Park, Puff & Pachinko

By | May 25, 2014

Shinjuku:

Ein Hallo aus Tokio!

Angekommen bin ich, aber wie sieht meine Nachbarschaft so aus? Darüber möchte ich euch heute informieren ;-) Und die Überschrift ist durchaus ernst gemeint!

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Ich wohne gute 15 Minuten von Shinjuku entfernt, wobei ich schon im nächsten Bezirk namens Nakano wohne. Dort gibt es aber nicht allzu viel, weswegen ich mich eher als Bewohner von Shinjuku sehe. Im Bahnhof von Shinjuku treffen sich mehr als ein Dutzend staatliche sowie private Bahnlinien, weswegen es insgesamt mehr als 30 Gleise gibt. Diese liegen allerdings nicht alle am selben Ort…Auf jeden Fall ist es kein Wunder, dass Shinjuku mit 3.000.000 Gästen zusammen mit einem Bahnhof in Indien das größte Fahrgastaufkommen der Welt hat. Hier gibt es übrigens auch eines der größten Bus-Terminals Japans :) Und wie immer in Japan entsteht um einen derart geschäftigen Bahnhof ein eigenes Stadtviertel: Kaufhäuser, Kinos, Bars, Karaoke, Pachinko-Hallen, Elektrofachgeschäfte, Modeboutiquen, Fast Food Restaurants und eben auch eines der berüchtigsten Rotlichtviertel ganz Japans. Also Langeweile kommt hier ganz sicherlich nicht auf! Doch das ist nur das, was es in der direkten Umgebung des Bahnhofes gibt. Entfernt man sich etwas davon, so findet man einen wunderschönen Park oder auch mit die höchsten Gebäude der Tokios, was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte!

Shinjuku Gyoen

Japanischer...

Japanischer…

Östlich vom Bahnhof stößt man zwanghaft auf diesen Park, der zu den größten und beliebtesten Tokios gehört. Trotzdem muss man umgerechnet 1,40€ für den Eintritt zahlen, was ich ziemlich interessant finde, weil die Anlage wirklich riesig ist…Der Park ist im Prinzip in drei Gebiete aufgeteilt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Zuerst ein traditioneller, japanischer Garten, dann ein englischer mit weiten Rasenflächen und zuletzt ein französischer mit symmetrisch angeordneten Bäumen und Blumen. Es finden sich gleich mehrere Teiche auf dem Gelände. Selbst eine Tropenhaus mit Palmen sowie anderen, subtropischen Gewächsen gehört dazu.

...englischer...

…englischer…

Genau nachdem ich dieses besucht hatte, gab es einen starken Regenschauer, der immerhin 20 Minuten andauerte. Danach lugte jedoch schon wieder die Sonne durch die graue Suppe :kawaii: So entstanden meiner Meinung nach recht coole Bilder. Vor dem Schauer entspannten dabei noch einige Leute auf den Wiesen, was die perfekte Abwechslung zu Häusermeer und Menschenmengen ist. Von Tokio bekommt man im Park nämlich kaum etwas mit :) Verkehrsgeräusche höchstens am äußeren Rand, Wolkenkratzer sind einige Kilometer entfernt. Wenn ich jemanden also ein Bild vom Shinjuku Gyoen zeigen würde, der nicht weiß, dass sich dieser in Tokio befindet, würde ganz sicher nicht denken, dass das in der größten Metropolregion der Welt aufgenommen wurde.

...und französischer Bereich

…und französischer Bereich

Inklusive der Unterbrechung durch den Schauer war ich eine Stunde dort. Dabei habe ich mich nicht einmal irgendwo hingesetzt! War nach dem Regen sowieso alles nass :patrick: Gibt aber auch mehr als genügend Rasthäuschen, wo man auch Getränkeautomaten, einen Kiosk oder Toiletten finden kann. Und trotz dieses langen Aufenthaltes habe ich immer noch nicht alle Ecken des Parks gesehen! Dementsprechend ist der Shinjuku Gyoen bisher der größte Park, den ich hier in Japan besucht habe. Der Schönste war er allerdings nicht, weil er eben nicht ausschließlich japanisch gehalten ist. Ich weiß aber, dass ich dort noch mehrere Male hingehen werde!

Tokyo Metropolitan Government Building

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Vom Osten ging es anschließend auf die Westseite des Bahnhofes, die man sofort an den Wolkenkratzern erkennen kann. Banken, Versicherungen, Hotels…Hier laufen alle in Anzug herum xD Neben den beeindruckenden Bauwerken, deren Höhe mich richtig erstaunt hat, steht dort auch das Hauptstädtische Rathaus von Tokio, welches immer noch der zweit höchste Wolkenkratzer der Stadt ist. Nicht nur die Architektur ist hier besonders (alles Granit), sondern kann man hier umsonst (!) in den 45. Stock fahren, um von dort aus Tokio von oben anzusehen. Ja der eine Fahrstuhl operiert sogar bis 23 Uhr, was dementsprechend auch einen Blick vom nächtlichen Tokio ermöglicht. Letzteres steht noch auf meiner To-Do-Liste, wobei ich mit meiner Kamera vermutlich eh keine besonders tollen Fotos machen werden kann.

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Auf jeden Fall ist schon die Fahrt im Fahrstuhl ein Erlebnis für sich, weil man selbstverständlich Druck auf den Ohren bekommt. Oben hat man ein ganzes Stockwerk für sich, wo man auch Souvenirs ersteigern oder in einem Restaurant speisen kann. Der Blick selbst ist vom Wetter abhängig, aber Tokyo Tower, den Tokyo Skytree, einen Teil vom Meiji Schrein und noch viel mehr konnte ich bereits sehen. Für den Fujisan hat es aber leider bisher nicht gereicht :-( Die Metropolregion Tokio aus einer Höhe von 202m zu sehen ist definitiv cool. Stadt so weit das Auge reicht :horror: Doch irgendwie war es (mal wieder) nicht so beeindruckend wie mein Besuch auf dem Nagoya TV Tower. Liegt vermutlich daran, dass das mein erster Blick auf eine derart große Stadt war? Vom Tokyo Skytree aus wird es dafür ganz sicherlich etwas völlig Anderes sein :P Warum? 450m statt “nur” 202m!

Wasserfall im Shinjuku Central Park

Wasserfall im Shinjuku Central Park

Hinter dem Rathaus befindet sich dann noch der Shinjuku Central Park, der aber zum Teil von Obdachlosen bewohnt wird und deswegen hatte ich da nicht so große Lust drauf…Ist aber natürlich kleiner als der Gyoen. Dafür entfällt der Eintrittspreis ;-)

Das gibt es hier also alles in Shinjuku, meinem neuen Zuhause. Eigentlich ziemlich schön: Auf der einen Seite ein total geschäftiger Bereich um den Bahnhof und auf der anderen einer der größten Parks Tokios. Die direkte Nachbarschaft meines Share Houses ist da wieder eine andere Geschichte, die ein anderes Mal Thema sein wird. Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Tobi aus Tokio

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