Willkommen bei ISI Chukyo

By | October 31, 2013

Einschulung und viele Regeln:

Wohl etwas spät, aber nichtsdestotrotz gibt es heute etwas über die ersten Schultage zu lesen. Nachdem das erste Wochenende irgendwie vorüber war, ging es Montag kurz in die Schule. Dort haben sich einige Lehrer vorgestellt und mir wurde ein Wochenplan für die erste “Schul-“woche ausgehändigt. Ich hatte damit also endlich einen Plan davon, was mich erwartet. Davor kam ich mir total verloren vor, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen… Mittwoch fand ein (weiterer) Einstufungstest statt, um den Kenntnisstand der Schüler zu ermitteln. Anhand dem wird man nämlich in Klassen aufgeteilt, was natürlich auch Sinn macht. Schon im Vorfeld habe ich einen ähnlichen Test im Internet ausgefüllt, wo dann herauskam, dass ich lieber die Anfängerklasse besuchen solle. Parallel zum Test in der Schule fand ein kurzes Interview mit einer Lehrkraft statt, wo dann Sachen wie “Warum bist du nach Japan gekommen?” gefragt wurden. Dass da ein Mix aus Japanisch und Englisch herauskam, war zu erwarten   :rose:

Ganz schön viel Papierkram

Ganz schön viel Papierkram

Als jeder Schüler/ jede Schülerin sowohl mit Test als auch mit Interview fertig war, wurde von einer Lehrkraft die Regeln der Schule erklärt. Alles selbstverständlich auf Japanisch, aber dafür waren drei Übersetzer da, die selbst Schüler sind: Neben Englisch für Chinesisch und Vietnamesisch. Alle Schulregeln werde ich an dieser Stelle nicht aufzählen, sondern stattdessen ein paar Auszüge nennen.

  • Falls man später als 10 Minuten nach Stundenbeginn ankommt, darf man den Klassenraum nicht mehr bretreten und wird als fehlend eingetragen.
  • Falls man früher als 10 Minuten vor Stundenende die Klasse verlässt, wird man ebenso als fehlend eingetragen.
  • Man erhält eine Verwarnug, falls man zu oft zu spät kommt/ zu früh geht oder zu viele versäumte Schulstunden gesammelt hat.
  • Mit 3 Verwarnungen kommt es zum Schulverweis. (Soll angeblich noch nie vorgekommen sein. Wäre auch dumm, weil man die Schule ja teuer bezahlt…)
  • Die Anwesendheit wird in drei Stufen unterteilt: 90% und mehr = alles gut. 80% und mehr = man muss eine besondere Beratung aufsuchen. Unter 80% = Verwarnung.
  • Während des Unterrichts sind u.a. Reden, Essen, Trinken, Handybenutzung und Schlafen verboten. (Schlafen steht wirklich in den offiziellen Regeln :scratch: )
  • Im Falle einer Änderung der Adresse muss man dieses der Schule mitteilen.
  • Die gestellten Computer dürfen nur jeweils 30 Minuten pro Schüler genutzt werden. Dabei ist das Aufrufen von pornografischen und ähnlich kritischem Material verboten.

Außerdem gibt es (Geld-)Preise für Schüler, die in einem Schuljahr mehr als 90% Anwesenheit haben und/ oder in allen Tests mehr als 90% richtig beantwortet haben. Es sind auch die Gebühren für Dokumente wie das Zeugnis aufgeführt. Aber im Grunde sind diese Regeln nichts Besonderes. Bis auf das ziemlich strenge Regime über das Zuspätkommen und Zufrühgehen könnte man auch die Regeln einer deutschen Schule vor sich haben, finde ich.

Nach dem Regelwerk der Schule folgte ganz zum Schluss – nach einer gewissen Pause versteht sich – noch eine kleine Belehrung zum Dormitory statt: Dabei stand ganz klar der Müll im Vordergrund. Ja! Müll eben =)  Wie trennt man ihn, wann stellt man die Säcke raus und so weiter. Kurioserweise wurde auch ein Blatt ausgehändigt, auf dem ein paar Verhaltensregeln zusammengefasst waren. Neben “Grüß deine Nachbarn” über “Bitte nachts nicht so laut sein” bis hin zu “Begehe keinen Diebstahl, ansonsten kommst du ins Gefängnis oder wirst ausgewiesen”. Der Text wird dabei mit Comiczeichnungen illustiert, die ziemlich amüsant sind. Insgesamt war ich am Mittwoch bestimmt 4 oder 5 Stunden in der Schule – größtenteils wurde auf uns eingeredet. Puuuh  :wacko:

Ein amüsantes Beispiel

Ein amüsantes Beispiel

In der Anfängerklasse bin ich schließlich auch nach dem zweiten Test vor Ort gelandet, wie man während der kleinen Einschulung mitgeteilt bekommen hat. Diese fand am Donnerstag statt. Jeder Lehrer/ jede Lehrerin der neuen Klassen stellte sich dort kurz vor. Auch die Rektorin wartete mir einer kleinen Rede auf. Die Übersetzer waren zum Glück wieder anwesend! Dazu gab es eine kleine Vorstellungsrunde: Jeder musste kurz aufstehen und sich in ein paar Sätzen beschreiben. “Ich bin Tobias aus Deutschland und bin 19 Jahre alt. Yoroshiku onegai shimasu.” (Letzteres bedeut so etwas wie “Sei nett zu mir”; ein Satz, der bei jeder Vorstellung dabei sein sollte)

Anschließend folgte eine kleine Quatschrunde zu japanischen Süßigkeiten und Getränken. Es lagen auch einige Zeitschriften bzw. Prospekte örtlicher Sehenswürdigkeiten und anderer Einrichtungen aus. Nach guten 15 Minuten folgte ein gemeinsames Jahrgangsfoto direkt vor dem Eingang der Schule. Dieses sollte sogar bei Facebook zu finden sein :yes:  Als das getan war, hatte man die Wahl, noch ein wenig weiter zu quatschen oder sich zurückziehen. Ich hatte mich für Ersteres entschieden. Trotz dieses Angebotes war das Ganze dann doch relativ schnell vorbei. Die übriggebliebenen Süßigkeiten durfte man wenigstens mit nach Hause nehmen :)  Freitag war auch gleich der erste richtige Schultag! Zu dem Unterricht hier folgt noch ein Eintrag. Dieser hier ist schon so lang geworden  ;-)

So oder so ähnlich verlief der erste Kontakt mit der Schule. Kann sein, dass ich etwas durcheinander gebracht habe. Immerhin schreibe ich diese Zeilen drei Wochen danach und der Wochenplan ist irgendwie in den Müll gewandert. Wie dem auch sei: Danke fürs Lesen!

じゃまた [Jya mata]
Tobii~

2 thoughts on “Willkommen bei ISI Chukyo

  1. Maike

    Hi Tobi,

    wirklich sehr interessant deine Berichte fange gerade an alles zu lesen :D
    hab eine par kleine fragen bei der ich mir nie sicher bin >_< undzwar:
    1.) Muss man gut English können oder reicht das Schul-Englisch?
    2.) Wie viel Geld hast du mitgenommen und voher schon alles bezahlt? (wenn ich das fragen darf ^_^)

    LG Maike

    Reply
    1. Tobias Post author

      Hallo Maike!

      Freut mich, dass du auf meinen Blog gestoßen bist und er dir sogar gefällt =) Zu deinen Fragen: Also das Schul-Englisch reicht mehr als aus; da brauchst du dir keine Sorgen machen! Du wirst sehr vermutlich besser Englisch sprechen können als die meisten Japaner/innen, mit denen man so zu tun hat. Über die Kosten allgemein habe ich einen eigenen Eintrag verfasst. Wenn du jetzt nur vom Sprachkurs redest, musst du den natürlich schon vorher bezahlen. Ich glaube ich hatte so 30.000 Yen für die ersten Wochen dabei, wobei man per Kreditkarte in quasi jeder Post und einigen Konbinis Geld abheben kann. Hat das deine Frage beantwortet?

      MFG Tobi

      Reply

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