Tokyo Tower und Odaiba

By | June 25, 2014

Langer Tag in der Tokioter Bucht:

Hallo ihr!

Es ist vermutlich nicht unbekannt, aber Tokio erstreckt sich im Süden bis ans Meer. Richtige Strände oder Ähnliches findet man dort zwar nicht, doch dafür werden einem eine Reihe anderer Attraktionen geboten. Und da alles recht nah beieinander steht, wurde mein Tag mal wieder etwas länger. Ich denke trotzdem, dass es sich gelohnt hat :bye:

Tokyo Tower

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Das erste Ziel war eines der zahlreichen Symbole Tokios: der nicht zu übersehende Tokyo Tower, welcher in einem leuchtenden Rot 333m in den Himmel ragt. Schon seit 1958 steht dieses Bauwerk wie kein zweites für die Megastadt im Westen Japans. Dieser lässt sich eigentlich recht simpel von meinem Share House erreichen, doch hatte ich mir für den Tag eines Tageskarte gegönnt und so bin ich zuerst zum Hauptbahnhof gefahren, um dann noch zwei Stationen oder so mit einer anderen Linie zurückzulegen. Kurz fällt die Strecke jedoch nicht aus…Wir reden von der südwestlichen Ecke Tokios, während ich eher im Nordosten wohnhaft bin. Vom richtigen Bahnhof aus kann man den Turm natürlich nicht verfehlen; dafür muss man schon blind sein xD Der Weg ist ausgeschildert und sowieso befindet sich direkt vor dem Tokyo Tower einer der größten Tempel der Stadt, den man ebenfalls nur schwer verfehlen kann. Zuerst ging es jedoch nur am Zojoji Tempel vorbei und direkt zum Fernsehturm!

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Zu diesem braucht es zu Fuß schon ein paar Minuten, was aber trotz den hohen Temperaturen kein Drama war. Zu meiner Erleichterung war mittags unter der Woche einfach überhaupt nichts los, sodass ich überhaupt nicht anstehen musste. Zur Auswahl stehen auch hier zwei Aussichtsdecks, die in 150m und 250m Höhe liegen. Da ich schon auf dem Skytree war, entschied ich mich nur für das 1. Aussichtsdeck. Ist mit knapp 6€ kein billiges Vergnügen, aber ein Besuch auf dem Tokyo Tower gehört für einen längeren Aufenthalt in dieser Stadt doch irgendwie dazu. Der Blick von oben fällt im Vergleich zum Skytree ein wenig besser aus, weil die Lage sehr viel zentraler ist. Außerdem hat man einen wunderbare Aussicht auf die Tokioter Bucht, die ich vom Tokyo Tower aus zum ersten Mal so richtig gesehen habe. Für den Fujisan reichte es selbstverständlich nicht…Immerhin ließen sich mein Zuhause Shinjuku, der Skytree, die Rainbow Bridge sowie die Flugzeuge rund um den Flughafen Haneda sehen, der allerdings für internationale Verbindungen nicht ganz so interessant ist wie der Narita Flughafen. In den unteren Stockwerken stößt man übrigens u.a. auf ein Aquarium und Souvenir-Läden, die ich mir jetzt nicht noch angesehen habe.

Zojoji Tempel

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Anschließend ging es kurz auf das Gelände des Zojoji Tempels, der mich nur kaum beeindruckt hat. Bis auf das markante Eingangstor stammen alle Gebäude aus dem 20. Jahrhundert und auch sonst gibt es nicht viel zu sehen. Ein Baum, der von einem amerikanischen Präsidenten gepflanzt wurde, wow…Einzig das Motiv der Haupthalle mit dem Tokyo Tower im Hintergrund lohnt sich wirklich zu fotografieren.

Kyu Shiba Rikyu Garten

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Dann machte ich schon wieder auf den Rückweg zum Bahnhof, um einen kleinen Garten auf der anderen Seite zu besuchen. Der Eintritt von 150 Yen spricht Bände, doch hat man es hier mit einer kleinen Oase zwischen Hochhäusern zu tun, die gerne von Büroangestellten für die Mittagspause genutzt wird. Viele kleine Pfade, verbundene Teiche inklusive Karpfen, Sitzmöglichkeiten…Eben der typische japanische Garten, der allerdings keinen Bereich aufweist, der etwas mehr zugewachsen ist. Hier gab es dann den zweiten Teil meines Mittagsimbisses :yahoo: In der Ferne kam ein Sommergewitter immer näher, aber noch blieb es trocken. Für den Preis kann man sich ruhig mal kurz hinsetzen und ein wenig entspannen.

Odaiba

Der Blick von Odaiba Richtung Rainbow Bridge

Der Blick von Odaiba Richtung Rainbow Bridge

Erst jetzt hieß es auf nach Odaiba, das man am besten mit einer sehr speziellen Bahn erreicht. Also zuerst mit der Ringbahn gefahren, um dann mit der sogenannten Yurikamome Linie über die Rainbow Bridge zur künstlichen Insel mitten in der Bucht von Tokio zu fahren. Während der Name nicht wirklich besonders ist, ist es die Bahn umso mehr: Statt Zügen auf Schienen verkehren hier Wagen auf Reifen, die trotzdem wie Züge aussehen. Und wäre das noch nicht genug, fahren sie komplett automatisiert ohne einen Lokführer an Bord! Ich bin mir sicher, dass so etwas in Deutschland rein rechtlich nur sehr schwer abzuklären sein dürfte…Dann natürlich über die Regenbogenbrücke, die ich ebenfalls als ein Symbol Tokios bezeichnen würde. Sobald man das andere Ende der Brücke erreicht hat, ist man offiziell auf Odaiba angekommen. Wuhuu :wow:

Aqua City und Fuji TV

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Odabia bietet vor allem eines: Einkaufszentren. Von dieses gibt es gleich drei auf recht engem Raum, wobei jedes gewisse Attraktionen bietet. Sie sind übrigens so dicht, dass man die Entfernungen locker zu Fuß überbrücken kann. Das erste Einkaufszentrum hört auf den Namen Aqua City, wo man eine kleine Freiheitsstatue aufgestellt hat, den besten Blick auf die Tokioter Bucht genießen kann und auch ein wenig Sandstrand vorfindet. Übrigens fing der Gewitterschauer genau dann an, als ich gerade meine Kamera ausgepackt hatte…So ging es kurz in das Einkaufszentrum, wo ich durch Zufall auf einen Touri-Laden gestoßen bin, von dem ich nicht mit leeren Händen losgekommen bin :P Das Gebäude mit der Kugel ist dabei der Hauptsitz eines großen, privaten Fernsehsenders. Für 4€ kann man hoch in die Kugel, von wo aus man einen noch besseren Blick auf die Bucht hat.

DiverCity Tokyo Plaza

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Mehr oder weniger im Zentrum der Insel liegt ein Komplex namens DiverCity, den man wegen dem ganz kleinen Kampfroboter nicht verfehlen kann. Diese entstammt übrigens dem Gundam Universum, in dem eben Kampfroboter oder auch Mechas eine zentrale Rolle spielen. Gundam zieht schon seit 1975 vor allem männliche Fans an und ist einer der berühmtesten Animes Japans. Alle paar Stunden gibt es dabei eine kleine Einlage vom Roboter, wobei er wohl nur den Kopf bewegen kann. Das bisschen Licht- und Dampfspektakel rundherum fand ich jetzt nicht so spannend…Ich muss allerdings sagen, dass ich noch keine einzige Folge Gundam gesehen habe. Vielleicht hätte ich das Ganze dann besser gefunden. DiverCity habe ich nicht betreten, sondern ging es lieber auf zur letzten Anlage.

Palette Town

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Das größte Einkaufszentrum Odaibas hört auf den unspektakulären Namen Palette Town. Es ist allerdings alles andere als langweilig: Mich hat es richtig überrascht und ich würde den Komplex als ein Must-See in Tokio bezeichnen!! Zuerst bin ich zufällig auf einen kostenlosen Zweig des Toyota Automobile Museums Nagoya gestoßen, der unter anderem einen DMC DeLorean, mehrere Amischlitten aus den 60ern und auch einige Rennwagen bietet. War allerdings alles nur zu Showzwecken und dementsprechend schlecht ausgeleuchtet. Nichtsdestotrotz eines mehr als positive Überraschung :heart: Das Beste gibt es vermutlich im Erdgeschoss zu sehen, denn neben mehreren zum Verkauf stehenden Modellautos stand draußen ein Toyota Celica GT, den ich schon in Nagoya richtig ins Herz geschlossen habe.

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Das kleine Museum geht direkt in eines der krassesten Einkaufszentren über, die ich bisher gesehen habe. Anstatt es in gewöhnlicher, moderner Architektur zu errichten, hat man das Venus Fort einfach mal einer italienischen Stadt des 18. Jahrhunderts nachempfunden – Brunnen, Himmel sowie Tag- und Nachtwechsel inklusive :kawaii: Die Preise der Restaurants und Geschäfte waren allerdings gesalzen…Trotzdem einfach nur geil.

Im Norden macht das Venus Fort einem weiteren Bereich für Toyota Platz, der neben einigen Rennwagen die gesamte Modellpalette zum Ansehen, Anfassen und Einsteigen bereitstellt. Sofern man einen in Japan gültigen Führerschein besitzt sowie 2€ bezahlt, kann man sogar eine Mini-Spritztour mit einem Toyota (seiner Wahl?) machen. Ziemlich coole Sache!

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Noch weiter nördlich findet man zu guter Letzt ein Spaßzentrum, das neben einem Veranstaltungsort für Konzerte, ein Riesenrad, Bowling-Bahn, Spielautomaten, Karaoke und mehr zur Verfügung stellt. Dort gab es für mich Abendessen in Form eines Burgers mit Shrimp-Bulette und dunkelgrüner Basilikumsoße. Klingt gewöhnungsbedürftig, war aber echt lecker.

Tokyo Big Sight

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Zuletzt machte ich einen Abstecher zum größten Messegelände Japans, einfach um es mal zu sehen. Um 17 Uhr wurde da natürlich schon dicht gemacht und so strömten mir Massen an Anzugträgern entgegen. Denke trotzdem, dass der kurze Umweg sich gelohnt hat. Alleine das Design des Gebäudes ist doch nicht von dieser Welt :patrick: Hier findet übrigens mal eben die Tokyo Motor Show sowie die größten Anime Conventions Japans statt ;-)

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Um den Tag ein wenig ausklingen zu lassen, ging es am Ende zurück zur Aqua City, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Es zogen war Wolken auf, doch ergaben sich dadurch mal wieder recht beeindruckende Bilder, wie ich finde. War auf jeden Fall eine schöne Tour gewesen, selbst wenn Odaiba an sich keine typischen Touristenmagneten aufweisen zu vermag. Für den Nachhauseweg habe ich übrigens mehr als eine Stunde gebraucht xD

Danke fürs Lesen und man sieht sich beim nächsten Eintrag!

Euer
Tobi aus Tokio

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