Ein Stadtausflug und ein Fahrrad

By | October 14, 2013

Mist?

Halli hallo hallöchen.

Wie passen ein Stadtausflug und ein Fahrrad zusammen? Bin ich mit dem Fahrrad ins Stadtzentrum gefahren? Nein, das war es nicht. Habe ich da ein Fahrrad gekauft? Auch nicht. Eventuell habe ich mir danach eines gekauft? Bingo! Aber fangen wir mit dem Vormittag an:

Tokyo muss so unglaublich groß sein! Gifu ist für meine Begriffe schon groß o.O

Tokyo muss so unglaublich groß sein! Gifu ist für meine Begriffe schon groß o.O

Nachdem alle neuen Schüler gemeinsam mit zwei Lehrern zum Rathaus gefahren sind (dazu in einem späteren Eintrag noch mehr), war ich mit der Benutzung der Busse nun vertraut und so ging es gleich nach dem ersten Schultag wieder ins Zentrum. Im Bahnhof, wo eben auch die Touristen-Information zu finden ist, habe ich mir eine englischsprachige Karte von Gifu geholt. Warum dürfte klar sein  :) Als nächstes ein paar Bilder vom “Skywalk” aus gemacht und weiter zur zentralen Post, um zum ersten Mal Gelb abzuheben. Verwundert? In Japan gibt es in fast jeder Post einen Geldautomaten. Und noch viel wichtiger: Nur diese akzeptieren internationale Karten. Daneben werden ausländlische EC-Karten noch in den Geldautomaten einer bestimmten Convenience Store Kette (die ich hier noch nicht entdeckt habe) und bei der CitiBank angenommen. Bezahlungen per Kreditkarte sind leider glückssache: “Mein” Konbini akzeptiert sie auch bei nur 4€-Einkäufen und der größte Supermarkt in der Umgebung nicht…Wie und ob man Bargeld per Kreditkarte erhalten kann, gilt es noch als herauszufinden. Wie dem auch sei. In der Post angekommen erwartete mich etwas Böses: Mit meiner EC-Karte kann ich kein Geld abheben!! PANIK :aah:  Ich konnte sowohl den PIN als auch den Wunschbetrag eingeben, aber statt Bargeld spuckte der Geldautomat einen Zettel aus. “Ihr Kartenaussteller hat die Transaktion verweigert”. Joooo, super. Offensichtlich funktioniert die Karte im Grunde, aber etwas stimmt nicht. Bisher weiß ich noch nicht, wo das Problem liegt. Ein anderer Deutscher hatte angeblich ein ähnliches wenn nicht sogar das selbe Problem, aber solange keine Schule ist, ist es sehr schwer jemanden anzutreffen. Montag ist sowieso ein Feiertag, sodass ich mir spätestens erst Dienstag einen Rat holen kann. Dementsprechend können mir auch erst dann die Lehrkräfte behilflich sein. Auf jeden Fall war ich nach diesem Schock nicht mehr in der Stimmung dafür, den ganzen Tag in der Shoppingstraße zu verbringen. So ging es nur in einen CD/ DVD-Laden, der kaum aktuelle, aber dafür ältere CDs im Angebot hatte. Am Ende wurde es ein Anime Soundtrack von immerhin 2008 :wow:  Diesen wollte ich mit meiner Kreditkarte bezahlen, was selbstverständlich ebenfalls fehlschlug…Also schmerzlich mit Bargeld bezahlt und dann ging es noch kurz an einen Schrein, um etwas nachzudenken. Macht es Sinn ohne weiteres Bargeld hier zu sein? Nein…Wer weiß, wo meine Kreditkarte angenommen wird und wo nicht. So ging es dann in einer tollen Stimmung zurück zur Sprachschule.

Neben Silber hätte es noch Weiß oder Pink gegeben.

Neben Silber hätte es noch Weiß oder Pink gegeben.

Der Nachmittag oder eher Abend vom Sonnenstand her (es wird hier schon um 17 Uhr dunkel) bot dann einen Lichtblick: Ein zumindest an der Schule sehr bekannter Schwede namens Jon gab mir den Rat, den einen Deutschen bezüglich der EC-Karte zu fragen bzw. wolle er dieses tun, wenn er ihn nächstes mal sieht. Vorweg: Hier ist es üblich ein Fahrrad zu haben – zumindest unter den “Westlern”. Da im Prinzip jeder Schüler mindestens 3 Monate hier ist und es in Gifu nicht allzu gedrängt zugeht, ist das Fahrrad ein super Verkehrsmittel. Jedenfalls fragte mich dann Jon, ob ich schon ein Fahrrad habe, was nicht der Fall war. So ging es dann gemeinsam zuerst zu einem weiteren Postamt, welches aber leider schon geschlossen hatte. Genauer gesagt war der Geldautomat geschlossen, der im Vorraum der Post benutzt werden kann. Ja, auch dieses ist hier normal: Geldautomat und Post müssen nicht die gleichen Öffnungszeiten haben. Ersterer kann in diesem Fall etwas länger benutzt werden. Danach führte der Weg zum größten Supermarkt in der Umgebung: PLANT 6. Werbung würde ich das nicht nennen, weil ich 9000km von Deutschland entfernt bin :P PLANT 6 ist wirklich riesig und lässt sich am ehesten mit unserem Real vergleichen. Heißt also: Es gibt ALLES! Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Haustierbedarf, RICHTIGE BROTE (immer noch weiß, aber am STÜCK und nicht nur 4-8 abgepackte Scheiben) und eben auch Fahrräder. Das einfachste Modell kostet umgerechnet schlappe 62€, hat dann aber auch keine Gangschaltung. Natürlich ist es – so wie alles hier in Japan – ebenfalls klein (26 Zoll). Jon erzählte mir, dass er schon für sein 27 Zoll Fahrrad lange suchen musste. Auf zwei Rädern ist man auf jeden Fall um einiges schneller unterwegs als zu Fuß, wie ich am heutigen (sehr sonnigen und klaren) Tag sehen konnte. Mit der Kamera habe ich versucht ein wenig die Berge rund um Gifu festzuhalten. Die Bilder findet ihr im Fotostream (einfach oben auf “Fotostream” klicken ;)). Dabei konnte ich auch beobachten, wie Schreine unter Glockenschlägen und Pfiffgeräuschen durch die Straßen getragen wurden. Warum und wieso und ob es etwas mit dem Festtag am Montag zu tun hat…Wer weiß das schon  ;-) Es war dennoch interessant!

Das Problem mit dem Geld besteht weiterhin, aber man muss es irgendwie gelöst bekommen. Ansonsten sitze ich hier bald auf dem Trockenen…Verhungern und verdursten kann ich wie oben geschildert nicht, aber Busfahren (einmal ins Zentrum: 3,40€) oder einfach mal ein wenig durch Läden stöbern wird irgendwann nicht mehr drinnen sein. Noch habe ich Bargeld; ich bin trotzdem jetzt ziemlich in meinen Aktivitäten eingeschränkt. Neben dem Stadtzentrum bleiben mir ersteinmal so gut wie alle Läden und zusätzlich die zwei riesigen Shopping-Malls verwehrt, die aber so oder so nicht gerade um die Ecke sind. Immerhin habe ich jetzt ein Fahrrad :yahoo:

MFG und bis demnächst!
Tobii~

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *