Monthly Archives: June 2014

Takaosan im Regen

Flucht vor dem Häusermeer:

Hallo liebe Leser,

Wie lange ist es her, seitdem ich auf den letzten Berg gestiegen bin? 5 bis 6 Wochen sind seit der Besteigung des Misen Berges auf Miyajima südlich von Hiroshima vergangen. So wurde es höchste Zeit für den nächsten Berg! Dabei habe ich den 599m hohen Takaosan bestiegen, der sich im Südwesten Tokios befindet und den am schnellsten zu erreichenden Rückzugsort von der Stadt darstellt. Dementsprechend voll kann es dort werden, aber an einem Freitag mit regnerischem Wetter war natürlich kaum etwas los :P

Von meinem Zuhause Shinjuku aus fährt eine private Bahnlinie direkt bis Takaosan und benötigt dafür gute 50 Minuten. Eine Fahrt ist mit umgerechnet 2,40€ sehr preiswert. Da waren in Gifu die 30 Minuten bis zum Hauptbahnhof teurer :patrick: Als es per Bus zum Fuji Q Highland ging, dürfte ich recht nah an Takaosan vorbeigefahren sein. Die Fahrt ist nicht sonderlich spannend, weil man halt fast nur Wohngebiete kreuzt. Erst ganz am Ende sah es schon gar nicht mehr nach Tokio aus, sondern fast schon ländlich. Trotzdem liegt Takaosan offiziell noch in der Metropolregion Tokio.

Der Weg vom Bahnhof zum Berg

Der Weg vom Bahnhof zum Berg

Von der Bahnstation aus braucht man vielleicht gute 5 Minuten und man erreicht den Fuß des Berges. Dann wird man vor die Wahl gestellt, einen von fünf Pfaden nach oben zu nehmen. Es gibt aber auch die kostenpflichtige Möglichkeit, entweder einen Sessellift oder eine Standseilbahn zu benutzen. Irgendwie bin ich auf den wohl schwersten Pfad gelandet, der mit nicht gerade wenigen Treppenstufen aufwartet. Stellenweise war es auch etwas rutschig, weil der Boden vom Regen feucht war. Dafür gab es regelrecht unberührte Natur inklusive der “Stille des Waldes”: Man hörte keinen Verkehr, keine anderen Menschen, sondern nur den Wald, Vögel und später auch den Regen. Zuerst hielten sich die Wolken nämlich noch brav zurück :P Gefühlt nach dem ersten Drittel begann es ein wenig zu tröpfeln, was aber unter dem Blätterdach kein Problem darstellte. Leider nahm der Regen dann so zu, dass ich kurz vorm Ende dann doch meinen Regenschirm zücken musste. Bergbesteigung mit Regenschirm in der Hand? Willkommen in Japan xD Zusammen mit dem Schweiß wurde mir an der Spitze nur in T-Shirt und kurzer Hose etwas kühl, aber fürs Anziehen meiner Jacke war ich zu faul…

In der Suppe versteckt sich der Fujisan

In der Suppe versteckt sich der Fujisan

Ich kann gar nicht sagen, wie lange ich gebraucht habe…Dieses Mal dürfte ich allerdings die angegebene Zeit von 60-90 Minuten eingehalten haben. Oben kann man etwas Warmes essen oder sich einfach auf den mitgebrachten Imbiss beschränken, wie ich es auch getan habe. Die Aussicht fiel dem Regenwetter entsprechend nicht ganz so weit aus, war aber trotzdem eine willkommene Abwechslung zu dem Häusermeer Tokio. Vom Fujisan sah man wie immer nichts B-) Grüne Berge sind immer schön :heart:

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Nachdem meine Kleidung in einem Unterstand etwas trockener war, ging es auch schon wieder runter. Wie immer nahm ich einen anderen Weg, der im Falle des Takaosan der populärste gewesen sein dürfte. Bevor man auf aber auf den befestigen Weg kommt, darf man den Schrein und den Tempel nicht auslassen. Ganz so groß fallen beide zwar nicht aus, allerdings wisst ihr ja, was ich über Tempel sage: Nur ein Tempel an einem Berg ist ein guter Tempel! Und so habe ich mich definitiv über die mittelgroße Anlage gefreut, die selbst ein Tor sowie uralte Bäume aufweist. Dazu waren auch dort kaum Leute unterwegs, was man von Tokios berühmten Tempeln und Schreinen wohl zu keinem Zeitpunkt sagen kann. Somit war Takaosan also genau das richtige für mich :kawaii:

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Der Abstieg war aufgrund der Beschaffenheit des Weges eher langweilig, aber immerhin hörte der Regen schon beim Tempel auf, sodass der Schirm wieder zusammengepackt werden konnte. Unten wurden noch ein paar Bilder geschossen und dann ging es wieder zurück. Irgendwie hört sich mein Besuch auf dem Takaosan gar nicht nach einem längeren Ausflug an, doch sofern man den Gipfel aus eigener Kraft erreichen will, sollte man definitiv einen ganzen Tag einplanen. Am Ende merkte ich es zumindest ein wenig in den Beinen und danach dann noch viel in Tokio spazieren zu gehen wäre vermutlich nicht so toll gewesen. Hatte sich auf jeden Fall gelohnt, wie ich finde. Ein zweiter, weiter entfernter Berg steht jetzt noch auf meiner Liste, aber dafür muss das Wetter zu 100% stimmen, was aktuell leider nicht so aussieht. Also heißt es geduldig warten, wobei ich keine 3 Wochen mehr habe :horror:

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Tobii~

Grundkurs Japanisch

Nihongo no benkyou!

Minna-san, konnichiwa!

Hallo alle miteinander und willkommen zu einem kleinen Grundkurs Japanisch. Egal, ob ihr es wollt oder nicht, heute bringe ich euch der japanischen Sprache ein Stückchen näher. Wenn man sich an die Unterschiede gewöhnt hat, stellt sich diese allgemein als schwer zu erlernende Sprache als gar nicht mehr so schwierig heraus. Fleiß ist natürlich definitiv gefragt. Aber fangen wir ganz langsam an ;-)

Japanisch setzt sich im Prinzip aus zwei Alphabeten zusammen: die Kana und die Kanji. Während letztere chinesische Schriftzeichen sind, von denen man alleine 2000 Stück kennen muss, um eine Zeitung zu lesen, setzen sich die Kana aus zwei Silbenschriften zusammen, namentlich Hiragana sowie Katakana. Genau diese lernen japanische Kinder und auch Ausländer, die Unterricht in der japanischen Sprache nehmen, zuerst. Und so kümmern wir uns zuerst um die Kana; die Kanji lassen wir mal kurz auf sich warten.

Kana

Links Hiragana, rechts Katakana, Quelle

Links Hiragana, mittig Umschrift, rechts Katakana | Quelle

Irgendwann im Mittelalter entstanden, um Frauen die geschriebene Sprache zu vereinfachen, sind die Kana ein inzwischen nicht mehr wegzudenkender Bestandteil des Japanischen. Es handelt sich, wie bereits gesagt, um Silbenschriften. Heißt also, dass wir das lateinische Alphabet mit seinen einzelnen Buchstaben schon mal vergessen können. Im Japanischen gibt es nur zusammengesetzte Laute, die in der sogenannten Hepburn Umschrift größtenteils mit zwei bis drei lateinischen Buchstaben wiedergegeben werden. Beispiele sind あ für a, ゆ für yu oder きょ für kyo. Das waren jetzt nur Hiragana, die man für alle traditionellen japanischen Wörter verwendet. Die Katakana dagegen benutzt man nur für ausländische Wörter oder in dem Fall, dass man etwas Japanisches möglichst “cool” darstellen will. Genauso wie im Deutschen sind englische Wörter total beliebt, weswegen zumindest unter den jüngeren Semestern Begriffe wie chansu (chance), bāgen (bargain) oder kokku (cook) Benutzung finden. Auch ausländische Namen werden mit den Katakana geschrieben: So wird aus Tobias トビアス (tobiasu). Hiragana und Katakana geben dabei identische Laute wieder, sodass es von beiden jeweils 45 Stück gibt. Die Aussprache kann allerdings auch mit zusätzlichen Zeichen verändert werden: Mit zwei kleinen Strichen wird der Laut weicher (hartes ka wird zu weicherem ga) und mit einem Punkt wird er spitzer (hi wird zu pi). Zusammengesetzte Laute werden mit Hilfe einer tiefgestellten Silbe gebildet. Zur Aussprache selbst lässt sich recht viel sagen, doch das wichtigste ist das “U”, welches wie ein deutsches “Ü” ausgesprochen wird. Außerdem sind alle Laute mit “J” mit der englischen Aussprache in z.B. “Jeans” oder “Justin” vergleichbar. Das deutsche, weiche “Ju” findet sich im Japanischen in Form von “Ya, Yu, Yo” wieder. Man sollte auch erwähnen, dass es im Falle von doppelten Konsonanten zu einer kurzen Pause kommt, wie z.B. kekkon (けっこん, 結婚, Hochzeit), das dann in etwa kek-kon ausgesprochen wird. Vielleicht noch das “chi”, welches nach einem “tchi” klingt, und die Tatsache, dass alle Silben mit “S” scharf ausgesprochen werden. So wird Sushi eigentlich ganz anders ausgesprochen, als es in Deutschland getan wird :P Alles Weitere wird nahezu wie im Deutschen ausgesprochen, was die japanische Aussprache für uns sehr einfach macht. Es gibt noch Kleinigkeiten wie die Verlängerung eines Lautes mit einem angehängten “U” (manchmal auch “O”) oder die Tatsache, dass das “U” in vielen Wörtern stumm ist. Zu guter Letzt ist ein leerer Kreis das einzige Satzzeichen, der einfach Satzende bedeutet. Eine Frage wird der angehängten Silbe “-ka” ausgedrückt. Traditionell wird Japanisch übrigens von rechts nach links und von oben nach unten geschrieben. Deswegen sind auch alle Mangas, Bücher & Zeitschriften verkehrt herum; fangen also “hinten” an. Mehr muss man eigentlich nicht wissen, bin ich der Meinung. Kann sein, dass ich etwas vergessen habe, weil es für mich alltäglich ist, aber ich glaube nicht B-)

Kanji

勉強 - benkyou - Lehre, Studium

勉強 – benkyou – Lehre, Studium

Das, was Japanisch dann schwer macht, sind die chinesischen Schriftzeichen, die wirklich 1:1 übernommen wurden. Ich hatte schon mit mehreren Chinesen und Chinesinnen Kontakt und alle konnten die Bedeutungen der Zeichen richtig erkennen. Die Aussprache ist allerdings – zum Glück – anders und hundertmal einfacher als richtiges Chinesisch. Die Kanji müssen in mühevoller Eigenarbeit auswendig gelernt werden, an der man nicht vorbeikommt. Ich habe erst im April so wirklich mit dem Lernen der Schriftzeichen angefangen und kann sagen, dass zumindest das Schreiben an sich gar nicht so schwer ist. Man muss nämlich für jedes Zeichen eine ganz genaue Strichfolge einhalten…Mit einem nützlichen Computerprogramm bin ich mittlerweile bei über 100 Stück angekommen, wobei ich vor allem die Bedeutung lerne. Die Aussprache kann sich nämlich von Wort zu Wort unterscheiden, was das Ganze ohne dazugehöriger Vokabelliste quasi unmöglich macht. Als Beispiel fällt mir das Kanji für Berg (山) ein, welches “yama” oder “san” angesprochen werden kann. So findet sich im Fujisan genau dieses Kanji wieder ;-) Trotzdem kann ich sagen, dass ich an manchen Stellen weiß, was die Kanji bedeuten und das ist doch schon etwas wert. Und wer jetzt fragt, ob man überhaupt Kanji braucht, wenn selbst Japaner meinen, dass sie schwierig sind, dem sei Folgendes gesagt: Der Satz “Mutter rennt” wird im Japanischen zu “haha wa hashirimasu”. Nur in Hiragana ergibt sich “ははははしります”; ein Gewirr, das in schriftlicher Form nur wenige verstehen. Erst mit Kanji ergibt etwas Sinnvolles:”母は走ります”. Japanisch ist also auf die Symbiose aus Kanji und Kana angewiesen.

Grammatik

Kana und Kanji sind recht schnell begriffen und zumindest erstere auch gelernt. Die Grammatik fällt im Japanischen dagegen völlig anders aus. Ich werde an dieser Stelle nur mal ein paar Bereiche anschneiden, wie ihr euch denken könnt. Zuerst die Wortstellung im Satz, die bei uns ja Subjekt, Verb, Objekt ist. Im Japanischen sind Verb und Objekt vertauscht, sodass sich statt SVO SOV ergibt. Verben stehen allgemein immer am Ende! Nimmt man als Beispiel den Satz “Der Stift von mir liegt auf dem Tisch” wird daraus mit japanischer Wortstellung “Mein Stift auf dem Tisch liegt”. An diese Drehung muss man sich gewöhnen, geht aber schnell ins Langzeitgedächtnis über. Des Weiteren fallen die verschiedenen Zeiten wie Präteritum, Präsens und Futur gefühlt einfacher aus: Perfekt oder gar Plusquamperfekt gibt es schon mal nicht. Für Handlungen in der Zukunft verwendet man keine eigene Form, sondern Hilfskonstruktionen. Auch eine Beugung von Verben sucht man im Japanischen vergebens; männlich oder weiblich, Singular oder Plural, spielt alles keine Rolle. Dafür gibt es sehr viele andere Verbformen, die erst beherrscht werden wollen. Sowieso kann man fast sagen, dass zwischen der Umgangssprache und dem “Hochjapanisch” eine riesige Kluft herrscht. Der Satz “Wo gehst du hin?” würde höflich “doko e ikimasuka” lauten. Umgangssprachlich erhält man “doko iku no”. Gerade die fehlende Beugung der Verben macht den Job des Übersetzers schwer, weil man immer aus dem Kontext heraus erschließen muss, wer jetzt gemeint ist.

Vokabular

Zuletzt noch ein bisschen über den Wortschatz, der für den höchsten, offiziellen Test mal eben 10.000 Wörter aufweisen sollte. Manche Wörter muten lustig an, weil sie Wörter anderer Sprachen ähneln. Beispiele sind ushi für Kuh oder mushi für Mücke. Achtet auf die Aussprache! Ü statt U! Andere sind sich in der reinen Aussprache total ähnlich, weshalb man in Dialogen gut zuhören muss; die Kanji sind dagegen meistens total anders. Hierfür fallen mir uma, umi und ume ein, die Pferd, Meer und Pflaume bedeuten. So etwas haben wir im Deutschen überhaupt nicht. Ansonsten gibt es jetzt noch eine kleine Liste mit ein paar Wörtern bzw. Sätzen, die vielleicht nützlich sein können.

  • ohayou gozaimasu – Guten Morgen (letztes u stumm)
  • konnichiwa – Guten Tag
  • konbanwa – Guten Abend
  • arigatou gozaimasu – Vielen Dank
  • jya ne – Bis Dann (umgangsspr.)
  • douzo – Bitte sehr
  • ogenki desu ka – Wie geht es dir? (desu = sein, stummes U)
  • sayounara – Auf Wiedersehen
  • nihon ga suki desu – Ich mag Japan
  • abunai – Vorsicht!

Hoffentlich war das nicht zu kompliziert und wenigstens teilweise nachvollziehbar :yahoo: Ich hätte noch viel mehr schreiben können, aber ich denke, dass ich definitiv einen Einblick in die japanische Sprache geben konnte. Danke fürs Lesen!

Euer
Tobii~

 

Tokyo Tower und Odaiba

Langer Tag in der Tokioter Bucht:

Hallo ihr!

Es ist vermutlich nicht unbekannt, aber Tokio erstreckt sich im Süden bis ans Meer. Richtige Strände oder Ähnliches findet man dort zwar nicht, doch dafür werden einem eine Reihe anderer Attraktionen geboten. Und da alles recht nah beieinander steht, wurde mein Tag mal wieder etwas länger. Ich denke trotzdem, dass es sich gelohnt hat :bye:

Tokyo Tower

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Das erste Ziel war eines der zahlreichen Symbole Tokios: der nicht zu übersehende Tokyo Tower, welcher in einem leuchtenden Rot 333m in den Himmel ragt. Schon seit 1958 steht dieses Bauwerk wie kein zweites für die Megastadt im Westen Japans. Dieser lässt sich eigentlich recht simpel von meinem Share House erreichen, doch hatte ich mir für den Tag eines Tageskarte gegönnt und so bin ich zuerst zum Hauptbahnhof gefahren, um dann noch zwei Stationen oder so mit einer anderen Linie zurückzulegen. Kurz fällt die Strecke jedoch nicht aus…Wir reden von der südwestlichen Ecke Tokios, während ich eher im Nordosten wohnhaft bin. Vom richtigen Bahnhof aus kann man den Turm natürlich nicht verfehlen; dafür muss man schon blind sein xD Der Weg ist ausgeschildert und sowieso befindet sich direkt vor dem Tokyo Tower einer der größten Tempel der Stadt, den man ebenfalls nur schwer verfehlen kann. Zuerst ging es jedoch nur am Zojoji Tempel vorbei und direkt zum Fernsehturm!

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Zu diesem braucht es zu Fuß schon ein paar Minuten, was aber trotz den hohen Temperaturen kein Drama war. Zu meiner Erleichterung war mittags unter der Woche einfach überhaupt nichts los, sodass ich überhaupt nicht anstehen musste. Zur Auswahl stehen auch hier zwei Aussichtsdecks, die in 150m und 250m Höhe liegen. Da ich schon auf dem Skytree war, entschied ich mich nur für das 1. Aussichtsdeck. Ist mit knapp 6€ kein billiges Vergnügen, aber ein Besuch auf dem Tokyo Tower gehört für einen längeren Aufenthalt in dieser Stadt doch irgendwie dazu. Der Blick von oben fällt im Vergleich zum Skytree ein wenig besser aus, weil die Lage sehr viel zentraler ist. Außerdem hat man einen wunderbare Aussicht auf die Tokioter Bucht, die ich vom Tokyo Tower aus zum ersten Mal so richtig gesehen habe. Für den Fujisan reichte es selbstverständlich nicht…Immerhin ließen sich mein Zuhause Shinjuku, der Skytree, die Rainbow Bridge sowie die Flugzeuge rund um den Flughafen Haneda sehen, der allerdings für internationale Verbindungen nicht ganz so interessant ist wie der Narita Flughafen. In den unteren Stockwerken stößt man übrigens u.a. auf ein Aquarium und Souvenir-Läden, die ich mir jetzt nicht noch angesehen habe.

Zojoji Tempel

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Anschließend ging es kurz auf das Gelände des Zojoji Tempels, der mich nur kaum beeindruckt hat. Bis auf das markante Eingangstor stammen alle Gebäude aus dem 20. Jahrhundert und auch sonst gibt es nicht viel zu sehen. Ein Baum, der von einem amerikanischen Präsidenten gepflanzt wurde, wow…Einzig das Motiv der Haupthalle mit dem Tokyo Tower im Hintergrund lohnt sich wirklich zu fotografieren.

Kyu Shiba Rikyu Garten

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Dann machte ich schon wieder auf den Rückweg zum Bahnhof, um einen kleinen Garten auf der anderen Seite zu besuchen. Der Eintritt von 150 Yen spricht Bände, doch hat man es hier mit einer kleinen Oase zwischen Hochhäusern zu tun, die gerne von Büroangestellten für die Mittagspause genutzt wird. Viele kleine Pfade, verbundene Teiche inklusive Karpfen, Sitzmöglichkeiten…Eben der typische japanische Garten, der allerdings keinen Bereich aufweist, der etwas mehr zugewachsen ist. Hier gab es dann den zweiten Teil meines Mittagsimbisses :yahoo: In der Ferne kam ein Sommergewitter immer näher, aber noch blieb es trocken. Für den Preis kann man sich ruhig mal kurz hinsetzen und ein wenig entspannen.

Odaiba

Der Blick von Odaiba Richtung Rainbow Bridge

Der Blick von Odaiba Richtung Rainbow Bridge

Erst jetzt hieß es auf nach Odaiba, das man am besten mit einer sehr speziellen Bahn erreicht. Also zuerst mit der Ringbahn gefahren, um dann mit der sogenannten Yurikamome Linie über die Rainbow Bridge zur künstlichen Insel mitten in der Bucht von Tokio zu fahren. Während der Name nicht wirklich besonders ist, ist es die Bahn umso mehr: Statt Zügen auf Schienen verkehren hier Wagen auf Reifen, die trotzdem wie Züge aussehen. Und wäre das noch nicht genug, fahren sie komplett automatisiert ohne einen Lokführer an Bord! Ich bin mir sicher, dass so etwas in Deutschland rein rechtlich nur sehr schwer abzuklären sein dürfte…Dann natürlich über die Regenbogenbrücke, die ich ebenfalls als ein Symbol Tokios bezeichnen würde. Sobald man das andere Ende der Brücke erreicht hat, ist man offiziell auf Odaiba angekommen. Wuhuu :wow:

Aqua City und Fuji TV

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Odabia bietet vor allem eines: Einkaufszentren. Von dieses gibt es gleich drei auf recht engem Raum, wobei jedes gewisse Attraktionen bietet. Sie sind übrigens so dicht, dass man die Entfernungen locker zu Fuß überbrücken kann. Das erste Einkaufszentrum hört auf den Namen Aqua City, wo man eine kleine Freiheitsstatue aufgestellt hat, den besten Blick auf die Tokioter Bucht genießen kann und auch ein wenig Sandstrand vorfindet. Übrigens fing der Gewitterschauer genau dann an, als ich gerade meine Kamera ausgepackt hatte…So ging es kurz in das Einkaufszentrum, wo ich durch Zufall auf einen Touri-Laden gestoßen bin, von dem ich nicht mit leeren Händen losgekommen bin :P Das Gebäude mit der Kugel ist dabei der Hauptsitz eines großen, privaten Fernsehsenders. Für 4€ kann man hoch in die Kugel, von wo aus man einen noch besseren Blick auf die Bucht hat.

DiverCity Tokyo Plaza

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Mehr oder weniger im Zentrum der Insel liegt ein Komplex namens DiverCity, den man wegen dem ganz kleinen Kampfroboter nicht verfehlen kann. Diese entstammt übrigens dem Gundam Universum, in dem eben Kampfroboter oder auch Mechas eine zentrale Rolle spielen. Gundam zieht schon seit 1975 vor allem männliche Fans an und ist einer der berühmtesten Animes Japans. Alle paar Stunden gibt es dabei eine kleine Einlage vom Roboter, wobei er wohl nur den Kopf bewegen kann. Das bisschen Licht- und Dampfspektakel rundherum fand ich jetzt nicht so spannend…Ich muss allerdings sagen, dass ich noch keine einzige Folge Gundam gesehen habe. Vielleicht hätte ich das Ganze dann besser gefunden. DiverCity habe ich nicht betreten, sondern ging es lieber auf zur letzten Anlage.

Palette Town

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Das größte Einkaufszentrum Odaibas hört auf den unspektakulären Namen Palette Town. Es ist allerdings alles andere als langweilig: Mich hat es richtig überrascht und ich würde den Komplex als ein Must-See in Tokio bezeichnen!! Zuerst bin ich zufällig auf einen kostenlosen Zweig des Toyota Automobile Museums Nagoya gestoßen, der unter anderem einen DMC DeLorean, mehrere Amischlitten aus den 60ern und auch einige Rennwagen bietet. War allerdings alles nur zu Showzwecken und dementsprechend schlecht ausgeleuchtet. Nichtsdestotrotz eines mehr als positive Überraschung :heart: Das Beste gibt es vermutlich im Erdgeschoss zu sehen, denn neben mehreren zum Verkauf stehenden Modellautos stand draußen ein Toyota Celica GT, den ich schon in Nagoya richtig ins Herz geschlossen habe.

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Das kleine Museum geht direkt in eines der krassesten Einkaufszentren über, die ich bisher gesehen habe. Anstatt es in gewöhnlicher, moderner Architektur zu errichten, hat man das Venus Fort einfach mal einer italienischen Stadt des 18. Jahrhunderts nachempfunden – Brunnen, Himmel sowie Tag- und Nachtwechsel inklusive :kawaii: Die Preise der Restaurants und Geschäfte waren allerdings gesalzen…Trotzdem einfach nur geil.

Im Norden macht das Venus Fort einem weiteren Bereich für Toyota Platz, der neben einigen Rennwagen die gesamte Modellpalette zum Ansehen, Anfassen und Einsteigen bereitstellt. Sofern man einen in Japan gültigen Führerschein besitzt sowie 2€ bezahlt, kann man sogar eine Mini-Spritztour mit einem Toyota (seiner Wahl?) machen. Ziemlich coole Sache!

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Noch weiter nördlich findet man zu guter Letzt ein Spaßzentrum, das neben einem Veranstaltungsort für Konzerte, ein Riesenrad, Bowling-Bahn, Spielautomaten, Karaoke und mehr zur Verfügung stellt. Dort gab es für mich Abendessen in Form eines Burgers mit Shrimp-Bulette und dunkelgrüner Basilikumsoße. Klingt gewöhnungsbedürftig, war aber echt lecker.

Tokyo Big Sight

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Zuletzt machte ich einen Abstecher zum größten Messegelände Japans, einfach um es mal zu sehen. Um 17 Uhr wurde da natürlich schon dicht gemacht und so strömten mir Massen an Anzugträgern entgegen. Denke trotzdem, dass der kurze Umweg sich gelohnt hat. Alleine das Design des Gebäudes ist doch nicht von dieser Welt :patrick: Hier findet übrigens mal eben die Tokyo Motor Show sowie die größten Anime Conventions Japans statt ;-)

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Um den Tag ein wenig ausklingen zu lassen, ging es am Ende zurück zur Aqua City, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Es zogen war Wolken auf, doch ergaben sich dadurch mal wieder recht beeindruckende Bilder, wie ich finde. War auf jeden Fall eine schöne Tour gewesen, selbst wenn Odaiba an sich keine typischen Touristenmagneten aufweisen zu vermag. Für den Nachhauseweg habe ich übrigens mehr als eine Stunde gebraucht xD

Danke fürs Lesen und man sieht sich beim nächsten Eintrag!

Euer
Tobi aus Tokio

Vorurteil-Check Nr. 1

Ist Japan wirklich so teuer?

Moin, moin!

Jetzt kommt etwas, was seit bald 8 Monaten in meiner Schublade liegt und erst jetzt das Licht der Welt erblickt :horror: Schon Ende Oktober hatte ich die Idee für eine kleine Reihe über Vorurteile…Also frohlocket! Der Tag ist gekommen! Den Einstieg soll die Frage nach den Kosten sein, denn allgemein gilt Japan als eines der teuersten Länder. Tokio trägt mal eben den Titel der teuersten Stadt der Welt, Osaka ist ebenfalls ganz weit oben mit dabei und inwiefern ich das bestätigen kann, seht ihr in diesem Eintrag.

Lebenskosten

Zu den Lebenskosten zähle ich Miete, Rechnungen für Strom & Gas, Nahrungsmittel und eben alles, was man jeden Tag so braucht. Während die Preise für Dinge des täglichen Bedarfs von der Bezugsquelle abhängen (Supermarkt, Kaufhaus oder 100 Yen Shop), ist es mit der Miete etwas schwieriger. Zuerst geht es um die Lage: Wohnraum in Tokio und anderen Millionenstädten ist teurer als in kleineren Städten (wenig Platz <-> viel Platz). Dazu fallen Mieten für zentral gelegene Wohnungen höher aus als für die, die etwas weiter außerhalb liegen. Dieses gilt vermutlich überall auf der Welt, wobei ich mich damit in Deutschland noch nicht befassen musste. Außerdem bestehen mehrere Arten des Wohnens, wie ich sie auch schon alle in meinem Blog erwähnt habe: Apartment Wohnung, Share House, Guest House und Dormitory. Ein Bett eines Schlafsaals eines Dormitorys ist dann natürlich preiswerter als eine eigene Wohnung, klar. Aber je nach Stadt ist in der Regel genau eine Unterkunft die günstigste…Man darf auch nicht vergessen, dass alle Möglichkeiten bestimmte Vor- und Nachteile mit sich bringen, die ich an der Stelle nicht erneut erläutern werde. Hier in Tokio habe ich Apartment Wohnungen gesehen, die rein von der Miete her billiger waren. Doch hat man da keine Möblierung und sowieso ist der Vorgang mit einem japanischen Vermieter nicht ganz einfach.

Über meine bisherigen Unterkünfte kann ich folgendes sagen: Innerhalb der ersten drei Monate in Gifu betrug die monatliche Miete 460€. Alle weiteren Monate hätten nur noch 270€ gekostet. Strom und Gas wurden allerdings zusätzlich abgerechnet. Dafür gab es dann eben eine richtige Wohnung inklusive Bad, Küche und voller Ausstattung. Das Guest House in Kyoto war pro Monat nur ein paar Euro teurer, wobei es schon einen Rabatt gab, weil ich gleich drei Monate dort war. Wäre ich noch länger geblieben, wäre die Miete noch ein wenig billiger geworden. Hier waren dann auch Strom & Gas in der Miete enthalten. Die Lage war zwar weiter außerhalb und mir stand nur ein Zimmer für mich alleine zur Verfügung, doch der allgemeine Standard der Einrichtung war höher. Zuletzt Tokio, dessen Share House monatlich 50% teurer ist. Immerhin liegt es unglaublich günstig und mein Zimmer fällt echt riesig aus. Ich selbst kann diese Preise ganz schlecht mit der Wohnsituation in Deutschland vergleichen…Ihr werdet schon etwas mit diesen Zahlen anfangen können.

Dinge des täglichen Bedarfs schlagen bei einer normalen Ernährung ohne jeden Tag ins Restaurant zu gehen pro Monat mit minimal 200€ zu Buche. Wenn ich noch öfters in 100 Yen Shops einkaufen würde, ließen sich noch ein paar Euro sparen, doch irgendwie will man sich schon mal etwas gönnen und nicht nur den Minimalbedarf decken. Dank den eben angesprochenen Billigläden kann man für 20€ eine ganze Single-Küche mit Geschirr ausstatten, wobei alles nicht ewig halten wird. Ist bei kürzeren Aufenthalten aber überhaupt kein Drama. Wer mag, kann natürlich auch in überteuerten Kaufhäusern seine Wohnung einrichten. Ansonsten fallen mir nur Obst und Kosmetikartikel ein, die in Japan nicht wirklich erschwinglich sind. 480 ml normales Haarshampoo kosten gut und gerne 5€. Für manche Äpfel muss man mehrere Euro pro Stück auf den Tisch legen…Das Extremste sind (Honig-) Melonen, von denen in so manchem Kaufhaus Stückpreise von 60€ keine Seltenheit sind. Natürlich handelt es sich dann um keine normalen Melonen, aber selbst diese sind nirgends günstig zu haben.

Verkehrsmittel

Der durchschnittliche Japaner benutzt öffentliche Verkehrsmittel. Ist der Bahnhof oder die Bushaltestelle weiter weg, überbrückt man das Stück mit dem Fahrrad. Alles fährt pünktlich und so gibt es keinen Grund, es als Ausländers anders zu handhaben. Ein eigenes Auto macht vermutlich erst in wirklich ländlichen Gegenden Sinn. Im Allgemeinen sind Zug und Bus sehr viel günstiger als bei uns in Deutschland. Es kommt nur darauf an, möglichst zentral zu wohnen. Das war weder in Gifu noch in Kyoto der Fall und so relativierten sich die Kosten leider. Zumindest hier in Tokio kann ich gute 30 Minuten per (U-) Bahn zurücklegen, ohne über 1,40€ zahlen zu müssen. Per Bus ist es vermutlich teurer…Fernbusse sind dagegen spottbillig. Gerade ein Anbieter kommt mir da in den Sinn, dessen Tickets man online auch in Englisch erstehen kann. Die 350km von Tokio nach Nagoya kann man so für 14€ zurücklegen, wobei man gute 6 Stunden braucht. Diese Preise sind unter den Industriestaaten vermutlich nur schwer zu unterbieten. Taxis gelten zwar als teuer, doch ich fand meine bisherigen Fahrten nie viel teurer als in Deutschland. Kommt natürlich auf die Strecke an…Von einem Ende Tokios zum anderen wird man ein kleines Vermögen bezahlen müssen. Einfachste Fahrräder kriegt man für unter 70€, wobei man unbedingt darauf achten sollte, wo man dieses dann abstellen darf und wo nicht. Über Autos kann ich euch nicht wirklich viel sagen…Nur, dass man in Tokio zuerst einen Parkplatz braucht, bevor man überhaupt ein Auto besitzen kann. Das ist aber auf Tokio beschränkt; in anderen Millionenstädten Japans gibt es mehr Platz. Benzin scheint dafür billiger als bei uns zu sein.

Freizeit

Kino, Disco, Bars, Freizeitparks, Museen, etc. sind in der Regel mit den Preisen in Deutschland vergleichbar. Das macht es wohl kein preiswertes Vergnügen, doch kennt man das ja nicht anders. Nur der Museumsbesuch fällt in Japan um mindestens die Hälfte billiger aus. Außerdem muss man beachten, dass Freizeitpark, Museum und ähnliche Einrichtungen oftmals bereits um 17 Uhr ihre Türen schließen. Manche Discos oder Bars haben auch nur bis Mitternacht geöffnet, wobei es in der Nähe bestimmt mindestens ein Lokal gibt, dass länger offen hat oder gar um Mitternacht öffnet.

Shoppen

Die Preise für Bekleidung hängen auch in Japan vom Laden und von der Marke ab: Beim “japanischen H&M” namens Uniqlo kann man billiger einkaufen als im Kaufhaus oder beispielsweise bei Adidas. Im Durchschnitt dürften die Kosten nur etwas höher sein. Preisbewusste Menschen können ihre Kleidung sogar teilweise im 100 Yen Shop besorgen, wo man Sockenpaare für 70 Cent erstehen kann. Japaner achten sehr auf ihr Äußeres und so findet man größtenteils Markenware, die natürlich zu einem höheren Preis kommt. Elektronik lässt sich dafür sehr viel billiger erstehen, wenn man weiß, was man will. Vor allem Kameras und deren Zubehör kriegt man unglaublich günstig. Ich kann ja mal meine Gegenlichtblende einwerfen, die mich in Deutschland 45€ gekostet hätte. Habe sie hier in Japan für 21€ bekommen, obwohl wir vom selben Stück Plastik aus China reden. Einzig Medien wie CDs, DVDs oder BlueRays sind alles andere als erschwinglich.

Ist Japan also wirklich so teuer, wie alle immer sagen? Sofern man von Tokio redet, würde ich die Frage sofort bejahen. Andere Teile Japans sind gerade von den Mietkosten her günstiger. Alleine die 270€ in Gifu sprechen nicht wirklich für ein teures Land. Mir fehlt wie gesagt die Erfahrung, aber nur für ein (kleines) Zimmer 460€ im Monat zu bezahlen ist wohl auch für deutsche Verhältnisse teuer. Ansonsten halten sich die Kosten für Nahverkehr, Nahrungsmittel & Co. ziemlich in Grenzen. Und selbst mit einem simplen Job wie der des Möhrenschälers ließ sich bei zusätzlichen Stunden an Wochenende und Feiertagen ein Großteil der Kosten decken, sofern man nicht in Tokio wohnt. Um es also kurz zu fassen: Japan an sich fällt gar nicht so teuer aus; nur der Großraum Tokio wartet mit höheren Preisen auf.

Danke fürs Lesen! War bestimmt interessant für euch und ist gerade für diejenigen, die vielleicht auch mal länger in Japan sein wollen, hilfreich. Stand ist offensichtlich Juni 2014…Seit Mitte 2013 sank der Wert des Yen ja drastisch, sodass es jetzt relativ preiswert geworden ist. Die Situation vorher könnt ihr euch ja ausmalen.

Euer
Tobii~

Tiere und Tempel

Ueno Koen:

Hallo :bye:

An dieser Stelle folgt der Bericht zu meinem Besuch im Ueno Park, der nicht eurer 0-8-15-Park mit ein bisschen Grün ist. Hier gibt es neben den bereits erwähnten Museen nämlich noch einiges mehr und da das Wetter sich an dem Tag wieder beruhigt hatte, konnte ich schön viel fotografieren. Vor allem mittags war es ziemlich warm ;-) Von Shinjuku aus lässt sich der Ueno Park kinderleicht erreichen, selbst wenn der Zug dahin gute 30 Minuten benötigt.

Ueno Zoo

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Mit der Eröffnung im Jahre 1882 hat man es hier mit dem ältesten Zoo Japans zu tun. Der Eintritt geht mit 4,20€ voll in Ordnung; da ist ein Aquarium teurer :patrick: An drei Tagen im Jahr kommt man sogar kostenlos rein, was eine ziemlich nette Geste ist. Den Zoo hatte ich mir zuerst recht klein vorgestellt, doch musste ich dann feststellen, dass er doch größer als gedacht war. An Tieren wird einem eine nicht zu unterschätzende Auswahl dargeboten, die sich nicht nur auf die typischen Zoo-Tiere wie Elefant, Giraffe, Eisbär, Tiger, Affe oder Känguru beschränkt, sondern auch darüber hinaus geht: Seelöwen, Lemuren, japanische Braunbären, die nur in Japan vorkommenden Makaken, Otter, und das Highlight des Zoos in Form von zwei Pandas. Besonders beeindruckend waren Frösche in so einem Tropenhaus, die unglaublich gut getarnt waren. Evolution ist schon etwas Cooles :P Zwischen den ehrlich gesagt recht kleinen Gehegen fanden sich natürlich Sitzgelegenheiten und auch Imbiss-Buden, was jetzt wohl keinen überraschen wird. Der Ueno Zoo wird dabei von einer Hauptstraße in zwei Teile geteilt, sodass man vielleicht 5 Minuten gehen muss, um im anderen Abschnitt der Anlage zu sein. Ich hätte vielleicht mit einer Stunde Aufenthalt gerechnet, doch am Ende waren es eher zwei…Das kann schon mal eng werden, wenn man erst später los zieht, weil alles ja schon um 17 Uhr schließt. Interessant fand ich auch, dass es neben dem obligatorischen Streichelzoo sogar zwei Rinder und ein paar Pferde (von der Größe her eher Ponys) zu sehen gab. Hat das mit dem “typischen” Stadtmenschen zu tun, der solche Tiere fast nie zu Gesicht bekommt und eventuell nicht einmal weiß, wie die zu Obst & Gemüse gehörenden Pflanzen aussehen? Ich will hier niemanden denunzieren, aber das soll gar nicht soo selten sein. Für den geringen Eintrittspreis sicherlich einen Besuch wert, auch wenn ich die Haltung der Tiere nicht immer als artgerecht bezeichnen würde. Selbst meine dunklen Erinnerungen an Hagenbeck in Hamburg offenbaren mir eine bessere Ausstattung :scratch:

Toshogu Schrein

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Der heute größte Schrein im Ueno Park ist eindeutig der Toshogu Schrein, der immer noch recht mickrig ausfällt. Da bin ich von Kyoto einfach total verwöhnt :kawaii: Immerhin fühlt sich die Anlage eher nach einer religiösen Stätte an als die Menschenmagnete Meiji Schrein oder Asakusas Senso-Ji. Gerade der Zugangsweg im Schatten von Bäumen und an den Seiten von Laternen gesäumt ist richtig schön. Laternen haben hier sowieso eine besondere Bedeutung. Es gibt sogar ein kleines Friedensdenkmal, das mit Hiroshima & Nagasaki in Verbindung steht; selbstverständlich mit Origami Kranichen. Hat mich gleich wieder an Hiroshima erinnert…Das Beste, was der Schrein zu bieten hat, kann man gar nicht übersehen: Ein sehr reich mit Gold verziertes Gebäude. Wer ganz nah ran will, muss allerdings 3,60€ bezahlen. Betreten lässt sich der Schrein dafür allerdings nicht. Der Toshogu Schrein ist übrigens dem alten Bekannten Tokugawa Ieyasu gewidmet, der 2 Stunden nördlich vom heutigen Tokio begraben liebt. Ich denke aber nicht, dass ich das noch in Angriff nehmen werde, alleine weil man dann lieber gleich mehrere Tage dort verbringen sollte.

Bentendo

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Ein weiterer schöner Ort findet sich gleich neben dem Zoo: Mitten in einem von Wasserpflanzen zugewucherten Teich steht dieses kleine Gebäude, das richtig fotogen ist. Dahinter kann man übrigens Boote ausleihen und auf einem weiteren Teich ein paar Runden drehen :)

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Ansonsten finden sich im Ueno Park noch weitere Tempel- bzw. Schreingebäude, auf die sich das Eingehen allerdings nicht wirklich lohnt. Schaut einfach in den Fotostream und genießt :heart: Es soll auf jeden Fall viel von Kyoto beeinflusst sein, was einem definitiv auffallen wird. Allgemein gilt der Ueno Park als einer der beliebtesten Orte zur Kirschblüte, was mich an den Maruyama Park in Kyoto erinnert. In beiden werden wohl regelrechte Volksfeste mit vielen Ständen veranstaltet, die auch gut besucht sein werden. Der Park dürfte im Herbst aber auch ganz nett sein.

Das war also der Ueno Park: Museen, Schreine, Kirschen und sogar ein Zoo. Definitiv eine schöne Ecke Tokios, von der man übrigens auch den Skytree sehr gut sehen kann. Danke fürs Lesen und bis dann!

Grüße aus dem Land der aufgehenden Sonne von
Tobii~

Schneeflocken, Kirschblüte, kurze Hose

Frühling in Kyoto:

Moin ihr!

Heute gilt es etwas Wichtiges nachzuholen: Das Wettergeschehen. Der letzte Eintrag darüber behandelte nur die Monate bis zum Dezember und jetzt haben wir bekanntlich Juni *hust* Da fehlt ein ganz kleines Bisschen…Dementsprechend kann es gut sein, dass ich mich mehr an alle Einzelheiten erinnere, aber ich werde mir Mühe gegen! Also zurück in die Vergangenheit xD

Januar

"Winterwetter" in Japan

Den Januar habe ich bekanntlich noch in Gifu verbracht und erst in der letzten Woche ging es nach Nagoya. Wirklich anders war das Wetter im Vergleich zum Dezember jedoch nicht. Vielleicht ein, zwei Grad kälter, aber richtiger Schnee blieb aus. Es war in der Respektive nur ungewohnt, dass es schon um 17 Uhr dunkel wurde. Jetzt im Juni sieht man noch bis 19 Uhr etwas von der Sonne…Mir sind vor allem die Tage in Nagoya in Erinnerung geblieben, die total sonnig waren. Ich war sogar einmal ohne Jacke draußen und bin nicht erfroren! Dürften also mindestens 10°C gewesen sein :) Einen Sonnenbrand gab es aber nicht.

Februar

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Mein erster Monat in Kyoto brachte Japan den ersten wirklichen Schnee; egal ob Tokio, Gifu oder eben auch Kyoto, überall wurde es für ein paar Tage lang weiß. Zumindest in der alten Kaiserstadt beschränkte sich die weiße Pracht auf nur wenige Zentimeter, die dann sowieso schnell wieder verschwunden waren. Tokio erlebte ja eine kleine Schneekatastrophe. Selbst die Bilder der ehemaligen Mitschüler aus Gifu zeigten mehr Schnee als in Kyoto. Aber auch zu Hause in Deutschland gab es keinen richtigen Winter B-) Eigentlich jede Nacht hatte ich die Klimaanlage laufen, damit es in meinem Zimmer etwas eher ertragbar war. Das Erlebnis des Monats ist ganz klar die Klettertour zu dem einen Tempel, der dann noch eine weiße Decke hatte, obwohl unten davon nichts mehr zu sehen war.

März

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Der März läutete sowohl das Ende des total milden Winters ein als auch den Anfang des Frühlings in Form der Kirschblüte. Den letzten Schnee, an den ich mich erinnern kann, gab es am 6. März als ich mir Ginkakuji ansah. Mit Fortschreiten des Monats wurde es tagsüber immer wärmer, sodass es manchmal schon an die 20°C inklusive Sonnenschein gab, die ich dann dementsprechend ohne Pullover gefeiert hatte. Ich werde nie den Anblick der Japaner in ihren dicken Jacken vergessen, während es mir fast schon in T-Shirt und langer Jeans zu warm war xD Die Winterjacke hatte ich bestimmt schon Anfang des Monats eingemottet. Jedoch musste nachts weiterhin die Klimaanlage ihren Dienst verrichten. Dafür reichte es also noch nicht…Die ersten Vorboten des Frühlings konnte ich schon Mitte März in Form der japanischen Pflaumen bewundern. In der letzten Woche ging es mit den Kirschen dann so richtig los. Mein Wetter-Highlight vom März sind wohl die allerersten Frühlingsspaziergänge an dem Kanal vor meiner Haustür gewesen, die mir mit unglaublicher Freude das Überstehen des alles andere als angenehmen Winters vor Augen führten. Manchmal braucht es wirklich nur Sonne & Wärme, nicht wahr? :patrick:

April

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Im April hatte ich die Ehre, die Kirschblüte mitzuerleben. Selbst wenn japanische Kirschen auch in unseren Breiten in Mode kommen, muss man während dieser Saison unbedingt in das Land der aufgehenden Sonne reisen, denn nur hier kann man diesen Zauber in seiner vollen Schönheit auskosten. Dabei denke ich vor allem an den Schlosspark von Osaka, der mich einfach total überrascht hatte. Natürlich bietet Kyoto auch mehr als genug bildhübsche Ecken, aber damit hatte ich mehr oder weniger gerechnet. Wie man sich vorstellen kann, stiegen die Temperaturen weiter und weiter, sodass es an manchen Tagen fast schon sommerliche Verhältnisse waren. Zumindest aus der Sicht eines Norddeutschen :patrick: Aber hier und da hörte man auch Japaner über die Wärme reden! T-Shirt mit kurzer Hose war auf jeden Fall drinnen ;-) Irgendwann Anfang April lief dann auch die Klimaanlage zum letzten Mal, wenn nicht sogar früher. Darauf habe ich nicht wirklich geachtet :scratch: Die letzten Kirschen ließen übrigens erst Mitte des Monats ihre Blütenblätter fallen, wobei es von der jeweiligen Art abhängt, wann sie blüht…Sowieso liegt es zuallererst am Wetter.

Mai

Itsukushima Schrein auf Miyajima

Der Mai wartete mit dem Ende meiner Zeit in Kyoto auf :-( Dafür ging es kurz nach Hiroshima und dann ganz nach Tokio. Die Temperaturen stiegen natürlich weiter und so standen bereits Mitte Mai die 30°C auf dem Thermometer. Höher als das kletterte das Quecksilber allerdings nie. Allgemein schwankten die Temperaturen im ganzen Land ziemlich stark: Nachts ging es bis auf 12°C runter, während es in der selben Woche tagsüber an die 30°C wurden…Nichts für empfindliche Gemüter. Ansonsten wenig Regen, viel Sonne, aber manchmal auch bewölkt. Was sich hier schon total sommerlich anhört, gilt in Japan eher als Frühsommer. Schließlich wird es in Juli & August noch heißer :horror: Darauf müssen wir zum Glück noch ein wenig warten. Das Highlight war wohl mein starker Sonnenbrand, den ich mir auf der Schreininsel Miyajima geholt habe. Dummheit wird eben bestraft! Danach habe ich mich sofort mit Sonnencreme eingedeckt…Der Tag in Kamakura war aber auch mehr als gut. Ganz schön viel rumgekommen im Mai, wie? Kyoto, Hiroshima, Tokio…Nicht schlecht :kawaii:

Das waren also ein paar Zeilen über das Wetter und jetzt fehlt nur noch der Sommer, den ich ja nur halb miterleben werde. So entgehen mir die üblichen Feuerwerke, aber dann habe ich etwas, auf das ich mich bei nächsten Japanaufenthalten freuen kann :) Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Euer
Tobii~

Regentag: Museumstag

Nationalmuseum Tokio:

Üäääääää :rge:

Was ein Schietwetter! Der Regen hört gar nicht mehr auf und dabei tröpfelt das nicht nur son bisschen, sondern schifft es wie aus Eimern. Der Kanal vor meiner Haustür rauscht mittlerweile dermaßen laut, dass ich mir gleich ein Kajak schnappe und ein wenig City Rafting mache! So war zumindest die Situation am 2. Juniwochenende. Mit Regenschirm bewaffnet hält das natürlich niemanden auf, jedoch lässt es sich so nur sehr eingeschränkt Fotos schießen. Und ihr könnt euch vorstellen, dass die Temperaturen ebenfalls etwas geringer ausfielen als sonst…Auf jeden Fall ging es am Ende in eines von mehreren großen Museen Tokios oder genauer gesagt sogar gleich in das größte Tokios, welches gleichzeitig das größte Japans ist. Die Rede ist vom Nationalmuseum Tokio, in dem man dementsprechend viel zu gucken hat. Hier folgt also mein kleiner Bericht dazu.

Das Nationalmuseum befindet sich im Ueno Park, der nicht einfach nur ein Park ist, sondern mehrere Museen, einen Zoo und sogar einige Tempel & Schreine aufweist. Wenn ich nicht besser wüsste, würde ich das Gelände statt Museumsinsel in Berlin glatt Museumspark nennen. Allerdings fehlen ein wenig die Highlights wie Ischtar Tor oder Pergamonaltar. Im Ueno Park sind eben so viele Museen an einem Ort, wie man sie nirgends sonst in Tokio wenn nicht gar Japan findet.

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Zusammengesetzt aus mehreren Gebäuden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kann man selbst ohne Audioguide oder anderer Führung locker mehr als drei Stunden dort verbringen und nichts zwei mal sehen. Das Hauptgebäude sticht mit seine Architektur definitiv heraus und wurde 1932 errichtet. Der originale Bau von 1882 ist leider dem großen Kanto Erdbeben zum Opfer gefallen. Hier kann man in chronologischer Reihenfolge kunstvolle Exponate der gesamten japanischen Geschichte besichtigen, wobei die älteste Stücke etwa 12.000 Jahre alt sind. Dabei sind die Decken bestimmt 4m hoch und alles ist recht gezielt in Szene gesetzt: Keramik, Waffen, Rüstungen, Gemälde, Gewänder, Bücher, Lackkunst uvm. gehören zur Sammlung. Besonders interessant waren für mich die Exponate aus der Zeit vor den Samurai (~8. Jahrhundert), weil diese Zeugnisse von einem völlig anderen Japan sind. Natürlich darf kein Museumsladen fehlen, in dem man neben vielen Büchern auch recht besondere Andenken erstehen konnte, die man so eher selten in einem typischen Touri-Shop finden dürfte. Hinter dem Gebäude wurde übrigens noch ein Garten angelegt, der mit seinem Teich und den Teehäusern sehr einladend aussah. Wegen dem Wetter durfte man ihn allerdings nicht betreten.

Das nächste Gebäude kann durch einen überdachten Gang trockenen Fußes erreicht werden und spezialisiert sich dann auf archäologische Funde, die bis zum Jahr 30.000 v. Chr. datieren. Was sich total cool anhört, stellt sich größtenteils als eine Sammlung von Keramik und Stein heraus, die selbst einen eingefleischten Japanfan wie mich gelangweilt hat. Viele Ausstellungsstücke findet man in Form eines Fotos bei Wikipedia, weswegen es etwas Besonders war, diese direkt vor sich zu sehen. Ich erinnere mich außerdem gut an antike Münzen und an aus Holland, Deutschland und weiteren Ländern importiertes Porzellan. Auch die aus Terrakotta bestehenden Hügelggrabbeilagen (ja, die waren auch in Asien mal beliebt!) aus dem 3. bis 6. Jahrhundert sind mir in Erinnerung geblieben. Man beschränkt sich leider nur auf eine reine Ausstellung und verzichtet nahezu vollkommen auf Rekonstruktionen. Die Texte sind schlussendlich ebenfalls eher nüchtern…

Dann ging es in das zweite historische Gebäude des Komplexes, welches sehr westlich gehalten ist und aus dem Jahre 1909 stammt. Als Hyokeikan bekannt, gab es bei meinem Besuch nur leere Räume anzusehen. Die grüne Kuppel hatte etwas von der Atomruine in Hiroshima, die nämlich auch mal so eine hatte. Auf alle Fälle eine Seltenheit in dem ansonsten fast nur modernen Tokio.

Den Abschluss machte die sogenannte asiatische Gallerie, die ihrem Namen entsprechend Exponate aus ganz Asien (und noch mehr) bereithält. Von Korea & China, über Kambodscha & Indien bis hin zum Iran und gar Ägypten gibt es Kulturschätze vom gesamten asiatischen Kontinent. Es war schon irgendwie interessant, Tempelfiguren aus China, Keramik aus Korea oder eine Mumie aus Ägypten besichtigen zu sehen, doch bin ich dann doch mehr an Japan interessiert als an z.B. seinen Nachbarländern, selbst wenn es mit China sowie Korea einen kulturellen Austausch gab. Kambodscha mit seinem Angkor Wat oder Ägypten allgemein stehen sowieso auf meiner persönlichen Liste von Orten, die ich mal besuchen möchte und da reicht keine Handvoll Exponate heran. Trotzdem scheint vor allem die Sammlung koreanischer Kunst in ihrer Größe weltweit einzigartig sein.

Am Ende war ich schon ein wenig erschöpft, weil es einfach extrem viel zu sehen und zu lesen gab. Der Eintritt fiel mit etwa 4,50€ für das Gebotene sehr gering aus. Ein Highlight war mein Besuch im Nationalmuseum Tokio jedoch nicht, einfach weil es teilweise ziemlich langweilig war. Vermutlich waren die Exponate nicht mein Fall, aber wenn es um Autos, Züge oder Ähnliches geht, bin ich sofort Feuer und Flamme :heart: Wirklich etwas Neues gelernt habe ich jetzt auch nicht. So heißt mein Fazit als Liebhaber Japans wohl “einmal und gut” :P

Euer
Tobii~
(aus dem inzwischen längst wieder sonnigen Japan)

Mein Share House

15m² in Tokio:

Ja hallooo!

Nachdem mein erster Monat in der Hauptstadt Japans vorüber ist, sollte es langsam Zeit sein, etwas über das Share House los zu werden, das ich mein Zuhause nenne. Solch simple Einträge kommen irgendwie immer total verspätet, aber wie dem auch sei :bye:

Shinjuku ist ganz nah

Blick nach Shinjuku aus meinem Fenster

Mein Share House befindet sich in einem Stadtteil namens Nakano, der direkt an Shinjuku grenzt. Per U-Bahn sind es 1,5 Stationen zum Bahnhof Shinjuku, von dem aus man mehr oder weniger direkt ganz Tokio unsicher machen kann. Ich lege diese Strecke allerdings fast immer zu Fuß zurück :P Verkehrsanbindung könnte also nicht besser sein. Auch an Supermärkten, Konbinis, Fast Food Restaurants sowie einer Post mangelt es nicht. Ein paar mehr preiswerte japanische Restaurants wären noch schön gewesen, wobei ich ehrlich gesagt bisher nicht wirklich nach solchen gesucht habe. Warum Essen gehen, wenn man selber billiger kochen kann? Die direkte Nachbarschaft ist total ruhig; ein Kanal direkt vor der Haustür sorgt für ein stetiges Plätschern. Und ja, die Wolkenkratzer Shinjukus kann ich aus meinem Fenster sehen!

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Damit wären wir auch schon beim Aufbau des Hauses, das sehr viel größer als das Guest House in Kyoto ausfällt. Ganze 3 Stockwerke und auf jedem gibt es mehrere Zimmer, in denen zumindest theoretisch 2 Personen wohnen können. Selbstverständlich ist es von Außen wieder besonders hässlich :patrick: Jede Etage hat übrigens eine eigene Toilette, die eher einem Waschraum einer Jugendherberge ähnelt. Bei den vielen Bewohnern wohl kein Wunder, aber schon gewöhnungsbedürftig. Dann findet man sowohl im Erdgeschoss als auch im 2. Stock eine gemeinschaftliche Küche inklusive Fernseher. Gasherd, Kühlschrank, Reiskocher, Mikrowelle, Toaster…Alles da. Statt richtigem Wasserkocher muss man sich es immer auf dem Herd erhitzen, was natürlich genauso gut funktioniert, aber irgendwie stelle ich mir einen Wasserkocher praktischer vor. Die Auswahl an Geschirr war etwas unzufriedenstellend, aber im 100 Yen Shop kann man ja das nachkaufen, was man unbedingt benötigt.

Die selben Poster wie immer dürfen nicht fehlen <img src='http://blog.tzf-clan.de/smileys//happy-plz.gif' alt=';-)' width='19' height='19' class='wpml_ico' />

Die selben Poster wie immer dürfen nicht fehlen ;-)

Mein Zimmer ist im 1. Stock und eines der geräumigsten, weil die anderen über keinen richtigen Schrank verfügen, was mit meinem ganzen Sachen etwas problematisch sein dürfte…Die Miete fällt natürlich höher aus, aber der Unterschied ist am Ende gar nicht so groß. Dafür habe ich sogar zwei große Fenster, mit denen ich bei den momentan herrschenden 30°C schön Durchzug machen kann. An Möbeln fehlt ebenfalls nichts: Schreibtisch, Drehstuhl, Bett, kleines Regal, ein Schrank mit zwei Schubladen und noch ein Spint aus Metall. Das Einzige, was ein wenig schade ist, ist der nicht vorhandene Platz zum Wäschetrocknen. Auf das Dach zu gehen ist vom Vermieter nicht gestattet und eine Möglichkeit, etwas vor ein Fenster zu hängen, gibt es nicht. So muss ich alles an Kleiderbügeln an die Gardinenstangen hängen, was nicht gerade ideal ist, würde ich mal sagen xD Ansonsten sind sowohl Decken als auch Wände recht dick, sodass man endlich keine Mitbewohner mehr hört. Das war insbesondere in Kyoto ein Problem…Zwar liegt mein Zimmer direkt neben der Toilette, weshalb man jedes Mal die Benutzung der Wasserhähne deutlich wahrnimmt, aber das kenne ich von meinem Zuhause in Deutschland :yahoo:

Ansonsten stellte es sich als schwierig heraus, mit den eigentlich zahlreichen Mitbewohnern in Kontakt zu treten. Jeder ist halt für Monate hier und dementsprechend sind die meisten in ihrem Alltag drinnen…Davon kann man als Tourist nicht gerade sprechen. Falls man dann mal jemanden zufällig antrifft, bleibt es meistens bei Smalltalk und ja…Das war in Kyoto sehr viel einfacher, aber was soll man machen? Einen Monat habe ich es ausgehalten und selbiges habe ich für den zweiten vor! Ich bin noch nicht einmal mit allen Bewohnern in Kontakt getreten, kann aber sagen, dass hier recht viele Asiaten wohnhaft sind, mit denen man lieber Japanisch als Englisch redet. Ansonsten weiß ich über drei Franzosen und zwei Amerikaner Bescheid. Mal wieder niemand aus Deutschland, hm?

Mehr als das habe ich über mein Share House nicht zu schreiben. Ein wenig einsam, aber wirklich sehr gute Lage. Mein Zimmer würde ich sogar besser als die Wohnung in Gifu bezeichnen, einfach weil alles in einem besseren Zustand ist. Im preislichen Vergleich ist die Miete hier in Tokio für mein 15m² Zimmer in etwa doppelt so hoch wie damals in Gifu. Das kleinste Zimmer im Share House bietet die halbe Fläche, ist aber nur 15% billiger. Immerhin sind hier in Tokio Strom und Gas schon Teil der Miete und müssen nicht extra bezahlt werden.

Danke fürs Lesen!

Gez.
Tobii~