Der wichtigste Ort Tokios

By | June 3, 2014

Kaiserpalast und mehr:

Na ihr!

Alles klar? Hier wird es wärmer und wärmer, was einerseits schön und andererseits ein wenig schweißtreibend sein kann. Nach dem Frieren im Winter möchte ich mich nicht beschweren, sondern schwitze mit einem Lächeln im Gesicht xD Worüber ich heute schreibe? Um nichts Anderes als den Kaiserpalast und alles, was so dazu gehört. Hier in Tokio wohnen die Kaisers nämlich wirklich ;-) Keine leere Hülle wie in Kyoto! Selbstverständlich kommt man da nicht ohne Weiteres rein; auch hier wäre eine Reservierung notwendig, die ich mir sparen werde. Nur an zwei Tagen im Jahr kann jeder das Gelände des Kaiserpalastes betreten, wobei man dann zusätzlich Kaisers zu Gesicht bekommen dürfte :wow: Nichtsdestotrotz hat man auch so viel zu sehen. Fangen wir an!

Tokio Hauptbahnhof

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Das Gelände ist nur einen Katzensprung vom Hauptbahnhof Tokio entfernt, der kein typischer Bahnhof Japans ist: Die Hauptfassade ist nämlich der originalen von 1914 nachempfunden, die während des Krieges stark zerstört wurde. Erst vor zwei Jahren wurden die letzten Restaurationen an den Kuppeln beendet. Dabei hat man das Bauwerk auch gleich für Erdbeben bis Stärke 7,0 fit gemacht. Gerade solch westlich anmutende Bauwerke sind in Japan eine wahre Seltenheit; dazu der Kontrast zur aus modernen Wolkenkratzern bestehenden Umgebung. Eine einzigartige Mischung :kawaii: Leider handelt es sich dabei wirklich nur um eine Fassade, sodass weder Gleise noch Inneres wirklich historisch wirken. Ich denke da vor allem an den guten, alten Hamburger Hauptbahnhof mit seiner Halle B-) Nachdem es noch schnell auf das Dach eines Kaufhauses ging, von dem man einen guten Blick auf den Hauptbahnhof Tokio hat, führten mich meine Beine auch schon zum Kaiserpalast, der übrigens über eine recht pompöse Allee erreicht werden kann.

Östliche Gärten

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Bevor es weitergeht, möchte ich ein wenig die Aufteilung erklären: Der Kaiserpalast selbst befindet sich südwestlich und kann eben nur per geführter Tour betreten werden. Die östlichen Gärten, die meiner Meinung nach eher im Norden liegen, umfassen das Gebiet des ehemaligen Schloss Edo, wo von Anfang des 17. bis zum 19. Jahrhundert der Shogun über Japan herrschte. Edo ist dabei der frühere Name Tokios, der erst mit dem Beginn der Meiji-Periode in den 1870ern geändert wurde. Denkt zurück an die Burg Nijo in Kyoto und stellt euch das Ganze doppelt oder gar dreifach so groß vor und ihr habt ein Bild von den östlichen Gärten :yahoo: Der Eintritt ist dabei umsonst, wobei man einen “Eintrittschip” aus Plastik erhält, den man bei Verlassen der Anlage wieder zurückgeben muss. Im Jahre 2014 ist vom alten Glanz allerdings nicht mehr viel zu sehen…Stadtbrände, Erdbeben und der 2. Weltkrieg haben hier fast alles vernichtet, was nicht niet- und nagelfest ist. Dazu gehören die Gräben mit ihren riesigen Mauern, vereinzelte Holzgebäude sowie eine Hand voll Tore. Auch die wirklich beeindruckenden Grundmauern des größten in Japan jemals errichteten Schlosses kann man besteigen. Dieses war mit über 50m auf einer Basis von 36m mal 33m ein Monster von einem Hauptturm. Wie vom Schicksal verflucht stand das Meisterwerk nur 19 Jahre und fiel dann einem Stadtbrand zum Opfer. Offensichtlich wurde es seitdem nicht wieder aufgebaut :patrick: Als Liebhaber japanischer Schlösser stimmt das einen ein bisschen traurig, aber mit den Grundmauern kann man erahnen, was dort Anfang des 17. Jahrhunderts gestanden haben muss.

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Die restliche Fläche, die nicht zu klein ausfällt, wird von Gärten eingenommen. Am östlichen Rand der Anlage findet sich einer im japanischen Stil, der wirklich sehr schön ist. Da habe ich die 500 Yen für den inneren Garten vom Meiji Schrein im Kopf und den hier kann man völlig umsonst bestaunen :rge: Ansonsten gibt es wieder viele offene Rasenflächen, aber auch Bäume und Blumen, die allerdings Shinjuku Gyoen nicht das Wasser reichen können. So ohne Eintritt kann man trotzdem nicht meckern.

Umgebung

Eine hübsche Allee hinter dem östlichen Garten

Eine hübsche Allee hinter dem östlichen Garten

Anschließend habe ich etwas Verrücktes getan: Ich bin einmal ganz um die Anlage herum gelaufen, was eine gute Stunde gebraucht hat. Auf diese Weise habe ich allerlei Gebäude gesehen, die nicht gerade unbekannt sind :P Zuerst konnte hatte man noch die große Mauer und den Burggraben neben sich, die jedoch nach einem großen Tor verschwanden. Später tauchten sie wieder auf, auch wenn auf der Rückseite der Anlage die Mauern nur teilweise sichtbar sind. Sozusagen an der nördlichen Spitze trifft man auf das Nationalarchiv und die Universität Tokio. Folgt man dem Graben dann wieder Richtung Westen kommt man zuerst an der britischen Botschaft vorbei (warum diese besondere Lage?) und dann am Nationaltheater vorbei. Von dort aus kann man schon den “Turm” des Parlamentsgebäudes sehen, welches fast von zwei deutschen Architekten designet wurde. Das letztlich beschlossene Design soll dem Entwurf der Deutschen immer noch ähnlich sein :wow: Und irgendwie finde ich, dass das Parlamentsgebäude ein ganz klein wenig an unser Reichstagsgebäude erinnert, wenn auch puristischer. Apropos: Südlich vom Kaiserpalast liegt das Regierungszentrum Tokios, wo viele – wenn nicht alle – Ministerien und auch Gerichte ihren Sitz haben. Irgendwie interessant, dass man sich von der Edo-Periode distanziert und dann findet man sowohl Kaiser als auch Regierung in direkter Nähe zum damaligen Machtzentrum.

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Jedenfalls ging es zu guter Letzt durch das Sakura-dori Tor, nach dem die charakteristischen Steinbrücken des Kaiserpalastes zu sehen sind. Noch vor der gesamten Anlage aus östlicher Garten und Palast erstreckt sich ein Park bestehend aus sowohl Wiesen als auch Bäumen, der ziemlich weiträumig ausfällt. Allgemein ist diese Strecke, die ich gegangen bin, sehr unter Joggern beliebt. Und fast vergessen: Überall lungern Sicherheitskräfte herum. Der Kaiserpalast wird außerdem von vielen Kameras abgesichert. Als extrem würde ich die Sicherheitsvorkehrungen jedoch nicht bezeichnen. Da habe ich von amerikanischen Botschaften schon Schlimmeres gehört…

Das war also mein Tag am Kaiserpalast, der sich definitiv gelohnt hat. Alleine die Ruine des Hauptturms vom Edo Schloss! Danke fürs Lesen =)

Euer
Tobii~

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