Yearly Archives: 2014

Über Japanologie

Was es ist und was es nicht ist:

Schon mal einen frohen Nikolaus euch allen!

Heute melde ich mich wieder, um etwas genauer auf Japanologie allgemein einzugehen, weil sicherlich kaum jemand sagen kann, was man da so lernt und am Ende damit anfangen soll. Auch über mein Nebenfach werde ich ein paar Worte verlieren. Gespannt? Hoffe ich doch :bye:

Japanologie gibt es in Deutschland erst seit 1914 an deutschen Universitäten und ist allgemein ein eher kleines Fach. Im Wintersemester 2014/ 2015 sind wir etwas über 40 Erstsemester (Erstis), die sich auf zwei Sprachkurs in Klassengröße aufteilen. Für die Vorlesungen sind zumindest gut 100 Studenten angemeldet, auch wenn nur selten so viele da sind. Dagegen weiß ich von Vorlesungen, die im überfüllten Audimax stattfinden und dann noch in weitere Hörsäle per Video übertragen werden…Im Vergleich dazu ist Japanologie einfach klein. Deswegen auch findet man das Fach nur an bestimmten Unis, die zudem einen eigenen Schwerpunkt haben: Wirtschaft, Sprache, Kultur, Theater…So gilt es sich schon beim Bewerben zu entscheiden, in welche Richtung man denn gehen möchte. Da ich von Mathematik einen großen Bogen machen wollte, fiel alles im Wirtschaft schon mal raus :P Nimmt man meinen durchschnittlichen Abiturschnitt hinzu, wurde die Auswahl weiter eingeschränkt, sodass es für mich am Ende Trier wurde. Ich muss allerdings sagen, dass ich gut 20 Tage vor Semesterbeginn selbst für Hamburg eine Zusage erhalten habe, wo eigentlich ein Schnitt im Einserbereich Pflicht ist. Aber das nur am Rande…Die Trierer Japanologie hat ihren Fokus auf Literatur (der japanischen Klassik) und Theaterwissenschaft. Es ist sogar nicht unüblich, seine Bachelorarbeit über zeitgenössische Populärkultur wie Manga oder Anime zu schreiben, wenn man denn will :yahoo: Übrigens kann man Japanologie nur als Zwei-Fach-Bachelor studieren, entweder als Haupt- oder Nebenfach. In beiden Fällen hat man viel zu tun, wobei der Sprachkurs im Nebenfach um Einiges langsamer voran schreitet. Ich studiere es natürlich im Hauptfach und bin daher ein richtiger Japo (wie sich die Japanologie-Studenten nennen). Nebenfach-Japos werden von den Hauptfächlern etwas belächelt…Wie das eben so ist xD Um mal reale Zahlen zu nennen: Pro Woche verbringe ich nur 16 “Schul-“stunden á 45 Minuten in der Universität, wobei dazu eben Vor- bzw. Nachbereitung kommen, für die ich pro Tag weitere 1-2 Stunden aufwenden muss. Und das, obwohl ich die behandelte Grammatik zu etwa 95% kenne und fast ausschließlich Schriftzeichen lerne. Mein Nebenfach ist jedoch eines der weniger aufwändigen Sorte…Schließlich hängt es am Ende auch sehr vom Dozenten ab, was man wie lernt: Der Sprachkurs wird hier in Trier abwechselnd von zwei Proffesoren geleitet. Während sich der eine sehr auf die gesprochende Sprache konzentriert, geht es bei seiner Kollegin vor allem um die geschriebene Sprache. Ich bin bei Letzterer gelandet, weshalb ich in den folgenden Jahren sehr gut mit Schriftzeichen umgehen sollte.

japo_trier

In Trier sieht der ideale Studienverlaufsplan für Hauptfächler wie mich folgendermaßen aus: Für die ersten vier Semester jeweils einen Sprachkurs und daneben werden Module wie Japanologische Grundlagen, Literatur, Landeskunde, Geschichte, Medien und Gesellschaft besucht. Fünftes und sechstes Semester sind Auslandssemester, die an einer japanischen Universität absolviert werden können. Es gibt allerdings auch zwei oder drei “geheime” innereuropäische Adressen, die durch besonders bekannte japanologische Fakultäten auffallen (u.a. Venedig). Man kann sich theoretisch ebenso mit einem Praktikum in beispielsweise Düsseldorf mit der größten japanischen Gemeinde Deutschlands begnügen, doch welcher Japan-Fan würde das freiwillig tun? %( Nach dem Japanaufenthalt geht es an die Bachelorarbeit, mit deren Fertigstellung man dann am Ende sein Studium abschließt. Ein Master-Abschluss ist nicht zwingend erforderlich, um eine Arbeitsstelle zu finden, wie es in manch anderem Fach durchaus der Fall ist. Wer es noch genauer haben will, kann hier durch das Modulhandbuch stöbern.

Damit kommen wir vermutlich zur wichtigsten Frage: Als was arbeitet ein Japanologe nach dem Studium? Während es bei Fächern wie Maschinenbau, Jura oder Informatik relativ klare Vorstellungen gibt, sieht das unter den Japos ganz anders aus. Man kann selbst eine Professur anstreben, Übersetzer bei deutschen Verlagen werden, selbstständig eine Geschäftsidee verwirklichen, in die Tourismusbrange gehen, nach Japan auswandern und dort sein Glück versuchen…Bei der Jobsuche ist auf jeden Fall Eigeninitiative gefragt, denn es gibt kaum jemanden, der direkt nach einem Japanologen suchen wird. Ich selbst weiß noch nicht so genau, für welche Richtung ich mich entscheiden werde :scratch: Vermutlich wird es mit meinem Nebenfach DaF aka “Deutsch als Fremdsprache” zu tun haben, das sich damit beschäftigt, Ausländern und Immigranten die deutsche Sprache als Fremd- oder eben Zweitsprache zu vermitteln. Zumindest das erste Semester ist seehr theoretisch, was naturgemäß eher trocken von der Hand geht. Erst später male ich es mir ziemlich interessant aus, wenn es wirklich darum geht, andere Menschen konkret zu unterrichten. Auch für DaF steht ein Praktikum auf dem Plan, welches fast überall auf der Welt absolviert werden kann. Ob ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe während meiner Auslandssemster in Japan schlagen möchte, muss ich noch für mich entscheiden. Für zwei Monate in ein anderes, fremdes Land zu gehen, klingt nämlich nach einer größeren Chance, die ich nicht unbedingt in meinem geliebten Japan vergeben möchte. Dort werde ich noch genug Zeit verbringen, hoffe ich doch mal :P Da erweitere ich lieber meinen Horizont, indem ich genau nicht nach Japan gehe. Mal sehen…

Ansonsten wird einem in Trier auch abseits ein breites Sprektum an Japanischem geboten: Restaurants, Sushi, gelegentlich japanische Filme im Kino, durch den Fachschaftsrat veransteltete Aktivitäten und Feste, der Kontakt mit den Japanern und Japanerinnen an der Uni selbst, Manga-Club, Anime-Club…Sowieso ist jeder Japo in irgendeinerweise ein Nerd, egal ob Videospiele, Anime, Manga, Musik, Cosplay, man findet sich unter gleichgesinnten wieder :kawaii: Dementsprechend gut verstehen sich alle :)

Danke fürs Lesen dieses endlich mal wieder längeren Eintrags. War ich euch irgendwie auch schuldig, nachdem mein Blog wegen technischen Probleme so lange nicht erreichbar war…Für mich ging die Zeit ja weiter, selbst wenn nichts Neues von mir kam. Bis zum nächsten Mal, wo ich über den gelernten Stoff schreiben möchte bzw. wie der Sprachkurs allgemein aussieht. Freut euch drauf!

Euer
Tobii~

Wie funktioniert Studieren?

Ein Erklärungsversuch:

Hallo ihr!

Inzwischen sind die ersten zwei Wochen meines Studiums um und so finde ich, dass man ein paar allgemeine Dinge über das Studieren an sich los werden könnte :yahoo:

Nach dem Abitur stehen Jahr für Jahr Millionen Menschen vor der Wahl zwischen Ausbildung und Studium. Ein paar entscheiden sich für ein Auslandsjahr, um vor dem Arbeitsleben ihren Horizont zu erweitern. Manch einer bleibt dann sogar im Ausland, wobei der größte Teil wieder nach Deutschland zurückkehrt, um dann eben höchstwahrscheinlich zu studieren. Während einem im Gymnasium so ziemlich alles vorgegeben wird, heißt es an der Universität Eigeninitiative an den Tag zu legen: Stundenplan, Hausarbeiten, Lernpensum…Nach den Orientierungstagen für die Erstsemester hört das Händchenhalten praktisch auf, auch wenn es in der Regel auf jedem Gebiet einen Ansprechpartner gibt. Studentenwerk, höhere Semester, Dozenten und Kommilitonen dürften in allen Lagen weiterhelfen.

Das wichtigste ist sicherlich der Stundenplan, der heutzutage digital erstellt wird: In einem Online-Portal stehen sämtliche Veranstaltungen zur Auswahl, aus denen man sich dann nach dem sogenannten Modulhandbuch für die benötigen Seminare und Vorlesungen anmeldet. Wer die Anmeldefrist überschreitet, muss sich persönlich beim Dozenten anmelden. Jetzt kann es allerdings je nach Fächerkombination zu Überschneidungen kommen. In diesem Fall hat man zwei Möglichkeiten: Entweder besucht man die Veranstaltung in einem späteren Semester oder – abhängig ob Anwesenheitspflicht besteht – man bringt sich die Inhalte im Selbststudium bei. Letzteres ist im Falle von z.B. der Geschichte Japans oder etwas Ähnlichem durchaus möglich. Des Weiteren muss man sich ständig im Bilde halten, was die Dozenten online von sich geben, um nichts Wichtiges zu verpassen.

Eine zeitliche Begrenzung besteht beim Studium an deutschen Universität praktisch nicht: Regelstudienzeit ist zwar drei Jahre, aber im Falle der Japanologie werden mit dem optionalen Auslandsjahr schon vier Jahre daraus. Kommt noch ein Fachwechsel dazu, kann man mit einem noch längeren Zeitraum rechnen. Problematisch wird es irgendwann mit Bafög, dessen Dauer begrenzt ist und nur durch ein extra Formular verlängert werden kann, sofern es denn genehmigt wird. Wirklich das Einzige, was essentiell ist, sind die Klausuren: Fällt man drei mal durch, wird einem das Studium des Faches in ganz Deutschland verwehrt. Manchmal kann man allerdings praktisch das Selbe unter anderem Namen weiterstudieren, denn neben Japanologie findet man auch den Studiengang “Ostasienwissenschaften mit Schwerpunkt Japan” an deutschen Universitäten, wofür man dann nicht gesperrt wäre. So ein Glück hat man allerdings in anderen Fächern vermutlich nicht.

Abseits vom Studium bietet die Universität pro Jahr tausende Vorträge, die man als Student problemlos besuchen darf. Auch die Anmeldung für Vorlesungen anderer Fächer ist kein Tabu. Die anderen Studierende bieten ebenfalls jede Menge Veranstaltungen an, deren Besuch sich immer lohnt. Erst letzte Woche wurde im zweitgrößten Hörsaal ein Kinofilm für 3€ Eintritt gezeigt, der drei Tage später im Kino zu sehen war. Dazu der Kontakt mit den internationalen Studierenden…Oder alleine die Universitätsbibliothek mit ihren zwei Millionen Fachwerken und Zeitschriften.

Studieren ist in meinen Augen etwas ziemlich Cooles, einfach weil man genau das machen darf, was einen interessiert. Das gesamte System fällt im Vergleich zum Gymnasium sehr viel professioneller und organisierter aus. Zu guter Letzt das Programm, das einem neben dem eigentlichen Studium angeboten wird…Über den eigentlichen Zeitaufwand berichte ich in einem eigenen Eintrag, wobei dieser natürlich von den gewählten Fächern abhängig ist. Für manches Nebenfach muss man nämlich so viele Veranstaltungen besuchen wie schon für sein Hauptfach.

Ein paar Dinge habe ich jetzt ausgelassen, aber auch so sollte ich ein bisschen Licht ins Dunkle gebracht haben :P

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Gez.
Tobii~

Meine Studibude

Leben im Studentenwohnheim:

Grüße aus Trier :bye:

Ein wenig hatte ich euch ja schon die Stadt vorgestellt, in der ich nun wohne. Doch WIE genau  lebe ich? Darauf möchte ich heute ein bisschen eingehen.

Das Studentenwerk Trier verwaltet in einer handvoll Wohnheimen über 1000 (möbilierte) Zimmer, die man sowohl als FH- oder Uni-Student beziehen darf. Die meisten befinden sich in umittelbarer Nähe zum Campus, während zwei Studentenwohnheime etwas weiter entfernt sind. Öffentlicher Nahverkehr ist für Studenten jedoch kostenlos und so kostet tägliches Busfahren nur Zeit. Alle Wohnheime wurden in unterschiedlichen Jahren errichtet, weshalb sie sich teilweise massiv unterscheiden. Von einem ehemaligen Kloster bis hin zum 80er-Jahre Chic ist alles dabei xD Dementsprechend kann man sich ausmalen, wo die Wartelisten am längsten sind und wo es am billigsten ist. Ich habe erst gut einen Monat vorher nach einem Zimmer gefragt und wohne jetzt im Studentenwohnheim Tarforst, welches eher…praktischer Natur ist.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Wirklich direkt am Campus im Grünen gelegen und mit insgesamt 6 Supermärkten in der Nähe, kann man es nicht besser haben. Dazu die niedrigsten Mieten aller Wohnheime, die den schmalen Geldbeutel der Studenten und Studentinnen schonen…Klingt doch richtig schön oder? Tja, einen Hacken hat die Sache: Die Einrichtung der Wohnungen in Tarforst ist alles andere als eine Augenweide. Zumindest hier in meiner Dublette, die einer 2er-WG entspricht, sind die Möbel noch irgendwo in Schuss, doch heutzutage wird man selbst in Möbelhäusern wie Roller “schönere” Einrichtungen bekommen. Ich könnte jetzt einige Dinge aufzählen, die definitiv nicht stimmen, doch darauf verzichte ich mal :P Mein Zimmer ist hell, es gibt warmes Wasser zum Duschen, das Internet ist rasend schnell und auch mit meinem Mitbewohner verstehe ich mich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Mit meiner persönlichen Einrichtung fühlt sich der Raum sowieso gleich viel besser an. Aus Japan bin ich es ja sowieso gewohnt, nicht unbedingt in den schönsten Wohnungen zu leben, also was solls. Irgendwann werde ich eine Wohnung haben, deren Möbel ich selbst ausgesucht habe :) Die 4, 5 oder wie viele Jahre auch immer ich studieren werde, werde ich noch warten können!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dankes fürs Lesen und ich hoffe, dass der kleine Einblick nicht zu langweilig war :yahoo:

Euer
Tobii~

Von der Hörn an die Mosel

Meine erste Woche in Trier:

Hallo fleißige Leser,

Ich melde mich gerade zum ersten Mal aus meinem neuen Zuhause, welches auf den Namen Augusta Treverorum hört. Man könnte diese Stadt an der südwestlichen Spitze Deutschlands aber auch einfach Trier nennen :bye: Mittlerweile bin ich schon eine Woche hier und denke, dass es Zeit für einen kleinen Bericht meinerseits ist. Also worauf warten wir?

Symbol Triers ist die Porta Nigra oder kurz Porta

Symbol Triers ist die Porta Nigra oder kurz Porta

Die Strecke Kiel – Trier beträgt um die 700km und dementsprechend braucht man eine Weile, bis man unten bzw. wieder oben ist. Ich freue mich jetzt schon darauf, zur Weihnachtszeit mein Vertrauen in unsere Bahn zu legen…Statt Flachland bin ich hier von Hügeln umgeben, in deren Tälern sich oft genug kleine Dörfer finden. Dazu die Weinberge, die mittelalterliche Innenstadt…Also ich würde sagen, dass sich das Leben in Trier um Einiges “deutscher” anfühlt als in Schleswig-Holstein. Nicht zu vergessen die bewegte und vor allem lange Geschichte Triers, welche Römer, Wikinger, Franken und mehr beeinhaltet. Gerade Erstere haben einige Gebäude hinterlassen, welche das ganze Jahr über Touristen anlocken. Manch einer pilgert gar zum Geburtshaus von Karl Marx, der an der “alten” Universität Trier studierte. Diese bestand nämlich faktisch für knapp 200 Jahre nicht und wurde erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus dem Dörnröschenschlaf geholt. Neben dem Tourismus ist das zweite Standbein der Stadt die Universität, die mit ihren 15.000 Stundenten einen Großteil der Bevölkerung von etwas mehr als 100.000 Menschen ausmacht.

Mittelalterliche Innenstadt

Mittelalterliche Innenstadt

Und wie gefällt es mir hier? Das Klima ist anders, die Luft auch, viele Ausländer – die nicht nur von der Uni, sondern auch aus dem benachbahrten Luxemburg oder Frankreich kommen – eine schöne Innenstadt, praktischer Busverkehr, der während der Vorlesungszeit alle 5 Minuten die Universität mit dem Rest Triers verbindet, und so weiter und so fort. Praktisch gesehen, fehlt es mir an rein gar nichts. Wirklich begeistern tue ich mich allerdings nicht für mein neues Zuhause…Das Ziel heißt schließlich Japan :P

Ansonsten habe ich immer noch bis Donnerstag Zeit, um mich einzuleben, wobei dann nur die Einführungsveranstaltung ist und nicht etwa der richtige Studienbeginn. Der liegt erst auf dem 27.10., was noch viele freie Stunden für mich bedeutet, in denen es nicht besonders viel zu tun gibt. Dementsprechend kann ich es kaum erwarten, dass ich mit Japanologie und Deutsch als Fremdsprache loslegen darf.

Bis die Tage dann, wo ich vermutlich ein wenig über den Campus und das Studentenwohnheim plaudern werde!

Gez.
Tobii~

Ein Lebenszeichen

Zurück auf heimischen Boden:

Hallo ihr alle!

Seitdem ich wieder in Deutschland bin, gab es keinen einzigen Eintrag, obwohl es sicherlich das Ein oder Andere zu schreiben gegeben hätte. Dementsprechend möchte ich heute mit ein paar Dingen aufholen :bye: Also los!

Zu meiner Rückkehr aus Japan halte ich mich ausnahmsweise zurück, einfach weil das schon wieder fast zwei Monate her ist und man manche Dinge lieber ruhen lassen sollte. Ich vermisse das Land der aufgehenden Sonne auf jeden Fall genug…Ich weiß gar nicht, ob ich es schon vorher irgendwann erwähnt hatte, aber jetzt ist definitiv fest: Ab Oktober wird Japanologie in Trier studiert!! Als Nebenfach gibt es “Deutsch als Fremdsprache”, wobei das nicht heißen muss, dass ich als Deutschlehrer nach Japan gehe :P Über das Studium ließe sich sicherlich wieder so Einiges schreiben, auch wenn nicht extrem viel kommen wird. Dennoch steht im Zuge des Studiums ein weiterer Japanaufenthalt ins Haus, der zwar schwer zu finanzieren sein wird, jedoch würde ich mir das auch nicht entgehen lassen wollen. Bis dahin muss ich wohl noch ein paar mehr Kategorien auf meinem Blog einrichten xD Mal sehen, wo mich dieser Weg hinführen wird ;-)

Des Weiteren wird bis einschließlich kommendes Wochenende in einem italienischen Restaurant ausgeholfen, um noch einen kleinen Puffer auf dem Konto zu haben, bevor das Studium dann anfängt. Ist zwar nur größtenteils Abwaschen, aber die Bezahlung fällt gut aus und es steht niemand mit einer Peitsche hinter mir. Außerdem habe ich noch nie hinter die Kulissen der Gastronomie geblickt, weswegen das Ganze zumindest anfangs auch recht interessant war. Irgendwie bin ich trotzdem froh darüber, dass ich nur noch drei Schichten vor mir habe…Danach muss ich unbedingt mein Japanisch wieder auffrischen und es stehen auch noch einige andere Projekte auf meiner To-Do-Liste. Langeweile kenne ich nicht!

Mehr habe ich dann auch nicht für euch :) Danke fürs Lesen und bis nächsten Monat, wenn meine ersten Berichte aus Trier kommen.

Euer
Tobii~

Das Ende einer Reise

Abschied:

Tschüssi!

Das ist zumindest das, was hier Morgen angesagt ist: Es geht nach mehr als 9 Monaten in Japan wieder nach Hause in den Norden Deutschlands. Freunde & Familie freuen sich schon gleichermaßen und ich mich natürlich auch irgendwo. Leicht wird mir der Abschied nicht fallen…Heute möchte ich zumindest ein wenig über die vergangene Zeit schwärmen :heart:

Nur wie fange ich an? Vermutlich am Anfang? Erstes Mal Japan und dann gleich 4 Monate im beschaulichen Gifu, wo ich den Alltag eines hart arbeitenden Schülers gelebt habe. Schulgebäude sowie Dormitory waren nicht im besten Zustand…Dazu das eher schnöde Gifu, das trotz 400.000 Einwohner eher das Flair einer Kleinstadt versprüht. Viel Freizeit hatte ich erst gar nicht, weshalb diese 4 Monate des ersten Verständnisses, was es heißt, in Japan zu leben, für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben werden. Ohne auch nur irgendeine bekanntere Sehenswürdigkeit gesehen zu haben, vergingen diese Monate sehr schnell. Im Nachhinein bereue ich die Entscheidung für das “Nest” namens Gifu überhaupt nicht: Man kann sich komplett auf Schule und Arbeit konzentrieren, anstatt wie beispielsweise in Kyoto die ganzen Tempel abzuklappern oder in Tokio viele Nächte in Diskotheken zu verbringen. Sowieso leben in Gifu kaum Ausländer, was einen in der Schule richtig zusammen schweißt. Wirklich gute Freunde habe ich nicht gefunden, aber dennoch waren meine Mitschüler sehr freundlich und der internationale Mix sorgte für fortwährende Unterhaltung.

Dann eine Woche Nagoya, vor dessen Abreise ich in meiner leeren Wohnung vor Freude getanzt hatte. Zum ersten Mal für so lange Zeit direkt im Herzen einer Millionenstadt: Leuchtreklame, Menschenmengen rund um die Bahnhöfe & viel zu sehen. Nagoya ist zwar nicht extremst bekannt unter Touristen, aber diese 7 Tage markierten eben den Start einer anderen Ära, in der es statt Schulbankdrücken Sightseeing hieß. Dazu wurde ich mit so viel Sonne verwöhnt, dass mir Nagoya am Ende sehr gefallen hat.

In der Woche meines 20. Geburtstages ging es nach Kyoto, das mich völlig in seinen Bann riss: Atmosphäre im Guest House, die unglaubliche Fülle an historischen Tempeln bzw. Schreinen, die Kirschblüte, der Sprachkurs, das Essen, die Leute…Diese 100 Tage waren die besten, die ich während meiner gesamten 9 Monate erleben würde.

Anschließend ganz weit in den Westen nach Hiroshima, welches mich mit seiner grausamen Vergangenheit noch immer tief berührt. Dazu Miyajima, das ich gleich zwei mal aufgesucht habe. Und den ersten richtigen Sonnenbrand nicht vergessen!

Die erste und einzige Fahrt mit dem Shinkansen quer über die Hauptinsel Honshu nach Tokio, das mir leider nicht zugesagt hat. Doch möchte ich auch nicht auf diese eher negativen Erfahrungen verzichten, weil man immer aus seinen Fehlern lernt. Und schließlich noch drei Nächte in Nagoya, die mich u.a. ein letztes Mal nach Gifu geführt haben, wobei ich nicht tanzte, sondern Taschentücher brauchte.

Damit wären wir schon beim nächsten Thema: Japan habe ich recht gründlich kennen gelernt, doch was nehme ich darüber hinaus mit? Ich habe gelernt, alleine in einem völlig fremden Land zurecht zu kommen. Ich habe gelernt, in Städten mit bis zu 8 Millionen Einwohnern den richtigen Weg zu finden. Ich habe auch gelernt, selbstständig Mahlzeiten zu kochen, Wäsche zu waschen, sich um Bürokratie zu kümmern. Ich habe auch gelernt, wie ich selbst als Person mit fremden Menschen umgehe, die ich womöglich nur wenige Tage sehe. Außerdem finde ich, dass die Fotos, die ich meiner Kamera entlocken konnte, über die Zeit verbessert haben. Work & Travel zeigt einem nicht nur das Land von all seinen Facetten, sondern wird man selbst in gewisser Hinsicht reifer. Anfang Oktober 2013 als Muttersöhnchen in den Flieger gestiegen und Mitte Juli 2014 als selbstständiger, junger Mann voller Tatendrang zurückgekehrt.

Des Weiteren war ich so lange in Japan, um für mich zu klären, ob ich mich mit diesem Land für den Rest meines Lebens beschäftigen möchte. Die Antwort lautet definitiv “Ja” und dementsprechend geht es im Oktober an die Universität, um Japanologie zu studieren. Was ich damit am Ende anfange, muss ich noch herausfinden, jedoch werde ich alles in meiner Macht stehende tun, um irgendwann in mein Paradies zurückzukehren. Mir ist übrigens erst in der letzten Nacht in Tokio klar geworden, wie gut ich nach Japan passe: Ruhig, in der Regel recht höflich und beim Aufbauen von Beziehungen zu anderen Menschen ziemlich langsam. Dazu die Sprache, die Natur…Es gibt nur sehr sehr sehr sehr sehr sehr sehr wenig, was ich an Japan nicht mag.

In Zahlen ausgedrückt würde meine Zeit in Japan übrigens dermaßen klingen: 288 Tage Aufenthalt, knappe 4 Monate Gifu, 10 Tage Nagoya, 100 Tage Kyoto, 1 Woche Hiroshima, 2 Monate Tokio. 16 Wochen Sprachkurs, 2 Monate Arbeit. Ca. 82 Stunden skypen mit Familie oder Freunden, einschließlich dieses Eintrages 82.358 Wörter für den Blog geschrieben, 2121 Fotos im Fotostream, ungefähr das fünffache habe ich mit meiner Kamera geschossen. Mehr als 20 mal im Curryhaus gegessen, unendlich viele Melonpans vertilgt, nur eine Flasche Captain Morgan sowie ein paar Bier vernichtet. Insgesamt viele viele viele Kilometer gelaufen, mehrere tausend Höhenmeter überwunden, Tage in (U-) Bahn und Bus verbracht…

Gibt es trotzdem etwas, das ich anders gemacht hätte? Ja, leider schon. Ich hätte nämlich ruhig etwas mehr arbeiten können…Irgendwie hatte ich ohne Vermittler nie genug Vertrauen in meine Japanischkenntnisse, als dass ich irgendwo angefragt hätte. Von den Finanzen her hat es Dank einer zusätzlichen Spende gereicht, doch ergab sich so zu viel Freizeit, die mir nicht immer gut bekam…Dass ich schlecht im schließen von Freundschaften bin, ist nichts Neues, doch zumindest ein wenig mehr hätte ich ruhig mit den vielen Menschen sprechen können, die ich auf meiner kleinen Odyssee getroffen habe.

Ansonsten habe ich nicht viel mehr zu sagen, außer dass ich so etwas unbeschreiblich Wunderbares vermutlich nie mehr so frei genießen kann. Als jemand, der quasi direkt nach dem Abitur Work & Travel gemacht hat, kann man schlecht sagen, dass man die Zeit seines Lebens hatte, weil man bis dato nur den Schulalltag kannte. Ich warte also auf später, was auch immer aus mir werden mag. Danke an alle, die meinen Wunsch wahr werden ließen, die mich in schwierigen Zeiten aufgemuntert haben, an die Lehrer/innen der Sprachschulen, an den Reiseveranstalter, an alle Leser und an meinen Teddy, der mich nach 20 Jahren immer noch überall hin begleitet.

Japan ist sicherlich nicht für jeden etwas, doch lade ich euch alle dazu ein, dieses kontrastreiche Land zu erkunden! Obwohl mein Aufenthalt im Land der aufgehenden Sonne nun vorüber ist, heißt das noch lange nicht, dass nichts mehr auf meinem Blog kommen wird. Ein wenig gibt es noch über Japan zu schreiben, doch möchte ich dann bei Zeiten über mein Studium berichten. Sowieso wird es irgendwann 100 prozentig wieder dorthin gehen, sodass ich dann gerne wieder meine Erlebnisse mit euch teilen werde. Ein wenig wird sich mein Blog sicherlich verändern, doch werden selbstverständlich keine Einträge verschwinden. Das, was ich hier so alles von mir gegeben habe, wird noch lange im Netz aufrufbar sein.

Das war es jetzt also erst einmal mit Japan, was? Bis zum nächsten Mal, du Paradies für diesen Tobi, der so viel über dich zu schreiben weiß!!

Gez.
Tobii~

Big City Life

Leben in Tokio:

Ein letztes Hallo aus Tokio!

Tja, so schnell sind zwei Monate um. Noch zwei Nächte im beschaulichen Nagoya und schon geht es in den Flieger zurück nach Deutschland. Dementsprechend folgt heute mein kleiner Rückblick auf die Zeit in Tokio. Das Prozedere kennt ihr ja bereits :P

Tokio empfand ich als sehr eigen, wenn ich so an die anderen Millionenstädte denke, die ich bisher besucht habe: Shinjukus Büro-Zombies, die allesamt in Hemd und Hose morgens, mittags und abends aus den Wolkenkratzern krochen. Harajukus modische Paradiesvögel. Touristenmassen in Asakusa…Irgendwie ist jeder in Tokio immer in Eile, sodass man einfach in der Menge untergehen kann und keiner schenkt einem größere Beachtung. Darunter leidet auch ein wenig die an den Tag gelegte Höflichkeit, denn besonders viele Verbeugungen sieht man an Zebrastreifen und Co. nicht…Natürlich sind alle immer noch total höflich, doch irgendwie geht man miteinander anders um. Außerdem leben in Tokio die meisten Ausländer auf einem Fleck, weshalb viel Englisch gesprochen wird (selbst in Taxis findet man kurze Sprachhilfen). Ich will nicht sagen, dass ich unbedingt der einzige Ausländer im Umkreis von 50km sein muss, der dann zu einer Art Attraktion wird (ein Chinese hatte so etwas für seine ländliche Heimat prophezeit). Aber man fühlt sich schon irgendwie besser, wenn man sein Japanisch benutzen darf und man hier und da mal angeguckt wird. Klingt komisch, ist aber so xD Auch in Geschäften und erst recht an Bahnhöfen heißt es einfach nur Massenabfertigung, die möglichst schnell gehen muss…Das hängt vermutlich mit der schieren Größe der Stadt sowie dem Status als Hauptstadt Japans zusammen. Zumindest die Größe selbst stellt nach Eingewöhnung kein Hindernis mehr dar. Sowieso kommt einem nach längerer Zeit in Tokio selbst eine eigentlich große Stadt wie Nagoya mit mehr als 2 Millionen Einwohnern ruhig vor :patrick: Von noch Kleineren will ich gar nicht erst anfangen…Um das Negative abzuschließen, findet ein Liebhaber des alten Japans in Tokio nicht mehr allzu viel aus dieser Rubrik: Stadtbrände, das Kanto-Erdbeben und zu guter Letzt die Bombenangriffe im 2. Weltkrieg haben Japans Hauptstadt innerhalb einem recht kurzen Zeitraum immer wieder zerstört. So sind fast alle größeren Tempel Nachkriegsbauten und auch sonst gibt es gar nicht soo viel zu sehen, dass man dort wirklich lange sein muss. Tokio ist eher ein Stadt, in der man lebt, und keine wie z.B. Kyoto, in der man nach mehr als drei Monaten noch nicht alles gesehen hat. Und mir fällt noch ein, dass diese Megastadt für ihre Größer sicherlich eine der saubersten ist, doch im Vergleich zu den anderen Großstädten ist es schon ein krasser Unterschied…Viele Obdachlose auf den Straßen, manchmal üble Gerüche…Hat mich regelrecht erschrocken, wie es in Tokio in der Hinsicht zugeht. Ich bin in der da aber vermutlich ein wenig verwöhnt. Trotzdem scheint Tokio unter Ausländern und Japanern gleichermaßen beliebt zu sein: Auf meiner favorisierten Webseite über Japan haben die meisten Tokio besucht (was auch mit den Flughäfen zu tun haben kann). Irgendwo bin ich sogar auf die Behauptung gestoßen, dass 90% aller Ausländer Japans in Tokio leben. Nach 2 Monaten in dieser Stadt würde ich dieses als glaubwürdig einstufen :horror: Vielleicht lag es auch an meiner Prägung durch mein kleines Heimatdorf in Deutschland oder durch vorheriges Aufsuchen anderer Großstädte Japans…Oder an der Regenzeit…Oder an dem schwierigen Austausch mit den Mitbewohnern im Share-House…Ende der Geschichte ist auf jeden Fall, dass mir Tokio am wenigsten gefallen hat.

U-Bahn Linien...

U-Bahn Linien…

Das mag alles recht kritisch klingen und ich meine es auch ernst damit, doch soll man nicht die guten Seiten vergessen: Mein Zimmer war sowohl von der Lage als auch von der Ausstattung her das Beste, das ich in Japan hatte. Dazu hatte ich die ersten richtigen Sommertage in Tokio. Ich möchte außerdem betonen, dass ich außerhalb Tokios einige der schönsten Tage überhaupt erleben durfte: Fuji Q Highland, Kamakura & Mitakesan. Diese Erlebnisse würde ich definitiv sehr vermissen. Dabei hatte Tokio selbst auch gar nicht so schlechte Attraktionen zu bieten: Skytree, Odaiba, Ghibli Museum und Co. waren echt cool. Leider gab es am Ende nicht ganz so viel zu sehen, dass es ein wenig schwer wurde, etwas Unbekanntes zu finden. Immerhin habe ich so einige der berühmtesten Orte Tokios gesehen, die nicht nur in Japan sondern auch in der westlichen Welt bekannt sein dürften.

...und Bahnnetz

…und Bahnnetz Tokios

Als Fazit will ich definitiv nicht sagen, dass die zwei Monate Tokio verschwendete Zeit waren und ich z.B. lieber in Kyoto hätte bleiben sollen. Wer kann von sich behaupten, in einer Stadt mit 32 Millionen Einwohnen zurecht gekommen zu sein? Wer kann von sich behaupten, 2 Monate in dieser Stadt gelebt zu haben? Nicht so viele, würde ich sagen. Des Weiteren weiß ich nun für mich, dass Tokio nicht mein Ding ist. Was auch immer die Zukunft bringen mag, diese Stadt werde ich also meiden. Und das ist definitiv etwas wert, meint ihr nicht auch? Außerdem fällt so der Abschied von Japan ein wenig leichter, weil man eben eine nicht ganz so schöne Zeit hat und dann ein bisschen eher wieder zurück nach Deutschland gehen möchte. Direkt nach dem Sprachkurs in Kyoto wäre es mir sehr viel schwerer gefallen, als es mir jetzt schon tut. Irgendwie hatte ich mir Tokio sowieso besser vorgestellt…Vielleicht hätte ein kleineres Share House geholfen? Oder nach dem 1. Monat recht spontan nach Hokkaido (Nordinsel Japans), obwohl meine Geldmittel schon über der Grenze waren? Es ist jetzt so gekommen, wie es eben ist. Euch da Draußen möchte ich Tokio keineswegs schlechtreden; fahrt hin und schaut es euch an, nur zu. Man kann wunderbare Dinge in dieser verrückten Stadt erleben, doch würde ich nicht dort leben wollen. Da bemitleide ich fast schon die ganzen Japaner; so ziemlich jeder Vierte ist in Tokio wohnhaft…

Danke fürs Lesen, auch wenn es ausnahmsweise ein negativer Eintrag war. Die nächsten weder wieder positiv – Versprochen!

Gez.
Tobii~

Rainy Days

Regenzeit in Japan:

Hallo mal wieder :bye:

Schließen wir heute die Serie rund um das Wettergeschehen in Japan ab! Gekommen waren wir ja bis zum Mai, weswegen wir gleich mit dem Juni einsteigen werden:

Die erste Juniwoche wartete noch mit richtigem Sommerwetter auf, doch dann setzte die sogenannte Regenzeit ein. Wer dabei jetzt an den Monsun in Indien oder etwas Ähnliches denkt, der liegt falsch. Zum Glück sieht es in Japan nämlich nicht ganz so schlimm aus! Trotzdem ist das Wetter verglichen zum Rest des Jahres sehr wechselhaft und die Sonne zeigt sich nicht mehr allzu oft. Ja vermutlich sind Juni & Juli die beiden Monate, in denen das Wetter in Japan am schlechtesten ist. An sich stellt Regen dabei gar kein Problem dar…Regenschirm mitnehmen und ab ins Museum, Einkaufszentrum oder weiß der Kuckuck. Wenn es jedoch ums Fotografieren geht, stellt das Wasser von oben schon eher ein Problem dar :unsure: Ein paar Tropfen sind ok, aber dann ist auch Schluss. So oder so macht sich ein blauer Himmel besser als eine graue Suppe :P Bergsteigen im Regen macht weder wirklich Spaß noch ist ein rutschiger Untergrund besonders empfehlenswert…Für mich hieß es dann immer den Wetterbericht genau im Auge zu behalten, um jeden trockenen Tag richtig auszunutzen.

Dennoch bringt die Regenzeit ein paar Vorteile mit sich, die ich nicht außen vor lassen möchte: Immer wenn sich die Sonne zeigt, freut man sich richtig. Falls der Himmel sogar aufklart, umso mehr :yahoo: Da heißt es schnell in den nächsten Park! Außerdem bringen Wolken und Regen niedrigere Temperaturen mit sich, sodass man tagsüber selten über 27°C bekommt. Das ist genau richtig, wie ich finde; nicht zu warm eben. Nachts kann es jedoch manchmal auf 23°C herunter gehen, was fast schon zu kalt ist :P Jetzt im Juli hatten wir in Tokio schon schwüle Tage, an denen das Thermometer auf 33°C kletterte. Ganz vorbei ist die Regenzeit allerdings noch nicht. Erst im August ab Mitte Juli hat man Sonne satt, wobei man dann täglich weit über 30°C haben wird. Dazu ist es sehr schwül und selbst nachts gibt es keine Erholung. Meine letzten Tage hier in Japan sehen genau so aus ;-) Auch die 40°C-Mark wird gelegentlich überschritten…Als “Sparmaßnahme” soll man die Klimaanlage im Hochsommer nur auf 28°C betreiben…Ihr könnt euch also vorstellen, wie heiß es werden muss. Ich werde es nicht mehr miterleben, doch würde ich das während eines späteren Aufenthaltes nicht ausschließen. Anfang Oktober hatte ich ja noch Tage mit 30°C…

Wie immer treffen diese Beschreibungen nur auf die Hauptinsel Honshu zu. So wird es auf der südlichen Insel Kyushu oder gar auf Okinawa noch wärmer sein, während es auf der Nordinsel Hokkaido kühler sein wird. Dort soll man übrigens auch von der Regenzeit verschont werden ;-) Aber dahin wird erst irgendwann hingehen…

Danke fürs Lesen! Jetzt findet sich das Wetter eines kompletten Jahres auf meinem Blog. Yeeeaaah :wow:

Gez.
Tobii~