Monthly Archives: May 2015

Wünsche, Träume und Utopien

Ein Blick nach Vorne:

Halli hallo :yahoo:

Mit fortschreiten des Studiums macht man sich allmählich Gedanken über die Zukunft. In welche Richtung möchte ich gehen? Wo möchte ich Auslandssemester verbringen? Nach dem Bachelor noch einen Master? Genau solche Fragen möchte ich heute mit euch teilen. Viel Spaß dabei!

Wie ihr wisst, studiere ich Japanologie im Hauptfach und Deutsch als Fremd- bzw. Zweitsprache im Nebenfach. Also mal angenommen, ich ziehe diese Kombination die nächsten Jahre genau so durch, was erwartet mich und auch euch als Leser? Für Japanologie möchte ich bestenfalls bereits im Herbst 2016 für zwei Semester nach Japan, wobei das das gute bis sehr gute (!) Bestehen der nicht unbedingt einfacher werdenden Klausuren voraussetzt. Auch der Bewerbungsprozess an sich beinhaltet schon viel, um die Spreu vom Weizen zu trennen: Motivationsschreiben, Forschungsthema, persönliches Interview, welches teilweise auf Japanisch geführt wird…Ich werde mein Bestes geben, wobei keiner zu sagen vermag, ob es dann nächstes Jahr mit Japan klappt. Auf jeden Fall habe ich schon zwei Universitäten im Auge: Eine südlich von Kyoto in der Millionenstadt Osaka, die andere an der Nordwestküste der Hauptinsel Honshu in einer kleineren Stadt mit etwa 200.000 Einwohnern. Eigentlich rechne ich mir für diese beiden Unis ganz gute Chancen aus, weil sie gleich mehrere Plätze anbieten und viele vermutlich eher nach Tokio wollen, wo sowieso die meisten Partneruniversitäten zu finden sind.

Mein Nebenfach wird für die Auslandssemester pausieren müssen, weshalb ich vermute, dass ich nicht in der Regelstudienzeit zum Abschluss beider Fächer kommen werde. Außerdem gehört auch hier eine Zeit abseits der Universität dazu, die man in Form eines mindestens zweimonatigen Praktikums absolviert. Wer also gewillt ist, kann nicht einfach in Deutschland Flüchtlingen die deutsche Sprache näherbringen, sondern seinen eigenen Horizont mit einem Aufenthalt in Indonesien, England, Australien und vielen anderen Ländern erweitern. Da werden natürlich wieder Kosten auf mich zukommen, aber so ein Angebot würde ich mir eher ungern entgehen lassen. Persönlich wäre ich an den USA interessiert, doch zur Not ließe sich das Praktikum mit meinem Japanaufenthalt kombinieren. Ganz allgemein fehlen mir dafür aber noch die entsprechend Kenntnisse unserer Grammatik, aber das werde ich noch nachholen.

Als was sehe ich mich also in der Zukunft? Einen konkreten Beruf kann ich euch an dieser Stelle allerdings nicht bieten :unsure: Meine Fachkombination würde mir einen guten Start als Deutschlehrer in Japan geben, doch müsste man sich davor überlegen, ob man diesen Schritt wirklich gehen will. Aktuell ist mir das Land der aufgehenden Sonne trotz meiner 9 Monate dort unglaublich weit weg. Erst nach meinen Auslandssemestern werde ich entscheiden können, ob ich meinem Heimatland tatsächlich den Rücken kehren möchte. Ehrlich gesagt wüsste ich ansonsten nichts, was mir in Deutschland Spaß machen würde…Eine Karriere an der Universität, Dolmetscher, Übersetzer und Weiteres hören sich für mich nach viel Arbeit in einem teilweise elitären Umweld an. Sowieso halte ich diese Tätigkeitsfelder für sehr umkämpft. Warum sollte ich es dann nicht mal in dem Land selbst probieren, dessen Sprache, Kultur und Geschichte ich studiere? Hier und da kommen sogar durch den E-Mail-Verteiler genau solche Angebote rein, die ich gerne annehmen würde, wenn es so weit ist. Allgemein sehe ich mich persönlich als Mensch eher praktischer Natur. Ich kann mir nicht vorstellen, mich mein Leben lang mit japanischer Literatur, japanischen Medien, japanischem Theater oder anderen Kulturgütern wissenschaftlich außeinanderzusetzen. Dementsprechend stehe ich zum aktuellen Zeitpunkt dem Masterstudiengang skeptisch gegenüber. So heißt es von offizieller Seite:

Das Studium im MA-Studiengang qualifiziert für ein breites berufliches Spektrum. Hierzu zählen u.a.Forschung und universitäre Lehre, außeruniversitäres Bildungswesen, Dolmetschen und Übersetzen, Tätigkeiten im Medienbereich und Verlagswesen, Wissenschafts- und Kulturaustausch, diplomatischer Dienst, nationale und internationale Organisationen oder die Tätigkeit in Wirtschaftsunternehmen.

Bis zu drei weitere Jahre Japanisch auf hohen Niveau lernen und sich weiter mit der Kultur auf einem ebensolchen Level auseinanderzusetzen klingt auf den ersten Blick nicht schlecht, aber die aufgeführten Berufsaussichten entsprechen einfach mal gar nicht meinen Träumen. Die Sprache kann man dann auch in Japan direkt oder in Eigenregie weiter lernen, finde ich zumindest.

Sicherlich ist es noch etwas früh, um zu sagen, ob die Wissenschaft der Japanologie im eigentlichen Sinne nicht doch etwas für mich ist. Denn erst ab nächsten Semester wird richtig wissenschaftlich gearbeitet. Aktuell habe ich einfach nur die Ahnung, dass das auf lange Sicht nichts für mich sein wird :rose: Ich bin jetzt ja auch schon 21 Jahre alt und inklusive Master könnte ich bis zu 7 weitere Jahre an der Universität verbringen, was mir viel zu viel ist. Ich möchte dann doch irgendwann mal auf eigenen Beinen stehen und endlich leben statt lernen.

Wie immer Danke fürs Lesen und hoffentlich habe ich dem ein oder anderen ein paar Fragen beantwortet. Bis zum nächsten Eintrag dann!

Euer
Tobii~

Das große Lesen

Endlich richtig studieren!

Hallo ihr alle,

Da hört ihr doch mal wieder was von mir, wie? Tja, ein Studium ist nicht ganz so aufregend wie 9 Monate Work & Travel in Japan :good: Deswegen gibt es hier aktuell kaum Neues, was einfach daran liegt, dass ich nichts wirklich Besonderes berichten kann. Und jetzt extra über Dinge schreiben, die meiner Meinung nach nicht zu meinem Blog passen, käme mir seltsam vor… Nichtsdestotrotz befinde ich mich quasi schon in der Mitte vom Sommersemester und so langsam geht es schon eher in die Richtung Studium. Warum, werdet ihr heute erfahren!

Die Umstellung des digitalen Management-Systems, in dem sich alle Studenten für Veranstaltungen und Prüfungen anmelden, neuer Stundenplan, das Aufderstreckebleiben einiger Kommilitonen, Kirschblüte…So chaotisch fing mein Sommersemester an. Trotzdem gab es am Ende eher weniger Überraschungen: der Sprachkurs wird zunehmend komplexer und ein wenig anstrengend, was einfach an der Art des Unterrichts liegt. Dazu zwei Vorlesungen und zwei Seminare in meinem Nebenfach Deutsch als Fremdsprache, in denen man quasi nichts machen muss, außer anwesend zu sein xD Das definitiv wichtigste Fach hört auf den Namen “Japanologische Recherche und Präsentation”, in dem die Grundlagen für wissenschaftlichen Arbeiten in der (Trierer) Japanologie vermittelt werden. Wie schreibt man eine Hausarbeit? Wie arbeitet man eine Präsentation aus? Wie schlägt man unbekannte Schriftzeichen in Wörterbüchern nach? Das und Weiteres sind sprichwörtliche die Grundsteine für die nächsten Semester, weshalb man dementsprechend gut dabei sein sollte. Im gleichen Atemzug muss jeder Student dieses Semester eine Art Trockenübung für eine Hausarbeit zu einem zufälligen Thema durchführen. Dafür durchgeht man eben die selben Schritte (Recherche, Gliederung, Ausarbeitung, etc.) und hält zum Ende des Semesters eine kurze Präsentation. Das funktioniert natürlich nur, wenn man selbst die dazugehörige Literatur konsumiert. Heißt also lesen, lesen und noch mehr lesen. Ich habe mit einem männlichen Autor der Moderne, der relativ wenige Werke geschaffen hat, ein gutes Los gezogen, weil unsere Uni-Bibliothek auch dementsprechend wenig zu bieten hat.

Ein anderes Anliegen, für das man Bücher durchstöbern sollte, sind die beiden Auslandssemester. Wie das zusammenhängt? Bei der Bewerbung für die stark limitierten Plätze muss man u.a. ein sogenanntes Forschungsthema präsentieren. Das ist dann eine DIN A4-Seite, auf der man erörtert, für welches Thema in Japan vor Ort recherchiert werden soll. Was da genau geschrieben werden soll, wird mir erst noch beigebracht. Die Krux ist eben, dass die Bewerbung am Anfang des Wintersemesters erfolgt, also diesen Oktober. Schon in der Sommerpause muss ich mich demnach für ein Forschungsthema entscheiden, was dann zum Teil auch für meine Bachelorarbeit von Bedeutung sein wird. Mit anderen Worten darf ich mich als Zweiti ohne große Erfahrung in der Japanologie bereits für die Richtung meiner Abschlussarbeit entscheiden…Wer das aus dem Stand kann, ist nicht normal :P

Japanische Kultur und dazu der Autor Dazai Osamu

Insgesamt hatte ich alleine diesen Monat fünf Bücher in der Hand, die sogar ausnahmslos in Englisch verfasst waren. Und dabei darf ich auch noch für ein Referat in meinem Nebenfach recherchieren…Ich beschwere mich nicht, sondern bin erleichtert, dass der “Schulcharakter” des ersten Semesters so langsam zu Ende geht. Allgemein wird man in fast jedem Studiengang früher oder später sehr viel lesen müssen; vor allem in linguistischen Studiengängen wie der der Japanologie kommt man an der Bibliothek nicht vorbei. Bisher hat es mir die Zeit der streitenden Reiche oder auch Sengoku-Jidai sehr angetan, die vom Ende des 15. Jahrhunderts bis 1600 andauerte. Obwohl es wohl die blutigste Epoche war, fasziniert mich der Prozess der Einigung Japans wie keine andere historische Periode in der japanischen Geschichte. In dieser Zeit fanden die ersten Ausländer und mit denen auch christliche Missionare ihren Weg in das Land der aufgehenden Sonne. Außerdem bin ich absoluter Fan Toyotomi Hideyoshis, ohne den die Sengoku-Jidai nicht so ausging, wie es schließlich der Fall war. Für mein Thema schwanke ich aktuell zwischen der historischen Person Toyotomi Hideyoshi und dem sogenannten christlichen Jahrhundert, welches bis in die 1630er andauerte, weil dann das Christentum verboten wurde. Man bräuchte natürlich noch etwas Genaueres wie “Christen unter Toyotomi Hideyoshi”, aber bis dahin habe ich noch ein wenig Zeit. Sowieso sollte ich mir mal Werke über das christliche Jahrhundert oder die Sengoku-Jidai einverleiben…

Danke fürs Lesen. Ist irgendwie am Ende recht viel geworden, aber so ist das eben :bye: Wenn die Gedanken erstmal anfangen zu fließen, gibts gleich einen ganzen Tsunami. Demnächst möchte ich noch etwas über meine allgemeine Zukunft loswerden, also seid gespannt.

Euer
Tobii~