Jenglish

By | November 3, 2013

Der beste Teil am Japanischlernen?

Guten Tag verehrte Leser!

Widmen wir uns in diesem Eintrag ein wenig der japanischen Sprache. Was? Das hatten wir noch nie? Uhhhhiiii! Eine Primiere!! Der Untertitel “Der beste Teil am Japanischlernen” stimmt mittlerweile nicht mehr ganz, wie es sich leider herausgestellt hat. Aber was muss man sich unter Jenglish vorstellen?

Als Jenglish bezeichne ich Lehnwörter aus dem Englischen, die Einzug in den japanischen Sprachgebrauch gehalten haben. Das Ganze hat mit der über 150 Jahre langen Abschottung Japans und anderen total komplexen Gründen zu tun, weshalb wir das heute ausnahmsweise mal auslassen  :yahoo: Auf jeden Fall kamen mit der Öffnung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Schwemme ausländischer, unbekannter Güter nach Japan. Dinge, für die man oftmals gar kein japanisches Wort hatte. Was tun? Man nahm einfach das englische Wort! Gute Beispiele sind vielleicht Taxi, Rolltreppe, Fahrstuhl oder auch Klebeband. Oh weh! Wir haben etwas vergessen: die Japaner haben es aber nicht so mit der Aussprache englischer Wörter. Kein Problem! Dann japanisieren wir die Begriffe eben. Aus Taxi wird dann タクシー 「takushii」 (Aussprache siehe unten), aus der Rolltreppe (escalator im Engl.) eine エスカレーター 「esukaleetaa」, aus dem elevator ein エレベーター 「erebeetaa」 und aus dem guten tape ein テプー 「teepu」. Zugegebenermaßen klingt das Ganze fast so wie das Vorbild und kann sogar mit japanischen Schriftzeichen geschrieben werden. Perfekt!

Könnte man denken…Zumindest anfangs ist es irgendwie spaßig, wenn aus frietiertem Hähnchen ein フライドチキン 「furaido chikin」 und aus dem Hamburger ein ハンブーガー 「hanbuugaa」 wird. Mit zunehmenden abgeschlossenen Lektionen kommen aber immer mehr solcher Wörter dazu. Vor allem während dem Üben der Katakana, der Silbenschrift, mit der ausländische Wörter geschrieben werden, gab es dann ziemliche Überraschungen, von denen ich einige nennen möchte:

  • Ticket -> チケット 「chiketto」
  • Hemd (engl. shirt) -> シャツ shatsu
  • Bankkarte (cash card) -> キャッシュカード 「 kyasshukaado」
  • Giraffe -> キリン 「kirin」
  • Radio -> ラジオ 「rajio」
  • Streichholz (engl. match) -> マッチ macchi
  • Süßigkeiten (engl. candy) -> キャンヂー kyandii

Bei diesen Wörtern ist es wirklich schwer auf die englische Abstammung zu schließen. Vor allem in gesprochener Form – am Besten noch relativ schnell – ist es fast unmöglich ein unbekanntes Lehnwort zu verstehen, selbst wenn man die Bedeutung des englisches Vorbildes kennt. Zum Glück tauchen solche Wörter bisher nicht in den Lektionen auf, aber wir sind immer noch relativ am Anfang. Ich bin gespannt…

Ganz modern sind übrigens auch Abkürzungen wie: コンビニ 「konbini」 = Convience Store, スーパー 「suupaa」 = Supermarkt, デパート 「depaato」 = Kaufhaus und und und. Diese finde ich sowohl logisch als auch einfach zu handhaben. Und nein, im täglichen Sprachgebrauch ist Jenglisch eher selten. Ältere Japaner bevorzugen die japanischen Wörter, wenn es denn welche gibt. Das ist z.B. bei der Postkarte der Fall. In einem Kaufhaus, welches vor allem für jüngere Leute ist, stand über den Postkarten ”ポストカード” 「posutokaado」, also das Lehnwort. Es gab sogar schon Beschwerden gegen einen Fernsehsender, weil dort zu viele “neue” Wörter benutzt wurden. Und solange in Japan der Großteil der Bevölkerung im höheren Alter ist, wird sich in der Hinsicht wohl nicht allzu viel ändern.

Hoffentlich war dieser erste Ausflug in die japanische Sprache interessant. Ließ sich auf jeden Fall gut schreiben :bye: Wie immer Danke fürs Lesen und bis demnächst!

Gez.
Tobi

Aussprache: Oft wird das “u” nicht betont; bei einem doppelten Konsonannten kommt eine kurze Pause (chiket – PAUSE – to). Wie welcher Laut richtig ausgesprochen wird ist an dieser Stelle unerheblich. Es geht nämlich sowieso nur um Demonstrationszwecke :P

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