Shogatsu

By | December 31, 2013

Neujahr – das wichtigste Fest des Jahres:

Da ist es schon wieder soweit!

2013 verabschiedet sich und das Jahr 2014 begrüßt uns. Damit bin ich bald ganze 3 Monate in Japan, wie schnell die Zeit doch rumgeht…Schule aus, halbtags arbeiten und am 27. Januar (deswegen der Countdown ;-) ) dann nach Nagoya, von wo es nach einer Woche Aufenthalt direkt nach Kyoto geht. Dort werde ich bis Mitte Mai bleiben! Das aber nur mal kurz am Rande mitgeteilt. Später wird es dazu noch mehr geben, versprochen =) Jetzt wieder zum heutigen Thema: Neujahr.

2014

Unser Silvester unterscheidet sich enorm vom Shogatsu – dem japanischen Neujahrsfest. Zumindest der Zeitpunkt stimmt noch überein, aber dann hört es auch schon auf. Gefeiert wird damit also auch am 31. Dezember und am 1. Januar, wobei das nicht immer so war. Erst im 19. Jahrhundert wurde der westliche, gregorianische Kalender übernommen. Davor wurde das Neujahrsfest nach dem chinesischen Kalender ausgerichtet und war dementsprechend erst am 15. Januar.

Wie feiert man denn? Wird viel getrunken? Gibt es ein großes Feuerwerk? Über den Alkoholkonsum vermag ich nichts zu sagen, aber nüchtern geht es sicherlich nicht überall zu :good: Mit Feuerwerk sieht es dafür eher düster aus. Silvester ohne Feuerwerk?! Ja, in Japan schon. Dafür gibt es im Sommer dann nächtliche Feste inklusive großem Feuerwerk. Ist bei den Temperaturen hier bestimmt eine angenehme Sache, wenn man sich so vorstellt, dass man tagsüber locker über 30°C kommt. Was gibt es dann für Traditionen? Fangen wir mit den Neujahrskarten an: Anstatt wie bei uns zu Weihnachten (eigentlich) üblich, verschickt man in Japan zu Neujahr Grußkarten. Neben Familienmitgliedern und Freunden erhalten oft auch Kollegen und ganz sicher auch der Chef eine Karte. So ist es nicht weniger selten, dass eine einzige Person mehr als 100 (!) Karten verschickt. Natürlich gibt es vorgedruckte Versionen wie auch andere Hilfsmittel, aber es wird mindestens erwartet, die Adresse per Hand zu schreiben. Statt Weihnachtsstress gibt es in Japan dann Neujahrsstress xD Neben “Frohes Neues” oder “Einen schönen Jahresbeginn” findet man auch Sätze wie “Ich hoffe auch im nächsten Jahr auf deine Gunst”. So ist es kein Wunder, dass der Jahreswechsel für die Postangestellten die Zeit ist, in der es am meisten zu tun gibt.

Das Haus wird dabei mit einem sehr besonderen Gesteck beschmückt. Eine kleine Version, die man an die Haustür oder einfach an die Wand hängen kann, oder auch eine große, die ungefähr die Größe einer Zimmerpalme hat. Beides habe ich hier im örtlichen Baumarkt gesehen. Ein kleines Gesteck besteht aus einer Art Bastfächer, grünen Blättern und einer Mandarine! Manchmal ist auch ein kleines Holzpferd noch dabei. Über die einzelnen Bedeutungen kann ich euch leider nichts sagen :negative: Da gibt es ganz sicher sowieso örtliche Unterschiede…Die große Version steht in einem mittelgroßen, eckigen Blumentopf aus Bambus. Dazu gehören auch wieder grüne Zweige, aber eben auch drei Bambusrohe.

Das Festessen besteht aus vor allem haltbaren Gerichten, weil früher im Zeitalter ohne Kühlschrank alle Läden für eine Woche geschlossen hatten. Bei Interesse könnt ihr ja mal diese Seite besuchen. Sozusagen der Höhepunkt ist das Schlagen der Tempelglocken um Mitternacht. Jeder Tempel lässt genau 108 mal seine Glocke erklingen! Ich bin schon gespannt, ob ich das nachher hören kann. Hier sind nämlich überall kleine Tempel in der Nähe. Schon nachts oder erst am Tag danach findet dann der erste Tempelbesuch des Jahres statt, der als etwas Besonderes angesehen wird. An Japans größten Tempeln kann man mit mehreren Millionen Besuchern rechnen :horror: U.a. verbrennt man den Glücksspruch des letzten Jahres, um ihn durch einen neuen zu ersetzen. Als ähnlich wichtig werden außerdem der erste Sonnenaufgang, der erste Arbeitstag oder auch das erste Lachen angsehen. Die Kinder erhalten übrigens ein größeres Taschengeld.

Ansonsten ist Neujahr neben der sogenannten “Goldenen Woche” Anfang Mai so ziemlich die einzige Zeit des Jahres, wo man als Japaner/ in Urlaub nimmt. Dementsprechend voll sollen Bahnhöfe und Flughäfen sein. Dafür ist es hier in Gifu gespenstisch ruhig. Montag am 30.12. hatte ich noch gearbeitet, aber morgens war so überhaupt gar nichts an Pendlern unterwegs…Gerade für das geschäftige Japan ein sehr interessantes Bild, wie ich finde.

Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Danke fürs Lesen und ich hoffe, es war ein interessanter Einblick :)

Einen guten Rutsch an alle Leser! Mein 2014 beginnt ja 8 Stunden früher :bye:
~Tobii

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