Monthly Archives: July 2014

Das Ende einer Reise

Abschied:

Tschüssi!

Das ist zumindest das, was hier Morgen angesagt ist: Es geht nach mehr als 9 Monaten in Japan wieder nach Hause in den Norden Deutschlands. Freunde & Familie freuen sich schon gleichermaßen und ich mich natürlich auch irgendwo. Leicht wird mir der Abschied nicht fallen…Heute möchte ich zumindest ein wenig über die vergangene Zeit schwärmen :heart:

Nur wie fange ich an? Vermutlich am Anfang? Erstes Mal Japan und dann gleich 4 Monate im beschaulichen Gifu, wo ich den Alltag eines hart arbeitenden Schülers gelebt habe. Schulgebäude sowie Dormitory waren nicht im besten Zustand…Dazu das eher schnöde Gifu, das trotz 400.000 Einwohner eher das Flair einer Kleinstadt versprüht. Viel Freizeit hatte ich erst gar nicht, weshalb diese 4 Monate des ersten Verständnisses, was es heißt, in Japan zu leben, für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben werden. Ohne auch nur irgendeine bekanntere Sehenswürdigkeit gesehen zu haben, vergingen diese Monate sehr schnell. Im Nachhinein bereue ich die Entscheidung für das “Nest” namens Gifu überhaupt nicht: Man kann sich komplett auf Schule und Arbeit konzentrieren, anstatt wie beispielsweise in Kyoto die ganzen Tempel abzuklappern oder in Tokio viele Nächte in Diskotheken zu verbringen. Sowieso leben in Gifu kaum Ausländer, was einen in der Schule richtig zusammen schweißt. Wirklich gute Freunde habe ich nicht gefunden, aber dennoch waren meine Mitschüler sehr freundlich und der internationale Mix sorgte für fortwährende Unterhaltung.

Dann eine Woche Nagoya, vor dessen Abreise ich in meiner leeren Wohnung vor Freude getanzt hatte. Zum ersten Mal für so lange Zeit direkt im Herzen einer Millionenstadt: Leuchtreklame, Menschenmengen rund um die Bahnhöfe & viel zu sehen. Nagoya ist zwar nicht extremst bekannt unter Touristen, aber diese 7 Tage markierten eben den Start einer anderen Ära, in der es statt Schulbankdrücken Sightseeing hieß. Dazu wurde ich mit so viel Sonne verwöhnt, dass mir Nagoya am Ende sehr gefallen hat.

In der Woche meines 20. Geburtstages ging es nach Kyoto, das mich völlig in seinen Bann riss: Atmosphäre im Guest House, die unglaubliche Fülle an historischen Tempeln bzw. Schreinen, die Kirschblüte, der Sprachkurs, das Essen, die Leute…Diese 100 Tage waren die besten, die ich während meiner gesamten 9 Monate erleben würde.

Anschließend ganz weit in den Westen nach Hiroshima, welches mich mit seiner grausamen Vergangenheit noch immer tief berührt. Dazu Miyajima, das ich gleich zwei mal aufgesucht habe. Und den ersten richtigen Sonnenbrand nicht vergessen!

Die erste und einzige Fahrt mit dem Shinkansen quer über die Hauptinsel Honshu nach Tokio, das mir leider nicht zugesagt hat. Doch möchte ich auch nicht auf diese eher negativen Erfahrungen verzichten, weil man immer aus seinen Fehlern lernt. Und schließlich noch drei Nächte in Nagoya, die mich u.a. ein letztes Mal nach Gifu geführt haben, wobei ich nicht tanzte, sondern Taschentücher brauchte.

Damit wären wir schon beim nächsten Thema: Japan habe ich recht gründlich kennen gelernt, doch was nehme ich darüber hinaus mit? Ich habe gelernt, alleine in einem völlig fremden Land zurecht zu kommen. Ich habe gelernt, in Städten mit bis zu 8 Millionen Einwohnern den richtigen Weg zu finden. Ich habe auch gelernt, selbstständig Mahlzeiten zu kochen, Wäsche zu waschen, sich um Bürokratie zu kümmern. Ich habe auch gelernt, wie ich selbst als Person mit fremden Menschen umgehe, die ich womöglich nur wenige Tage sehe. Außerdem finde ich, dass die Fotos, die ich meiner Kamera entlocken konnte, über die Zeit verbessert haben. Work & Travel zeigt einem nicht nur das Land von all seinen Facetten, sondern wird man selbst in gewisser Hinsicht reifer. Anfang Oktober 2013 als Muttersöhnchen in den Flieger gestiegen und Mitte Juli 2014 als selbstständiger, junger Mann voller Tatendrang zurückgekehrt.

Des Weiteren war ich so lange in Japan, um für mich zu klären, ob ich mich mit diesem Land für den Rest meines Lebens beschäftigen möchte. Die Antwort lautet definitiv “Ja” und dementsprechend geht es im Oktober an die Universität, um Japanologie zu studieren. Was ich damit am Ende anfange, muss ich noch herausfinden, jedoch werde ich alles in meiner Macht stehende tun, um irgendwann in mein Paradies zurückzukehren. Mir ist übrigens erst in der letzten Nacht in Tokio klar geworden, wie gut ich nach Japan passe: Ruhig, in der Regel recht höflich und beim Aufbauen von Beziehungen zu anderen Menschen ziemlich langsam. Dazu die Sprache, die Natur…Es gibt nur sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr wenig, was ich an Japan nicht mag.

In Zahlen ausgedrückt würde meine Zeit in Japan übrigens dermaßen klingen: 288 Tage Aufenthalt, knappe 4 Monate Gifu, 10 Tage Nagoya, 100 Tage Kyoto, 1 Woche Hiroshima, 2 Monate Tokio. 16 Wochen Sprachkurs, 2 Monate Arbeit. Ca. 82 Stunden skypen mit Familie oder Freunden, einschließlich dieses Eintrages 82.358 Wörter für den Blog geschrieben, 2121 Fotos im Fotostream, ungefähr das fünffache habe ich mit meiner Kamera geschossen. Mehr als 20 mal im Curryhaus gegessen, unendlich viele Melonpans vertilgt, nur eine Flasche Captain Morgan sowie ein paar Bier vernichtet. Insgesamt viele viele viele Kilometer gelaufen, mehrere tausend Höhenmeter überwunden, Tage in (U-) Bahn und Bus verbracht…

Gibt es trotzdem etwas, das ich anders gemacht hätte? Ja, leider schon. Ich hätte nämlich ruhig etwas mehr arbeiten können…Irgendwie hatte ich ohne Vermittler nie genug Vertrauen in meine Japanischkenntnisse, als dass ich irgendwo angefragt hätte. Von den Finanzen her hat es Dank einer zusätzlichen Spende gereicht, doch ergab sich so zu viel Freizeit, die mir nicht immer gut bekam…Dass ich schlecht im schließen von Freundschaften bin, ist nichts Neues, doch zumindest ein wenig mehr hätte ich ruhig mit den vielen Menschen sprechen können, die ich auf meiner kleinen Odyssee getroffen habe.

Ansonsten habe ich nicht viel mehr zu sagen, außer dass ich so etwas unbeschreiblich Wunderbares vermutlich nie mehr so frei genießen kann. Als jemand, der quasi direkt nach dem Abitur Work & Travel gemacht hat, kann man schlecht sagen, dass man die Zeit seines Lebens hatte, weil man bis dato nur den Schulalltag kannte. Ich warte also auf später, was auch immer aus mir werden mag. Danke an alle, die meinen Wunsch wahr werden ließen, die mich in schwierigen Zeiten aufgemuntert haben, an die Lehrer/innen der Sprachschulen, an den Reiseveranstalter, an alle Leser und an meinen Teddy, der mich nach 20 Jahren immer noch überall hin begleitet.

Japan ist sicherlich nicht für jeden etwas, doch lade ich euch alle dazu ein, dieses kontrastreiche Land zu erkunden! Obwohl mein Aufenthalt im Land der aufgehenden Sonne nun vorüber ist, heißt das noch lange nicht, dass nichts mehr auf meinem Blog kommen wird. Ein wenig gibt es noch über Japan zu schreiben, doch möchte ich dann bei Zeiten über mein Studium berichten. Sowieso wird es irgendwann 100 prozentig wieder dorthin gehen, sodass ich dann gerne wieder meine Erlebnisse mit euch teilen werde. Ein wenig wird sich mein Blog sicherlich verändern, doch werden selbstverständlich keine Einträge verschwinden. Das, was ich hier so alles von mir gegeben habe, wird noch lange im Netz aufrufbar sein.

Das war es jetzt also erst einmal mit Japan, was? Bis zum nächsten Mal, du Paradies für diesen Tobi, der so viel über dich zu schreiben weiß!!

Gez.
Tobii~

Big City Life

Leben in Tokio:

Ein letztes Hallo aus Tokio!

Tja, so schnell sind zwei Monate um. Noch zwei Nächte im beschaulichen Nagoya und schon geht es in den Flieger zurück nach Deutschland. Dementsprechend folgt heute mein kleiner Rückblick auf die Zeit in Tokio. Das Prozedere kennt ihr ja bereits :P

Tokio empfand ich als sehr eigen, wenn ich so an die anderen Millionenstädte denke, die ich bisher besucht habe: Shinjukus Büro-Zombies, die allesamt in Hemd und Hose morgens, mittags und abends aus den Wolkenkratzern krochen. Harajukus modische Paradiesvögel. Touristenmassen in Asakusa…Irgendwie ist jeder in Tokio immer in Eile, sodass man einfach in der Menge untergehen kann und keiner schenkt einem größere Beachtung. Darunter leidet auch ein wenig die an den Tag gelegte Höflichkeit, denn besonders viele Verbeugungen sieht man an Zebrastreifen und Co. nicht…Natürlich sind alle immer noch total höflich, doch irgendwie geht man miteinander anders um. Außerdem leben in Tokio die meisten Ausländer auf einem Fleck, weshalb viel Englisch gesprochen wird (selbst in Taxis findet man kurze Sprachhilfen). Ich will nicht sagen, dass ich unbedingt der einzige Ausländer im Umkreis von 50km sein muss, der dann zu einer Art Attraktion wird (ein Chinese hatte so etwas für seine ländliche Heimat prophezeit). Aber man fühlt sich schon irgendwie besser, wenn man sein Japanisch benutzen darf und man hier und da mal angeguckt wird. Klingt komisch, ist aber so xD Auch in Geschäften und erst recht an Bahnhöfen heißt es einfach nur Massenabfertigung, die möglichst schnell gehen muss…Das hängt vermutlich mit der schieren Größe der Stadt sowie dem Status als Hauptstadt Japans zusammen. Zumindest die Größe selbst stellt nach Eingewöhnung kein Hindernis mehr dar. Sowieso kommt einem nach längerer Zeit in Tokio selbst eine eigentlich große Stadt wie Nagoya mit mehr als 2 Millionen Einwohnern ruhig vor :patrick: Von noch Kleineren will ich gar nicht erst anfangen…Um das Negative abzuschließen, findet ein Liebhaber des alten Japans in Tokio nicht mehr allzu viel aus dieser Rubrik: Stadtbrände, das Kanto-Erdbeben und zu guter Letzt die Bombenangriffe im 2. Weltkrieg haben Japans Hauptstadt innerhalb einem recht kurzen Zeitraum immer wieder zerstört. So sind fast alle größeren Tempel Nachkriegsbauten und auch sonst gibt es gar nicht soo viel zu sehen, dass man dort wirklich lange sein muss. Tokio ist eher ein Stadt, in der man lebt, und keine wie z.B. Kyoto, in der man nach mehr als drei Monaten noch nicht alles gesehen hat. Und mir fällt noch ein, dass diese Megastadt für ihre Größer sicherlich eine der saubersten ist, doch im Vergleich zu den anderen Großstädten ist es schon ein krasser Unterschied…Viele Obdachlose auf den Straßen, manchmal üble Gerüche…Hat mich regelrecht erschrocken, wie es in Tokio in der Hinsicht zugeht. Ich bin in der da aber vermutlich ein wenig verwöhnt. Trotzdem scheint Tokio unter Ausländern und Japanern gleichermaßen beliebt zu sein: Auf meiner favorisierten Webseite über Japan haben die meisten Tokio besucht (was auch mit den Flughäfen zu tun haben kann). Irgendwo bin ich sogar auf die Behauptung gestoßen, dass 90% aller Ausländer Japans in Tokio leben. Nach 2 Monaten in dieser Stadt würde ich dieses als glaubwürdig einstufen :horror: Vielleicht lag es auch an meiner Prägung durch mein kleines Heimatdorf in Deutschland oder durch vorheriges Aufsuchen anderer Großstädte Japans…Oder an der Regenzeit…Oder an dem schwierigen Austausch mit den Mitbewohnern im Share-House…Ende der Geschichte ist auf jeden Fall, dass mir Tokio am wenigsten gefallen hat.

U-Bahn Linien...

U-Bahn Linien…

Das mag alles recht kritisch klingen und ich meine es auch ernst damit, doch soll man nicht die guten Seiten vergessen: Mein Zimmer war sowohl von der Lage als auch von der Ausstattung her das Beste, das ich in Japan hatte. Dazu hatte ich die ersten richtigen Sommertage in Tokio. Ich möchte außerdem betonen, dass ich außerhalb Tokios einige der schönsten Tage überhaupt erleben durfte: Fuji Q Highland, Kamakura & Mitakesan. Diese Erlebnisse würde ich definitiv sehr vermissen. Dabei hatte Tokio selbst auch gar nicht so schlechte Attraktionen zu bieten: Skytree, Odaiba, Ghibli Museum und Co. waren echt cool. Leider gab es am Ende nicht ganz so viel zu sehen, dass es ein wenig schwer wurde, etwas Unbekanntes zu finden. Immerhin habe ich so einige der berühmtesten Orte Tokios gesehen, die nicht nur in Japan sondern auch in der westlichen Welt bekannt sein dürften.

...und Bahnnetz

…und Bahnnetz Tokios

Als Fazit will ich definitiv nicht sagen, dass die zwei Monate Tokio verschwendete Zeit waren und ich z.B. lieber in Kyoto hätte bleiben sollen. Wer kann von sich behaupten, in einer Stadt mit 32 Millionen Einwohnen zurecht gekommen zu sein? Wer kann von sich behaupten, 2 Monate in dieser Stadt gelebt zu haben? Nicht so viele, würde ich sagen. Des Weiteren weiß ich nun für mich, dass Tokio nicht mein Ding ist. Was auch immer die Zukunft bringen mag, diese Stadt werde ich also meiden. Und das ist definitiv etwas wert, meint ihr nicht auch? Außerdem fällt so der Abschied von Japan ein wenig leichter, weil man eben eine nicht ganz so schöne Zeit hat und dann ein bisschen eher wieder zurück nach Deutschland gehen möchte. Direkt nach dem Sprachkurs in Kyoto wäre es mir sehr viel schwerer gefallen, als es mir jetzt schon tut. Irgendwie hatte ich mir Tokio sowieso besser vorgestellt…Vielleicht hätte ein kleineres Share House geholfen? Oder nach dem 1. Monat recht spontan nach Hokkaido (Nordinsel Japans), obwohl meine Geldmittel schon über der Grenze waren? Es ist jetzt so gekommen, wie es eben ist. Euch da Draußen möchte ich Tokio keineswegs schlechtreden; fahrt hin und schaut es euch an, nur zu. Man kann wunderbare Dinge in dieser verrückten Stadt erleben, doch würde ich nicht dort leben wollen. Da bemitleide ich fast schon die ganzen Japaner; so ziemlich jeder Vierte ist in Tokio wohnhaft…

Danke fürs Lesen, auch wenn es ausnahmsweise ein negativer Eintrag war. Die nächsten weder wieder positiv – Versprochen!

Gez.
Tobii~

Rainy Days

Regenzeit in Japan:

Hallo mal wieder :bye:

Schließen wir heute die Serie rund um das Wettergeschehen in Japan ab! Gekommen waren wir ja bis zum Mai, weswegen wir gleich mit dem Juni einsteigen werden:

Die erste Juniwoche wartete noch mit richtigem Sommerwetter auf, doch dann setzte die sogenannte Regenzeit ein. Wer dabei jetzt an den Monsun in Indien oder etwas Ähnliches denkt, der liegt falsch. Zum Glück sieht es in Japan nämlich nicht ganz so schlimm aus! Trotzdem ist das Wetter verglichen zum Rest des Jahres sehr wechselhaft und die Sonne zeigt sich nicht mehr allzu oft. Ja vermutlich sind Juni & Juli die beiden Monate, in denen das Wetter in Japan am schlechtesten ist. An sich stellt Regen dabei gar kein Problem dar…Regenschirm mitnehmen und ab ins Museum, Einkaufszentrum oder weiß der Kuckuck. Wenn es jedoch ums Fotografieren geht, stellt das Wasser von oben schon eher ein Problem dar :unsure: Ein paar Tropfen sind ok, aber dann ist auch Schluss. So oder so macht sich ein blauer Himmel besser als eine graue Suppe :P Bergsteigen im Regen macht weder wirklich Spaß noch ist ein rutschiger Untergrund besonders empfehlenswert…Für mich hieß es dann immer den Wetterbericht genau im Auge zu behalten, um jeden trockenen Tag richtig auszunutzen.

Dennoch bringt die Regenzeit ein paar Vorteile mit sich, die ich nicht außen vor lassen möchte: Immer wenn sich die Sonne zeigt, freut man sich richtig. Falls der Himmel sogar aufklart, umso mehr :yahoo: Da heißt es schnell in den nächsten Park! Außerdem bringen Wolken und Regen niedrigere Temperaturen mit sich, sodass man tagsüber selten über 27°C bekommt. Das ist genau richtig, wie ich finde; nicht zu warm eben. Nachts kann es jedoch manchmal auf 23°C herunter gehen, was fast schon zu kalt ist :P Jetzt im Juli hatten wir in Tokio schon schwüle Tage, an denen das Thermometer auf 33°C kletterte. Ganz vorbei ist die Regenzeit allerdings noch nicht. Erst im August ab Mitte Juli hat man Sonne satt, wobei man dann täglich weit über 30°C haben wird. Dazu ist es sehr schwül und selbst nachts gibt es keine Erholung. Meine letzten Tage hier in Japan sehen genau so aus ;-) Auch die 40°C-Mark wird gelegentlich überschritten…Als “Sparmaßnahme” soll man die Klimaanlage im Hochsommer nur auf 28°C betreiben…Ihr könnt euch also vorstellen, wie heiß es werden muss. Ich werde es nicht mehr miterleben, doch würde ich das während eines späteren Aufenthaltes nicht ausschließen. Anfang Oktober hatte ich ja noch Tage mit 30°C…

Wie immer treffen diese Beschreibungen nur auf die Hauptinsel Honshu zu. So wird es auf der südlichen Insel Kyushu oder gar auf Okinawa noch wärmer sein, während es auf der Nordinsel Hokkaido kühler sein wird. Dort soll man übrigens auch von der Regenzeit verschont werden ;-) Aber dahin wird erst irgendwann hingehen…

Danke fürs Lesen! Jetzt findet sich das Wetter eines kompletten Jahres auf meinem Blog. Yeeeaaah :wow:

Gez.
Tobii~

Bei Chihiro, Totoro, Kiki und Co.

Ghibli Museum:

Moin ihr!

Über das Studio Ghibli habe ich ja schon einen Eintrag verfasst ;-) Hier in Tokio findet sich dann nämlich das Ghibli Museum, welches teilweise vom Meister Miyazaki höchstpersönlich designt wurde. Ich war da und das waren meine Eindrücke!

Das größte Hindernis, um überhaupt erst das Museum besuchen zu können, stellt die Eintrittskarte dar. Anstatt das Ticket wie üblich direkt am Museum zu erstehen, muss man es Wochen vorher in einer bestimmten Konbini-Kette oder über Reisebüros kaufen. Ersteres geht natürlich nur direkt in Japan und die Karten sind verdammt schnell weg. Ich habe mein Ticket genau einen Monat vor dem eigentlichen Besuch geholt :horror: Dabei ist der Automat vollkommen auf Japanisch, weshalb es mir ohne Hilfe gar nicht erst möglich war, den Kauf abzuschließen. Dementsprechend exklusiv kommt einem der Besuch im Ghibli Museum dann vor :P

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Gelegen ist das Museum dann passend zu den fantasievollen Werken direkt neben einem schönen Park in einer ruhigen Gegend Tokios. Es liegt zwar mehr oder weniger auf meiner Ecke, doch braucht man schon ein Weilchen, bis man da ist. Vom nächstgelegenen Bahnhof aus verkehrt immerhin ein Bus, der aber trotzdem 10 Minuten benötigt. Dafür fand ich den Bus schon total cool: Kleineres Modell ganz in Gelb, mit Motiven aus den vielen Werken verziert und im Inneren statt Werbung Titelbilder aller Filme :heart: Man wird dabei ziemlich direkt vor das Museum gekarrt.

Der Roboter aus "Das Schloss im Himmel"

Der Roboter aus “Das Schloss im Himmel”

Am Museum erwartete mich zuerst eine längere Schlange, die aber schnell abgewickelt wurde. Sowieso der erste Blick auf dieses einzigartige Gebäude, das den Idealen Miyazakis entsprechend sehr viel Grün aufweist…Auch der originalgroße Roboter aus “Das Schloss im Himmel” auf dem Dach…Einfach nur wow :wow: Innen ist Fotografieren strengstens verboten, sodass es nur Bilder von Außen gibt. Auf jeden Fall wird einem auf drei Stockwerken viel geboten: Ein Bereich über Animationen an sich, ein Kino, wo exklusive Kurzfilme gezeigt werden, eine Art Arbeitszimmer des Meisters inklusive Anekdoten zu vielen Filmen, ein überfüllter Museumsshop, ein Café und natürlich der Roboter auf dem Dach. Meine Highlights waren auf jeden Fall das Arbeitszimmer und der Kurzfilm, der typisch Ghibli war. Im Gebäude finden sich selbstverständlich total viele Elemente, die an den ein oder anderen Film erinnern. Z.B. finden sich Fenster wie aus Kirchen mit den Protagonisten der Filme :yahoo: Insgesamt muss ich jedoch sagen, dass ich mir das Museum schon ein wenig größer vorgestellt habe…Ohne Imbiss im Café war ich nur eine gute Stunde da, obwohl ich im Prinzip einen Monat auf diesen Tag gewartet habe. Ich sage nicht, dass es schlecht war, aber vermutlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch angesetzt :unsure: ?

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Zumindest machte ich nach dem Museum noch einen Abstecher zum Inokashira Park, der vor allem für seinen Teich und die vielen Kirschen berühmt ist. War nicht besonders viel los & mir sind ein paar gute Fotos geglückt. Anschließend habe ich noch ein paar Dinge erledigt sowie eine Portion Curry genossen, bevor es wieder zurück nach Hause ging :)

Das war nochmal ein ganz netter Tag, der mich in eine ruhige Gegend geführt hat. Als Ghibli Fan ist ein Besuch im Ghibli Museum fast schon eine Pilgerreise und ich bin sehr stolz darauf, dort gewesen zu sein B-) Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Gez.
Tobii~

Himmlisches Finale

Mitakesan:

Ja hallo schon wieder!

In Japan rückt einer der stärksten Taifune seit Jahren an, doch am letzten guten Tag war ich nochmal los. Einen längeren Ausflug als den zum Berg Mitake werde ich in den verbleibenden Tagen nicht unternehmen, sodass ich von meinem grünen Finale rede. Apropos: Deutschland hat es endlich wieder in ein WM-Finale geschafft! Auch das geht nicht an mir vorbei :P Aber auf zum Mitakesan, meint ihr nicht auch?

Von Tokio aus ist es zum Mitakesan eine kleine Weltreise; so lange war ich hier noch nie unterwegs. Ich muss allerdings sagen, dass es sich ebenfalls noch nie so gut angefühlt hat, raus aus der Stadt zu kommen :heart: Eine direkt Verbindung gibt es schon mal nicht…Da muss man schon zwei bis drei mal umsteigen, bis man am Mitakesan ist. Zuerst, weil es schneller war, per U-Bahn zum Bahnhof Shinjuku, dann eine Bahnlinie ganz bis zur Endstation Richtung Norden und zum Schluss auf eine kleinere Linie umgestiegen, die einen noch weiter weg von Tokio führt. Nur die Hinfahrt kostet dann schon gute 7€, wobei man auch an die 2 Stunden im Zug sitzt. Recht schnell lässt man dabei übrigens die Hochhäuser zurück und sieht nur noch kleinere Einfamilienhäuser. Dazu kaum was los unter der Woche; selbst unter Touristen scheint Mitakesan eher ein Geheimtipp zu sein. Auf jeden Fall waren die ersten Atemzüge der frischen Luft in Mitake mit das Beste, was ich während meiner Zeit in Tokio erlebt habe. Vielleicht habe ich mich auch einfach nur gefreut, dass die Zugfahrt geschafft war. Mitake ist dabei ein kleines Nest am Fuße des gleichnamigen Berges, das nur über einen einzigen Konbini verfügt. Am Bahnhof gab es nicht einmal einen Automaten zum Angleichen des Fahrpreises, sondern musste dieses von einem Bahnangestellten erledigt werden. Willkommen im Nirgendwo xD

Die Seilbahn

Die Seilbahn

Anders als beim Takaosan liegt der Bahnhof etwas weiter vom Mitakesan entfernt, weshalb noch eine 10-minütige Busfahrt für 2€ oben drauf kommt. Die Straße zur Bodenstation der Seilbahn wird sogar so schmal, dass eine Fahrbahnmarkierung in der Mitte fehlt. Das fand ich schon abenteuerlich, doch habe ich noch ganz andere Dinge erlebt :kawaii: Nach der Busfahrt folgte also noch eine Fahrt per Seilbahn, die zusammen weitere 7€ beansprucht. Dafür ist man gleich auf etwas mehr als 900m und kann auf dem Gipfel die verschiedenen Wanderwege erkunden. Der Mitakesan ist übrigens etwas mehr als 1000m hoch ;-) Damit ist er der bisher höchste Berg, auf dem ich in Japan war!

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Blick Richtung Tokio

Auf dem Mitakesan angekommen, galt es zuerst den Blick zum hinter Wolken versteckten Tokio zu genießen. An klaren Tagen sollte man ziemlich gut Shinjuku und auch den Tokyo Skytree ausmachen können. Nach einer kurzen Stärkung machte ich mich dann auf den Weg zum sogenannten Visitor Center, wo man eine Karte mit den Wegen erhält; am Bahnhof und an der Seilbahn gab es jedoch auch ein Prospekt mit einer solchen Karte. Man kam dann an einer Art Tempel vorbei, der mal eben ein sehr überwuchertes Reetdach, was ich so noch nicht gesehen habe. Drum herum finden sich übrigens Wohnhäuser und kleinere Hotels, in denen man übernachten kann. Das Visitor Center war dann eher eine Enttäuschung, aber die Karte ist ein gutes Souvenir :yahoo:

Musashi Mitake Schrein

Musashi Mitake Schrein

Als nächstes habe ich den Musashi Mitake Schrein aufgesucht, der 20-30 Minuten von der Bergstation der Seilbahn entfernt ist. Direkt vor dem Torii des Schreins kommt man durch so eine Touri-Gasse, in der man Souvenirs erstehen oder sogar essen kann. Da so wenig los war und die Gebäude nicht mehr ganz so in Schuss waren, erinnerte mich das irgendwie an einen vergessenen Ferienort, der früher mal sehr beliebt war, doch jetzt seinen Glanz verloren hat. Interessante Atmosphäre, die mich nach Ende der Klettertour irgendwie traurig gemacht hat. Mitakesan ist so toll, warum kommt kaum noch jemand her? :-( Vielleicht sieht es an Wochenenden und/ oder Feiertagen besser aus…Für den Schrein muss man einige Treppen überwinden, was bei so 26°C nicht ohne Schweiß möglich ist :P Der Aufstieg ist nett in Szene gesetzt, doch der Schrein selbst hat mir nicht ganz so gefallen. Nicht schlimm, denn ich bin ja nicht wegen dem Schrein sondern aufgrund der Natur so weit rausgefahren!

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Erst jetzt begann mein kleines Abenteuer im Grünen, das mich am Ende zum sogenannten Steingarten führte. Dieser ist recht weit entfernt, doch geht der Weg durch den Wald vor allem bergab, sodass der Rückweg anstrengender als der Hinweg ausfällt. Mehr oder weniger in der Mitte zwischen Seilbahnstation und Steingarten kommt man an einem Wasserfall vorbei, den ich nicht ausgelassen habe. Für den muss man vom Weg abkommen, wobei am Schild nur etwas von 5 Minuten stand…Der Pfad wird allerdings recht steil, führt teilweise nur über Wurzeln und auch steile Treppen darf man überwinden. Der Boden war dazu recht feucht, was das Ganze nicht ganz ungefährlich machte. Ich hatte auf jeden Fall so viel Spaß wie noch nie in der japanischen Natur :wow: Am Wasserfall ist dann kaum etwas abgesperrt, sodass man im Prinzip auch eine Dusche nehmen kann xD Sah auf jeden Fall sehr schön aus und da unten hatte sich außer mir keine Menschenseele hingetraut. Der Weg nach oben war Dank der Treppen einfach nur herrlich schwitzig :P Das war das Erste, was diesen Tag zum Highlight machte.

Im Steingarten

Im Steingarten

Das nächste Highlight war der Steingarten, der sich echt kinderleicht erreichen lässt: So gut wie gar keine steilen Abschnitte und von Treppen ganz zu schweigen :) Ich war übrigens richtig genial :patrick: An sich war alles ausgeschildert, doch führte direkt vor dem Steingarten ein Schild nach oben und da stand auch irgendetwas von eben diesem…So bin ich einen richtig kleinen Pfad hoch gespurtet, nur um festzustellen, dass ein Schild da oben wieder nach unten verweist xD Mit anderen Worten war ich schon im Steingarten! Da hätte ich mir ein Schild gewünscht, wo etwas wie “Willkommen im Steingarten” gestanden hätte. Oder ich hätte einen Blick auf die Karte(n) werfen können…Wie dem auch sei: Der Steingarten ist im Prinzip ein Fluss, der von einem Pfad geflankt wird. Man überquert den kleinen Bach aber auch recht oft. Auf ein paar hundert Metern liegt eben alles voll mit kleinen bis riesigen Felsen, die alle mit Moos bewachsen sind. Vor allem die eine Stelle, die an dem größten Felsen vorbeiführt, ist einfach total cool. Anfangs dachte ich übrigens, dass ich es nicht zum Steingarten schaffe, weil auf den Schildern etwas von 2 Stunden stand…Nun weiß ich, dass damit Hin- und Rückweg gemeint sein müssen. Wäre damit nämlich nur eine Strecke gemeint, hätte ich es nicht geschafft. Die letzte Seilbahn geht schließlich um 18:30 Uhr, wobei man schon dann nicht mehr per Bus zum Bahnhof zurück kommen kann…Der Steingarten war auf jeden Fall einer der schönsten Orte, die ich auf japanischen Bergen gefunden habe :heart:

Wald statt Hochhäuser!

Wald statt Hochhäuser!

Für den Rückweg brauchte ich dann ein wenig mehr Puste, weil es eben wieder bergauf ging. Irgendwie hatte ich mich ziemlich beeilt, weswegen ich weit unter 60 Minuten gebraucht habe :P In einem Souvenirladen vorm Schrein noch eine kleine Pinnadel erstanden und am Ende noch ein wenig die Aussicht von der Seilbahnstation genossen, bevor es wieder runter ging. Oben wurden mir sogar ein paar Sonnenstrahlen und ein bisschen Blau am Himmel gegönnt! Ganz am Ende noch ein paar Bilder von der Brücke in Mitake geschossen und dann stieg ich zur Dämmerung schon wieder in den Zug zurück nach Tokio ein.

Das war also mein Trip zum Mitakesan, der mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wird. Wieder ein Highlight mehr :kawaii: Hat sich meiner Meinung nach mehr als gelohnt, gerade wenn man sich mal die aktuelle Wetterlage ansieht. So viel ist in Japan während Juni & Juli nicht mit Sonne, was für mich natürlich doppelt schade ist…Doch lässt sich eben nur das Beste daraus machen, indem man solche Ausflüge unternimmt. Danke fürs Lesen! Das war mein letzter Berg und einen längeren Ausflug wird es ebenso wenig geben. Eine unglaublich wundervolle Zeit neigt sich dem Ende zu, doch werden es Tage wie dieser sein, die mir für immer im Gedächtnis bleiben werden. Wann auch immer es als nächstes nach Japan gehen wird, ich werde alles daran setzen, weitere Tage wie den auf Mitakesan zu erleben.

Euer Japanverrückter,
Tobii~

Japans altes Tor zur Welt

Yokohama:

Hallo ihr!

Mitten im Endspurt ging es an einem schönen Sonntag nach Yokohama, das für mich Japans altes Tor zur Welt ist. Aus dieser Zeit stammen nämlich die interessantesten Sehenswürdigkeiten B-) Man sollte aber nicht vergessen, dass wir von der mit 4 Millionen Einwohnern zweitgrößten Stadt Japans sprechen. Seid ihr bereit? Also los!

Yokohama liegt südlich von Tokio und lässt sich von allen großen Bahnhöfen per Bahn erreichen. Von Shinjuku dauert es immerhin 40 Minuten, wobei man dann auch umgerechnet 4€ für nur eine Fahrt hinblättern muss. War ein bisschen schwierig, immer den richtigen Bahnsteig zu finden, weil die Züge weiter als Yokohama bzw. Shinjuku fahren und deswegen steht auf den Anzeigetafeln nicht das Ziel dran, was man eigentlich erreichen will. Dafür hängen ja Tafeln aus, die einen aufklären. Zur Not wird einem auch jeder Japaner freundlich behilflich sein ;-) Vom Hauptbahnhof Yokohama ging es noch ein Stückchen weiter direkt zum ersten Ziel meines kleinen Ausflugs.

Yamate und Motomachi

Bluff No. 18

Bluff No. 18

Yokohama war damals einer der ersten Häfen, der während der Meiji Restauration geöffnet wurde. 1850 wird es trotzdem vergleichsweise groß gewesen sein und dementsprechend wurden viele Ausländer angezogen. Die westliche High Society inklusive Diplomaten und anderen Personen mit hohem Rang hatte ihre Anwesen im Stadtteil Yamate und genau dort ging es zuerst hin :wow: Ein gutes Dutzend dieser Villen kann heute noch besichtigt werden, wobei meines Wissens kein Gebäude das große Kanto Erdbeben von 1923 überstanden hat. Dafür haben sie den Krieg überstanden, was auch an ein Wunder grenzt. Vom Bahnhof aus kann man übrigens schon das eine Anwesen sehen, wenn man denn ein wenig nach oben guckt. Nach oben? Ja, ob ihr es glaubt oder nicht, die zwei Villen, die ich besucht habe, stehen auf einem Hügel! So muss man natürlich ein wenig bergauf gehen, was sich aber mehr als lohnt, denn der Eintritt ist umsonst :yahoo: Das erste Anwesen hört auf den schnöden Namen “Bluff No. 18” und wurde Mitte der 20er für einen katholischen Priester errichtet. Innen wird man dann leider feststellen, dass nur wenige Räume dem Originalzustand nachempfunden sind.

Diplomat's House

Diplomat’s House

Da sticht das sogenannte “Haus des Diplomaten” schon eher hervor: Amerikanische Architektur, großer Garten, fast alle Räume originalgetreu eingerichtet und dann der Blick runter auf die Stadt. So ließ es sich bestimmt wunderschön leben :kawaii: War auf jeden Fall einen Besuch wert, wobei die anderen Attraktionen Yokohamas von Yamate aus gar nicht so weit entfernt sind. Am Ende des Tages taten mir schon ein wenig die Beine weh, aber ich bin nur zwei Mal Bahn gefahren :P Anschließend ging es durch eine Einkaufsstraße namens Motomachi, die bis auf die Nähe zu einem Kanal nichts wirklich Spektakuläres bot. Ich fand es irgendwie schön, sich unter die den Sonntag genießenden Japaner zu mischen und nicht mehr ganz so viele Ausländer zu sehen.

Chinatown

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Gute 600m weiter beginnt dann der Bezirk, der damals vor allem von Chinesen bewohnt wurde. Wie ihr euch denken könnt, entstand ein(e?) Chinatown, das sogar das größte Japans ist. Heutzutage leben dort allerdings nicht mehr besonders viele Chinesen…An einem Sonntag waren jedenfalls ziemlich viele Leute unterwegs und so war es gerade in den engeren Gassen sehr voll. Yokohamas Chinatown bietet vor allem Eines: Essen. Egal ob kleiner Imbiss in die Hand bis hin zum mehrgängigen Menü zum entsprechenden Preis kann man sich hier so richtig den Bauch vollschlagen. Man findet auch Läden, die typisch chinesische Produkte anbieten. Ansonsten gibt es außer die Tore und einem buddhistischen Tempel nicht so viel zu sehen. Ist vermutlich ein guter Ort für ein Mittagessen, doch war mir nicht danach :P

Hikawa Maru im Yamashita Park

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Anschließend ging es Richtung Meer oder genauer gesagt zum Yamashita Park, der eben direkt am Wasser liegt. An dem Wochenende wurde unter dem Motto “Belgian Beer Weekend” eine sehr gut besuchte Veranstaltung ausgetragen, die ich vor allem wegen der vielen auf dem Boden sitzenden Leute unterhaltsam fand. Ein belgisches Bier habe ich mich natürlich nicht gegönnt xD Der Park selbst ist gar nicht so klein und verfügt über so ziemlich alles, was man halt in einem Park so findet: Springbrunnen, Blumen, Bäume und Wiesen. Am Ende des Parks lockte übrigens ein Zauberer in lila Anzug eine große Menge an. Das Beste am Park stellt jedoch etwas dar, was viele überraschen wird :horror: An einem Steg ist nämlich die Hikawa Maru festgemacht, ein Passagierschiff von 1930. Für 2€ kann man die alte Lady betreten, was ich nur jedem empfehlen kann.

Hikawa Maru - stilecht mit anderem Schiff und Möwe

Hikawa Maru – stilecht mit anderem Schiff und Möwe

Zumindest mich fesselte das Schiff irgendwie, sodass ich die Hikawa Maru als Highlight des Tages bezeichnen würde :heart: Direkt im Eingangsbereich kann man einen 27-minütigen Film über die Geschichte des Schiffes ansehen, der zum Glück auch englische Untertitel hat. Eine weibliche Stimme erzählt dort in Ich-Form, was eben den Eindruck erweckt, dass das Schiff selbst redet. Finde ich richtig gut gemacht :) Man erfährt dann u.a. über die prominenten Gäste, die Zeit als Lazarettschiff während dem 2. Weltkrieg und der nachfolgenden Renaissance, die mit dem Boom der Flugzeuge jedoch ein Ende nahm. Ganze 30 Jahre war die Hikawa Maru im Einsatz und hat in der Zeit fast 300 mal den Pazifik überquert. Im Inneren lassen sich dann u.a. Kabinen, der Maschinenraum mit den zwei Dieselmotoren aus Dänemark, die Brücke und den nicht ganz so großen Speisesaal der 1. Klasse besichtigen. Man denkt unweigerlich an die Titanic, wenn man durch den alten Rumpf zieht. Mich hat die Hikawa Maru wirklich beeindruckt und ich lege jedem Nahe, dieses Schiff zu besichtigen. Mit 163m Länge sowie 11.000 BRT ist sie von der Größe her nicht zu verachten, finde ich. Die gesamte Geschichte lässt sich übrigens hier (auf Englisch) nachlesen.

Minato Mirai 21

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Den Rest des Tages habe ich dem Anschauen von allen Dingen zwischen dem Yamashita Park und dem modernen Minato Mirai Komplex verbracht, dessen Skyline symbolisch für Yokohama steht. Zuerst ging es zum beeindruckenden Fähranleger, der neben einem guten Blick auf die Hikawa Maru und die Skyline einfach so schon cool aussieht. Moderne Architektur for the win! Zwei kleinere Kreuzer waren sogar gerade angelegt, von denen einer mir das erste Tuten seit 9 Monaten beschert hat :wow:

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Als nächstes durch einen weiteren kleinen Park zu zwei historischen Backstein Gebäuden, die ein ganz kleines Bisschen an die Hamburger Speicherstadt erinnern. Innen finden sich aber nur recht gewöhnliche Läden und Cafés. Dann an Instant-Nudelmuseum (das gibt es wirklich!) und kleinem Freizeitpark namens Cosmo World vorbei direkt zu Minato Mirai 21, wo das erst dieses Jahr entthronte höchste Gebäude Japans steht. Man findet auch ein ausgemustertes Segelschulschiff – die Nippon Maru, die von 1930 bis 1984 im Dienst war. Des Weiteren kann man nach Lust und Laune einkaufen, was wie immer nicht mein Fall ist. Von der Architektur her ist das eine Einkaufszentrum allerdings mal wieder richtig krass: Man kann dort bestimmt 20m bis unter die Erde gucken, wo man sogar die U-Bahn verkehren sieht. So etwas gibt es nicht alle Tage zu bestaunen!

Allerdings ging es auch mit eben dieser U-Bahn zurück zum Hauptbahnhof, von dem ich mich auf meinen Heimweg nach Shinjuku machte. War auf jeden Fall ein gut verbrachter Tag, der mich ein wenig in das goldene Zeitalter der Schifffahrt versetzt hat. Damit reden wir natürlich von der neueren Geschichte Japans und nicht von Samurai und Co., doch auch die ist manchmal ganz interessant. Danke fürs Lesen! Bis zum nächsten Eintrag ;-)

Euer
Tobii~

9 Monate mit Linux

Ein Selbsttest?

Herzlich willkommen zu einem etwas anderen Eintrag!

Heute steht statt Japan quasi mein technischer Begleiter im Mittelpunkt. Warum das? Weil ich darüber gerne ein paar (mehr) Worte loswerden möchte und ganz vielleicht finden noch andere dieses Thema interessant =)

Für mein Jahr in Japan nenne ich ein Modell einer heute fast ausgestorbenen Geräteklasse mein Eigen: Ein Netbook. Ich wollte beim Kauf Anfang 2013 eben etwas sehr Kompaktes, aber trotzdem nicht ganz Langsames. So bin ich auf eine neue Serie von ASUS gestoßen, die genau dieses bietet. Dazu war das Modell ohne Windows mit zu dem Preis unschlagbarer Hardware ausgestattet – namentlich eine 500GB Festplatte und 4GB RAM für 300€. Dazu sieht der Kleine von Außen ziemlich modern aus, wie ich finde. Die Leistung ist definitiv geringer, als ich sie von meinem Stand-PC gewohnt bin, aber immerhin werden selbst BluRay-Rips (*) in 1080p flüssig abgespielt, was definitiv eine Überraschung ist. Für normales Arbeiten, wie Textverarbeitung, ein wenig Bildbearbeitung und natürlich die Benutzung des Internets, reicht die gebotene Leistung völlig. Als leidenschaftlicher Spieler vermisst man im Bereich der 3D-Leistung so einiges, womit ich aber leben muss. Ganz ohne Spiele stehe ich nebenbei nicht da! Außerdem bin ich ja nicht nach Japan gekommen, um den ganzen Tag am Laptop zu sitzen. Für 300€ habe ich an sich wirklich viel erhalten. Eventuell wäre der Kauf eines zumindest 14 Zoll großen Gerätes besser gewesen…11,6 Zoll sind auf Dauer etwas klein, aber daran lässt sich jetzt nichts mehr ändern :patrick: Die Akkuleistung ist beim Arbeiten übrigens völlig in Ordnung. Wenn allerdings ein Video oder gar ein Spiel angeworfen wird, sollte in der Nähe eine Steckdose sein. Darunter leiden aber die meisten Notebooks ;-) Die Tastatur fällt natürlich kleiner aus und ist selbstverständlich eine Chiclet-Tastatur, an die man sich erst einmal gewöhnen muss. Mit genug Übung und fehlender Alternative lassen sich auch damit ohne Probleme Blog-Einträge von bis zu 2000 Wörtern schreiben. Beim Spielen wünscht man sich schon ein wenig mehr Platz zwischen den Tasten, was bei meinen größeren Händen nicht immer angenehm ist. Ansonsten kann ich über die Verarbeitung nicht klagen.

Tux - Das Maskottchen von Linux

Tux – Das Maskottchen von Linux

Dann also weiter zum Betriebssystem! Statt Windows läuft bei mir nämlich Linux :horror: Das dürfte für viele ein Buch mit sieben Siegeln sein, doch kann ich dieses überhaupt nicht nachvollziehen. Bis auf eine Ausnahme würde ich alle großen Distributionen (?) als “einsteigerfreundlich” bezeichnen. Im Internet lassen sich zu jedem Thema Anleitungen finden, man muss sich nur ein wenig mit der Materie auseinandersetzen und dann fühlt man sich sehr schnell sehr wohl. Heutzutage benutzen sowieso die meisten Menschen freie Programme, die es in fast allen Fällen eben auch für Linux gibt. Nur um ein paar zu nennen: Open bzw. Libre Office, Firefox, Chrome, GIMP (Bildbearbeitung), Pidgin (Chatprogramm) bis hin zu Skype. Wer ein Verfechter von Microsoft Office oder Adobe Photoshop ist, der sollte bei Windows oder Mac bleiben. Die freien Alternativen können viel, aber in manchen Disziplinen reichen sie kein bisschen an kostenpflichtige Programme heran. Da ich schon immer kostenlose Software genutzt habe, vermisse ich unter Linux nicht ein einziges Programm. Sowieso lässt sich Linux sehr viel stärker seinen Vorstellungen anpassen, als es mit Windows möglich ist. Gerade die Bedienung per Mausrad ist unter der von mir genutzten Desktopumgebung (?) LXDE einfach genial. Dank der sehr viel geringeren Verbreitung geht die Chance für einen Virenbefall quasi gegen Null. Ich könnte noch so viel mehr aufzählen, aber für mich ist Linux in fast allen Bereichen besser als Windows.

Das Einzige, was weiterhin ein Problem darstellt, ist das Spielen: Während unter Windows der Großteil der Computerspiele das Microsoft eigene DirectX nutzen, um 3D Inhalte darzustellen, wird unter Linux das offene OpenGL benutzt. Diese beiden Grafikschnittstellen sind sehr verschieden und eine Portierung ist nicht einfach mal eben so erledigt. Dazu lassen die geschlossenen Treiber der Grafikkartenhersteller unter Linux zu wünschen übrig…Trotzdem fand gerade in den letzten Jahren eine drastische Besserung auf diesem Gebiet statt, sodass manch einer Windows ganz den Rücken gekehrt hat. Bei mir wird das noch nicht der Fall sein, doch bin ich sehr froh zu sehen, dass mittlerweile auch richtig große Titel für Linux verfügbar sind. Es besteht zwar die Möglichkeit mit einem Nachbau der Windows API namens WINE Windows-Programme unter Linux zu benutzen, doch kann man sich denken, dass hier nicht immer alles so funktioniert, wie es eigentlich soll. So manches Spiel oder Programm verweigert mit WINE ganz den Dienst. Doch auch hier gibt es ein aktives Team, das für stetige Verbesserungen sorgt.

So schön kann ressourcenschonend sein

So schön kann ressourcenschonend sein

Zum Schluss möchte ich noch ein Vorteil gegenüber Linux aus der Welt schaffen: Es wird oft genug als optisch nicht besonders ansprechend betitelt, weswegen die Bedienung umständlich sei. Mumpitz! Aktuelle Desktopumgebungen bieten in der Hinsicht mehr Innovation als Windows und Mac zusammen. Man kann ein Dock benutzen, kleine Anwendungen auf dem Desktop befestigen und auch auf 3D Effekte muss nicht verzichtet werden. Dagegen kann es auch total minimalistisch und ressourcenschonend zugehen, sodass man auch auf einem schwachen Rechner ein ansprechendes Design vorfindet. In die Sparte gehört dann auch mein Netbook.

Insgesamt ist Linux auf diesem Gerät seit mehr als einem Jahr installiert und es gab nie größere Probleme. Das meiste war durch zu starkes Konfigurieren selbst verschuldet…Allerdings sind auch keine geschlossenen Treiber im Spiel. Gerade mit meinen AMD Grafikkarten zu Hause werde ich Linux nie wieder antasten…Trotz der Probleme hat man keinen einzigen Cent für ein Betriebssystem gezahlt, welches alles bietet, was der durchschnittliche Nutzer benötigt. In meinen 9 Monaten mit Linux habe ich nicht ein einziges Mal gewünscht, nicht doch Windows installiert zu haben. Gib Gates keine Chance! Freies OS für alle!

Danke fürs Lesen. Diese Gedanken wollte ich mal loswerden, weil ich Linux in den vergangenen 9 Monaten noch mehr zu schätzen gelernt habe. Es muss nicht immer Windows sein ;-)

Euer Linuxer
Tobi

* BluRay -Rip: Digitalisierte Version eines Filmes auf BluRay in dementsprechend hoher Qualität; 7-10 GB für 2h Länge sind normal

Alles Sushi oder was?

Über die Japanische Küche:

Hallo ihr alle!

Kümmern wir uns heute um etwas, dass ich bisher nie wirklich angeschnitten habe: die japanische Küche. Wenn es nämlich eines gibt, was ähnlich berühmt wie Samurai, Katana, Kaiser, Geisha und Co. ist, dann reden wir ziemlich schnell über Sushi, Soba, Udon, Ramen & mehr. Sowieso verlieben sich fast alle Menschen, die längere Zeit hier sind, in die Küche Japans. Wirklich oft gehe ich ja nicht essen und wenn dann, lande ich meistens eher im Bereich Fast Food…Trotzdem möchte ich euch ein paar Gerichte vorstellen, um zu zeigen, dass man in Japan nicht nur Reis und Fisch isst :P

Sushi

Nigiri Sushi | Quelle

Nigiri Sushi | Quelle

Der berühmteste Export aus japanischen Küchen dürfte ganz klar der rohe Fisch sein. Bei uns vor allem als gesundes Fast Food beliebt, ist Sushi in Japan eine Delikatesse, die, von einem richtigen Sushi-Meister zubereitet, ein teures Vergnügen darstellt, welches man sich nur selten gönnt. Abhilfe schaffen die Restaurants, in denen das Sushi an den Gästen mittels Förderband vorbeifährt und man sich einfach nimmt, worauf man Lust hat. Hier sind fixe Preise pro Teller üblich, sodass man sich hier schon ab 10€ satt essen kann. In vornehmeren Restaurants darf man sogar mit den Fingern essen! Allgemein möchte ich allerdings sagen, dass das “typische” Sushi nicht die in Seetang eingewickelten Maki Rollen sind, sondern das sogenannte Nigiri Sushi, welches aus einem zwei Finger breiten Reisklumpen besteht, der wahlweise mit Fisch, Krebs, Aal, Omelette etc. belegt wird. Das Ganze tunkt man vorher noch in Sojasoße (wer will zusätzlich mit ein wenig Wasabi vermischt) und wird dann in einem Stück gegessen. Guten Appetit!

Ich mache in der Regel einen großen Bogen um Fisch, doch die paar Mal, die ich Sushi gegessen habe, waren gar nicht so übel. Roher Thunfisch auf Reis mit Sojasoße schmeckt auch gar nicht mehr besonders nach Fisch und von daher…Es gibt sowieso auch ein paar Sorten, die ganz ohne Fisch daherkommen: Nigiri mit Omelette, die mit Gurken gefüllten Kappa Maki oder einfach nur Maiskörner in einer Art Majonäse umhüllt von getrocknetem Seetang. Sushi ist also auch etwas für die, die eigentlich nicht so gerne Fisch essen.

Zu Sushi lässt sich noch so viel mehr sagen…Leider ist der vermutlich beste Sushi Guide des Internets nicht mehr aufrufbar, sodass ich nur auf Wikipedia verweisen kann :-(

Soba

Soba | Quelle

Soba | Quelle

Fahren wir mit ein paar einfacheren Gerichten vor, die man in Nebenstraßen rund um größere Bahnhöfe schon ab 3,50€ genießen kann: Soba nennt man alles, was die braun-grauen Sobanudeln enthält. Diese werden zumindest in Imbissen in einer mit Brühe gefüllten großen Schale serviert, in der man dann zusätzlich ein wenig Gemüse, Fleisch oder Tofu findet. Im Land mit dem größten Fischverzehr der Welt lassen sich auch fischige Beilagen bestellen. Jede Beilage gibt dem Gericht meistens einen eigenen Namen, sodass Soba mit frittiertem Tofu zu Kitsune Soba wird. Ein eher simple, aber leckere Mahlzeit, die man überall bekommen kann. Schlürfen ist übrigens kein Tabu, sondern wird fast schon erwartet ;-) Wer keine Geräusche beim Essen macht, gilt sofort als Ausländer xD Das beschränkt sich nicht nur auf Japan, sondern gehört im Prinzip zu ganz Asien.

Udon

Tempura Udon | Quelle

Tempura Udon | Quelle

Ein weiteres Nudelgericht stellt Udon dar und auch hier sind die Nudeln namensgebend. Während Sobanudeln von der Form her locker als Spaghetti durchgehen könnten, sieht das bei Udon schon anders aus: Die Färbung fällt schon mal heller als bei den durchschnittlichen, italienischen Nudeln aus. Dabei sind sie gefühlt dreifach so dick und sogar etwas eckig. Genauso wie Soba lässt sich Udon in Bahnhofsnähe zum Spottpreis bekommen. Die einfachsten Gerichte unterscheiden sich ebenso wenig; also große Schüssel, Brühe, Beilagen. Der Dicke der Nudeln entsprechend liegt Udon etwas schwerer im Magen, was es zum idealen Stiller für den großen Hunger macht. Allgemein fallen die Portionen in Japan nämlich nicht allzu groß aus…

Okonomiyaki

Eine kleine Portion Okonomiyaki | Quelle

Eine kleine Portion Okonomiyaki | Quelle

Tschüss Nudeln, hallo Okonomyaki! Sagt euch nichts? Mir fällt nämlich kein deutsches Wort ein, das dieses Gericht treffend beschreibt…Begnügen wir uns mit einer simplen Umschreibung :P Okonomiyaki steht irgendwo zwischen Pfannkuchen und Omelette, wobei es sich dann um ein einziges, großes Omelette handeln muss. Je nach Zubereitung kommen in eine Art Teig Gemüse, Fleisch und Fisch. Ganz wichtig ist die Soße, die am Ende oben drauf kommt. Neben dem noch folgenden Curry ist Okonomiyaki meine Lieblingsspeise hier in Japan :heart: Lässt sich mit Essstäbchen recht schwer essen, wie ihr euch vorstellen könnt, aber die Mühe ist es mehr als wert. In Hiroshima kann man übrigens besonderes Okonomiyaki finden, welches ganz anders zubereitet wird. Statt alles in einem Stück zu haben, kommt die Füllung zwischen einer Art dünnen Pfannkuchen und einem Spiegelei. Dort kann man sogar Okonomiyaki mit Austern probieren, was ich allerdings nicht getan habe.

Curry

Wer bei Curry an gelben Reis denkt, wird von japanischem Curry überrascht werden! Hier fällt es nämlich eher bräunlich aus und wird gerne mit paniertem Rind oder Huhn gegessen. So habe ich es zumindest am liebsten :kawaii: Vegetarisch, Fisch oder Gulasch-ähnlich mit Fleisch direkt in der Currysoße sind ebenfalls mögliche Variationen. Dazu gibt es noch eine ordentliche Portion Reis und mehr ist da eigentlich nicht dran. Im Supermarkt findet man ein Dutzend verschiedene Sorten in Kochbeuteln, die man nur noch 3-5 Minuten in kochendes Wasser geben muss, um sie anschließend zum Reis zu geben. Definitiv besser als Instantnudeln aus dem Plastikbecher :P Das Beste am Curry ist der Schärfegrad, der gerade in der berühmtesten Kette namens CoCo Ichibanya sehr hoch ausfallen kann, wenn man denn will. Und da ich scharfes Essen über alles liebe, ist mein Lieblingsessen hier in Japan eben Curry. So einfach geht das :patrick: Ansonsten fällt die japanische Küche überhaupt nicht scharf aus…Da muss man erst rüber nach Thailand xD

Tempura

Treten wir die als total gesund geltende japanische Küche mit Füßen und lasst uns eine Orgie aus frittierten Leckereien feiern! Nichts Anderes stellt Tempura (eigtl. Tenpura, aber in der japanischen Aussprache wird aus dem N ein M; gleiches für den Yen, der eigtl. En heißt) dar: Gemüse, Fleisch, Fisch oder Shrimps, die zuerst im speziellen Teig baden und dann ins heiße Fett kommen. Tempura kann man entweder als eigenständiges Gericht bestellen oder als Beilage zu u.a. Soba. Sieht man recht häufig, wobei der Geschmack nicht soo besonders ist. Also da greife ich lieber zu einer guten Portion Udon anstatt zu Tempura…Aber das ist nur meine Meinung.

Miso Suppe

Neben Reis und Fisch dürfte die Miso Suppe wie nichts Anderes für Japans Küche stehen: Morgens zum kalten Reis, mittags zum Imbiss und vermutlich oft genug auch noch abends wird diese Suppe serviert. Klingt im ersten Moment verrückt, aber überlegt mal, wie oft wir Deutschen am Tag Brot essen ;-) Woraus Miso Suppe genau besteht, vermag ich gar nicht zu sagen…Auf ein paar Frühlingszwiebeln kommt eine Brühe, in der in der Regel noch andere Zutaten wie Tofu oder Pilze zu finden sind. Je länger man die Suppe stehen lässt, desto mehr setzt sich von einer mir unbekannten Zutat unten ab. Einfach mit den Stäbchen umrühren und alles wieder gut. Und ja, man fischt mit den Stäbchen nur die größeren Stückchen raus; die Suppe selbst wird direkt aus der Schüssel getrunken. Den Geschmack kann ich ebenfalls nicht wirklich beschreiben, aber Miso Suppe schmeckt auf jeden Fall. Gerade morgens bereichert sie das Frühstück, wie ich finde. Wenn man Miso Suppe allerdings jeden Tag zu sich nimmt, wird sie doch etwas…langweilig. Dem Deutschen sein Brot kann man wenigstens immer wieder anders belegen, aber Miso Suppe ist Miso Suppe…

Das war so ungefähr das, was ich bisher probieren durfte und was zumindest in Japan jeder kennen wird. Wer will, kann allerdings wirklich täglich Reis und Fisch essen. Müssen tut es auf der anderen Seite keiner B-) Auf jeden Fall geht die japanische Küche weit über Sushi hinaus und das war eben das, was ich euch zeigen wollte. Danke fürs Lesen, auch wenn man gemerkt haben wird, dass ich kein Kochbuch schreiben sollte :horror:

Euer jetzt hungriger
Tobii~