Alles Sushi oder was?

By | July 5, 2014

Über die Japanische Küche:

Hallo ihr alle!

Kümmern wir uns heute um etwas, dass ich bisher nie wirklich angeschnitten habe: die japanische Küche. Wenn es nämlich eines gibt, was ähnlich berühmt wie Samurai, Katana, Kaiser, Geisha und Co. ist, dann reden wir ziemlich schnell über Sushi, Soba, Udon, Ramen & mehr. Sowieso verlieben sich fast alle Menschen, die längere Zeit hier sind, in die Küche Japans. Wirklich oft gehe ich ja nicht essen und wenn dann, lande ich meistens eher im Bereich Fast Food…Trotzdem möchte ich euch ein paar Gerichte vorstellen, um zu zeigen, dass man in Japan nicht nur Reis und Fisch isst :P

Sushi

Nigiri Sushi | Quelle

Nigiri Sushi | Quelle

Der berühmteste Export aus japanischen Küchen dürfte ganz klar der rohe Fisch sein. Bei uns vor allem als gesundes Fast Food beliebt, ist Sushi in Japan eine Delikatesse, die, von einem richtigen Sushi-Meister zubereitet, ein teures Vergnügen darstellt, welches man sich nur selten gönnt. Abhilfe schaffen die Restaurants, in denen das Sushi an den Gästen mittels Förderband vorbeifährt und man sich einfach nimmt, worauf man Lust hat. Hier sind fixe Preise pro Teller üblich, sodass man sich hier schon ab 10€ satt essen kann. In vornehmeren Restaurants darf man sogar mit den Fingern essen! Allgemein möchte ich allerdings sagen, dass das “typische” Sushi nicht die in Seetang eingewickelten Maki Rollen sind, sondern das sogenannte Nigiri Sushi, welches aus einem zwei Finger breiten Reisklumpen besteht, der wahlweise mit Fisch, Krebs, Aal, Omelette etc. belegt wird. Das Ganze tunkt man vorher noch in Sojasoße (wer will zusätzlich mit ein wenig Wasabi vermischt) und wird dann in einem Stück gegessen. Guten Appetit!

Ich mache in der Regel einen großen Bogen um Fisch, doch die paar Mal, die ich Sushi gegessen habe, waren gar nicht so übel. Roher Thunfisch auf Reis mit Sojasoße schmeckt auch gar nicht mehr besonders nach Fisch und von daher…Es gibt sowieso auch ein paar Sorten, die ganz ohne Fisch daherkommen: Nigiri mit Omelette, die mit Gurken gefüllten Kappa Maki oder einfach nur Maiskörner in einer Art Majonäse umhüllt von getrocknetem Seetang. Sushi ist also auch etwas für die, die eigentlich nicht so gerne Fisch essen.

Zu Sushi lässt sich noch so viel mehr sagen…Leider ist der vermutlich beste Sushi Guide des Internets nicht mehr aufrufbar, sodass ich nur auf Wikipedia verweisen kann :-(

Soba

Soba | Quelle

Soba | Quelle

Fahren wir mit ein paar einfacheren Gerichten vor, die man in Nebenstraßen rund um größere Bahnhöfe schon ab 3,50€ genießen kann: Soba nennt man alles, was die braun-grauen Sobanudeln enthält. Diese werden zumindest in Imbissen in einer mit Brühe gefüllten großen Schale serviert, in der man dann zusätzlich ein wenig Gemüse, Fleisch oder Tofu findet. Im Land mit dem größten Fischverzehr der Welt lassen sich auch fischige Beilagen bestellen. Jede Beilage gibt dem Gericht meistens einen eigenen Namen, sodass Soba mit frittiertem Tofu zu Kitsune Soba wird. Ein eher simple, aber leckere Mahlzeit, die man überall bekommen kann. Schlürfen ist übrigens kein Tabu, sondern wird fast schon erwartet ;-) Wer keine Geräusche beim Essen macht, gilt sofort als Ausländer xD Das beschränkt sich nicht nur auf Japan, sondern gehört im Prinzip zu ganz Asien.

Udon

Tempura Udon | Quelle

Tempura Udon | Quelle

Ein weiteres Nudelgericht stellt Udon dar und auch hier sind die Nudeln namensgebend. Während Sobanudeln von der Form her locker als Spaghetti durchgehen könnten, sieht das bei Udon schon anders aus: Die Färbung fällt schon mal heller als bei den durchschnittlichen, italienischen Nudeln aus. Dabei sind sie gefühlt dreifach so dick und sogar etwas eckig. Genauso wie Soba lässt sich Udon in Bahnhofsnähe zum Spottpreis bekommen. Die einfachsten Gerichte unterscheiden sich ebenso wenig; also große Schüssel, Brühe, Beilagen. Der Dicke der Nudeln entsprechend liegt Udon etwas schwerer im Magen, was es zum idealen Stiller für den großen Hunger macht. Allgemein fallen die Portionen in Japan nämlich nicht allzu groß aus…

Okonomiyaki

Eine kleine Portion Okonomiyaki | Quelle

Eine kleine Portion Okonomiyaki | Quelle

Tschüss Nudeln, hallo Okonomyaki! Sagt euch nichts? Mir fällt nämlich kein deutsches Wort ein, das dieses Gericht treffend beschreibt…Begnügen wir uns mit einer simplen Umschreibung :P Okonomiyaki steht irgendwo zwischen Pfannkuchen und Omelette, wobei es sich dann um ein einziges, großes Omelette handeln muss. Je nach Zubereitung kommen in eine Art Teig Gemüse, Fleisch und Fisch. Ganz wichtig ist die Soße, die am Ende oben drauf kommt. Neben dem noch folgenden Curry ist Okonomiyaki meine Lieblingsspeise hier in Japan :heart: Lässt sich mit Essstäbchen recht schwer essen, wie ihr euch vorstellen könnt, aber die Mühe ist es mehr als wert. In Hiroshima kann man übrigens besonderes Okonomiyaki finden, welches ganz anders zubereitet wird. Statt alles in einem Stück zu haben, kommt die Füllung zwischen einer Art dünnen Pfannkuchen und einem Spiegelei. Dort kann man sogar Okonomiyaki mit Austern probieren, was ich allerdings nicht getan habe.

Curry

Wer bei Curry an gelben Reis denkt, wird von japanischem Curry überrascht werden! Hier fällt es nämlich eher bräunlich aus und wird gerne mit paniertem Rind oder Huhn gegessen. So habe ich es zumindest am liebsten :kawaii: Vegetarisch, Fisch oder Gulasch-ähnlich mit Fleisch direkt in der Currysoße sind ebenfalls mögliche Variationen. Dazu gibt es noch eine ordentliche Portion Reis und mehr ist da eigentlich nicht dran. Im Supermarkt findet man ein Dutzend verschiedene Sorten in Kochbeuteln, die man nur noch 3-5 Minuten in kochendes Wasser geben muss, um sie anschließend zum Reis zu geben. Definitiv besser als Instantnudeln aus dem Plastikbecher :P Das Beste am Curry ist der Schärfegrad, der gerade in der berühmtesten Kette namens CoCo Ichibanya sehr hoch ausfallen kann, wenn man denn will. Und da ich scharfes Essen über alles liebe, ist mein Lieblingsessen hier in Japan eben Curry. So einfach geht das :patrick: Ansonsten fällt die japanische Küche überhaupt nicht scharf aus…Da muss man erst rüber nach Thailand xD

Tempura

Treten wir die als total gesund geltende japanische Küche mit Füßen und lasst uns eine Orgie aus frittierten Leckereien feiern! Nichts Anderes stellt Tempura (eigtl. Tenpura, aber in der japanischen Aussprache wird aus dem N ein M; gleiches für den Yen, der eigtl. En heißt) dar: Gemüse, Fleisch, Fisch oder Shrimps, die zuerst im speziellen Teig baden und dann ins heiße Fett kommen. Tempura kann man entweder als eigenständiges Gericht bestellen oder als Beilage zu u.a. Soba. Sieht man recht häufig, wobei der Geschmack nicht soo besonders ist. Also da greife ich lieber zu einer guten Portion Udon anstatt zu Tempura…Aber das ist nur meine Meinung.

Miso Suppe

Neben Reis und Fisch dürfte die Miso Suppe wie nichts Anderes für Japans Küche stehen: Morgens zum kalten Reis, mittags zum Imbiss und vermutlich oft genug auch noch abends wird diese Suppe serviert. Klingt im ersten Moment verrückt, aber überlegt mal, wie oft wir Deutschen am Tag Brot essen ;-) Woraus Miso Suppe genau besteht, vermag ich gar nicht zu sagen…Auf ein paar Frühlingszwiebeln kommt eine Brühe, in der in der Regel noch andere Zutaten wie Tofu oder Pilze zu finden sind. Je länger man die Suppe stehen lässt, desto mehr setzt sich von einer mir unbekannten Zutat unten ab. Einfach mit den Stäbchen umrühren und alles wieder gut. Und ja, man fischt mit den Stäbchen nur die größeren Stückchen raus; die Suppe selbst wird direkt aus der Schüssel getrunken. Den Geschmack kann ich ebenfalls nicht wirklich beschreiben, aber Miso Suppe schmeckt auf jeden Fall. Gerade morgens bereichert sie das Frühstück, wie ich finde. Wenn man Miso Suppe allerdings jeden Tag zu sich nimmt, wird sie doch etwas…langweilig. Dem Deutschen sein Brot kann man wenigstens immer wieder anders belegen, aber Miso Suppe ist Miso Suppe…

Das war so ungefähr das, was ich bisher probieren durfte und was zumindest in Japan jeder kennen wird. Wer will, kann allerdings wirklich täglich Reis und Fisch essen. Müssen tut es auf der anderen Seite keiner B-) Auf jeden Fall geht die japanische Küche weit über Sushi hinaus und das war eben das, was ich euch zeigen wollte. Danke fürs Lesen, auch wenn man gemerkt haben wird, dass ich kein Kochbuch schreiben sollte :horror:

Euer jetzt hungriger
Tobii~

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