450m über Tokio

By | June 8, 2014

Skytree & Asakusa:

Willkommen zurück!

Der heutige Eintrag dreht sich ganz um meinen Besuch auf dem höchsten Gebäude Japans sowie dem anliegendem Tempel. Mit anderen Worten trifft dort also modernste Technik auf das traditionelle Japan, was immer eine schöne Mischung ist. 3, 2, 1, los!

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Von Shinjuku aus lässt sich der Stadtteil Asakusa nur durch Umsteigen erreichen, was aber kein Beinbruch ist. Allerdings braucht man schon so 30 Minuten per Zug und U-Bahn ;-) Das Wetter war an diesem Sonntag mit über 30°C schon ziemlich sommerlich, wobei zumindest mittags kaum Wolken am Himmel waren. Dementsprechend erhoffte ich mir, endlich mal wieder den Fujisan sehen zu können…Später las ich übrigens im Internet, dass an dem Wochenende gar nicht so wenige Menschen einen Hitzeschlag erlitten haben und sogar ein paar aufgrund des Wetters gestorben sein sollen. Die folgenden Tage waren dann allerdings wieder etwas kühler. Auf jeden Fall war mein erstes Ziel der Tokyo Skytree (ja, Himmelsbaum), der vor ziemlich genau 2 Jahren fertiggestellt wurde und mit 634m Höhe eines der höchsten Bauwerke der Welt ist. Von der Station Asakusa könnte man auf eine dritte Bahn umsteigen, aber die Strecke lässt sich auch gut zu Fuß bewältigen. Verfehlen kann man den Skytree wohl kaum xD Der Weg führt dabei an einem weiteren berühmten Gebäude vorbei, dass die Konzernzentrale der Asahi Brauerei beherbergt. Die goldene Konstruktion auf dem Dach wurde “Flamme d’Or” getauft, wobei sie in Tokio auch gerne “goldener Kackhaufen” genannt wird. Ich gebe den Tokiotern auf alle Fälle recht :patrick:

Tokyo Skytree

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Nach vielleicht 20 Minuten erreicht man dann den Skytree, unter dem sich ein Komplex namens Tokyo Skytree Town befindet. Hier gibt es ein kleines Aquarium, ein Planetarium, Restaurants und jede Menge Geschäfte. Somit kann man im Prinzip einen ganzen Tag am Skytree verbringen, ohne dass einem langweilig wird. Der Zugang zum Fernsehturm liegt dann im 4. Stock, wo es zuerst warten hieß…Der Skytree erfreut sich nämlich sehr großer Beliebtheit und so habe ich öfters im Internet gelesen, dass man manchmal nur noch ein Zeitfenster zugeteilt bekam, weil man ansonsten zu lange warten müsste. Auch soll es einige Male zum Ausverkauf aller 10.000 verfügbaren Tagestickets gekommen sein. Dabei ist der Eintritt mit 21€ für beide Aussichtsdecks nicht wirklich gering, weshalb ich diesen Ansturm überraschend finde. Und so hatte ich natürlich ein wenig Bedenken darüber, wie voll es an einem Sonntag mit gutem Wetter wäre. Um es kurz zu fassen: Ich hatte Glück und musste nur 90 Minuten warten, bis es per edlem Fahrstuhl auf das 1. Aussichtsdeck in 350m ging :yahoo: Oben angekommen sah ich mich mit einer Menschenmenge konfrontiert, was das Erreichen der Fenster erschwerte. Selbst das Warten auf einen Platz war nicht einfach, weil das sogenannte Tembo Deck nicht besonders weiträumig ist. Dort findet man übrigens außerdem ein Restaurant, einen Souvenirladen, zwei Stellen mit Glasboden, die den Blick direkt nach unten ermöglichen, sowie mehrere Fotostellen, an denen man wie in einem Vergnügungspark ein Bild als Andenken mit nach Hause nehmen kann.

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Die Aussicht ist natürlich unvergleichbar, weil es nichts Höheres in Tokio gibt. Alleine das Tembo Deck überragt das Hauptstädtische Rathaus von Tokio um 150m, kostet dafür auch 14€. Aber trotz dem anfangs vielversprechenden Himmel war die Sicht am Ende alles andere als perfekt…Schon Shinjuku ließ sich nur als schwammiger Umriss erkennen. Allgemein steht der Skytree ja etwas außerhalb der großen Stadtzentren, was ein wenig schade ist. Dennoch habe ich so viel wie noch nie von Tokio gesehen und irgendwie gehört ein Besuch auf dem Himmelsbaum schon dazu. Immerhin gab es auch den ersten Blick auf die Tokioter Bucht! Von Fujisan hat man dagegen kein Stück gesehen :-(

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Auf dem Tembo Deck kann man auch noch ein Ticket für das zweite Aussichtsdeck namens Tembo Gallery erstehen, was mit weiteren 7€ zu Buche schlägt. Ich habe mir halt gedacht, dass wenn man schon oben ist, kann man doch auch ganz nach oben :P Hier befindet man sich dann 450m über Tokio, wobei die Tembo Gallery zuerst ein ansteigender Rundgang um den Fernsehturm ist. Außerdem war hier nicht mehr so viel los :heart: Hat sich also in meinen Augen gelohnt!

Asakusa mit dem Sensoji Tempel

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Nach dem Besuch auf dem Himmelsbaum ging es natürlich zurück nach Asakusa, welches für den Sensoji Tempel bekannt ist. Bis zum 2. Weltkrieg befand sich hier übrigens eines der beliebtesten Unterhaltungsviertels Tokios, welches von Theatern, Kinos, Pachinko-Hallen bis hin zu einem Rotlicht-Bezirk alles bot, was man sich so vorstellen kann. Im Krieg wurden davon große Teile zerstört, wobei Asakusa trotz Wiederaufbau niemals seinen alten Glanz zurückerhalten hat. Heute dreht sich alles nur noch um den Sensoji Tempel, der von mehreren Einkaufsstraßen umgeben ist und dessen Eingangstor mit der riesigen Laterne eines der am meisten fotografierten Motive Tokios sein dürfte. Zwischen Tor und dem eigentlichen Tempel gibt es dann eine mit kleinen Läden gesäumte Straße, die alles bietet, was das Touristenherz höher schlagen lässt: Fächer, Yukatas, traditionelle Süßigkeiten und mehr.

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Sensoji wurde im Jahre 645 gegründet, womit der Tempel der älteste Tokios ist. Während des 2. Weltkrieges wurden die Gebäude jedoch nicht verschont und so sind die aktuellen Konstruktionen relativ jung. Trotzdem hat mir der Sensoji Tempel mehr gefallen als der Meiji Schrein, weil er wieder ganz in Rot gehalten ist :kawaii: Neben dem Eingangstor, einer Haupthalle und einer fünfstöckigen Pagode fehlt auch ein wenig Grün nicht. Es zwar zwar richtig voll, aber das hat das Erlebnis bereichert: Die Atmosphäre hatte deswegen nämlich etwas von einem Volksfest :wow: Insgesamt hat mir Asakusa mit dem Sensoji Tempel sehr gefallen und es kann gut sein, dass ich ein weiteres Mal dorthin fahren werde. Allerdings wird es selbst bei einem ganz klaren Himmel nicht noch einmal auf den Skytree gehen, einfach weil der Eintritt dafür doch etwas hoch ausfällt und man so lange warten muss. Für einen Blick auf den Fujisan reicht das Hauptstädtische Rathaus von Tokio hier in Shinjuku komplett aus.

Danke fürs Lesen, auch wenn ich mal wieder gar nicht so viel schreiben wollte. Ihr seht ja, was am Ende daraus geworden ist…

Grüße aus Tokio,
Tobii~

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