Unterkunft und Umgebung

By | October 13, 2013

Japanisch Spartanisch:

Genki datta? (Ist es dir gut ergangen? | eine japanische Begrüßungsformel)

Also mir schon! Ich sitze hier gerade nach einem laaangen Spaziergang einen Pfirsichbonbon lutschend und schreibe diese Zeilen 2 Stunden vor Schulbeginn. Worum es in diesem Eintrag geht? Rate mal! Genau, um die Unterkunft und deren Umgebung. Die Unterkunft ist eine typische Budget-Wohnung, wie man sie praktisch in ganz Japan finden kann. Heißt also: Zwei Stockwerke, oben und unten Wohnungen, jede selbstverständlich mit Klimaanlage oder auch eakon (air condition ;-) ), nur an zwei Seiten Öffnungen nach draußen (vielleicht lässt sich ein Grundriss nachreichen…). Auf jeden Fall gibt es dennoch alles, was man zum täglichen Leben braucht. Toilette, Dusch-Badewannen-Kombi, Bett, Schrank, Kühlschrank, Mikrowelle, Waschmaschine, Reiskocher und ein Herd, der leider nur mit Gas funktioniert. Es gibt dazu Einzel- und Doppelzimmer, wobei die Doppelzimmer ein Etagenbett haben. Apropos: Die Decken selbst sind relativ hoch. Die Tür zur “Terasse” und der Durchgang zwischen Koch- und Essbereich zum Schlafbereich (es gibt keine Tür) könnten für einige groß gewachsene Europäer zu niedrig sein. Zumindest bei Ersterem muss ich mit meinen 1,83m schon meinen Kopf einziehen. Mein Zimmer ist im Erdgeschoss, welches in Japan übrigens schon als 1. Stock gilt, sodass ich noch eine Art Miniterasse habe, wo man sehr gut Wäsche zum Trocknen aufhängen kann. Sitzen würde ich da nicht unbedingt, weil die Aussicht nicht so berauschend ist (eine Hauswand mit zugeklebten Fenstern). Dass das Ganze nicht mehr neu ist und schon viele Schüler gesehen hat, war bei dem Preis zu erwarten. Dennoch funktioniert (bis auf das Internet per LAN) alles. Und wer eine schön dicke Matratze erwartet, wird enttäuscht: Es gibt lediglich einen dünnen Futon, sodass es auf dem Metallbett eine Kunst ist, die vorhandenen Mulden zu finden. Ansonsten drohen Rückenschmerzen, vermute ich. Nach einer Woche hat man sich dann auch an die für die Temperaturen dicke Bettdecke gewöhnt. Also meine Sommerbettdecke daheim in Deutschland ist dünner…Mit allem kann man leben, nur was ein wenig störend sein kann, ist die Tatsache, dass die Wände und Decken dünn sind. Heißt also: Man hört jeden Tritt, der in der Wohnung über einem getan wird, und falls sich im Nachbarzimmer jemand in normaler Lautstärke unterhält, kann man ohne Probleme mitlauschen. Alles in allem bin ich jedoch zufrieden, denn bis auf die Mikrowelle sehen die Küchengeräte ziemlich neu aus.

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Dann verlassen wir jetzt meine kleine Wohnung und gehen hinaus in das weite Gifu! Als Erstes wird man sich an heißen Sommertagen über die Getränkeautomaten freuen, die einem aber im Winter auch ein Heißgetränk ausspucken können. Direkt dahinter quasi ist schon das Schulgebäude. Juhu! Kein langer Schulweg (obwohl es hieß, dass es 10 Minuten Fußmarsch seien). Dafür ist es – man merkt es heute zum ersten Mal – vormittags nicht mehr ganz so leise. Es findet ja Unterricht statt. Wenn wir dann mal einkaufen gehen wollen, ist es ebenfalls nicht sehr weit. Der nächste Convenience Store (Konbini) ist vielleicht 2 Minuten entfernt. Auf dem Weg dorthin wird man feststellen, dass zwischen den Häusern Reisfelder sind. Das finde ich aus der Sicht eines Europäers ziemlich erstaunlich: Fernab vom Stadtzentrum (30 Minuten Busfahrt ca.) befinden sich einfach so Reisfelder zwischen den Häusern…Man stelle sich mal eine deutsche Großstadt vor, in deren Außenbezirken zwischen den Häusern Kartoffeln, Getreide oder Mais angebaut wird. Genau! Unvorstellbar – aber in Japan Realität. Allgemein ist mir aufgefallen, dass es kaum größere Grundstücke mit Gärten gibt. Ob es an den Grundstückspreisen oder an der japanischen Mentalität (nur so viel Platz, wie ich brauche z.B.) liegt, kann ich nicht sagen. Zumindest teilweise gehören die Felder den direkten Anliegern. Ob der Reis dann zum Verkauf oder zum Selbstverbraucht ist, weiß ich natürlich noch weniger. Fragen über Fragen  :scratch: Zurück zum Konbini! Dort gibt es alle Güter, die man so braucht. Man kann sich einen Konbini als Kreuzung aus Drogeriemarkt mit Supermarkt verstehen, nur relativ kompakt und leider ohne Obst-/ Gemüseabteilung. Die Preise sollen dort zwar teurer sein als im Supermarkt, aber das konnte ich nur begrenzt feststellen (darüber wird es noch einen eigenen Eintrag geben). Es gibt sogar im Konbini (Weiß-) Brot und Frühstücksflakes, wobei letzteres wohl doch eher selten ist. Das Angebot wird sich von Kette zu Kette sicherlich unterscheiden. Alleine hier in Gifu habe ich bisher drei gesehen: Lawson (bekannt aus Anime), Mini Store und Circle K. Quasi direkt vor meiner Haustür befindet sich ein Circle K Konbini.

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Und was macht man, wenn man nichts zu tun hat? Die Gegend erkunden! Die Sprachschule inklusive Dormitory liegt ziemlich direkt an einer Hauptstraße. Anhand von einigen Hotels in der Nähe, die alles überragen, kann man sich auch nur schwer verlaufen. Von den drei Hotels sind allerdings zwei sogenannte Love Hotels, was man an den mehr oder weniger auffälligen Herzchen an der Fassade erkennen kann. Außerdem wird man sich schnell wundern, warum es einen Stundenpreis gibt…Sinn und Zweck dürften zu erschließen sein. Entfernt man sich von der Hauptstraße so gelangt man zum Nagara Fluss, welcher nicht allzu viel Wasser führt. Gifu ist nämlich umgeben von Bergen, die man sogar noch bei Bewölkung gut ausmachen kann. So ist auch das Schloss von Gifu stets in Sichtweite, obwohl es ungefähr 48 Busminuten und dann noch 320 Höhenmeter zu erklimmen gilt. Dazu aber später noch mehr. Im November soll es einen optionalen Schulausflug dorthin geben. Außerdem habe ich einen nicht so kleinen Schrein entdeckt, in dem ich aber noch nicht drinnen war, sowie eine Grundschule, in der passend dazu gerade Pause war. Ich habe mich schon ein wenig gewundert, so viele Kinder auf einmal zu sehen. Dabei gibt es auf der Ecke der Sprachschule sogar mehrere Grundschulen! Es gibt auch ein kleines Postamt, aber das gehört zum kommenden Post über den Supermarkt!

Gez. Tobii~

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