Als Ausländer in Japan Teil 3

By | June 13, 2014

Nahrungsmittel:

Na ihr!

Nachdem es die letzten Monate fast ausschließlich ums Reisen ging, möchte ich ab jetzt hier und da wieder über etwas Anderes schreiben. Dieser Eintrag dreht sich dabei nur ums Essen! Manch einer dürfte nämlich darüber überrascht sein, was man in Japan so an westlichen Nahrungsmitteln bekommt…Und da bringe ich doch gerne ein wenig Licht ins Dunkle =)

Kaltes

Brot, Kaffee, Tee, Kakao, Marmelade, Milch, Cornflakes…Alles ohne großes Suchen zu bekommen. Cornflakes findet man dabei nicht unbedingt im Konbini, aber dafür in eigentlich jedem Supermarkt. Und wirkliches Kakaopulver habe ich so noch nicht gesehen, wobei ich danach auch nicht geguckt habe :patrick: Fertigen Kakao gibt es allerdings sehr wohl. Zum Brot muss man sagen, dass 95% einfach Weißbrot sind und die übrigens 5% bestehen dann aus Weißbrot mit Rosinen drinnen oder ein ganz bisschen dunkleres Brot. Dafür wird man von einer Auswahl an Herstellern geradezu erschlagen :P Während man im Konbini immer abgepackte Scheiben kaufen kann, findet man in Supermärkten oft auch eine kleine Bäckerei, wo man dann auch ganze Brotlaibe erstehen vermag. Sowieso finden sich hier und da Bäckereien. Ob ich schon mal Knäckebrot gesehen habe, kann ich gar nicht mehr genau sagen…Wasa war es definitiv nicht! Als Deutscher ist man in der Hinsicht allerdings mehr als verwöhnt; so viele Brotsorten wie wir hat niemand und dementsprechend sollte man froh sein, überhaupt so viel Weißbrot zu finden :wow: Im Gegenzug gibt es in Konbini & Co. sehr eigenwillige Kreationen, die man bei uns vergeblich suchen wird: Melonpan (pan = Brot), Currypan, an den Seiten zu gepresstes Weißbrot mit Füllung, Hotdogs mit Buletten oder gar Nudeln statt Würstchen, etc. Die einfachsten Sorten kosten gerade mal 70 ct. und reichen locker für einen schlichten Imbiss am Mittag aus! Total verliebt habe ich mich auch in das sogenannte Nikuman, das warm gegessen wird und im Inneren eine bestimmte Füllung mit Fleisch (niku = Fleisch) hat. Nikuman scheint aber leider nicht überall beliebt zu sein…Hier in Tokio sehe ich es nicht besonders häufig :-( Falls man ein Müsli-Fan ist, muss man entweder mit einem “Ersatz” vorliebnehmen, der mit bis zu 6€ für 760gr. nicht billig ist, oder man findet einen Laden mit westlichen Spezialitäten, wo man dann richtiges Müsli mit Haferflocken und z.B. Rosinen erhalten kann, was dann sogar preiswerter ist. Dort findet man außerdem oft genug Ritter Sport oder gar Haribo :heart: An Aufschnitt fällt die Auswahl in der Regel auch eher mager aus: Käse schmeckt nach nichts, Wurst ebenfalls kaum Geschmack. Richtige Salami findet sich höchstens in einem Spezialitäten Laden zu einem hohen Preis…Mit dem Käse habe ich ehrlich gesagt kein Problem, aber mal eine schönes Salamibrot wäre gar nicht so schlecht. In vielen Supermärkten stößt man mit etwas Glück auch auf Gewürzgurken :) Joghurt und Butter findet man zu guter Letzt ebenfalls problemlos in jedem Laden. Früchtejoghurts enthalten dabei immer Stücke, was schon eine coole Sache ist, die in Deutschland nicht immer der Fall ist.

Warmes

Wirklich verbreitet dürfte nur die italienische Küche sein; egal ob Spaghetti, Penne, oder Fusilli, man findet immer etwas. In so manchem Supermarkt stößt man sogar auf originale Produkte aus Italien, die zwar länger kochen müssen und teurer ausfallen, aber einfach am leckersten sind. An Soßen ist natürlich die Tomatensauce am meisten verbreitet, wobei man zwischen fertiger und eigener Zubereitung entscheiden kann. Aber auch fertige Carbonara, Pesto und noch andere Soßen sind keine Seltenheit. Gute Bolognese findet man dafür höchstens beim Italiener…Die als “Meatsauce” betitelten Fertigprodukte sind essbar, aber haben nichts mit einer richtigen Bolognese gemeinsam. Ehrlich gesagt habe ich bis auf Hackfleisch nie so wirklich Fleisch zubereitet…Kleinere Steaks und Würstchen sind in den Kühlabteilungen auf jeden Fall üblich. Ansonsten fällt mir ehrlich gesagt gar nicht so viel ein…Reis stellt natürlich kein Problem dar, sodass sich damit auch einfache Gerichte zaubern lassen. Übrigens habe ich gar nicht soo selten Sauerkraut gesehen xD Sowieso gibt es an Gemüse eine große Auswahl, die Salat, Kartoffeln, Zwiebeln und Co. miteinschließt. Fischliebhaber kommen in Japan selbstverständlich voll auf ihre Kosten! Leider gehöre ich nicht zu denen :P

Sonstiges

Wasser scheint man in Japan wohl bedenkenlos aus dem Wasserhahn zu sich zu nehmen, weil man in Supermärkten nur selten Leute Wasser kaufen sieht. Allgemein trinken Japaner fast nur Wasser ohne Kohlensäure, sodass man diese in großen Flaschen quasi überhaupt nicht findet. “Groß” heißt hier übrigens 2 Liter :horror: Die einzigen großen Wasserflaschen mit Kohlensäure, die ich je in Japan gesehen habe, waren tatsächlich von Gerolsteiner, welches mir aber aus einem unbekannten Grund sprichwörtlich nicht gemundet hat. In Deutschland habe ich ausschließlich Wasser mit Kohlensäure getrunken, aber die Umstellung auf stilles Wasser war kein Problem für mich. Vermutlich wird es andersherum interessanter xD Kohlensäurehaltige Getränke erkennt man in der Regel an dem Wort “sparkling”, was oft genug auch in unserer Schrift abgedruckt ist. Außerdem kauft man in Japan weder mit Plastik zusammengeschweißte Sixpacks noch Kisten, sondern wenn überhaupt Pappkartons. Die Auswahl an Säften ist an sich ok, wobei sowohl Apfel- als auch Orangensaft nie allzu natürlich gehalten sind. Da vermisse ich schon ein wenig den in einer Mosterei gepressten Saft unserer eigenen Äpfel…

An Süßigkeiten und Knabberkram mangelt es ebenso wenig: Schokolade, Bonbons, Kartoffelchips, Kekse, Cracker, Eis, Nüsse…Alles da! Auch das Angebot an alkoholischen Getränken reicht von Wein über Whisky und Rum bis zum Bier. Ich bin allerdings kein Weintrinker und auch kein wirklicher Bierkenner. Letzteres ist aber durchaus trinkbar ;-) Im richtigen Geschäft oder Restaurant ist es sogar gar kein Problem, deutsches Bier – zu einem höheren Preis – zu erhalten. In Japan scheinen sowieso Volksfeste beliebt zu sein, die ein wenig an das Oktoberfest erinnern sollen. Dort lassen sich dann natürlich sehr viele deutsche Spezialitäten genießen, wobei die Preise des Öfteren ziemlich gesalzen sein können. Ich war noch nicht auf so einer Veranstaltung, sondern habe nur durch zwei Klassenkameraden davon erfahren. Restaurants mit westlichen Gerichten auf der Speisekarte findet man natürlich ebenfalls an jeder Ecke, wobei man in einfachen, japanischen Imbissen schon für 3,50€ eine warme Mahlzeit erstehen kann. Diese füllt den Magen zwar nicht ganz, aber der Preis ist einfach unschlagbar. Was kriegt man bei uns für 3,50€? Eine Tüte Pommes? Ne Currywurst? Garantiert keine Schüssel gefüllt mit Nudeln und Gemüse!

Also ich denke, dass ich den Großteil ganz gut abgedeckt habe. Mir fällt auf jeden Fall nichts Westliches mehr ein, das mehr oder weniger unverzichtbar ist. Falls noch etwas Wichtiges fehlen sollte, könnt ihr gerne fragen B-) Danke fürs Lesen und hoffentlich war das Thema interessant für euch! Ich weiß, dass mein Blog inzwischen nur noch ein Reiseblog ist, sodass ein wenig die Zeit fehlt, über andere Dinge zu schreiben…Der letzte Monat ist jedoch greifbar nahe und so möchte ich am liebsten vor meiner Rückkehr alle Ideen abhaken. Stellt euch auf viel zu lesen ein xD

Euer
Tobii~

One thought on “Als Ausländer in Japan Teil 3

  1. dein Papa

    Saft steht im keller und Salami sollte kein Problem sein

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