Konnichi wa aus Nagoya!

By | January 27, 2014

TV-Tower und Schloss:

Hallo liebe Leser!

Ich melde mich jetzt aus meinem Hotel in Nagoya, wo ich bis zum 3.2. residiere. Damit habe ich also Gifu verlassen und eine Woche vollgepackt mit Sightseeing hat angefangen. Aber zuerst der kurze Transfer: Von meiner Sprachschule bis zum Hauptbahnhof wurde ich von einem Mitarbeiter des Dormitorys gefahren, was natürlich eine Kleinigkeit gekostet hat, wenn es auch vermutlich per Taxi noch teurer gewesen wäre. Anschließend ging es per Express nach Nagoya, wobei es in Gifu keinen Fahrstuhl hoch zu den Gleisen gibt. Da war also ein klein wenig Kofferschleppen angesagt. In Nagoya angekommen gab es dann zum Glück einen, sodass ich das Erdgeschoss ohne Mühe erreichen konnte :good: Per Taxi ließ ich mich von dort aus zum Hotel chauffieren, was ebenso problemlos geklappt hat und gar nicht so extrem teuer war. Über die Eigenheiten von Taxifahren in Japan spreche ich mich aber ein anderes Mal aus; es gibt heute so schon genug zu erzählen =)

"Winterwetter" in Japan

“Winterwetter” in Japan

Da ich morgens angekommen war und Check-In erst ab 16 Uhr möglich ist, hieß das also für mich, ein wenig die nähere Umgebung zu erkunden. Das war zumindest das, was ich mir anfangs vorgenommen hatte…Ich lief auf jeden Fall ohne Karte oder Sonstiges durch Sakae, der Stadtteil, in dem mein Hotel steht. Per Zufall führten mich meine Beine zum “Central Park”, der trotz Winter sehr viel Grün aufweisen konnte. Zusammen mit dem herrlichen Sonnenschein fing der Tag echt super an :heart:

Nagoya TV Tower

Nagoya TV Tower

Quasi im Park steht dann auch gleich der Nagoya TV Tower, ein – wie der Name schon sagt – Fernsehturm. Baujahr 1954 versprüht die Stahlkonstruktion einen gewissen Charme, wie ich finde. Dazu war dieser Fernsehturm einer der ersten seiner Art in Japan, wenn ich das richtig verstanden habe. Man findet nämlich mittlerweile in allen größeren Städten – Tokyo, Kyoto, Osaka, usw – Fernsehtürme, die mehr oder weniger an den Eiffelturm in Paris erinnern. Auf jeden Fall stand für mich fest, dass ich den klaren Himmel mit einer Fahrt aufs Obervation Deck ausnutzen musste! Für 600 Yen (4,30€) darf man die 90m hochfahren, was meiner Meinung nach ein fairer Preis ist. Der Fahrstuhl ist gläsern, weshalb ich schon bei der Fahrt nach oben sehr von der Aussicht angetan war.

Das Häusermeer

Das Häusermeer

Auf dem Observation Deck angekommen, bekommt man eine wirklich unglaubliche Aussicht geboten, die sogar über die Stadtgrenzen von Nagoya hinausgeht; so konnte man noch sehr gut die Wolkenkratzer an Gifus Hauptbahnhof erkennen. Daneben rings herum Berge, was einfach daran liegt, dass Nagoya und Gifu auf der sogenannten Nobi Ebene liegen, eine der drei größten Ebenen der Hauptinsel Honshu und dementsprechend dicht besiedelt ist das Ganze. Japan besteht ja bekanntlich zu zwei Dritteln aus Gebirge ;-) Außerdem konnte man ganz am Horizont die Kräne vom Hafen erkennen, welcher ebenfalls zu den größeren gehört. Ich meine sogar den Lifthügel vom Steel Dragon 2000 ausgemacht zu haben :kawaii: Auch das Schloss konnte man gut erkennen, was man selbst noch auf meinen Bildern sehen kann! Der Zoom meines Objektives reicht einfach nicht aus, um weit entfernte Objekte wirklich nah ranzuholen. Vielleicht sollte ich auch das “Ufo” erwähnen: Oasis 21 genannt, ist dieses Gebäude im Grunde ein Bus-Terminal. Aber wie das in Japan so ist, befindet sich direkt anschließend daran ein unterirdisches Shopping-Center, welches sich unter (!) einem Großteil des Central Parks erstreckt. Als ich dann übrigens das Schloss von oben und aus weiter Ferne gesehen habe, stand für mich fest, dass das mein nächstes Ziel sein sollte. Für meinen Rücken – in meinem Rucksack waren zusätzlich noch sehr viele Dinge, die nicht mehr in die Koffer gepasst haben – war der längere Fußmarsch kein Segen; ich wusste einfach nicht, wo die nächstgelegene U-Bahn-Station war :scratch:

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Das Schloss von Nagoya wurde im Original Anfang des 17. Jahrhunderts von keinem anderen als Ieyasu Tokugawa – der Mann, der Japan unter sich vereinte und dessen Nachkommen für mehr als 200 Jahre herrschen sollten – in Auftrag gegeben. Als etwas ganz Besonders wurden die beiden goldenen “Delphine” auf dem Dach angesehen. Wirklich wie Delphine sehen diese Wesen für mich nicht aus, aber auf den englischen Schrifttafeln wurden sie immer so genannt. Auf jeden Fall war das Schloss von Nagoya sogar das erste, welches als nationale Kulturgut anerkannt wurde. Erst ab 1930 war es überhaupt für die Öffentlichkeit zugänglich. Dann kam der 2. Weltkrieg…Ganze drei Monate vor Kriegsende wurde das Schlossgelände von Brandbomben getroffen. Danke, liebe Amerikaner! Es blieb bis auf die Grundmauern nichts außer ein paar bemalten Raumteilern und Gemälden nichts übrig. Das heutige Schloss ist also genauso wie in Gifu eine Rekonstruktion, wenn auch eine sehr eindrucksvolle. Immerhin der Garten mit seinen vielen Teehäusern kann noch als mehr oder weniger historisch korrekt angesehen werden. Das Schloss besteht nämlich aus Beton, hat einen Fahrstuhl und beherbergt ein kleines Museum. Es ist etwas besser als das in Gifu, wenn auch nur etwas. Ich schätze in der Hinsicht werde ich erst in Tokyo glücklich werden…Zumindest der Garten hat es mir sehr angetan. Ich mag japanische Gärten :) Von Außen ist das Schloss natürlich auch noch traumhaft schön, das möchte ich gar nicht bestreiten, aber es ist und bleibt eine Rekonstruktion. Eventuell besuche ich noch ein originales Schloss, von denen es trotz Krieg weiterhin einige in Japan gibt. Wirklich nah ist aber Keines…

Vom Schloss aus ging es dann per U-Bahn (ja, endlich eine Station gefunden!) wieder zurück nach Sakae, wo ich dann noch bis 16 Uhr die letzten Sonnenstrahlen genoss. Gestern war ich leider zu müde, um noch einen Eintrag zu schreiben…Wie man sieht, ist es ein längeres Exemplar geworden, was aber auch zu erwarten war. Mehr Bilder gibt es übrigens im Fotostream. Was ich heute mache, weiß ich noch gar nicht so recht. Ich spüre den Rucksack immer noch ziemlich und von daher schlendere ich heute wohl lieber ein wenig durch Shopping-Bezirke, anstatt erneut mit meiner Kamera bewaffnet loszuziehen.

Viel Spaß beim Lesen!

Gez. Tobii~

PS: Nur an diesem Tag 238 Bilder gemacht :horror:

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