nächsten Ausflugsbericht! Ein wenig auf “Touri”-Blog zu machen, ist doch mal eine ganz nette Abwechslung. Gerade dafür bin ich nämlich nach Japan gekommen!

Gez.
Tobii~

Mehr Bilder gibt es wie immer im Fotostream zu bestaunen. Man munkelt, dass es sich lohnen könnte B-)

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