Supermarkt auf Japanisch

By | November 12, 2013

Viel Auswahl!

Guten Tag liebe Leser =)

Lasst uns heute gemeinsam einkaufen gehen! Und zwar weder im Konbini noch im 100-Yen-Laden, sondern im Supermarkt. In meiner Reichweite (per Fahrrad versteht sich; zu Fuß locker 30 Minuten eine Tour) befinden sich dabei gleich zwei Stück: Ein normaler Supermarkt und daneben Plant 6, das bereits erwähnte japanische Real. Beide sind mit dem Fahrrad sowohl recht schnell als auch unkompliziert zu erreichen, weshalb ich mal bei einem und mal bei dem anderen einkaufen gehe.

Das kleine grau-braune Gebäude ist Plant 6!

Das kleine grau-braune Gebäude ist Plant 6!

Insgesamt gibt es als Europäer keine wirklich großen Überraschungen: Am Eingang stehen Wagen und Körbe bereit, wobei man die Wagen nicht vollpackt, sondern zwei bis drei Körbe auf die Einkaufswagen stellt; warum wird später klar werden :P Anschließen schlendert man eben durch die verschiedenen Gänge und kauft das, was man halt gerade so benötigt. In der Regel befindet sich gleich am Eingang die Gemüse- bzw. Obstabteilung, wo man neben Bekanntem wie Ananas, Salat oder Bananen auch unbekannte Pilze, Wurzeln und ähnliche Dinge finden kann. Man ist schließlich in Japan! Auf Kartoffeln oder Zwiebeln muss man aber nicht verzichten.

Als Besonderheit lässt sich sicherlich die große Fischabteilung nennen; die Japaner essen eben weltweit mit am meisten Fisch pro Kopf…Oft findet man gleich daneben die Fertiggerichte. Und mit Fertiggerichten meine ich nicht das, was man aus unserem Supermarkt kennt: Man kann ganze japanische Gerichte kaufen! In einer Plasktikschale verpackt, frisch zubereitet und zu einem geringen Preis. Zuhause nur noch aufwärmen uuuund fertig. Maki-rollen, Nudeln, Spaghetti oder sogar nur eine Portion Reis. Daneben gibt es noch eine große Auswahl an Frittiertem, was man sich wie Obst oder Gemüse in unseren Breiten per Selbstbedienung zusammenstellen kann. Plant 6 bietet sogar eine riesige Auswahl an fertigen Beilagen, die man genauso abfüllen und anschließend wiegen muss. Die Fertiggerichte werden dabei in der Regel hinter einer mehr oder weniger abgedunkelten Glasscheibe zubereitet; ganz so wie in einer Sushi-Bar darf man sich das aber nicht vorstellen…Dennoch bemerkenswert und bei uns total unbekannt! Wasser gibt es übrigens in großen Flaschen nur ohne Kohlensäure, wobei groß 2 Liter heißt. Dazu wird man auch die lieb gewonnen Sixpacks vermissen; in Japan muss man mit Kartons Vorliebe nehmen, die dann mit 6 Flaschen 12 kg wiegen. Bei Plant 6 kann man sogar ganze Paletten Cola-, Kaffee- oder sonstige Getränkedosen ersteigern. Ist am Ende billiger, als sich immer eine Dose aus dem Automaten zu ziehen.

Ansonsten gibt es außer Sake in 3l Behältnissen, Reis in 15 kg Beuteln und einer Auswahl zwischen gefühlt 20 Weißbrotmarken kaum etwas Besonderes. Soja-Sauce gibt es der asiatischen Küche entsprechend auch in sehr großen Flaschen zu kaufen. Und sowohl im normalen als auch bei Plant 6 gibt es einen ganzen Gang mit Gerichten, die man nur noch mit Wasser in der Mikrowelle oder in der Pfanne aufkochen muss. Letztere gibt es häufig nur in 5er Packungen, sodass das Preis-/ Leistungsverhältnis echt enorm gut ist!

Kommen wir also zur Kasse; dem Teil, der sich aus unserer Sicht total anders abläuft. Die Kassier/innen stehen die ganze Zeit und sitzen nicht. Dazu gibt es kein Förderband, sondern nur einen kleinen Tresen, auf den man einen Korb nach dem anderen abstellt. Die eingescannten Waren werden dann in einen andersfarbigen Korb gelegt; und zwar sowohl behutsam als auch ordentlich! Wenn irgendwann alles durch den Scanner gewandert ist, legt man das Geld in eine dafür vorgesehene Schale, die es ÜBERALL gibt, wo man nicht sein Geld in einen Automaten stecken muss. Rückgeld gibt es aber dennoch gleich in die Hand. Was anschließend wieder bekannt ist, ist eine kleine Tischreihe nach den Kassen, wo man die Waren einpacken kann. Neben Plastiktüten, die übrigens keinen Cent kosten, findet man je nach Laden auch Zeitungspapier, um z.B. das im 100-Yen-Laden gekaufte Geschirr einzuwickeln, oder sogar eine Mikrowelle! Mikrowelle?? Ja! Falls man es eilig hat, kann man gleich sein gekauftes Essen aufwärmen. Das nenne ich mal Service. Im Konbini wird man sogar jedes mal gefragt, wenn man um die Mittags- oder Abendszeit einen Hamburger, ein Hot Dog oder ein ganzes Gericht kauft, ob man es aufgewärmt haben möchte.

Apropos: Ich gehe übrigens am liebsten gerade nicht bei Plant 6 einkaufen, weil es dort einfach immer voll ist…Die Leute kaufen da auch oft so viel, dass man lange an der Kasse warten muss. Da gehe ich liebe zu dem kleineren “nur” Supermarkt, wo ich trotzdem alles Wichtige bekomme und mehr Ruhe habe. Im Konbini macht man in der Regel keine Wocheneinkäufe, aber dennoch ist da die Freundlichkeit und der Service unübertroffen. Über die Preise gibt es an anderer Stelle mehr zu lesen  ;-)

Gez.
Tobii~

PS: Natürlich würde ich gerne auch Bilder von Innen zeigen, aber ich käme mir etwas sehr komisch vor, wenn ich mit meiner Kamera durch einen Supermarkt streifen würde. Hoffentlich reicht meine Beschreibung aus, um trotzdem ein Bild davon zu bekommen :negative:

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