Kinkazan

By | November 11, 2013

Gifu von oben:

Willkommen zu einer weiteren Sightseeing-Tour!

Wo es dieses Mal hingeht? Etwa die Überschrift nicht gelesen? Ach, ihr wisst nicht, was der Kinkazan ist…Sagt das doch gleich! Kinkazan ist der Name des höchsten Berges der Umgebung und auf diesem steht auch die Rekonstruktion des Schlosses. Genau da ging es hoch :wow:

Das Ganze fand nicht auf eigene Faust statt, sondern wurde von der Schule organisiert. Man musste sich vorher auf einer Liste eintragen, die in der Lobby aushing und eben sowohl Zeit als auch das nötige Kleingeld haben (ganze 8€!). Am Samstag ging es dann relativ früh raus, weil man verständlicherweise vormittags den Berg erklimmt. Der Nachmittag ist in Japan ja schon vor 17 Uhr vorbei, weil es da dunkel wird. Per Bus ging es bis zur Haltestelle “Gifu Park”, also dahin, wo ich auch schon auf meiner Solo-Tour ausgestiegen bin. So führte der erste kleine Spaziergang durch den Park bis zu Talstation, wo eben gefragt wurde, ob es jemanden gibt, der gerne per Seilbahn hochfahren möchte. Zugegebenermaßen war ich doch verwundert, als niemand das Angebot annahm. Zum Beispiel war eine asiatische junge Dame mit Keilabsätzen unterwegs…Wie dem auch sei: Danach folgte die zweite Wahl; die Wahl des Pfades. Wie ich nämlich schon auf meiner englischen Karte für Touristen sehen konnte, gibt es mehrere Wege, die hoch zum Schloss führen. Wir konnten uns zwischen zwei entscheiden: Einen langen, aber dafür ziemlich seicht steigenden, oder ein kurzer und dementsprechend steiler Weg. Ich wollte ein wenig kämpfen und habe den steilen Weg gewählt.

Die Kletterei war dann mit einem vollen Rucksack auf dem Rücken, einem Pullover, einer langen Jeans und den sehr milden Temperaturen eine schweißtreibende Aktion. Aber das ist sicherlich auch selbstverschuldet…Was ein Mann anfängt, bringt ein Mann auch zu Ende! Und so war ich als einer der Letzten oben, die den steilen Pfad genommen haben. Was solls :P  Auf dem Weg nach oben gab es übrigens schon einige Stellen, wo man einen Blick durch die Bäume auf die Stadt werfen konnte. Guter Ansporn, um weiterzukrachseln. Auf der Spitze folgte natürlich erst einmal eine kleine Pause, um wieder zu Atem zu kommen…

Anschließend musste erst einmal das Schloss betrachtet werden: Von Außen wirkt es auf jeden Fall imposanter als das Exemplar, welches sich in meiner direkten Nähe befindet. Das liegt aber vor allem an goldenen Verzierungen; Größe und Fundament sind ähnlich groß. Dennoch ist es (bis auf die störenden Menschen auf dem Panoramabalkon im 3. Stock) sehr fotogen. Neben dem Schloss befinden sich weitere Attraktionen auf dem Berg: Ein weiteres Museum, ein Schrein (von dem man eine super Aussicht hat), Ruinen des originalen Schlosses, die Seilbahnstation inklusive Restaurant und Panoramablick von der Dachterrasse und zu guter Letzt das sogenannte “Eichhörnchen Dorf”, ein paar Käfige mit den entsprechenden Tierchen, schätze ich :kawaii: Drinnen war ich selbst nicht. Der Eintritt für das Schloss beträgt für Erwachsene 200 Yen, was mit etwa 1,50€ echt nicht viel ist. Alternativ kommt man auf die Dachterrasse der Seilbahnstation umsonst rauf. Im Inneren kommt der Ausdruck “Rekonstruktion” eines Schlosses erst so richtig zu Geltung. Ich hatte mir zumindest irgendwie mehr erwartet :cry: Jeweils in der Mitte der Räume befindet sich eine Treppe und drumherum kann man von alten japanischen Samuraischwerter über Rüstungen bis hin zu Portraits der ehemaligen Herrscher über Gifu besichtigen. Zu den Ausstellungsgegenständen gibt es dabei keine längeren Texte, wie z.B. da und da in diesem Jahr gefunden, gehörte vermutlich XYZ…Nein, man begnügt sich mit einem “Das ist ein Katana”, “Das ist ein Wakizashi” – also ein Kurzschwert. Es ist definitiv toll, mal solche Gegenstände zu sehen, umso mehr wenn man gerade an diesem Zeitalter interessiert ist. Aber wenn man dann nur so wenige Informationen dazu bekommt…Somit ist das Highlight des Schlosses der Ausblick vom Balkon im 3. Stock.

Das Schloss von Gifu auf dem genannten Kinkazan

Das Schloss von Gifu auf dem genannten Kinkazan

Und wahrhaftig: Man staunt nicht schlecht, wie weit man doch sehen kann. Ein ganzes Stück vom Nagarafluss inklusive der Promenade, die ich schon entlang gegangen bin, die beiden Hochhäuse am Bahnhof und nicht zu verfehlen die begrünten Berge. Vor allem Letztere finde ich total schön! So etwas gibt es in Deutschland einfach nicht :yahoo: Mehr Bilder gibt es im Fotostream zu betrachten :heart: Nach dem Genuss des Ausblicks konnt man eben entweder im Restaurant essen oder man hatte sich ein Kehrpaket mitgenommen – auf japanisch お弁当「Obento」. Insgesamt waren wir eine gute Stunde auf dem Berg, bis dann ein total seichter Abstieg folgte, der vor allem aus Treppenstufen bestand. Felsen gab es dort gar keine mehr zu überkommen. Unten angekommen wurde auf den Rest der Gruppe gewartet, um dann die Möglichkeit anzubieten, gemeinsam den Buddha zu besuchen. Da ich das bereits getan hatte, habe ich abgelehnt und bin stattdessen noch auf einen Stadtbummel zum Bahnhof gefahren.

Das nenne ich mal einen Ausblick!

Das nenne ich mal einen Ausblick!

Mit dem "Modellbahn"-Effekt meiner Kamera kann man richtig coole Bilder machen

Mit dem “Modellbahn”-Effekt meiner Kamera kann man richtig coole Bilder machen

Neben dem Besuch in einem Laden für Anime/ Manga – zu dem es später noch etwas mehr zu lesen gibt – ging es auf Erkundungstour durch ein ganzes Einkaufsviertel, dessen Straßen allesamt überdacht sind. Von Bekleidung über Bars & Restaurants bis hin zu Automatenhallen gibt es dort alles. Dort wohnen sogar gar nicht so wenige Menschen, habe ich zumindest den Eindruck gewonnen. Aber einen für mich interessanten Laden gab es dort leider nicht. Zu guter Letzt ging es noch in ein Kaufhaus direkt am Bahnhof, wo man auf drei Stockwerken viele verschiedene Dinge kaufen kann. Vor allem der dritte Stock war interessant, weil es dort neben Mumin- (ist hier sogar das Maskotchen einer Bank!) und Ghiblimerchandising (ein Schlüsselanhänger des Katers “Jiji” aus Kikis kleiner Lieferservice für mich =) ) eine ganze Regalwand nur mit Aufklebern gab. Diese sind vornehmlich fürs Handy, können aber auch sonst auf allen erdenklichen Gegenständen platziert werden. Ich hatte mich für Gespenster entschieden, weil es ansonsten eher in Richtung “kawaii” – sprich süße Tierchen, niedlich ausshende Muffins, Herzchen und sowas halt – ging. So zieren nun mein iPod, mein Netbook, meine Schulsachen und mein Wecker kleine Gespenster  :P

Anhand der Länge dieses Posts (müsste der Längste bisher sein) sieht man schon, wie lang der Tag war. Oder ich kann mich einfach nicht kurz fassen haha :patrick:  …Am Ende es Tages war ich zumindest echt geschafft.

Auf jeden Fall bedanke ich mich fürs Lesen, wenn ihr es denn bis hier unten geschafft habt!

Gez. Tobii~

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