Monthly Archives: February 2014

Kiyomizudera & Higashiyama

Hotspot der Touristen:

Guten Abend!

Zumindest schreibe ich diese Zeilen abends ;-) In diesem Eintrag möchte ich über meinen Abstecher nach Higashiyama – die “Ostberge” – berichten, wo man neben einer der berühmtesten Tempel ganz Kyotos auch traditionelle Straßenzüge und vieles mehr bewundern kann. Dementsprechend lang ist dann auch der Eintrag geworden. Das Ganze fand an einem Freitag statt, was vermutlich die vielen Leute erklärt…Aber bleiben wir chronologisch!

Kiyomizudera

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Als Erstes führte mich mein Reiseführer nach Kiyomizudera; ein Tempel, der für seine Holzterrasse berühmt ist. Meine “Tour” begann aber in Gion, dem ehemaligen Geisha-Distrikt, wo sich dann auch gleich eine Dame per Rikscha (die anscheinend sogar in Japan erfunden worden :aah: ) herumkutschieren ließ. Das fing gut an :yahoo: Von Gion aus muss man allerdings noch gute 20 Minuten laufen, bis man sein Ziel erreicht hat. Die Schilder führen einen dabei eine enge, einspurige Gasse hinauf, die ausschließlich von Läden für Touristen gesäumt war: Traditionelle Kleidungsstücke, Winkekatzen (ihr wisst hoffentlich, was ich meine), Essstäbchen und sogar eine relativ große Auswahl an kleinen Snacks für unterwegs. Ich habe all diese Läden ignoriert, weil ich noch mehr als genug Zeit zum Einkaufen haben werde. Genügend andere haben zugegriffen :) Diese Gasse war sowieso ziemlich gut mit Menschen gefüllt…Trotz Winter! Auf jeden Fall ist das Erste, was man von Kiyomizudera zu sehen bekommt, das rote Eingangstor. Wenn man sich dann zur Stadt umdreht, erkennt man auch, wie hoch man schon ist. Zu meinem Besuch waren einige Gebäude – inklusive der kleinen Pagode – in Baugerüste gehüllt. Da die Hauptattraktion in Form der Haupthalle aber ohne Einschränkung zu betreten war, waren es die 300 Yen definitiv wert. In dieser Dekade soll aber auch noch die Haupthalle einer Renovierung unterzogen werden…Wie muss man sich die Terrasse also vorstellen? Nehmt ein großes Holzgebäude, baut es fast direkt an einen Berghang und errichtet anschließend eine hölzerne Plattform über dem Hang. Fertig! Von der Terrasse aus kann man ziemlich weit sehen: Den Bahnhof, Kyoto Tower, der eingepackte Higashi-Hongan-Ji Tempel und sogar die Pagode des To-Ji! Direkt gegenüber versteckt sich auch eine weitere, rote Pagode zwischen den Bäumen…Definitiv ein Pflichtbesuch für jeden Touristen :heart: Abgesehen von der Terrasse bietet Kiyomizudera allerdings nicht besonders viel: keine riesigen Statuen, kein gigantisches Holzgebäude, kein wirklicher Garten…Man kann nur noch eine Runde um die rote Pagode drehen und dann am Fuße der Plattform entlang das Gelände wieder verlassen. Für 300 Yen kann man trotzdem nichts falsch machen :good:

Higashiyama

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Danach folgte ein kurzer Spaziergang durch Higashiyama, dessen Straßen noch traditionelle Stadthäuser aufweisen. Dort ist die Dichte an Touri-Shops etwas geringer; man findet eher richtige Restaurants. Wie fast immer in Kyoto waren recht viele Damen in Kimonos unterwegs, wobei man auch als Tourist einen solchen ausleihen kann. Das habe ich auch schon in Gifu und Nagoya gesehen, so ist es nicht…In Kyoto sieht man nur richtig viele Damen in Kimonos! Eigentlich habe ich auf fast jedem Ausflug welche gesehen :wow: In Higashiyama sah man dann auch zwei vermeintliche Geishas! Was für ein Glück ich an diesem Tag hatte! Man sieht nämlich gar nicht so häufig Geishas, habe ich zumindest gelesen…Ein besonders tolles Geschäft oder Ähnliches habe ich aber nicht besucht; ich habe einfach nur die Atmosphäre genossen. Wie findet ihr das Straßenbild des alten Japans?

Ryozen Kwannon

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Im Prinzip direkt über Higashiyama und nördlich von Kiyomizudera findet man “Ryozen Kwannon”, welches von Außen sehr interessant aussieht. “So eine große Statue, das muss doch einen Besuch wert sein”, denkt sich der Ahnungslose…Die Statue selbst ist sicherlich so interessant, dass man sich das Ganze näher ansehen möchte…Um es kurz zu machen: Es handelt sich um ein Kriegsdenkmal, das den unidentifizierten Opfern auf japanischem Hoheitsgebiet und auf Boden unter japanischem Einfluss gewidmet ist. Man erhält dann auch ein Räucherstäbchen, welches man vor der Statue in ein dafür vorhergesehenes “Becken” steckt. Nichts gegen Kriegsdenkmäler, aber Japan ist nicht gerade für eine ordnungsgemäße Aufarbeitung der Vergangenheit bekannt…Außerdem war ich nicht darauf vorbereitet, unidentifizierten Japanern, Amerikanern, Chinesen, Koreanern und weiteren Opfern des Pazifik-Krieges zu gedenken. Ich war nur auf der Suche nach weiteren alten Tempeln und da wurde ich schon ein wenig überrascht…

Kodai-Ji

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Neben Ryozen Kwannon befindet sich das letzte Ziel des Tages: Kodai-Ji. Ein Zen-Tempel, der zum Gedenken an Toyotomi Hideoshi und seiner Ehefrau errichtet wurde. Genauer gesagt wurde der Tempel sogar von seiner Frau, die meistens nur Nene genannt wird, gegründet! Wer ist Toyotomi Hideoshi? Niemand Geringeres als eine der wichtigsten Figuren in der Geschichte Japans. Er war es, der die Grundsteine des Edo-Zeitalters legte und Japan zum ersten Mal stabil vereinte. Aus der deutschen Geschichte fällt mir höchstens Bismarck ein, der in Sachen Wichtigkeit Hideoshi nahe kommt. Der Unterschied ist nur, dass Letzterer 200 Jahre früher lebte. Kodai-Ji wartet mit einer ausgedehnten Gartenanlage auf, die mal wieder schön anzusehen ist. Auch die Gebäude sind nicht zu verachten: Uralte Wandteppiche, Raumtrenner, Deckenbemalungen…Diese dürfen natürlich nicht fotografiert werden! Am Ende der Route darf man sogar einen kleinen Bambushain durchstreifen, von dem es hier in Kyoto aber auch ein größeres Exemplar gibt ;-) Es werden einem sogar Informationen von “Tempelführern” dargeboten, zwar nur auf Japanisch, aber das hatte ich bisher noch nicht gehabt. Insgesamt eine Tempelanlage, die durchaus einen Besuch wert ist. Wirklich lange braucht man hier außerdem auch nicht.

Wie immer Danke an alle Leser und ich hoffe, dass auch dieser Eintrag interessant war! So langsam hätte ich wieder Lust, mal wieder über andere Themen zu schreiben…Würde man nur die Zeit dazu finden xD Ansonsten würden sich die Ausflugs-berichte stauen, was sie jetzt schon machen…Schwer zu sagen…

Gez.
Tobii~

Tofukuji

Auf den Spuren des Zen:

Ein Hallo aus Kyoto an euch alle da draußen!

Lasst uns heute einen kurzen Abstecher zum Tofukuji Zen-Tempel machen, welcher nur eine Bahnstation vom Hauptbahnhof entfernt ist. Und ja, natürlich gibt es dort auch einen Zen-Garten ;-) Gespannt? Ja dann mal los :yahoo:

Das Sanmon Tor

Das Sanmon Tor

Vom Bahnhof Tofukuji ist es nur ein kurzer Fußmarsch, bis man schon den Tempel erreicht. Der Weg ist, wie von Kyoto gewohnt, ausgeschildert, sodass sich kein Tourist verlaufen muss :P Das Erste, was einem auffallen wird, ist die Größe: Sowohl die Haupthalle als auch das Eingangstor, welches nicht mehr als solches benutzt wird, beeindrucken durch ihre schieren Ausmaße. Während die Halle mit ihrem Baujahr von 1934 relativ neu ist, stammt das Tor von 22 Metern Höhe aus dem Jahre 1425 und soll sogar das älteste seiner Art sein. Mit den Honganji Tempeln nördlich vom Bahnhof kann Tofukuji allerdings nicht mithalten…Auch ein seltenes Toilettenhaus der Zen-Mönche kann zumindest von Außen besichtigt werden. Yeah! In Reihen angeordnete Löcher im Boden, die jahrelang die Exkremente von mehreren Hundert Mönchen aufgefangen haben! Immerhin sind alle bisher genannten Gebäude ohne jegliche Gebühr einsehbar =)

Ein Teil des Zen-Gartens

Ein Teil des Zen-Gartens

Aber es gibt auch kostenpflichtige Gebäude: Das Wohnhaus des Hohepriesters inklusive Garten, eine hölzerne Brücke, die ein Tal von Bäumen überspannt und zu guter Letzt das Mausoleum des ersten höchsten Priesters. Ich habe mir nur das Wohnhaus des Hohepriesters angesehen, weil ich vor allem Interesse am Zen-Garten hatte. Die Brücke ist im Winter nur von kahlen Bäumen umgeben, warum also Geld dafür bezahlen? Und das Mausoleum…Kommt vielleicht ein anderes Mal :good: Für alle drei müsste man außerdem zusammen fast 10€ bezahlen! Aber kommen wir zum Zen-Garten: In geometrische Formen geharkter Kies, Moos, Steine, Büsche, kleine Bäume…So wie man sich einen Zen-Garten eben vorstellt, sieht er am Ende auch aus. Ich schreibe jetzt nicht, dass es mir nicht gefallen hätte oder dass der Preis nicht gerechtfertigt ist. Ich hatte mir es nur etwas…schöner vorgestellt. Vermutlich bin ich einfach durch die bereits besichtigten Gärten dermaßen geprägt, dass mich nicht ganz so prächtige Anlagen nicht mehr beeindrucken xD

Die im Winter recht trostlose Brücke

Die im Winter recht trostlose Brücke

Immerhin blühte ein Baum an einem Weg, der zu einem Friedhof führt. Und auch eine scheue Tempelkatze traute sich zumindest kurz vor die Kamera. Ihr müsst wissen, dass Japan ein wahres Katzenland ist! Hunde gelten als unrein und dürfen deswegen in den meisten Fällen nicht das Innere des Hauses betreten. Dagegen halten die Menschen für jede Katze inne =) Jedenfalls war mein Besuch des Tofukuji nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hätte. Lag vermutlich an der Jahreszeit…Die Brücke wäre bestimmt mit ein wenig mehr Grün einen zweiten Blick wert gewesen. Besonders im Herbst soll einem ein Farbenspektakel der Extraklasse geboten werden, aber da werde ich schon wieder im trauten Deutschland sein…

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Danke fürs Lesen! Es kann eben nicht jeder Tempel beeindrucken :bye:

Euer
Tobii~

To-Ji

Pagode im Schnee:

In Kyoto findet sich die höchste Pagode ganz Japans und ich habe sie besucht :heart:

Am 13, und auch am 14. Februar hatte es ein wenig geschneit; der Schnee blieb sogar liegen! Und nicht nur in Kyoto gab es eine weiße Pracht: Auf Facebook gab es Bilder vom zugeschneiten Gifu zu sehen und aus den Nachrichten konnte man hören, dass sich im Osten der Hauptinsel – Tokyo eingeschlossen – eine kleine Schneekatastrophe anbahnte. So habe ich erst später Bilder gesehen, wo der Schnee in einem Bahnhof bis zum Bahnsteig reicht! Aber das wirklich nur am Rande: Hier fing das Tauen schon am selben Tag an, wenn auch in manchen Ecken selbst heute noch ein wenig Schnee liegt. Trotzdem sagte ich mir, dass ich die dunkle Pagode des Toji-Tempels im Schnee besuchen wollte :) Gesagt, getan!

Vom Hauptbahnhof aus ist der Weg ausgeschildert, wobei man die Strecke ebenso per Bus zurücklegen kann. Interessanterweise hilft die Höhe von 57 Metern nicht wirklich, die ungefähre Richtung zu erkennen; auf Straßenhöhe wird man einfach zu sehr von Häusern überragt :unsure: Jedenfalls hatte ich den gesuchten Ort ohne Probleme gefunden. Es wird oft diskutiert, ob man unbedingt den Tempel von Innen sehen muss oder ob es nicht ausreicht, die Pagode von einer angrenzenden Fußgängerbrücke zu fotografieren. Ich war selbstverständlich auch im Inneren und kann sagen: Es lohnt sich. Für in der Regel 3,60€ kann man sich alles außer das Innere der Pagode ansehen. Dieses ist nur gelegentlich möglich, wobei der Eintrittspreis dann auf 5,70€ steigt. Ratet mal, welchen Tag ich erwischt habe? Genau! Einen, an dem die Pagode offen war :P

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Neben der Pagode, die zumindest für Touristen die Hauptattraktion ist, befinden sich zwei große Hallen und ein Garten auf dem Gelände. Als Erstes musste ich natürlich zur Pagode, deren weißes Haupt definitiv schön anzusehen war. Die dunkle Färbung des Holzes finde ich irgendwie besonders ansehnlich. Ob das einfach an der im Vergleich zur Pagode vom Daigo-Ji zentraleren Lage mit dazugehöriger Luftverschmutzung oder einfach nur an der Holzart liegt, vermag ich mal wieder nicht zu sagen. Vielleicht ist es einfach nur ein dunkler Anstrich? Toji gilt zumindest seit jeher als ein Symbol Kyotos und ist sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe. Im Inneren der Pagode, welches laut dem englischen Wikipedia-Eintrag sogar nur “ein paar Tage im Jahr” der Öffentlichkeit zugänglich sein soll, kann man dann mittelgroße Statuen von u.a. Buddha bewundern. Manche Japaner beteten sogar vor den Statuen. Ein Aufstieg ist allerdings nicht erlaubt…

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Danach folgte ein Besuch der beiden Hallen, die zu meiner Überraschung doch sehr große Buddha-Statuen enthalten. Keine 14 Meter hoch, das nicht, aber bestimmt so an die 5 Meter? Definitiv größer als ein Mensch! Dort herrschte dann aber Fotografie-Verbot, sodass ich euch keine Bilder davon zeigen kann :cry: Außerdem war es in beiden Hallen relativ dunkel…Dafür, dass man im Prinzip nur für die Pagode gekommen ist, sind die vergoldeten Statuen schon beeindruckend.

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Der Garten liegt parallel zu den Hallen und erstreckt sich bis zur Pagode, kann aber mit keinem bereits besichtigten mithalten. Das muss ich leider sagen :-( Natürlich waren die Schneedecken auf Busch und Co. sehr nett anzusehen, allerdings ist der Garten selbst eben nicht so unglaublich schön.

Inklusive Fotografieren kann man Toji vermutlich in weit unter einer Stunde besichtigen. Ich stehe dann einfach noch gerne vor den großen Statuen, um den Besuch etwas in die Länge zu ziehen :yahoo: Alltäglich sind diese selbst in Kyoto nicht ;-) Danach ging es übrigens noch auf eine kleine Einkaufstour, auf der ich einen bezahlbaren Italiener namens “Amici”, ein Kino, in dem der 2. Teil vom Hobbit laufen wird (es ist in Japan zwecks Übersetzung erst am 28.2. so weit…), und auch das aktuelle CD-Album einer von mir sehr gemochten japanischen Rockband! Damit war der Tag dann am Ende doch ein voller Erfolg :kawaii:

Danke fürs Lesen und freut euch auf den nächsten Eintrag!

Euer
Tobii~

Leben im Guest House

WG mit Eigenheiten:

Ja hallo mal wieder =)

Nachdem ich jetzt schon mehr als 2 Wochen in Kyoto bin, folgt endlich die Vorstellung meiner Unterkunft! Ich wohne nämlich in einem sogenannten Guest House, wo man mit mehreren (in der Regel) Ausländern zusammen in einem Haus wohnt. Das Ganze kann man sich dann also wie eine WG vorstellen, was man in Japan unter dem Namen Share House kennt. Aber beim Guest House gibt es noch die Besonderheit, dass die Vermieter/in selbst ebenfalls noch im Haus leben. Somit besteht für die Mieter die Möglichkeit, ein wenig Japanisch zu üben, sich für ein Entgelt bekochen zu lassen oder gemeinsam Feste und andere Attraktionen zu besuchen. Ganz so die familiäre Atmosphäre kommt dabei letztendlich nicht auf; dafür muss man schon das teurere Homestay machen – also das Leben in einer japanischen Familie, mit der man dann sehr viele Dinge unternimmt.

Im blauen Haus wohne ich momentan

Im blauen Haus wohne ich jetzt!

Das Guest House, in welchem ich bis Mitte Mai einquartiert bin, verfügt über zwei Etagen, wobei die untere eher unserer japanischen Vermieterin vorbehalten ist und die obere ganz uns Mietern gehört. Die Grenzen sind aber fließend: Selbstverständlich dürfen wir Toiletten und Waschmaschine im Erdgeschoss ebenfalls benutzen. Oben gibt es außerdem gar keine Waschmaschine :patrick: Auch die Küchengeräte sind – nach entsprechender Einweisung – kein Tabu. Im 1. Stock verfügen wir dabei ebenfalls über eine Küche, die bis auf einen Reiskocher keine Wünsche offen lässt; vor allem der geräumige Kühlschrank ist ein Segen ;-) Dafür müssen sich alle eine Dusche teilen, was bisher kein allzu großes Problem darstellte. Zugegebenermaßen ist das Haus momentan recht leer…Wir haben ja auch Winter! Spätestens zur Kirschblüte Anfang April wird es voll werden :)

Bett und Schrank

Bett und Schrank

Die Auswahl an Zimmern ist gar nicht schlecht: Man kann zwischen traditionell japanisch oder westlich eingerichteten Zimmern wählen. Während man in Ersteren dann Tatami-Matten auf dem Boden hat und auch sonst sehr auf dem Boden lebt, erhält man in Letzteren ein mit Parkett und Holzverkleidung ausgestattetes Zimmer – inklusive großem Bett und Schreibtisch. Ich wohne in einem “western style” Zimmer, weil ich ja so viel Gepäck habe. Ob mir das Leben in einem “japanese style” Zimmer gefallen würde, kann ich dabei gar nicht beurteilen…Da wartet also noch ein Erfahrung auf mich! Neben Einzelzimmern gibt es übrigens auch Doppelzimmer und sogar ein geteilter Schlafraum, wo man dann zu viert oder sogar mit noch mehr Leuten schläft. Letzteres ist für einen kurzen Aufenthalt ohne großes Budget die beste Möglichkeit, irgendwo unterzukommen.

Schreibtisch, Klimaanlage und die Schiebetür (!)

Schreibtisch, Klimaanlage & die Schiebetür (!)

Bei meinem Einzug Anfang Februar lebte hier nur ein französischer Student. In den zwei Wochen, die ich jetzt schon hier bin, wohnten hier auch kurzzeitig ein Pärchen aus Vietnam und auch ein junger Kanadier. Sogar eine Deutsche hat sich dazugesellt, wobei sie bereits nächste Woche wieder abreisen wird. Wie man also sieht, werde ich bis Mai sehr viele verschiedene Menschen mehr oder weniger lange kennenlernen. Ich bin schon gespannt, welche Nationalitäten noch ins Guest House kommen.

Blick vom Dach

Blick vom Dach

Zu guter Letzt ein wenig über die Lage: In direkter Umgebung finden sich ein Supermarkt, eine Post inklusive Geldautomat, eine U-Bahn Station, mehrere Restaurants, uvm. Darüber kann man sich also definitiv nicht beschweren! Möchte man allerdings den Verkehrsknotenpunkt aka Hauptbahnhof erreichen, muss man leider sowohl die U-Bahn als auch eine normale Bahnlinie benutzen. Für insgesamt knapp 3€ und nach gefühlten 20 Minuten hat man den Hauptbahnhof dann erreicht. Manchmal verpasst man natürlich Züge oder man erwischt statt einem Express einen Local-Train, der an jedem Bahnhof hält…Allerdings fahren sowohl Bahn als auch U-Bahn sehr oft und auch noch bis nach 23 Uhr. Das Guest House könnte ruhig ein wenig näher am Hauptbahnhof liegen, aber das ist jetzt kein Beinbruch für mich. Gerade im Vergleich zu Gifu ist die Lage um Längen besser. So viel vermag ich dazu zu sagen :P

So nah sind die Berge

So nah sind die Berge

Bisher hat es mir in meinem Guest House sehr gefallen! Mein Zimmer und auch die Ausstattung des Hauses sind völlig ausreichend, die Mitbewohner wie auch die Vermieterin sind allesamt total nett und die Lage hat sich als sehr günstig herausgestellt. Was will man mehr?

Gez.
Tobii~

Daigo-Ji

Paradies am Berghang:

Moin :good:

Heute möchte ich euch von meinen beiden Besuchen des Daigo-Ji Tempelkomplexes berichten. Warum ich gleich zwei mal dort war? Ihr werdet es erfahren ;-)

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Nur eine U-Bahn-Station weiter nach Norden (?) entfernt liegt dieses UNESCO-Weltkulturerbe, welches aber völlig zu unrecht im Vergleich zum beispielsweise Fushimi Inari Schrein kaum besucht wird. Die ganze Anlage besteht aus insgesamt vier Teilen, die leider alle kostenpflichtig sind. Alles an einem Tag zu sehen, dürfte aufgrund einer ganz bestimmten Begebenheit vermutlich sogar unmöglich sein, aber fangen wir “unten” an: Sobald man das erste, kleine Eingangstor durchschritten hat, wird man von einem mit Kirschbäumen gesäumten Weg begrüßt, für den ich auf jeden Fall im Frühling dorthin zurückkehren werde. Am Ende dieses Weges kann man dann schon das große Tor bewundern, welches den eigentlichen Eingang markiert. Auf der Rechten befindet sich ein zumindest von Außen recht groß wirkendes Museum, in dem man die Schätze des Tempels bewundern kann. Ich war noch nicht drinnen, aber das wäre mal etwas für einen Schlechtwettertag. Zur Linken findet man den/ das Sanboin, die ehemalige Residenz des Hohepriesters. Ohne Schuhe und im Kombi-Ticket für zwei Attraktionen nur für 3,60€ darf man also diese uralten, mit Tatami ausgelegten Räume betreten, die teilweise handgemalte Wandverzierungen aufweisen. Zwischen den Gebäuden erspickt man dann kleinere Gärten, die schon sehr sehr schön anzusehen sind. Doch der richtige Garten verschlägt einem die Sprache…Wie in einem Zen-Garten fein säuberlich gehakte Kiesbetten, viel Moos, akribisch platzierte Steine, ein kleiner Teich mit Brücken…Diese Schönheit vermag vermutlich niemand richtig in Worte fassen zu können; ich versuche es erst gar nicht wirklich. Diesen Garten betrachtet man übrigens nur von einer Art Veranda aus, man läuft nicht durch ihn hindurch, wie es in dem von mir bereits besuchten Shosei-en der Fall war. Letzterer ist außerdem gar kein Vergleich mit dem Garten des Sanboin. Offensichtlich war das Fotografieren dort nicht gestattet, ansonsten wäre es euch wohl aufgefallen. An alle, die irgendwann einmal die Chance haben, diesen Garten zu sehen: Macht es!

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Die Pagode…

 

...und die Bentendo Halle

…und die Bentendo Halle

Als nächstes folgte ein Spaziergang durch das untere Daigo-Ji, welches das älteste Gebäude Kyotos beherbergt: Eine Pagode aus dem Jahre 951! Im Grunde ist es ein echtes Wunder, dass gerade ein Holzturm mehrere Feuer und ganz bestimmt auch Erdbeben überlebt hat, meint ihr nicht auch? Vor 1063 Jahren anno 951 n. Chr. herrschte Otto der Große über Deutschland und auch der Leuchtturm von Alexandria stand noch!! Und all diese Jahr über stand da in Kyoto diese Pagode. Das ist natürlich normal für ein hohes Alter, aber irgendwie muss man das doch mal würdigen und nicht einfach ignorieren. Ansonsten befinden sich mehrere größere Gebäude auf dem Gelände, die man auch teilweise betreten kann. Wirklich interessant wird es aber erst wieder am oberen Ende, wenn man auf die Bentendo Halle trifft: Ein kleines, rotes Gebäude umgeben von Wasser und Bäumen. Sie ist vor allem im Herbst beliebt, weil die Farbe der Blätter genau der der Halle entspricht. Anschließend kann man noch einen kleinen Garten durchstreifen, der vor allem auf Moos setzt.

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Mehr hatte ich bei meinem ersten Besuch nicht geschafft, weil es neben dem unteren Daigo-Ji eben noch das obere Daigo-Ji gibt! Dieses befindet sich – wie der Name schon verlauten lässt – oben in den Bergen. Zusammen mit meiner deutschen Mitbewohnerin Insa ging es dann daran, diesen Berg zu erklimmen =) Ich kann euch leider nicht sagen, wie hoch er ist, aber der Pfad ist etwas über 2km lang und man benötigt etwa eine Stunde für den Aufstieg. Auch ein Eintrittsgeld von 600 Yen muss entledigt werden. Außerdem muss man unbedingt vor 17 Uhr wieder unten sein, ansonsten möchte ich nicht wissen, was passiert…Der Pfad beginnt recht angenehm, wird dann allerdings zu einer mehr oder weniger endlos vorkommenden Treppe. Dazu ist man die ganze Zeit in einem sehr ruhigen Wald unterwegs, was für mich eine willkommene Abwechslung war. Außer uns waren an diesem Tag kaum andere “Bergsteiger” unterwegs, was die Ruhe noch mehr intensivierte. Eine Japanerin warnte uns dann vor Schnee, was ich zuerst seltsam fand…Es hatte zwar einige Tage zuvor geschneit, aber es lag keine einzige Flocke mehr auf dem Boden; alles geschmolzen :cry: Ein wenig weiter oben entdeckten wir dann die ersten weißen Flecken in der Landschaft und staunten schon nicht schlecht. Aber desto höher wir kamen, umso mehr Schnee lag noch auf dem Boden :horror: Das hätte vermutlich niemand von uns für möglich gehalten; ich zumindest nicht B-) Irgendwann erreichten wir den Gipfel, nach dem es aber wieder ein ganzes Stück runter geht. Erst dann hat man das obere Daigo-Ji gefunden. Größtenteils von Schnee zugedeckt, sah die Anlage sehr märchenhaft aus; dazu der Bambus, die Ruhe…Eine besondere Aussicht sollte man jedoch nicht erwarten. Dank Winter konnte man Kyoto durch die Äste ganz gut erahnen, aber mehr ist nicht drinnen. Mein persönliches Highlight war die zugefrorene Quelle, an der man sich eigentlich die Hände wäscht. Der nicht so einfache Aufstieg hatte sich aber auch im Ganzen mehr als gelohnt! Dazu fällt mir ein Werbespruch aus der U-Bahn ein: “Kyoto liegt in Japan. Wie schön.” So oder so ähnlich müsste die Übersetzung lauten.

Danke fürs Durchhalten, wenn ihr es bis hier geschafft habt. Ein extra-langer Eintrag für einen außergewöhnlichen Ort abseits des Trubels der Großstadt und auch ohne Massen an Touristen. Daigo-Ji, ich werde wiederkommen!

Gez.
Tobii~

Ein Turm, ein Garten und vieele Torii

Langer Tag mit gutem Wetter:

Willkommen zurück!

Begeben wir uns heute u.a. an einen der berühmtesten Orte Kyotos: Der Fushimi Inari Schrein mit seinen Tausenden von Torii. Das hatte ich mir zumindest vorgenommen…

Blick Richtung Süden: Im Vordergrund der Hauptbahnhof und am Horizont Osaka

Blick Richtung Süden: Im Vordergrund der Hauptbahnhof und am Horizont Osaka

Ich hatte nämlich einen Express und keinen Local Train nach Kyoto genommen und dieser hält eben nicht am Fushimi Inari Schrein. Also was tun? Einfach wieder zurückfahren? Nööö :P Ein Blick gen Himmel reichte aus, um mich auf den Kyoto Tower zu schicken; zum ersten Mal war es fast ganz klar und wann lohnt es sich denn sonst bitteschön? Für 5€ ist der Preis etwas höher als in Nagoya, aber wir sind ja auch in der Touristenhochburg Kyoto und nicht mehr in einer Industriestadt. Oben angekommen war ich nicht ganz so angetan wie vom Anblick Nagoyas, aber trotzdem sollte wenigstens ein Besuch zu einem Aufenthalt in Kyoto gehören. Was sieht man denn alles? Nicht so viele hohe Gebäude, aber dafür sind die wunderschönen, grünen Berge Japans ganz nah. Hier und da lassen sich auch Tempelgebäude und andere Sehenswürdigkeiten erkennen, was für die Orientierung nie schlecht sein kann. Das wirkliche Highlight ist aber Osaka. Ihr habt richtig gelesen, doch wie kann das sein? Kyoto und Osaka (die drittgrößte Stadt Japans; im Prinzip ein noch größeres Nagoya) liegen beide auf der selben Ebene, wobei ersteres im Norden und letzteres im Süden zu finden ist. Bei guter Sicht kann man dementsprechend die ca. 50km entfernten Wolkenkratzer deutlich am Horizont erkennen! Ich schätze, dass ich selbst auch mal einen Abstecher nach Osaka mache. Und wenn ich dabei nur das Schloss besichtige, wäre ich damit auch zufrieden.

Der Teich von Shosei-en mit der Holzbrücke

Der Teich von Shosei-en mit der Holzbrücke

Als Nächstes folgte ein Abstecher in den schon vorher genannten Garten östlich vom Higashi-Honganji Tempel: Der Shosei-en. Ich hatte zwar einen etwas längeren Umweg gemacht, aber am Ende habe ich ihn dann doch gefunden. Für 500 Yen kann man diesen Garten bewundern. Dazu erhält man übrigens ein sehr hochwertiges Heft mit Informationen und Fotografien ;-) Besonders groß ist der Garten nicht, aber wer – wie ich – japanische Gärten liebt, wird dennoch voll auf seine Kosten kommen. Vor allem die Brücken und der große Teich sehen wirklich wunderschön aus. Trotz “Winter” gab es einiges an Grün zu sehen, wobei man vielen Pflanzen selbstverständlich immer noch die Jahreszeit ansieht. Viel war da nicht los…Mal sehen, wie voll das dann zur Kirschblüte wird! Shosei-en steht schon jetzt auf meiner Kirschblütenliste :yahoo:

Kurz vor Sonnenuntergang kann man Glück so ein Foto schießen

Kurz vor Sonnenuntergang kann man Glück so ein Foto schießen

Nachdem diese beiden Sehenswürdigkeiten mehr oder weniger spontan besucht worden waren, folgte dann der Ort, für den ich eigentlich losgezogen bin. Schon beim Aussteigen aus dem Zug merkt man, dass man einen der Hotspots für Touristen besuchen möchte: Der Großteil steigt nämlich genau an dieser Station aus. Zum Vorteil für jeden Besucher befindet sich der Eingang zum Schrein wirklich direkt am Bahnhof; man muss lediglich eine Straße überqueren, bevor man schon das erste Torii durchschreitet! Der Hauptschrein ist sicherlich schön anzusehen, aber kann einfach nicht mit der wirklichen Attraktion mithalten…Am Rande des Schreines stehen übrigens ziemlich viele Souvenir-Läden, was die ganze Stätte etwas entweiht. Zur weiteren Entweihung tragen dann noch die vielen Touristen bei, wobei ich ja auch einer bin xD So halb zumindest: Ist man nach 4 Monaten in Japan immer noch ein Tourist? Ich lebe hier in Kyoto! Drei Monate lang! Es ist mein aktuelles Zuhause, wenn man denn so will…Auf jeden Fall befindet sich das, wofür alle zu diesem Schrein kommen, etwas weiter oben in Richtung Berghang. Zwei Reihen Torii, die so dicht aneinander stehen, dass sie fast schon einen Gang bilden. Hier findet man dann auch die meisten Menschen; an diesem Tag viele Chinesen, die ihre Neujahrsferien in Japan verbracht haben. Definitiv beeindruckend, aber für meinen Geschmack eben etwas voll. Ich bin schon jetzt gespannt, wie das zur Kirschblüte werden muss…In vielen Touristenführern wird man geradezu davor gewarnt, manche Sehenswürdigkeiten nicht kurz vor Schließung oder kurz nach Öffnung aufzusuchen. Die Reihe aus den kleinsten Torii ist gar nicht so lang, aber anschließend folgt im Prinzip ein Pfad ganz bis zur Bergspitze, der mehr oder weniger durchgehend von größeren Torii überdacht ist. Dort bin ich dann auch noch ein ganzes Stück hinaufgestiegen =) Da man fast nur Treppen steigt, geht das Ganze ein wenig auf die Oberschenkel und in seiner Winterjacke wird einem außerdem schnell warm. Zwischendurch gibt es kleinere Nebenschreine und auch Restaurants, wobei dort keine Menschenseele ein Mahl genoss. Umso höher man steigt, desto ruhiger wird es. Oberhalb des ersten Aussichtspunktes war ich dann oft ganz alleine auf diesem Pfad, was ein total tolles Erlebnis war.

Eine von vielen religösen Stätten auf dem Pfad nach oben

Eine von vielen religösen Stätten auf dem Pfad nach oben

Warum eigentlich die ganzen Torii? Auf der Rückseite jedes Torii findet man eingeritzte Namen von Privatpersonen oder Firmen. Hier und da steht auch ein Preisschild am Wegesrand…Mit anderen Worten ist jedes Tor gespendet worden! JEDES EINZELNE WURDE VON JEMANDEM BEZAHLT! Diese Tatsache hat mich echt umgehauen. Es gibt einfach so dermaßen viele Torii am Fushimi Inari Schrein, dass ich mir die Summe, die dabei zusammengekommen ist, gar nicht vorstellen möchte. Anders als die goldenen Schätze des Vatikans oder etwas Ähnliches, finde ich eine riesige Anzahl an Torii irgendwie viel beeindruckender. Gold wirkt dagegen so protzig :sweat: Für ein ganz großes Torii muss man dann an die 10.000€ und für die kleinste Version fast 1000€ zahlen. Interessant, dass man in Japan freiwillig so viel Geld für eine Gottheit ausgibt. Diese Gottheit ist übrigens der Reisgott; vielleicht hängt es damit zusammen?

Mal wieder ein längerer Eintrag, aber so ist das eben :P Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich schon darauf, euch von meinen nächsten Unternehmungen zu berichten!

Grüße aus Kyoto
Tobias

Honganji Tempel

Zwei Riesen am Bahnhof:

Und hallo mal wieder :bye:

In diesem Eintrag möchte ich mit euch zusammen die beiden Honganji Tempel Kyotos besuchen. Direkt nördlich vom Bahnhof gelegen, kann man sie bereits nach einem kurzen Fußmarsch erreichen. Außerdem ist der Eintritt frei, was gerade in Kyoto schon etwas Besonderes ist. Also worauf warten wir noch!

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Als Erstes besuchte ich den östlichen Honganji Tempel, der zumindest offiziell gar nicht mehr so heißt. Das kümmert hier aber weder die lokale Bevölkerung noch die Touristen xD Der ganze Komplex ist von einer Mauer und einem Wassergraben umgeben, sodass man nur an bestimmten Stellen diese religiöse Stätte betreten kann. Leider ist das Haupttor sowie die eine der beiden Hallen zur Zeit von einem grauen Baugerüst umgeben :cry: Noch bis 2015 sollen die beiden Gebäude restauriert werden, was für mich bedeutet, dass ich die ganze Schönheit nicht mehr während meinem Aufenthalt in Kyoto sehen werden kann…Damit bleibt uns “nur” die Haupthalle übrig, in der trotz der Umbenennung in ein Mausoleum weiterhin aktiv gebetet wird! Und was für ein Oschi :wow: Ich war dann sogar im Inneren, wo der Boden mit Tatami ausgelegt ist. Heißt also: Schuhe aus! Zugegebenermaßen war das mein erstes Mal in einem buddhistischen Tempel, aber soooo besonders ist das gar nicht: Gute zwei Drittel des Raumes sind einfach mit Tatami ausgelegt, wo man sich dann zum (relativ kurzen) Gebet auf den Boden kniet. Die gesamte Wand gegenüber vom Eingang ist mit größeren Figuren und weiteren Gegenständen gefüllt. Ich kann euch beim besten Willen nicht sagen, was es da so alles zu sehen gab :unsure: Auf jeden Fall ist das ganze Gebäude aus Holz gebaut und der Größe entsprechend wurden sehr dicke Baumstämme verarbeitet. Die Haupthalle vom östlichen Honganji wird nicht ohne Grund als eines der größten Holzgebäude der Welt gehandelt! Außer dieser gibt es noch eine kleine Ausstellung mit Fotografien, die jetzt nicht so der Burner war…Aber direkt vor der eingepackten zweiten Halle kann man ein verdammt dickes “Seil” aus Frauenhaar bestaunen! Dieses wurde beim Bau verwendet. Irre! Zum Tempel gehört auch noch ein etwas entfernter Garten aus dem 17. Jahrhundert, den ich leider erst später besucht habe. Seit gespannt ;-)

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Der westliche Honganji Tempel lässt sich ebenfalls gut zu Fuß erreichen, wobei dieser ein ganz anderes Erlebnis darstellt: Keine Baugerüste; alles ist sehbar. Dazu gehört der Nishi Honganji (Nishi = Westen) zu den UNESCO Weltkulturerben Kyotos. Vom Aufbau her zum verwechseln ähnlich, nur etwas kleiner, werden einem zusätzlich sehr schöne Eingangstore geboten. Zu meinem unglaublichen Glück schneite es genau in dem Moment, wo ich vor dem Tempel war. Es hörte zwar schnell wieder auf, aber schaut euch die Bilder davon an :heart: Schnee ist auch hier in der Kansai-Region eher selten :good:

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Außer die Honganji Tempel hatte ich an diesem ersten Sightseeing-Tag einige Läden und Kaufhäuser abgeklappert, um einfach ein wenig die angebotenen Waren abzuchecken. Anders als in Gifu lebe ich ja jetzt in einer Millionenstadt, in der ich bestimmt sehr viel mehr Dinge finden werde! Die japanische Post wird es freuen :P

Euer
Tobii~

 

In Kyoto angekommen

Ein fantastischer Start:

Guten Tag liebe Leser!

Ich melde mich jetzt live aus Kyoto, welches sich westlich von Nagoya befindet und neben Tokyo die von Touristen meistbesuchte Stadt Japans ist. Zu meiner Unterkunft folgt noch ein extra Eintrag, keine Sorge. Zuerst aber ein ganz kurzer Reisebericht, weil ich nicht gerade das übliche Transportmittel gewählt hatte.

Das Erste, was 90% aller Kyoto-Besucher sehen werden: Den Hauptbahnhof

Das Erste, was 90% aller Kyoto-Besucher sehen werden: Den Hauptbahnhof

Von Nagoya nach Kyoto ging es nämlich per Bus! Für umgerechnet 18€ wird man inklusive Gepäck die 100 km bis zur ehemaligen Hauptstadt kutschiert. Da das Auschecken aus dem Hotel nur bis 10 Uhr möglich war und mein Bus um 11 Uhr ging, musste ich ein wenig warten, was aber nicht schlimm war. Kurioserweise muss man sein Gepäck selbst einladen, was ich aus Deutschland nicht kenne. Man denkt hier in Japan vermutlich, dass sich der Besitzer selbst am besten um sein Hab & Gut kümmert. Trotzdem eine sehr interessante “Lücke” in dem so durch und durch auf Service ausgelegten Land, wie ich finde. Die Fahrt selbst war leider nicht so spannend; da hatte ich mehr erwartet: Anfangs führte die Autobahn durch eine Art japanisches Harz, was mit stellenweise sehr tief hängenden Wolken schon irgendwie cool war. Auch so manch ländlicher Friedhof direkt an der Straße sah im Vergleich zu den städtischen, wo die Grabsteine einfach aneinandergereiht werden, sehr viel schöner aus. Was mir als Deutscher unglaublich stark auffiel, war die Leere der Autobahn. Im Prinzip zu 90% LKWs und vereinzelt Busse. Kaum bis gar kein Personenverkehr! Ist in Japan die Bahn dermaßen beliebt? Ich befürchte es fast…Im Bus selbst gab es trotz der mit 3 Stunden eher geringen Fahrtdauer eine ganz normale Steckdose. Findet das mal in Europa! Ha! Nach 90 Minuten gab es übrigens schon eine kurze Pause, was vermutlich in Anbetracht des hohen Alters der japanischen Bevölkerung hingenommen werden muss. Bis auf etwa ein Dutzend Leute in Nagoya stieg an den anderen Haltestellen fast nie jemand ein oder aus. Sehr schnell wurde dann Kyoto erreicht, was man sowohl an der volleren Autobahn und auch an der zunehmenden Häuserdichte erkennen konnte. Der Bus war übrigens bis auf die Minute pünktlich am Bahnhof! Was dann folgte, war ein wenig Ratlosigkeit, viel Plackerei mit meinen zwei schweren Koffern und kaum Augenmerk für Kyoto selbst. Auf jeden Fall – anders als eigentlich abgemacht – wartete am Zielbahnhof schon die japanische Vermieterin auf mich. Wie vom Schicksal verfügt, fuhr eine Freundin Yasuko’s (der Name meiner Vermieterin) gerade vorbei und nahm uns inklusive der Koffer direkt zum Haus mit! Danke!

Kurz dem hier wohnhaften französischen Studenten vorgestellt, ganz schnell einkaufen gewesen und dann ging es schon wieder los! Ich hatte nicht einmal meine Koffer ausgepackt xD Jedenfalls besuchten wir – inklusive einem Pärchen aus Vietnam, auf das Yasuko eigentlich am Bahnhof gewartet hatte – das chinesische Neujahrsfest! Hä? China? Bis Ende des 19. Jahrhunderts war in Japan der chinesische Kalender Standard ;-) Gefeiert wurde in einem relativ großen Schrein direkt neben der Kyoto University. Dort wurde mir dann zum ersten Mal richtige Volksfeststimmung geboten: Menschenmengen, überall Stände, wo man von japanischen Spezialitäten (frittierter Tintenfisch, Sake…) über Döner bis hin zu deutschen Bier echt viel Auswahl hatte, und natürlich ein großes Feuer, was zum Neujahrsfest in Japan dazugehört. Wobei wir schon vor dem Anzünden das Spektakel verlassen haben :cry: Erst um 23 Uhr wäre es so weit gewesen, aber dann hätten wir den doch sehr weiten Weg per Taxi zurücklegen zu müssen…Ich habe zumindest viele andere Studenten aus aller Herren Länder gesehen und bin sogar mit einem Deutschen aus München ziemlich lange ins Gespräch gekommen =)

Kyoto Tower, direkt gegenüber vom Bahnhof

Kyoto Tower, direkt gegenüber vom Bahnhof

Das war also mein erster Tag in Kyoto! Ziemlich unglaublich, meint ihr nicht auch? Ehrlich gesagt war das NICHT abgestimmt und absolut zufällig. Man könnte es natürlich wieder Schicksal nennen…Naja…Und wer den Fotostream verfolgt, wird festgestellt haben, dass es zu sehr vielen Bildern noch keinen Eintrag gibt. Ich arbeite daran!! Es tut mir wirklich fast schon Leid für euch, die (eher) nicht wissen, worum es sich da handelt. Mindestens drei Einträge hänge ich jetzt schon hinterher…Da ich ja am Ende sehr ausführlich werde…Ihr versteht schon, hoffe ich :yahoo:

Bis zum nächsten Eintrag!
Tobii~