Einmal nach Nagoya bitte

By | October 10, 2013

Flug und Ankuft:

お早うございます! [Ohayo Gozaimasu] (Guten Morgen!)

Mein Reisegepäck

Mein Reisegepäck

Diese Zeilen sind die ersten, die ich aus Japan schreibe! Jaaaaa! Ich bin daaa! Aber der Reihe nach…Denn zuerst war da ja der Flug: Von Hamburg aus ging es mit einer kleinen Maschine nach Helsinki. Auf deutschem Boden gab es keine großen Überraschungen. Boarding-Pässe am Schalter holen, Koffer abgeben und das Handgepäck durchsuchen lassen. Noch pünktlich am Gate sein und weg war ich. In Helsinki wurden meine beiden Koffer ohne mein Zutun in den richtigen Flieger umgeladen. Was mich dann überraschte, war die Tatsache, dass HEL (der Flughafen Helsinki) quasi das “Gateway to Asia” ist. Man entdeckte mehr Asiaten als Europäer, sodass es nicht mehr ganz eindeutig war, ob man überhaupt noch in Europa ist…Vor den Gates nach Asien wurde der Reisepass eingescannt und per Kamera wurde das Foto dann in Echtzeit mit dem Gesicht verglichen. Mir wurde ein wenig mulmig, als der Vorgang zumindest bei mir gefühlt eine Ewigkeit dauerte. Das gesuchte Gate war dann aber schnell gefunden. So ging es an Board eines Airbus, der bestimmt zu mehr als 90% mit Japanern gefüllt war. Dementsprechend saß ich auch neben einer Japanerin, die mir mit den Einwegessstäbchen behilflich war *hust* Mir waren noch keine untergekommen, die man vor Benutzung außeinanderbrechen musste…Der Flug selbst war eher langweilig, das Essen so lala. Auf dem Flug nach Helsinki gab es ein Brötchen nach italienischer Art mit Tomaten: Das war lecker!

Mit der Finnair ging es nach Helsinki

Mit der Finnair ging es nach Helsinki

Nach 9 Stunden Flugzeit war es soweit: Der erste Blick auf Japan. Grüne Berggipfel, Strommaste und dazwischen Wolken. Diesen Anblick werde ich ersteinmal nicht vergessen, so rührend war dieses Erlebnis. Im Kopf schwirrte mir auch irgendwie ein “Tadaima!” herum, was in etwa “Ich bin wieder Zuhause” bedeutet…Der Flughafen Nagoya ist im Grunde eine kleinere Version vom Osaka Airport, heißt also, dass sich das Ganze auf einer künstlichen Insel befindet. Da staunt man nicht schlecht, wenn man auf den Monitoren verfolgen kann, wie aus den Wolken auf einmal eine Landebahn mitten im Wasser auftaucht. Das erste, was einem nach der Landung auffällt, ist die Temperatur – gerade dann, wenn man aus dem kalten Schleswig-Holstein kommt. Statt vielleicht 14°C hat man es relativ plötzlich mit 25°C zu tun. Der Flughafen selbst ist aber doch recht übersichtlich. Zuerst erhält man die Alien Registration Card, nachdem man zwei Fingerabdrücke dagelassen und ein Foto schießen lassen hat. Diesen Ausländerausweis muss man immer bei sich haben; er ist also unabdingbar. Dazu aber später nochmal mehr. Im zweiten Schritt gilt es dann, auf seinen Koffer zu warten. Auch hier hatte ich Bedenken, dass gaaaanz vielleicht doch etwas in Helsinki geblieben war. Zum Glück kamen meine beiden Koffer dann doch noch auf das Kofferkarussel! Einer war zwar aufgegangen (zu viel eingepackt :wacko: ), aber es lag nicht alles verstreut bzw. war noch alles im Koffer. Allerdings hatte ich natürlich die wunderschön schweißtreibende Aufgabe, den Koffer zu schließen und dazu noch mit einem Koffergurt zu fixieren. Als das geschafft war, wurde ich von einem Beamten immerhin auf englisch aufgefordert, bitte einen Blick in mein Gepäck zu werfen. Das Öffnen und Schließen brauchte zwei Männer, war aber irgendwie ganz unterhaltsam. Man war auf der Suche nach Drogen und/ oder Waffen, die für ein Jahr Work & Travel total dazugehören, nicht…Nach einem Koffer war es ihm aber dann genug, was vermutlich an meinem Gesichtsausdruck lag. Nach der Schererei mit dem offenen Koffer wollte ich den Herren von der Sprachschule nicht NOCH länger warten lassen…

Diesen Herren erkannte man relativ einfach an einem Schild mit “Nitsch Tobias” und daunter “ISI Chukyo” (der Name der Sprachschule). Ein Koffer wurde abgenommen und zusammen ging es dann zum quasi im Flughafen gelegenen Bahnhof. Viel mit Unterhalten war nicht drinnen, weil der Sensei nur japanisch sprach und ich etwas – aber nur ETWAS – fertig war. Zumindest verstand ich (im Nachhinein…), dass wir 1 Stunde mit dem Zug und dann noch 30 Minuten mit dem Auto fahren. OK! Und los! Auf der Fahrt gab es nicht soo viel zu sehen: Überland-Stromleitungen, wo man nur hinsieht, viel Industrie rund um Nagoya und natürlich die im Zug schlafenden Japaner (meinen Sensei kurioserweise eingeschlossen, obwohl er vorher noch gesagt hatte, dass die abgeholten Schüler selbst im Zug schlafen, was ich aber nicht getan habe…). In Gifu angekommen, ging es aus einem für meine Begriffe hohen Parkhaus zur Sprachschule. Auf der Ausfahrt warteten zwei Japaner, die den Verkehr anhielten, um ein einfaches Rausfahren zu ermöglichen – Japan halt. Mit dem Worten “Welcome to Gifu City” ging es dann auch erst durch die Innenstadt, in der am Freitag Morgen noch nicht allzu viel los war. Kurz vor der Ankunft bekam ich Nasenbluten, was dann in einer sehr tollen Vorstellung gegenüber zwei Deutschen und einem Schweden mündete…Wie dem auch sei. Das war meine Odysee nach Japan!

Danke fürs Lesen und ja, ich musste unbedingt jede Einzelheit erwähnen!  :)

Demnächst gibt es mehr über Schule, Leben, Bürokratie und und und!

Bis dann
Tobii~

Nachtrag: Irrtümlich bezeichnete ich den netten Herren namens Kawada-san als Sensei, aber er verwaltet das Dormitory und unterrichtet keine Schüler. Ich bitte dieses zu entschuldigen :rose:

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