Takaosan im Regen

By | June 30, 2014

Flucht vor dem Häusermeer:

Hallo liebe Leser,

Wie lange ist es her, seitdem ich auf den letzten Berg gestiegen bin? 5 bis 6 Wochen sind seit der Besteigung des Misen Berges auf Miyajima südlich von Hiroshima vergangen. So wurde es höchste Zeit für den nächsten Berg! Dabei habe ich den 599m hohen Takaosan bestiegen, der sich im Südwesten Tokios befindet und den am schnellsten zu erreichenden Rückzugsort von der Stadt darstellt. Dementsprechend voll kann es dort werden, aber an einem Freitag mit regnerischem Wetter war natürlich kaum etwas los :P

Von meinem Zuhause Shinjuku aus fährt eine private Bahnlinie direkt bis Takaosan und benötigt dafür gute 50 Minuten. Eine Fahrt ist mit umgerechnet 2,40€ sehr preiswert. Da waren in Gifu die 30 Minuten bis zum Hauptbahnhof teurer :patrick: Als es per Bus zum Fuji Q Highland ging, dürfte ich recht nah an Takaosan vorbeigefahren sein. Die Fahrt ist nicht sonderlich spannend, weil man halt fast nur Wohngebiete kreuzt. Erst ganz am Ende sah es schon gar nicht mehr nach Tokio aus, sondern fast schon ländlich. Trotzdem liegt Takaosan offiziell noch in der Metropolregion Tokio.

Der Weg vom Bahnhof zum Berg

Der Weg vom Bahnhof zum Berg

Von der Bahnstation aus braucht man vielleicht gute 5 Minuten und man erreicht den Fuß des Berges. Dann wird man vor die Wahl gestellt, einen von fünf Pfaden nach oben zu nehmen. Es gibt aber auch die kostenpflichtige Möglichkeit, entweder einen Sessellift oder eine Standseilbahn zu benutzen. Irgendwie bin ich auf den wohl schwersten Pfad gelandet, der mit nicht gerade wenigen Treppenstufen aufwartet. Stellenweise war es auch etwas rutschig, weil der Boden vom Regen feucht war. Dafür gab es regelrecht unberührte Natur inklusive der “Stille des Waldes”: Man hörte keinen Verkehr, keine anderen Menschen, sondern nur den Wald, Vögel und später auch den Regen. Zuerst hielten sich die Wolken nämlich noch brav zurück :P Gefühlt nach dem ersten Drittel begann es ein wenig zu tröpfeln, was aber unter dem Blätterdach kein Problem darstellte. Leider nahm der Regen dann so zu, dass ich kurz vorm Ende dann doch meinen Regenschirm zücken musste. Bergbesteigung mit Regenschirm in der Hand? Willkommen in Japan xD Zusammen mit dem Schweiß wurde mir an der Spitze nur in T-Shirt und kurzer Hose etwas kühl, aber fürs Anziehen meiner Jacke war ich zu faul…

In der Suppe versteckt sich der Fujisan

In der Suppe versteckt sich der Fujisan

Ich kann gar nicht sagen, wie lange ich gebraucht habe…Dieses Mal dürfte ich allerdings die angegebene Zeit von 60-90 Minuten eingehalten haben. Oben kann man etwas Warmes essen oder sich einfach auf den mitgebrachten Imbiss beschränken, wie ich es auch getan habe. Die Aussicht fiel dem Regenwetter entsprechend nicht ganz so weit aus, war aber trotzdem eine willkommene Abwechslung zu dem Häusermeer Tokio. Vom Fujisan sah man wie immer nichts B-) Grüne Berge sind immer schön :heart:

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Nachdem meine Kleidung in einem Unterstand etwas trockener war, ging es auch schon wieder runter. Wie immer nahm ich einen anderen Weg, der im Falle des Takaosan der populärste gewesen sein dürfte. Bevor man auf aber auf den befestigen Weg kommt, darf man den Schrein und den Tempel nicht auslassen. Ganz so groß fallen beide zwar nicht aus, allerdings wisst ihr ja, was ich über Tempel sage: Nur ein Tempel an einem Berg ist ein guter Tempel! Und so habe ich mich definitiv über die mittelgroße Anlage gefreut, die selbst ein Tor sowie uralte Bäume aufweist. Dazu waren auch dort kaum Leute unterwegs, was man von Tokios berühmten Tempeln und Schreinen wohl zu keinem Zeitpunkt sagen kann. Somit war Takaosan also genau das richtige für mich :kawaii:

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Der Abstieg war aufgrund der Beschaffenheit des Weges eher langweilig, aber immerhin hörte der Regen schon beim Tempel auf, sodass der Schirm wieder zusammengepackt werden konnte. Unten wurden noch ein paar Bilder geschossen und dann ging es wieder zurück. Irgendwie hört sich mein Besuch auf dem Takaosan gar nicht nach einem längeren Ausflug an, doch sofern man den Gipfel aus eigener Kraft erreichen will, sollte man definitiv einen ganzen Tag einplanen. Am Ende merkte ich es zumindest ein wenig in den Beinen und danach dann noch viel in Tokio spazieren zu gehen wäre vermutlich nicht so toll gewesen. Hatte sich auf jeden Fall gelohnt, wie ich finde. Ein zweiter, weiter entfernter Berg steht jetzt noch auf meiner Liste, aber dafür muss das Wetter zu 100% stimmen, was aktuell leider nicht so aussieht. Also heißt es geduldig warten, wobei ich keine 3 Wochen mehr habe :horror:

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Tobii~

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