Mein Share House

By | June 16, 2014

15m² in Tokio:

Ja hallooo!

Nachdem mein erster Monat in der Hauptstadt Japans vorüber ist, sollte es langsam Zeit sein, etwas über das Share House los zu werden, das ich mein Zuhause nenne. Solch simple Einträge kommen irgendwie immer total verspätet, aber wie dem auch sei :bye:

Shinjuku ist ganz nah

Blick nach Shinjuku aus meinem Fenster

Mein Share House befindet sich in einem Stadtteil namens Nakano, der direkt an Shinjuku grenzt. Per U-Bahn sind es 1,5 Stationen zum Bahnhof Shinjuku, von dem aus man mehr oder weniger direkt ganz Tokio unsicher machen kann. Ich lege diese Strecke allerdings fast immer zu Fuß zurück :P Verkehrsanbindung könnte also nicht besser sein. Auch an Supermärkten, Konbinis, Fast Food Restaurants sowie einer Post mangelt es nicht. Ein paar mehr preiswerte japanische Restaurants wären noch schön gewesen, wobei ich ehrlich gesagt bisher nicht wirklich nach solchen gesucht habe. Warum Essen gehen, wenn man selber billiger kochen kann? Die direkte Nachbarschaft ist total ruhig; ein Kanal direkt vor der Haustür sorgt für ein stetiges Plätschern. Und ja, die Wolkenkratzer Shinjukus kann ich aus meinem Fenster sehen!

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Damit wären wir auch schon beim Aufbau des Hauses, das sehr viel größer als das Guest House in Kyoto ausfällt. Ganze 3 Stockwerke und auf jedem gibt es mehrere Zimmer, in denen zumindest theoretisch 2 Personen wohnen können. Selbstverständlich ist es von Außen wieder besonders hässlich :patrick: Jede Etage hat übrigens eine eigene Toilette, die eher einem Waschraum einer Jugendherberge ähnelt. Bei den vielen Bewohnern wohl kein Wunder, aber schon gewöhnungsbedürftig. Dann findet man sowohl im Erdgeschoss als auch im 2. Stock eine gemeinschaftliche Küche inklusive Fernseher. Gasherd, Kühlschrank, Reiskocher, Mikrowelle, Toaster…Alles da. Statt richtigem Wasserkocher muss man sich es immer auf dem Herd erhitzen, was natürlich genauso gut funktioniert, aber irgendwie stelle ich mir einen Wasserkocher praktischer vor. Die Auswahl an Geschirr war etwas unzufriedenstellend, aber im 100 Yen Shop kann man ja das nachkaufen, was man unbedingt benötigt.

Die selben Poster wie immer dürfen nicht fehlen <img src='http://blog.tzf-clan.de/smileys//happy-plz.gif' alt=';-)' width='19' height='19' class='wpml_ico' />

Die selben Poster wie immer dürfen nicht fehlen ;-)

Mein Zimmer ist im 1. Stock und eines der geräumigsten, weil die anderen über keinen richtigen Schrank verfügen, was mit meinem ganzen Sachen etwas problematisch sein dürfte…Die Miete fällt natürlich höher aus, aber der Unterschied ist am Ende gar nicht so groß. Dafür habe ich sogar zwei große Fenster, mit denen ich bei den momentan herrschenden 30°C schön Durchzug machen kann. An Möbeln fehlt ebenfalls nichts: Schreibtisch, Drehstuhl, Bett, kleines Regal, ein Schrank mit zwei Schubladen und noch ein Spint aus Metall. Das Einzige, was ein wenig schade ist, ist der nicht vorhandene Platz zum Wäschetrocknen. Auf das Dach zu gehen ist vom Vermieter nicht gestattet und eine Möglichkeit, etwas vor ein Fenster zu hängen, gibt es nicht. So muss ich alles an Kleiderbügeln an die Gardinenstangen hängen, was nicht gerade ideal ist, würde ich mal sagen xD Ansonsten sind sowohl Decken als auch Wände recht dick, sodass man endlich keine Mitbewohner mehr hört. Das war insbesondere in Kyoto ein Problem…Zwar liegt mein Zimmer direkt neben der Toilette, weshalb man jedes Mal die Benutzung der Wasserhähne deutlich wahrnimmt, aber das kenne ich von meinem Zuhause in Deutschland :yahoo:

Ansonsten stellte es sich als schwierig heraus, mit den eigentlich zahlreichen Mitbewohnern in Kontakt zu treten. Jeder ist halt für Monate hier und dementsprechend sind die meisten in ihrem Alltag drinnen…Davon kann man als Tourist nicht gerade sprechen. Falls man dann mal jemanden zufällig antrifft, bleibt es meistens bei Smalltalk und ja…Das war in Kyoto sehr viel einfacher, aber was soll man machen? Einen Monat habe ich es ausgehalten und selbiges habe ich für den zweiten vor! Ich bin noch nicht einmal mit allen Bewohnern in Kontakt getreten, kann aber sagen, dass hier recht viele Asiaten wohnhaft sind, mit denen man lieber Japanisch als Englisch redet. Ansonsten weiß ich über drei Franzosen und zwei Amerikaner Bescheid. Mal wieder niemand aus Deutschland, hm?

Mehr als das habe ich über mein Share House nicht zu schreiben. Ein wenig einsam, aber wirklich sehr gute Lage. Mein Zimmer würde ich sogar besser als die Wohnung in Gifu bezeichnen, einfach weil alles in einem besseren Zustand ist. Im preislichen Vergleich ist die Miete hier in Tokio für mein 15m² Zimmer in etwa doppelt so hoch wie damals in Gifu. Das kleinste Zimmer im Share House bietet die halbe Fläche, ist aber nur 15% billiger. Immerhin sind hier in Tokio Strom und Gas schon Teil der Miete und müssen nicht extra bezahlt werden.

Danke fürs Lesen!

Gez.
Tobii~

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