Monthly Archives: April 2014

Zu Gast bei Kaisers

Im Kaiserpalast Kyotos!

Moin moin!

Hier scheint gerade herrlich die Sonne und ich sitze trotzdem drinnen, um diesen Eintrag zu schreiben :wacko: Es wartet heute ein weiteres Highlight Kyotos auf euch: der Kaiserpalast oder Kyoto Gosho, der sich im Norden der Stadt befindet. Für diesen – wie auch einige anderer Villen bzw. Residenzen – benötigt man eigentlich eine vorherige Anmeldung, die man ausschließlich beim kaiserlichen Hofamt tätigen kann. Selbst dann ist man nur in der Lage, an einer geführten Tour teilzunehmen, wobei man in den seltensten Fällen Gebäude betreten darf. Nur zwei Mal im Jahr steht der Kaiserpalast für die gesamte Öffentlichkeit offen: Einmal im Frühling und dann noch im Herbst, also im Prinzip zu den Hochzeiten des Tourismus. Genau darauf hatte ich nämlich gewartet :P Irgendwie sträube ich mich dagegen, nur um eine Sehenswürdigkeit zu sehen, vorher zum Kaiserpalast zu fahren und dort eine Anmeldung zu tätigen…Mag sein, dass mir so einige eindrucksvolle Residenzen entgehen, aber damit kann ich leben :)

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Der heutige Kaiserpalast stammt aus dem Jahre 1855, nachdem er wiederholt abgebrannt ist und auch den Ort gewechselt hat. Bis 1868 lebte der Kaiser auch dort, wobei er seitdem seinen Sitz in Tokyo hat. Trotzdem fand die Thronbesteigung vom letzten Kaiser Hirohito noch in Kyoto statt, die übrigens 1926 war. Der momentan amtierende Kaiser Akihito wurde im Tokyoter Kaiserpalast inthronisiert. Immer noch lange her, aber zeigt ja, dass Kyoto auch nach dem Umzug des Kaisers nicht sofort seine Bedeutung verloren hatte.

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Das Gelände, auf dem der Palast zu finden ist, stellte sich als extrem weitläufig und riesig heraus; etwas Größeres findet man in Kyoto nicht. 1100m x 600m ergeben eine gesamte Fläche von 66 Hektar, die von vielen Bäumen aber auch mit breiten Wegen ausgefüllt werden. Trotz des fortgeschrittenen Frühlings gab es noch einige blühende Kirschen zu betrachten :heart: Der Palast selbst nimmt nur etwa ein Fünftel dieser Fläche ein :patrick: Auf jeden Fall war das Wetter super und die Touristen wurden mit Bussen aus ganz Japan angekarrt, um die seltene Gelegenheit auszunutzen. Mich überraschte die kleine äußere Mauer, die das gesamte Areal umringt; immerhin wird dem Kaiser eine Verwandtschaft mit der wichtigsten Göttin des Shinto nachgesagt…

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Zuerst stößt man auf eine weitere Mauer, die dann den Palast streng rechteckig umgibt, wobei es selbstverständlich mehrere Tore gibt. Nur Eines dient jedoch als Haupteingang während der offenen Tage, wobei man das an anhand der Menschenmengen und aufgestellten Zelte nicht verfehlen kann. Es wird einem sogar in den Rucksack geschaut :horror: Man darf keine Waffen mit in den Palast nehmen, wobei es in Japan sowieso schon illegal ist, eine solche bei sich zu haben…Dementsprechend lasch war die Durchsuchung. Der Palast setzt sich dann aus mehreren Gebäuden und auch Gärten zusammen, die alle ein wenig an die Nijo-Burg erinnern. Letztere sind aber leider nicht im Geringsten begehbar :-( An Gebäuden kann man neben dem Thronsaal auch die Wohnquartiere und Versammlungssäle immerhin von Außen begutachten. Der Thronsaal ist dabei vermutlich das eindrucksvollste Gebäude, weil dieser mit einem Tor und einer Art Allee in einer Linie steht. Er ist auch das größte Gebäude des gesamten Komplexes. Ich fand außerdem einen Raumtrenner interessant, denn genau dieser war an mehreren Gelegenheiten anwesend, die für die Geschichte Japans sehr wichtig waren.

Viel mehr gibt es im Kaiserpalast nicht zu sehen, sodass dieser von vielen als keine “Must-See” Sehenswürdigkeit Kyotos angesehen wird. Nach meinem Besuch bin ich da anderer Meinung, weil manche Ort sich nicht durch Schönheit sondern durch ihre geschichtliche Wichtigkeit auszeichnen. Der Palast steht stellvertretend für die fast 1000 Jahre, die der Kaiser in Kyoto gelebt hat und das sollte man sich nicht entgehen lassen, finde ich ;-)

Grüße aus dem sonnigen Kyoto
Tobii~

Ikebana

Die Kunst der Blumenarrangements:

Hallo ihr alle!

Heute kommen wir mal wieder auf etwas typisch Japanisches zu sprechen, das neben Teezeremonie oder Kalligrafie überall bekannt sein sollte. Die Rede ist von Ikebana, dem kunstvollen Herrichten von Blumengestecken, dessen Ursprünge bis ins 6. Jahrhundert reichen. So lautet zumindest meine simple Beschreibung :P Wie mit allen japanischen Kulturgütern, gibt es auch hier eine lange Geschichte und viele verschiedene Stile. Mehr dazu kann gerne auf Wikipedia nachgelesen werden ;-)

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Wie ich vielleicht schon erzählt habe, unternehme ich jeden Freitag einen Ausflug mit meiner Sprachschule. Und so ging es eben u.a. in eine Ausstellung, die auf mehreren Stockwerken Ikebana-Kunstwerke beherbergt. Dabei waren den Etagen eigene Kategorien zugeordnet, sodass man neben traditionellen Gestecken auch sehr moderne “Werke” bewundern konnte. Allgemein war vor allem die Beleuchtung nicht wirklich gut zum Fotografieren…Etwas zu gelb, was vermutlich mit dem möglichst langen am Erhalten der Pflanzen zu tun hat. Außerdem scheint es vor allem bei Frauen beliebt zu sein; man sah kaum Japaner, sondern fast nur Japanerinnen.

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Insgesamt war es definitiv cool, derartige Kunstwerke zu sehen; das kann sicherlich nicht jeder von sich behaupten. Aber ehrlich gesagt hatte ich schon nach dem ersten Stockwerk genug gesehen…Ikebana ist wunderschön und wirklich spektakulär, nur irgendwie kann ich damit nichts anfangen. Vielleicht bin ich ein kleiner Kunstbanause, wer weiß :unsure: Ich würde auch nicht unbedingt in ein Kunstmuseum gehen…Meine Meinung soll euch natürlich nicht die Freude daran nehmen =)

Danke fürs Lesen und bis demnächst!

Gez.
Tobii~

Sakura Tour III

Die letzten Kirschen:

Hallo ihr!

Na wie stehts? Wollt ihr alles über die dritte und letzte Sakura Tour erfahren? Ich hoffe doch mal :P Dieses Mal ging es erneut nach Arashiyama, an dessen Bambushain sich hoffentlich jeder von euch erinnert. Die Tour habe ich übrigens nach der Schule gemacht und dementsprechend geschafft war ich am Ende des Tages. Nichtsdestotrotz war das Wetter einfach herrlich, weshalb ich nichts bereue!

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Von meiner Sprachschule aus ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Arashiyama; die kleine private Bahn hat 2 Stationen in unmittelbarer Nähe, wobei der Fahrpreis immer 200 Yen beträgt. Dank meiner Monatskarte für die U-Bahn komme ich also im Prinzip für schlappe 400 Yen dorthin :yahoo: Natürlich dauert es insgesamt trotzdem fast 50 Minuten…Wie dem auch sei: Mein Ziel waren eigentlich zwei Tempel abseits der beliebtesten Touristen-Spots, die ich am Ende leider nicht mehr besuchen konnte, weil ich in zwei anderen Tempeln zu viel Zeit verbracht habe xD Wirklich traurig bin ich jetzt nicht deswegen; ich hatte auch so mal wieder viel Schönes gesehen :heart: Zuallererst habe ich jedoch die berühmte Brücke und die leider nicht mehr wirklich blühenden Kirschen am Fluss aufgesucht. Immerhin standen auf den Hügeln so einige Kirschen in voller Blüte, was echt wunderschön aussah! Und wie immer waren viele Frauen in Kimono unterwegs :wow: Anschließend suchte ich den Bambushain auf, um die nördlich davon liegenden Tempel zu besuchen. Kennt ihr ja bisher alles schon ;-)

Jojakkoji Tempel

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Der Eintritt schlägt mit 400 Yen zu Buche, wobei die Haupthalle aktuell renoviert wird und somit von einem Baugerüst umgeben ist. Auf dem Gelände befinden sich aber noch eine kleine Pagode, die der vom Einkando-Tempel sehr ähnelt, zwei größere Kirschen, steinerne Treppen und viel Moos. Ich war ziemlich überrascht, wie hoch die ganzen Treppen gehen; man kann von oben so richtig die Aussicht genießen. Definitiv nicht vergleichbar mit dem Affenpark, aber auch nicht zu vernachlässigen :) Außerdem waren die beiden Kirschen schon am Verlieren ihrer Blüten, was bei jedem Windstoß einen kleinen Regen aus hellen Blättern zur Folge hat. Ist aus meiner Sicht fast unmöglich zu fotografieren xD Wirklich “schön” finde ich es auch nicht, weil das Fallen der Kirschblüten zumindest in Japan ein Symbol für den Tod ist. Allgemein erinnern die Blüten an die Vergänglichkeit des Lebens. Auf jeden Fall waren im Jojakkoji Tempel mit mir eingeschlossen höchsten eine Hand voll anderer Leute unterwegs, was dem Ganzen eine völlig andere Atmosphäre gab, als wenn es dort so voll wie z.B. im Garten des Heian Jingu Schreines gewesen wäre. Mir hat der Tempel wirklich sehr gefallen, selbst wenn er weder besonders berühmt noch wichtig ist.

Nisonin Tempel

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Ein kurzes Stück weiter Richtung Norden stößt man dann auf den nächsten Tempel namens Nisonin, für dessen Besichtigung man 500 Yen auf den Tisch legen muss. Hier findet man sogar eine größere Haupthalle, die mit dem blühenden Kirschbaum davor schön anzusehen war. Dennoch war auch hier kaum etwas los, was ich persönlich bevorzuge. Das Areal bietet zwar nicht so viele Treppen und Wege, aber man kann gefühlt noch weiter nach oben gehen als im Jojakkoji Tempel. Man kommt dabei an einem Friedhof vorbei, von dem aus man einen kleinen Pfad entlang geht, um dann einen kleinen Aussichtspunkt im Wald zu erreichen. Dort stehen sogar Sitzmöglichkeiten zur Verfügung :kawaii: Das wars dann aber leider auch schon…Definitiv einen Besuch wert, aber Jojakkoji hat mir mehr gefallen.

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Da der Unterricht bis 12 Uhr ging und ich dann noch mit Klassenkameraden zu Mittag gegessen habe, war ich erst so um 14 Uhr in Arashiyama. Und alle Tempel schließen bekanntlich schon um 16:30 Uhr ihre Pforten…Mehr habe ich also leider nicht geschafft, was echt schade ist. Bisher habe ich nicht vorgehabt, ein drittes Mal nach Arashiyama zu fahren, aber es gibt dort immer noch 5 Sehenswürdigkeiten, die ich eigentlich gerne sehen würde…Scheint eher etwas fürs Wochenende zu sein ;-) Ihr werdet es dann ja sowohl im Fotostream als auch irgendwann in Form eines Eintrages sehen :P

Wie immer Danke fürs Lesen! Es freut mich jedes Mal, wenn ich zu hören bekomme, dass jemand meine Zeilen hier liest :)

Gez.
Tobii~

Sakura Tour II

Kirschen ohne Ende:

Hallöchen allerseits!

Nach meiner ersten Kirschentour folgte kurze Zeit später noch eine zweite und genau von dieser möchte ich heute berichten. Zugegebenermaßen fiel die Tour kürzer als die erste aus :unsure: Das heißt aber nicht, dass die Ziele weniger sehenswert waren. Ihr werdet es jetzt ja erfahren :P

Heian Jingu

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Zuerst ging es zum Heian Jingu Schrein, wo man schon auf dem Weg dorthin von Kirschbäumen begrüßt wird: Noch vor dem riesigen Torii muss man nämlich einen kleinen Kanal überqueren, der ganz zufällig von Kirschen gesäumt ist :kawaii: Während der Kirschblüte kann man übrigens auch eine Kanalfahrt machen, auf der man dann das Ganze aus einer anderen Sicht genießen kann. Wie teuer das ist, kann ich euch aber nicht sagen xD Auf jeden Fall war es trotz des eher bewölkten Himmels richtig voll :horror: Wie viele Menschen alleine vor dem einen Konbini saßen oder die Kanalbrücke blockierten…

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Das Schreingelände selbst war dann gar nicht so voll, aber es ist eben auch ziemlich weitläufig. Dort konnte man dann schon einige Kirschen bewundern, die zum Teil die grünlichen Dächer überragten. Aber 90% aller Touristen sind wegen dem Garten zum Heian Jingu Schrein gekommen, den ich mir selbstverständlich nicht entgehen lassen habe! Dank der zusätzlichen Verkaufsstände für Eintrittskarten musste man nicht einmal länger als sonst warten, sodass ich mich schnell im Inneren des Gartens wiederfand. Zu meiner großen Überraschung ging es im Eingangsbereich nur noch stockend voran, weil so viele Leute auf den schmalen Pfaden unterwegs waren und natürlich auch Fotos machten…Zur Verteidigung muss ich sagen, dass der Eingangsbereich neben der – euch schon bekannten Brücke – die schönste Ecke des Gartens ist: Dutzende Kirschbäume, die zum Teil von Bambusgerüsten gestützt werden, sind einfach toll :heart: Zwischen diesen beiden Hauptattraktionen war es nicht mehr so dicht gedrängt, wobei die beiden mittelgroßen Teiche auch nicht sooo schön anzusehen sind; dafür stehen da zu wenige Kirschen :scratch: Wenn man schließlich den größten Teich mit der Holzbrücke erreicht, ist man froh, dass man den Heian Jingu Schrein aufgesucht hat! Es gibt kaum ein schöneres Motiv in Kyoto zu finden: Der Teich, in dem sich sowohl die Brücke als auch ein traditionelles Gebäude spiegeln, die rosafarbenen Kirschbäume, Richtung Osten die grünen Berggipfel und nicht zu vergessen die “Trauerkirsche” direkt am Teich. Dementsprechend voll war es an diesem Fleck, was mich nicht davon abgehalten hat, einige sehr schöne Schnappschüsse zu machen. Kann ich nur weiterempfehlen, falls man jemals die Chance hat ;-)

Weg des Philosophen

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Anschließend ging es zum dritten Mal daran, den Weg des Philosophen zu beschreiten. Noch vorher kommt man an dem inzwischen nicht mehr benutzten Kanal vorbei, in dem auf Schienen Boote transportiert wurden. Heute blühen auch hier jeden Frühling die Kirschen, weshalb recht viele Leute dort ein wenig spazieren gehen. Zeitlich reichte es an dem Tag leider nicht dafür und selbst später bin ich nicht dazu gekommen. Es dürfte dort leerer als beim Weg des Philosophen sein, aber dafür ist der Straßenlärm näher…

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Naja, auf zu zu DEM Weg: Ihr erinnert euch, dass die gesamten 2 km des Kanals mit Kirschen gesäumt sind und ja…Was soll man dazu noch groß schreiben? :P 2000 Meter Kanal, blühende Kirschen vor allem auf einer Seite, gelegentliche Brücken, viele kleine Läden oder Cafés und jede Menge Touristen. Wenn ich ganz ehrlich bin, finde ich die Spaziergänge am Kanal vor meiner Haustür entspannter, weil da eigentlich immer tote Hose ist…Der Weg des Philosophen bietet zwar dreimal so viele Kirschen und ist durch die geringe Größe irgendwie interessanter, aber es ist mir einfach zu voll gewesen. Ich glaube jedoch, dass es nach der Kirschblüte wieder leerer sein wird =) Als ich am Ende des Weges war, wurde es schon langsam dunkel und so ging es recht fix wieder nach Hause; auf ein weiteres Light-Up wie in der Nijo-Burg hatte ich irgendwie keine Lust gehabt…Ihr müsst wissen, dass der Ausflug eine Woche vor Beginn meines Sprachkurses war und dementsprechend galt es, vieeel zu wiederholen. Ich habe mich trotzdem mit diesen beiden Zielen zufrieden gegeben!

Danke fürs Lesen uuund bis zum nächsten Eintrag!

Grüße aus Kyoto von eurem
Tobii~

Schloss, Park, Kirschen und Aquarium

Ein Tag in Osaka!

Welcome back :yahoo:

Heute entführe ich euch nach Osaka, der mit 2,6 Millionen Einwohnern drittgrößten Stadt Japans, die allerdings ähnlich wie Nagoya kaum noch historische Gebäude/ Tempel/ Schreine aufweist. Alleine über die Stadt selbst könnte man schon einen einzigen Eintrag schreiben, sodass ich neugierigen Lesern eine Recherche in Eigenregie empfehle. Der Reisebericht dürfte auch so lang genug werden :P Vergesst eure Sonnenbrille nicht und dann können wir auch schon los xD

Von Kyoto aus kann man Osaka per Bahn oder Bus erreichen, wobei es dann selbstverständlich mehrere Bahnlinien gibt: JR, Hankyu, Keihan oder für Eilige per Shinkansen. Ich bin per Keihan Railways gefahren, weil es von meinem Guest House aus nur gute 20 Gehminuten bis zu einem Bahnhof der Linie ist. Wenn ich mich recht erinnere, war die Fahrt mit 400 Yen sogar recht preiswert; da ist es bis nach Nara schon teurer. Außerdem ist die Endstation in Osaka direkt an das U-Bahn Netz angeschlossen, sodass man gleich weiter kann. Ausnahmsweise habe ich mir dann eine Tageskarte gekauft, weil ich wusste, dass ich so einige Kilometer zurücklegen würde. Diese hat auf jeden Fall unter 7€ gekostet, wofür man alle 8 U-Bahn Linien benutzen kann. Da kann man nicht meckern! Das Ticket hat mir übrigens ein Bahnangestellter persönlich am Automaten gezogen ;-) Das nenne ich Service. Mit der Tageskarte in der Tasche machte ich mich also auf den Weg zuuuuum…

Osaka Schloss (-park)

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Oh ja, auch Osaka bietet Besuchern und Einheimischen gleichermaßen ein Schloss aus Beton, welches immerhin aus den 1930ern Jahren stammt und den 2. WK unbeschadet überlebt hat. Die beiden historischen Vorgänger wurden 1583 und 1620 errichtet, wobei das 2. Schloss schon 1665 von einem Blitz getroffen wurde. Bis zur Neuzeit konnte man also nur Ruinen besichtigen, wie es u.a. in Tokyo immer noch der Fall ist. Um das Schloss herum erstreckt sich ein wirklich sehr weitläufiger Park, dessen grüne Idylle man größtenteils ohne Entgelt genießen kann. Nur ein kleiner Abschnitt ist – vermutlich wegen dem guten Blick aufs Schloss – während der Kirschblüte kostenpflichtig. Und da wären wir schon bei dem, was meinen Tag in Osaka zu einem meiner Highlights gemacht hat :heart: Kirschen! Der Park ist nämlich das Zuhause von mehreren Hundert Kirschbäumen, die zu meinem Besuch in voller Blüte waren. Man hatte also ein regelrechtes Dach aus weißen Blüten über seinem Kopf, was man einfach selbst erleben muss. Dürfte nicht umsonst eines meiner Highlights sein ;-) Dem sehr guten Wetter entsprechend – ich bin später in T-Shirt rumgelaufen – fanden sich viele Menschen zum Hanami unter den Bäumen, aber auch viele Geschäftsleute und Angestellte genossen ihre Mittagspause im Schatten der Kirschen. Dazu waren im Gegensatz zu Kyoto keine Massen an ausländischen Touristen unterwegs, sondern vor allem Japaner. Mir war es zumindest z.B. im Maruyama Park zu voll, um die Kirschen noch genießen zu können…

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Das Schloss ist dann von einer riesigen Mauer sowie einem breiten Wassergraben vom Park abgetrennt und kann an zwei Punkten betreten werden. Dagegen sind die Verteidigungen von der Burg Nijo ein Witz! Allerdings gibt es noch einen weitere Verteidigungslinie, bevor man dem Schloss endlich ganz nah sein kann. Vor diesem gibt es übrigens einen recht großen Platz, wo sich an dem Tag sogar ein Straßenkünstler um die Gunst der ganzen Leute bemühte. Wie muss man sich das Schloss vorstellen? Ohne irgendwelche Zahlen zu kennen, würde ich Osaka-Jyo größer als das Nagoya-Jyo einschätzen. Ersteres verfügt außerdem über viel mehr goldene Verzierungen an der Außenseite; dennoch wird das in Nagoya immer etwas Besonders für mich sein, weil es mein erstes, großes Schloss war, das ich besichtigt habe :) Etwas länger angestanden, sogar wegen meiner U-Bahn Tageskarte 100 Yen Rabatt bekommen und schon fand ich mich im Inneren wieder. Dort findet sich genau wie in Nagoya ein Museum, das sich um die Geschichte des Schlosses und deren Erbauer dreht. Insgesamt nicht schlecht, aber wirklich beeindruckt war ich nicht. Da war die Aussicht vom obersten Stock schon eher etwas, was so schnell nicht vergisst. Rundum der grüne Gürtel mit den vielen weißen und rosafarbenen Flecken aus Kirschbäumen und dahinter dann Stadt bis zu den ersten bewaldeten Bergrücken. Anders als Nagoya hat Osaka sehr viel mehr Wolkenkratzer auf Lager, müsst ihr wissen! Allerdings muss ich wieder eingestehen, dass mich die Fahrt auf den Fernsehturm von Nagoya mehr bewegt hat :P Der Vergleich hinkt sicherlich ein wenig, da das Schloss definitiv nicht so hoch ist, aber gut xD Auf die Uhrzeit habe ich dabei nicht geachtet, sodass ich nicht sagen kann, wie lange ich im Schloss war. Jedenfalls ging es nach einer kurzen Stärkung mit einem Konbini-Sandwich daran, das zweite Ziel aufzusuchen, das da wäre…

Kaiyukan

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Hinter dem Namen Kaiyukan versteckt sich das Osaka Aquarium, das ich ehrlich gesagt vor allem wegen einem einzigen Tier aufgesucht habe. Dazu gleich mehr! Das Aquarium liegt direkt am Hafen und damit im Südwesten der Stadt. Direkt im Anschluss daran finden sich u.a. ein Riesenrad, eine kleine Mall, eine Hafenrundfahrt auf einer modernen “Santa Maria” und nur auf von einem Kanal getrennt sieht man sogar die Universial Studios Japan – einen Vergnügungspark, der leider kaum Achterbahnen hat und deswegen eher uninteressant ist. Ganz ausgeschlossen habe ich einen Besuch aber noch nicht! Jedenfalls hat man es also mit einem regelrechten Vergnügungsviertel zu tun, wie ich es auch in Nagoya gesehen habe. Irgendwie war es in Osaka sowohl belebter als auch besser in Schuss. Der Eintritt ist mit ~16€ kein Schnäppchen, aber dafür gibt es echt viel zu sehen: Man fährt zuerst ganz hoch und geht dann den Schildern nach wieder runter; alleine dieses Design hat schon einen Preis verdient! An Tieren kann man Otter, Pinguine, Rochen, Haie, Tintenfische, kleine Delfine, Sardinen, Königskrabben, Quallen, Seelöwen, Robben, ja selbst zwei Faultiere und natürlich sonst wie viele verschiedene Fischarten. Die Hauptattraktion ist allerdings ein Walhai :kawaii:

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Ich weiß nicht, wie es mit euch ist, aber mein liebster Meeresbewohner ist definitiv der Walhai. Vermutlich deswegen, weil ich mich ein wenig mit ihm identifiziere :patrick: Groß und schon irgendwie gefährlich aussehend, aber trotzdem eine harmlose Kreatur, die von Plankton und Ähnlichem lebt. Ich lebe jetzt natürlich nicht von Plankton…Der Walhai dreht zumindest im größten Becken seine Runden und ist ein kleineres Exemplar, was das Erlebnis nur ein wenig dämpft. Das lässt sich sicherlich nicht mit einem Tauchgang an der Seite eines solchen Riesen vergleichen, kommt diesem aber wohl am Nächsten. Ganz am Ende der Route gibt es außerdem einen kleinen Bereich, der dem Regenwald gewidmet ist. Dort finden sich die besagten Faultiere, aber auch ein kleiner Affe; genau gesagt ein Totenkopfaffe, wie er auch in Pippi Langstrumpf namens “Onkel Nilsson” vorzufinden ist ;-) So einen habe ich hier übrigens sogar schon in einer gewöhnlichen Tierhandlung gesehen…Nach der Tour genoss ich noch ein wenig den Anblick des Meeres, schließlich habe ich daheim in Heikendorf eben jenes direkt vor der Haustür :P Extrem vermisse ich es nicht, aber manchmal ist es definitiv schön, salzige Meeresluft zu schnuppern!

Umeda

Bevor es dann wieder zurück nach Kyoto ging, folgte ein Besuch in Umeda während der Abenddämmerung. Umeda ist der Name eines Stadtviertels, der im Norden in Osakas liegt und wo sehr viele Bahnlinien zusammenkommen. Dementsprechend viele Menschen tummeln sich täglich genau an diesem Ort, weshalb es vermutlich niemanden wundert, dass Umeda zu einem Shopping- und Freizeit-Paradies geworden ist. Es ist vor allem Letzteres; Einkäufe sollte man eher im südlichen Stadtzentrum namens Minami erledigen. In Umeda findet man nämlich vor allem Pachinko-Hallen, Restaurants, Bars und sogar Etablissements, die in Richtung Rotlicht gehen. Auf jeden Fall waren da echt viele Leute unterwegs :wow: Die Kreuzung direkt vorm Bahnhof dürfte ein kleines Shibuya gewesen sein; nicht schlecht, Herr Specht. Ich bin dort auf einen wirklich besonderen Laden gestoßen: Auf einer nicht gerade kleinen Fläche kann man dort alte Mangas, Spielzeuge, Automodelle, Anime-Figuren und so weiter ersteigen. Für mich gab es gleich zwei kleine Damen, weil brandneue Figuren gut und gerne bis zu 50€ kosten, was mir dann doch zu viel ist. In derartigen Läden erhält man sie manchmal schon für 6€! Ansonsten bin ich mal wieder auf einen Animate-Laden gestoßen xD Damit habe ich in Gifu, Kyoto, Nara und Osaka die jeweiligen Animate-Läden besucht! Dort gab es allerdings – wie fast immer – nichts Besonders für mich. Und dann ging es doch endlich mal wieder zurück nach Kyoto!

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Das war mein langer Tag in Osaka, der eines meiner bisherigen Highlights ist und vermutlich auch für immer bleiben wird. Gerade der Schlosspark mit den ganzen Kirschen war einfach nicht von dieser Welt! Danke fürs Lesen und wie ihr bemerkt haben dürftet, habe ich für diesen Eintrag recht lange gebraucht. Mein Sprachkurs hat ja am 9. April angefangen und es hat sich so ergeben, dass ich 9 Lektionen übersprungen habe. Dementsprechend viel gab es in den ersten Tagen zu lernen…Dazu musste ich mich um meine Aufenthalte in Hiroshima sowie Tokyo kümmern…Wintersachen muss ich auch noch nach Deutschland zurückschicken, damit ich mehr Platz im Gepäck hab…Ihr seht ja selbst; der Tobi hat nicht so viel Zeit gehabt :P Ist trotzdem krass, dass der Eintrag 2 Wochen nach dem eigentlichen Ausflug kommt :scratch:

Wie dem auch sei! Bis zum nächsten Mal!

Tobii~

Sakura Tour I

Kirschen, Kirschen und noch mehr Kirschen!

Aloha,

Dieser Eintrag ist nur einer einzigen Pflanze gewidmet: Der Kirsche oder auf Japanisch Sakura. Schon ab Mitte März entdeckte man ganz vereinzelt schon blühende Kirschbäume, doch erst Anfang April ging es so richtig los! Ganz allgemein dürfte die Kirschblüte im Frühling eines der wirklich typischen Dinge sein, wenn man an Japan denkt. Zumindest sollte das so sein :P Ich habe gleich eine ganze Sakura Tour gemacht, weil ich natürlich die meisten Tempel und Orte schon gesehen habe und deswegen konnte ich alles etwas schneller angehen.

Als Erstes wollte ich endlich mal den Fluss vor meiner Haustür für euch ablichten. Ich gehe dort mittlerweile fast jeden Tag spazieren, sofern das Wetter stimmt. Apropos: Es dürften an die 20°C an diesem Tag gewesen sein :) Etwa 10 Gehminuten entfernt beginnt ein im Prinzip sehr viel größerer “Weg des Philosophen”, nur halt mit weniger Kirschbäumen, aber dafür an keinem Tag im Jahr mit Touristenmengen. Wie lange man dem Fluss folgen kann, vermag ich gar nicht zu sagen…An einem Tag bin ich wirklich seeehr weit gegangen, aber es ging immer noch weiter. Ich vermisse ein paar mehr Sitzmöglichkeiten, aber ansonsten ist der Weg am Fluss mein kleines Paradies direkt vor meiner Tür :heart: Die großen Wohngebäude schirmen dazu den Verkehrslärm ziemlich gut ab xD

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Dann ging es – zu Fuß – bis zum Daigo-Ji Tempel, der meiner Meinung nach immer noch zu den schönsten ganz Kyotos gehört. Schon auf dem Weg dorthin wurde ich allerdings ein wenig überrascht: Während dort im Februar absolut gar nichts los war, befanden sich jetzt im April regelrechte Menschenmassen auf dem Gelände. Man konnte sich noch bewegen und es gab auch keine wirklichen Warteschlangen, so schlimm war es nicht…Ich hätte es mir nur noch dermaßen voll vorstellen können :rose: Was wird einem hier geboten? Ganz sicher einer der Top-Orte um sich die Kirschen anzusehen: Alleine die Wege, die die verschiedenen Bereiche verbinden, sind durchgängig von Kirschen gesäumt. Dieser Anblick ist sogar umsonst! Ich war dann sowohl im Garten als auch im unteren Daigo-Ji, also der Teil, wo auch die Pagode steht. Kennt ihr ja schon alles ;-) Der Garten bietet einen der schönsten Kirschbäume ganz Kyotos, selbst wenn er der einzige ist, den man für die 500 Yen zu sehen bekommt. Denn wie es in der Natur üblich ist, gibt es viele verschiedene Kirscharten; Neben den normalen Bäumen gibt es auch “Trauerkirschen” oder “Weeping Cherry Trees”, die einfach gesagt wie Trauerweiden aussehen, aber natürlich trotzdem noch echte Kirschen sind. Das Ganze dann zusätzlich mit einer Holzkonstruktion abgestützt, ein wenig urig gewachsen und tada! Vor dem Baum bildete sich dementsprechend eine ganze Traube aus Menschen, die entweder per Smartphone oder Spiegelreflex den Kirschbaum ablichteten. Der untere Bereich von Daigo-Ji wartete mit sehr viel mehr Kirschen auf, die nur einen Tick weniger beeindruckend waren. Die insgesamt 1000 Yen für beides haben sich auf jeden Fall ausgezahlt!

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Mein nächstes Ziel war dann der Ort Kyotos, der im Frühling zu einem regelrechten Volksfest wird: Der Maruyama-Park. Hier war es noch voller als in Daigo-Ji und das vermutlich vor allem wegen der zentralen Lage. Zumindest rein von den Kirschbäumen her empfand ich den Tempel als schöner. Dafür ist der Park wirklich für das Hanami herausgeputzt: Viele Bänke zum Sitzen, jede Menge Stände mit Speisen, Getränken, aber auch kleinen Spielen…Hanami bedeutet übrigens wörtlich übersetzt “Blumengucken”, wobei man sich dabei sich unter die Kirschbäume setzt und dort eine Art Picknick – in der Regel auch mit alkoholischen Getränken – hält. So machen das zumindest die Japaner =) Hier wurden die Touristen sogar mit Bussen angekarrt und irgendwie war es mir ein wenig zu voll da. So lief es am Ende darauf hinaus, dass ich ein wenig vor dem Eingang den Sonnenuntergang genoss :kawaii: Darf man ja auch mal!

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 Als Letztes bin ich erneut zur Nijo-Burg gefahren. Huch? Nach Sonnenuntergang? Dann sieht man doch gar nichts :horror: Eben doch: Überall in Japan werden während der Kirschblüte nachts bestimmte Orte ausgeleuchtet, wobei “nachts” von 18 bis 21 Uhr heißt. In der Burg gab es sogar keinen Preisaufschlag, was ich definitiv positiv anrechne. Ich denke dabei an Nabano no Sato, was man allerdings nicht sollte; dazwischen liegen Welten. Erst einmal sind sowohl der Palast als auch der Hauptverteidigungsring nicht begehbar, was kein Weltuntergang ist, aber irgendwie doch ein Jammer ist. Davon abgesehen gibt es drei Bereiche, die verschiedener nicht sein könnten: Zuerst die Kirschen, die zu meinem Besuch leider noch zu 95% geschlossen waren. Nur ein einziger Baum blühte dort. Danach der Wassergraben des Hauptverteidigungsrings, der ausgeleuchtet war. Dadurch gibt es diese obercoolen Reflexionen an der Mauer, die sich aber nur sehr schlecht mit einer Kamera festhalten lassen. Last but not least eine Art Teehaus mit vorgelagertem Teich, die effektvoll und vor allem farbenfroh angeleuchtet wurde. Ganz am Ende gab es dabei noch eine Reihe von Ständen, wo man u.a. kleine Snacks erstehen konnte. Auf einer überdachten Bühne spielten sogar drei Damen Shamisen! Und das alles für schlappe 500 Yen…Dazu waren die Temperaturen noch erträglich. Insgesamt bin ich froh, dass ich am Ende noch spontan die Nijo-Burg aufgesucht habe :yahoo:

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Eigentlich wollte ich nur kurz schreiben, wo ich war und das mit Bilder ergänzen, aber ihr seht ja, dass ich mich wieder nicht beherrschen konnte :P Es folgt übrigens noch mindestens eine Sakura Tour! Freut euch drauf ;-)

Bis dann
Tobii~

Random Things about Japan

Dinge, die euch erstaunen werden:

Moin moin!

An dieser Stelle folgt etwas, was sich von meinen bisherigen Einträgen unterscheidet: Es wird nämlich weder um einen Ausflug noch um eine Eigenheit des Lebens in Japan gehen. Ich bemerke immer wieder total viele kleine Besonderheiten, die man sehr schlecht in einem ganzen Eintrag unterbringen kann. Deswegen gibt es jetzt eine List lauter Dinge, die “typisch” für Japan sind. Viel Spaß dabei ;-)

  • In Japan herrscht Linksverkehr.
  • Die Ampeln im Land der aufgehenden Sonne springen sofort von Rot auf Grün.
  • Fahranfänger müssen vorne und hinten am Auto einen Aufkleber anbringen, der sie als solche kennzeichnet. Selbiges gilt für Autofahrer/innen ab einem bestimmten Alter, das ich euch aber nicht nennen kann.
  • Auf Rolltreppen stehen Japaner stets in einer Reihe, sodass eine Gasse für diejenigen frei bleibt, die es eilig haben.
  • An Bahnhöfen sind die Haltepunkte der Züge auf dem Boden markiert. Ich habe es bisher nur ein einziges Mal erlebt, dass ein Zug diese nicht eingehalten hat. Der Lokführer korrigierte seinen Fehler allerdings sofort.
  • Vor Bussen und Bahnen bilden die Menschen immer Warteschlangen. Es drängelt niemand. Alle warten zuerst darauf, dass die Leute ausgestiegen sind, bevor sie einsteigen.
  • In japanischen Zügen ist es fast schon Standard, Sitze zu haben, die man der Fahrtrichtung entsprechend umklappen kann. Dementsprechend muss man nie rückwärts fahren.
  • Busse betritt man in der Regel hinten, während man sie vorne verlässt. In manchen Städten ist dieses jedoch anders herum.
  • Nicht bestätigt: Fernsehen beim Autofahren ist selbst bei hohen Geschwindigkeiten erlaubt.
  • Fast jedes Kind besitzt einen Nintendo.
  • Jede noch so kleine Arztpraxis, egal ob Haus-, Zahn- oder Frauenarzt, schimpft sich schon Klinik oder gar Krankenhaus.
  • Gefühlt alle 200m findet man einen Getränkeautomaten. Es gibt aber auch Automaten für Eiskreme, Zigaretten, alkoholische Getränke…eigentlich für alles. Selbst im Kino oder vor beliebten Sehenswürdigkeiten findet man sie, um die Tickets zu kaufen.
  • Schuluniformen sind in Japan etwas völlig Normales. Das hat vermutlich etwas mit dem sehr viel ausgeprägteren Gruppensinn zu tun; man gehört in Japan immer irgendwelchen Gruppen an: Schule bzw. Arbeit, Bowlingclub, Fußballmannschaft, etc. Selbst Grundschüler tragen schon Uniformen.
  • Ein Großteil der Menschen, die man wochentags in U-Bahn und Co. antrifft, trägt Anzug.
  • Zu einem Fahrrad gehören oft fest angebaute Handschuhe, damit man vom Fahrtwind ja nicht kalte Hände bekommt.
  • Jeder, wirklich jeder hat einen Regenschirm und benutzt ihn auch. Oft genug sogar auf den Fahrrad, wobei es dafür auch Ganzkörperkondome gibt.
  • Für Japanerinnen gilt helle Haut als Schönheitsideal, weshalb viele selbst im Winter Sonnencreme auftragen und an sonnigen Tagen einen Schirm bei sich haben.
  • Bestimmt mehr als die Hälfte aller Werbegesichter auf Plakaten sind Ausländer.
  • Datumsangaben in Japan erfolgen in der Form Jahr/Monat/Tag, somit ist der 14. April 2014 der 2014.04.14.
  • Traditionell wird die Jahresangabe als Jahre nach der Thronbesteigung des aktuellen Kaisers gezählt. Demnach ist das Jahr 2014 das 26. der Heisei Ära. Diese Zählweise ist aber erst seit 1868 in Gebrauch und ist seit den 70er Jahren der Standard in offiziellen Dokumenten.
  • Glücksspiel ist in Japan gesetzlich verboten. Trotzdem sieht man an jedem Bahnhof mindestens eine Panchiko-Halle. Man umgeht die Gesetze, indem man den Spielern keine Geldpreise ausschüttet, sondern nur Sachpreise oder Goldplättchen anbietet. Ganz zufällig kann man Letztere in einer Nebenstraße gegen Bargeld umtauschen…
  • Abfälle werden wöchentlich abgeholt, wobei Flaschen, Brennbares und Papier an unterschiedlichen Wochentagen an der Reihe sind.
  • Mülltrennung wird in Japan groß geschrieben: Flaschendeckel kommen bitte zu den brennbaren Abfällen und Flaschen, Dosen, Gläser sollen vorher gründlich ausgespült werden. Vor allem bei McDonald’s ist es wahnsinnig, wie penibel man alles trennen soll: Plastikkappen der Trinkbecher einzeln, Inhalt einzeln…Trotzdem trifft man Mülleimer nur sehr selten an. Auch ein Pfandsystem ist nicht vorhanden.
  • Rauchen ist nur in dafür gekennzeichneten Orten gestattet. Oft braucht man also erst eine Karte der näheren Umgebung, bevor man eine schmöken kann. Das hält viele Japaner dennoch nicht vom Rauchen ab.
  • Weder Trockner noch Keller gehören zu einem durchschnittlichen japanischen Haus. Wäsche wird also entweder auf dem Dach, Balkon oder sogar im Vorgarten zum Trocknen aufgehängt.

Mehr fällt mir gerade nicht ein xD War schon viel, meint ihr nicht auch? Ganz eventuell folgt ein weiterer Teil, wobei der vermutlich kürzer werden dürfte. Wie immer Danke fürs Lesen!

Tobii~

Bergtour auf Hieizan

Himmlische Ruhe:

Und da sind wir wieder :bye:

Willkommen zu einem weiteren Ausflug! Es ging den Hieizan hinauf, ein über 800m hoher Berg ganz im Norden von Kyoto. Für mich war diese Tour eines der Highlights überhaupt, weshalb ihr gespannt sein dürft :kawaii:

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Wie kommt man vom südöstlichen Stadtrand Kyotos ganz in den Norden? Mit drei verschiedenen Bahnlinien! Wer mag, kann sogar vier benutzen xD Als Erstes zu Fuß oder per U-Bahn zum Knotenpunkt Rokujizo, von wo es per Keihan-Line, die Kyoto mit Osaka verbindet, bis deren Endstation ging. Dann muss man auf eine weitere private Eisenbahnlinie umsteigen, die Eizan Railways. Diese fährt einen im Prinzip direkt an den Fuß von Hieizan heran. Zu guter Letzt habe ich per Standseilbahn, ein kleiner Waggon, der zwar auf Schienen fährt, aber per Seilwinde die sehr steile Strecke hochgezogen wird, sowie “normaler” Seilbahn die 800m ganz entspannt bezwungen. Dass der Spaß mit ungefähr 11,50€ (für hoch und wieder runter) nicht ganz billig ausfällt, dürfte jedem klar sein, denke ich :P Mir wurde allerdings ein wenig mulmig, denn zumindest die Bergstation der Seilbahn sah nicht mehr ganz so gut aus: Rostige Pfeiler, die das Dach tragen, und auch sonst bröckelte von den Gebäuden der Putz ab…Die Seilbahn wurde dabei erst im März überprüft und ich bin heil hoch und wieder runter gekommen, aber naja :unsure:

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Endlich oben angekommen hat man eine andere Welt erreicht: Kyoto liegt hinter einem außerhalb des Sichtfeldes, von Stadtlärm ganz zu schweigen…Dazu findet man sich von Wald umgeben, durch den einige Pfade zum Enryakuji Tempel führen. Dieser gehört dabei mal wieder zu den UNESCO Weltkulturerben ;-) Ich war erst relativ spät oben, was eventuell die wenigen Leute erklären dürfte. Jedenfalls war ich die meiste Zeit über ganz alleine unterwegs; nur die eigenen Schritte, die man hört. Sobald man dann stehen bleibt, nahezu vollendete Ruhe, die nur durch spärliches Vogelgezwitscher unterbrochen wird. Mag sicherlich nicht jedermanns Sache sein, aber meine ist es definitiv :wow: Dazu das herrliche Frühlingswetter, das an diesem Tag herrschte…Selbst ohne die Tempel hätte ich den Tag unglaublich toll gefunden!

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Den Weg zu Enryakuji kann man übrigens auch per (überteuerten) Bus zurücklegen, was ich trotz der späten Stunde nicht getan hatte. Wie ihr vermutlich schon von mir erfahren habt, schließen nahezu alle Tempel spätestens um 17 Uhr ihre Türen. Die letzte Bahn nach unten geht übrigens um 18 Uhr. Auf jeden Fall sind es gute 2km, die man durch den Wald gehen muss, bis man Enryakuji erreicht. Relativ nah an der Bergstation der Seilbahn befindet sich eine von Bäumen befreite Fläche, von der man einen unbeschreiblichen Blick auf die nahe liegenden, grünen Berge hat. Dieses Bild werde ich vermutlich nie vergessen, so extrem schön fand ich es zumindest. Dort saß ich dann auch noch ein Weilchen, bevor ich mich nach dem Besuch des Tempels auf den Weg zurück machte :heart:

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Enryakuji erreicht man in 20-30 Minuten, wobei der Pfad vor allem bergab geht. Für den Rückweg sollte man also ein wenig mehr Puste und/ oder Zeit einplanen B-) Der Eintritt ist mit 550 Yen nicht besonders hoch, wenn man sieht, wie viel einem dafür geboten wird. Enryakuji ist nämlich ein ganzer Komplex von Tempeln, Subtempeln, Schreinen und noch mehr, sodass ich diese leider gar nicht genau benennen kann :-( Die Hauptattraktion ist auf jeden Fall Kompon Chudo, eine massive Halle, die man zwar betreten kann, aber in deren Inneren kein Fotografieren gestattet ist. Im Innenhof lag noch Schnee! SCHNEEE!! Sogar gar nicht so wenig…An Stellen, wo fast nie die Sonne hinkommt, bleibt die weiße Pracht eben lange liegen. Hatte mich aber trotzdem überrascht. Kein Wunder, dass die Seilbahnen von Dezember bis März außer Betrieb sind…Von dort oben kann man sogar einen Blick auf den Biwa-See erhaschen, der mal eben der größte See ganz Japans ist. Was will man mehr?

Wieder runter ging es mit der vorletzten Bahn und von dort aus machte ich mich dann auf meinen langen Heimweg. Um den Tag feierlich zu beenden, gab es dann noch japanisches Curry zum Abendessen! Mein Ausflug nach Hieizan war wirklich unglaublich. Ich weiß allerdings nicht, ob ich den langen Weg ein weiteres Mal antue…Am liebsten würde ich :)

Danke fürs Lesen!

Gez.
Tobii~