Als Ausländer in Japan Teil 1

By | October 17, 2013

Der Besuch im Rathaus:

Moin moin!

Wie ich schon erwähnt hatte, erhält man als Ausländer die sogenannte “Alien Registration Card” direkt am Flughafen. Fortan muss man diese Karte ständig bei sich tragen. Wird man von der Polizei kontrolliert und hat diese Karte NICHT dabei, darf man mit aufs Revier kommen…Uns hat man erzählt, dass in diesem Fall jemand von der Sprachschule einen wieder abholen muss. Also für alle Beteiligten ein vermeidbares Ärgernis. Auf der Vorderseite des Ausweises stehen die üblichen Informationen: Wer, wie alt, woher, wie lange ist das Visum gültig, etc. Auf der Rückseite stehen einige leere Zeilen und um diese geht es in diesem Eintrag: Dort muss die Adresse eingetragen werden. Das kann man natürlich nicht einfach selbst machen, sondern muss im Rathaus geschehen. Vorher wurde in der Schule unter Anleitung ein komplett in japanisch gehaltenes Formular ausgefüllt. Die Adresse wurde dann von den Lehrern eingetragen…Selbst Schüler, die bereits 6 Monate den Sprachkurs besuchen, können diese nicht schreiben :horror:   Zusammen mit Reisepass und selbstverständlich dem Ausländerausweis ging es dann per Bus zum Rathaus.

Wie funktioniert Busfahren in Japan? Relativ simpel, aber irgendwie auch genial. In Deutschland würde das System in der Form auf keinen Fall Erfolg haben, weil man in Japan ein ganz anderes Vertrauen untereinander hat. So gibt es auch kein Trinkgeld, weil man den Leuten vertraut, dass der Preis für z.B. Sushi gerechtfertigt ist. Genau sowenig wird verhandelt, außer vielleicht auf ganz großen (Fisch-) Märkten…Die Busse an sich sind nicht ganz so groß: Man steigt in der Mitte ein und zieht beim Einsteigen ein “Ticket”, auf dem zumindest hier in Gifu nur eine Nummer steht. Vorne im Bus hängen dann zwei Bildschirme, wo diese Nummern wieder auftauchen. Es handelt sich nämlich um die Zonen. Unter den Nummern stehen dann die Preise, die es zu bezahlen gilt. Der Bus passiert dann irgendwann eine weitere Zonengrenze und schon steigt der Preis. An der Zielhaltestelle drückt man wie auch in Deutschland auf den Halteknopf, wobei dann eben eine weibliche Stimme ertönt, die sich für die Nutzung des Buses bedankt und nochmal wiederholt, dass der Bus an der nächsten Haltestelle anhalten wird – glaube ich zumindest. Bis auf das “Danke” verstehe ich nicht viel…Bezahlen tut man dann beim Aussteigen: In eine große Öffnung wirft man (passend!) das Fahrgeld. Falls man Wechseln muss, kann man dieses dort ebenfalls; 1000-Scheine in Münzen oder auch Münzen in Münzen. Inwiefern aber kontrolliert wird, ob das, was man da einwirft, richtig ist, kann man nur spekulieren. Man vertraut wohl einfach auf den Fahrgast…Daneben gibt es auch Mehrfachkarten, die wohl hier in Japan prepaid sind. Auf jeden Fall erscheint am dafür vorhergesehenen Scanner jedes mal ein Betrag in Yen, welcher um einiges größer ist als eine Busfahrt. Wo man so eine Prepaid-Buskarte bekommt, kann ich nicht sagen…Vermutlich im Bahnhof, aber das ist nur geraten. Und noch so am Rande: Vandalismus habe ich weder im Zug vom Flughafen nach Gifu noch in den Bussen gesehen!

Das Rathaus liegt hinter dem Bahnhof in der Einkaufs-/ Hauptstraße. Verfehlen kann man es nicht, weil es Straßenschilder gibt, auf denen Gifu City Hall steht. Es gibt aber auch eine Bushaltestelle direkt davor. Mit zwei Lehrern und den anderen neuen Schülern ging es dann zum Schalter, der für Angelegenheiten der ausländischen Bürger zuständig ist. Man händigte jeder für sich Reisepass, das Formular und den Ausweis aus und wartete dann gute 20 Minuten. Während dieser 20 Minuten konnte ich zum ersten mal japanisches Fernsehen genießen. Es war…gewöhnungsbedürftig. Vor allem eine Aerobic-Einlage von drei Damen, die die Übungen synchron einmal im Sitzen, einmal um 90° gedreht im Stehen und dann noch ganz normal einem gegenüber vorgeführt haben, war doch sehr befremdlich. Vor allem die meiner Meinung nach willkürliche Einspielung dieses Beitrages war ungewohnt…Bei uns findet man so etwas nur früh morgens und schon gar nicht auf den großen Hauptsendern. Nach der Warterei gab es dann alle Unterlagen zurück. Auf der Rückseite des Ausländerausweises war jetzt eben die Adresse inklusive Stempel des Rathauses vermerkt. Inwiefern das Prozedere aussieht, wenn man “umzieht”, wie ich es zwangsläufig machen werde, werde ich zu gegebener Zeit in Erfahrung bringen. Dieser Gang zum Rathaus muss übrigens innerhalb 14 Tage nach erhalten der Alien Registration Card erfolgen. Was passiert, wenn man dieses nicht einhält, kann ich nicht sagen. Ich freue mich aber schon darauf, sofern es mich wirklich nach Tokyo verschlagen sollte, in dieser kleinen Stadt das Rathaus zu suchen :wacko:  Zu meinen Plänen wird es aber noch einen extra Eintrag geben  ;-)

Noch viel Spaß beim Frieren in Deutschland  B-)
Wünscht euch euer Tobi!

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