Vom Sonnenbrand bis zur klirrenden Kälte

By | January 9, 2014

Herbst & Winter in Gifu:

Ein herzliches Hallo aus Japan an euch alle da Draußen!

Nachdem es eine kleine allgemeine Motivationskrise meinerseits gab, habe ich nun endlich wieder etwas Neues für euch! Die Kombination aus wenig Schlaf, der monotonen Arbeit und dem leeren Terminplan am Nachmittag war einfach keine gute Idee…Befassen möchte ich mich dann mit dem Klima; ein Thema, was schon laaaange überfällig ist, aber zu dem ich mich irgendwie nie richtig geäußert habe. Das wird hiermit nachgeholt!

Oktober

oktober

 

Wenn es bei uns in Deutschland schon richtig herbstlich ist, sind es in Japan noch 30°C. Überall steht der Reis auf den Feldern und die Klimaanlagen sorgen für angenehmere Zimmertemperaturen. Ich habe die Wärme selbstverständlich noch voll ausgekostet ;-) So gab es spätestens nach einer längeren Warterei an der Bushaltestelle einen Sonnenbrand! Im OKTOBER! Japan liegt im Vergleich zu Deutschland eben ein ganzes Stück weiter südlich, was das Ganze natürlich erklärt. Ich meine sogar mal gelesen zu haben, dass Tokyo in etwa auf der “Höhe” von Sizilien liegt. Noch Fragen? Dermaßen heiß (oder eher warm für japanische Verhältnisse) war es jedoch wirklich nur die erste Woche über. Danach sanken die Temperaturen doch recht schnell auf so 20°C. Im Oktober kann es übrigens noch Taifune geben, die örtlich sogar Todesopfer fordern können. Von den beiden, die während meines Aufenthaltes Japan erreichten, war allerdings nur einer in Gifu spürbar gewesen.

November

raindrops

 

Ende Oktober bis November fängt dann auch mal der Herbst an. Wirkliche Stürme, so wie es sie 2013 in Deutschland sehr heftig gab, sucht man hier vergebens. An manchen Tagen ist es etwas windiger, aber das ist meiner Einschätzung nach in Gifu normal. Allgemein ist das Wetter sehr beständig: Nur wenige Regentage, wenn dann in der Regel gleich in größeren Mengen und auch über mehrere Tage. Ansonsten ist es oft bewölkt, wobei die bösen Wolken von den umgebenen Bergen aufgehalten werden. Letztere sieht man an den seltenen Tagen mit blauem Himmel bis zum Horizont besonders gut, was ich total schön anzusehen finde. Als Schleswig-Holsteiner ist man den Anblick von so vielen Bergen ja nicht gewohnt xD Temperaturmäßig geht es definitiv bergab, auch wenn erst ab Anfang November nachts die 10°C-Grenze unterschritten wird. Fühlt sich dementsprechend fast noch wie Spätsommer an =) Dann beginnt aber die Zeit der Bibberns, was vor allem den japanischen Häusern geschuldet ist. Das, und wie ich durch die kalte Jahreszeit komme, möchte ich in einem gesonderten Eintrag behandeln. Im November findet außerdem die Reisernte mit im Prinzip kleinen Mähdräschern statt. Daraufhin werden die Stoppelfelder abgebrannt…Asche soll ja gut für den Boden sein, aber das muss nicht sein, finde ich. Falls es aus spirituellen Beweggründen gemacht wird, kann man das noch irgendwie durchgehen lassen :good: Es ist auf jeden Fall nicht so toll, mit dem Rad durch eine Rauchwolke zu fahren oder an solchen Tagen draußen Wäsche hängen zu haben.

Dezember

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Der Winter ist da! Die Temperaturen gehen bis auf 0°C runter; jedoch nur in wenigen Nächten sinkt das Thermometer in den Minusbereich. In der Schule bollern sowieso seit November die mit Strom gespeisten Heizkörper und zusätzlich die Klimaanlagen. Sehr gute Mischung, um den Sauerstoffgehalt auf ein Minimum abzusenken xD Früh zur Arbeit zu müssen hat nur einen Vorteil: Man bemerkt den Frost. Immerhin schon drei mal waren die Stoppelfelder, die Äcker und sogar auch einige Fahrradsättel mit der hauchdünnen Schicht aus Eis überzogen. Das ergab trotz der Kälte in Kombination mit einem sonnigen Morgen ein ziemlich hübsches Bild :kawaii: Über dem einem Fluss, den ich jeden Tag überqueren darf, bildete sich sogar Dampf :horror: Geschneit hat es nur an einem einzigen Tag, wobei der Schnee sofort geschmolzen ist. Selbst daheim im hohen Norden Deutschlands musste man noch nicht Schnee schippen, wie ich weiß ;-) Apropos: Zwar soll es in Tokyo angeblich keine Schneeausrüstung (Schneeschieber, Streusalz, etc.) geben, hier im Baumarkt kann man aber beides käuflich erwerben. Die orangen Streugutdepots sucht man dennoch vergebens. Den einzigen Schnee, den ich bisher zu Gesicht bekommen habe, ist der, der sich auf den umliegenden Gipfeln ansammelt. Vor allem die Höheren werden dadurch noch ästhetischer, wobei sich gerade die nur selten zeigen. So ist es umso unglaublicher, wenn man quasi auf einmal einen hohen Berg – inklusive weißer Spitze – am Horizont erblickt. Zumindest ich finde das echt cool. Für Pendler und Schulkinder ist der Anblick wohl etwas völlig Normales. Das Dilemma des Mensches in der Fremde? Natürlich gibt es weiterhin sonnige Tage, an denen es wenigstens direkt in der Sonne mehr als ertragbar ist. 8°C ist meiner Meinung nach gar nicht so wenig.

Was ich nicht noch alles schreiben könnte…Sonnencreme im Winter, die Präfektur Gifu und ihre Alpen, Winterreifen…aber lassen wir das heute mal. Es ging ja hauptsächlich im das Klima. Kann gut sein, dass ich ein wenig Januar und Dezember vermischt habe :negative: Wie dem auch sei: Danke fürs Lesen und noch ein erfolgreiches Überstehen des Winters!

Euer
Tobii~

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