Monthly Archives: November 2013

Tschüss Freizeit!

Jetzt wird Geld gescheffelt:

Hallo ihr da draußen im Internet!

Wie manch einer vielleicht schon vermutet hat, finde ich kaum noch Zeit um neue Einträge zu schreiben. Warum? Seit letztem Montag (der 18.11.) arbeite ich in einem kleinen Betrieb, der Gemüse verarbeitet – sprich schält und schneidet. So muss ich von Montag bis Samstag um 6 Uhr aufstehen, weshalb abends lieber Zeit zum Entspannen genommen wird als für das Schreiben neuer Einträge! Sorry! In der Woche arbeite ich natürlich nur bis 12 Uhr; um 13:30 beginnt ja schon der Unterricht. Samstags wird dafür bis 16 geackert.

Wie habe ich diese Stelle bekommen? Ich habe einfach vor dem Lehrpersonal den Wunsch geäußert, dass ich arbeiten möchte. Man hat mir zwei Jobs zur Auswahl gegeben und sowieso alles für mich erledigt: Den Weg gezeigt, das Gespräch mit dem Chef geführt und danach noch mit Hilfe einer Schwedin als Übersetzerin die Arbeitszeiten und so erklärt. Ein wirklich einzigartiger Vorgang, den es an kaum einer anderen Schule geben dürfte. Einfach weil Gifu Gifu ist, schätze ich; 400.000 Einwohner, nicht besonders viele junge Einwohner, aber eine große Fülle an kleinen und mittleren Betrieben. Da ist dann auch etwas für Leute dabei, die kaum bis gar kein Japanisch sprechen! Versuch mal in Tokyo (ich mag die englische Schreibweise, weil sie der japanischen näher kommt :P ) so einen Beruf zu finden…Der ist innerhalb eines Tages weg.

Der Betrieb namens Green Package ist mit dem Fahrrad etwa 17 Minuten entfernt, was jeden Tag eine gute Portion Bewegung bedeutet xD Dafür sieht man jeden Morgen die japanischen Schulkinder mit ihren gelben oder weißen Helmen die Lernanstalten aufsuchen! Auf dem Weg geht es u.a. über einen Fluss, deren Hochwasserschutzwall von herbstlich roten und gelben Kirschbäumen gesäumt ist – wunderschön anzusehen! Daneben verläuft die Straße kurzzeitig nur durch große Reisfelder, was mindestens genauso cool ist. Samstag war sogar so klarer Himmel, dass man einen Schnee bedeckten Gipfel der japanischen Alpen (die heißen wirklich so) gesehen hat!! In keinem anderen Moment habe ich mich so sehr darüber geärgert, keine Kamera dabei gehabt zu haben :negative: In einer derart schönen Umgebung zu arbeiten macht das Ganze ein wenig einfacher.

Gearbeitet wird in Schürze, Haarnetz, Kopf- und Halsbedeckung (so eine Art Haube eben), zwei Paar Handschuhe, Gummistiefeln und Mundschutz. Letztere sind vorhanden, weil zumindest in dem einen der beiden Arbeitsräume Wasser steht; so bleiben die heruntergefallenen Stücke nicht am Boden kleben? Meine höchst anspruchsvolle Tätigkeit involviert das Vorbereiten der Karotten für den Schneidevorgang. Mit einem extra für diesen Zweck entworfenen Spezialwerkzeug muss ich zusammen mit manchmal bis zu drei anderen Angestellten dafür sorgen, dass die mit Verunreinigungen gespeckte Epidermis des orangefarbenen Gemüses beseitigt wird. Oder einfach: Ich schäle Möhren =) Das geht vor allem auf den Nacken, aber dafür weniger als erwartet auf die Hände; ich bin total anfällig für Blasen an den Fingern…Die Bezahlung ist definitiv in Ordnung :P

Symbolbild - Quelle newdystock

Symbolbild – Quelle newdystock

Wie fühlt es sich an, zum ersten Mal so “richtig” zu arbeiten? Ganz gut, ehrlich gesagt ;-) Aus viel zu viel Freizeit ist jetzt eventuell zu wenig Freizeit geworden, weil ich für meine Verhältnisse total früh ins Bett gehe. Ich will nämlich noch genug Energie für den Unterricht haben! Ist bei dem langsamen Lehrer stellenweise nicht ganz einfach :good: Man will eben immer das, was man gerade nicht hat…Besonders viele Kommunikationsprobleme gab es bisher nicht; Zeichensprache oder zur Not eine mexikanische Mitschülerin, die ebenfalls dort arbeitet und dabei sehr viel besser Japanisch spricht als ich (aber eben auch Englisch), halfen bisher alles Wichtige zu verstehen. Aufgrund meiner fehlenden Arbeitserfahrung *hust hust* kann ich nur schildern, wie das Arbeitsklima in einer japanischen Firma ist: Total höflich, aber gleichzeitig sehr ehrgeizig. Die meisten Wörter, die man da hört, sind wirklich “Entschuldigung” und “Danke”. Dafür lassen sich die japanischen Angestellten rein gar nichts anmerken und arbeiten einfach mit Höchsttempo weiter – Respekt an die älteren Damen, die die kiloschweren Kisten herumtragen! Im Grunde also wirklich so, wie man sich die Arbeitswelt in Japan vorstellt. Dabei reden wir nur von Gemüseschälen, Gemüseschneiden, Gemüsewiegen und Gemüseabpacken und nicht der obersten Büroetage von Mitsubishi.

Noch muss ich bzw. mein Nacken sehen, ob diese Arbeit etwas für mich ist. Nachdem ich die erste Woche inklusive der 7 Stunden (1 Stunde Mittagspause) Hardcoreschicht vom Samstag überlebt habe, bin ich allerdings zuversichtlich. Wie ihr ja wisst, wird es Ende Januar zuerst nach Nagoya und dann weiter nach Kyoto gehen. Dementsprechend werde ich vielleicht schon Ende Dezember wieder aufhören zu arbeiten. Ich soll dem Betrieb noch genug Zeit lassen, mir meinen Lohn auszuzahlen. Es wartet dann sowieso eine Suche nach Hotels bzw. einem schönen Guesthouse auf mich…Nichtsdestotrotz habe ich noch viele Themen zum Schreiben, es wird nur ersteinmal nicht mehr so häufig etwas Neues zu lesen geben.

MFG
Tobii~

Nagashima Spaland

Die längste Stahlachterbahn der Welt!

Und der längste Eintrag dieses Blogs!

Na ihr =)

Ein paar Achterbahnfans unter euch? Ich bin auf jeden Fall einer und dementsprechend war es meine Pflicht, den nächstgelenden Freizeitpark in Nagoya zu besuchen! Anfangs war mir gar nicht bewusst, dass im Nagashima Spaland die längste Stahlachterbahn der Welt steht. Daneben ist der Steel Dragon 2000 – so der Name der Achterbahn – immer noch eine der schnellsten und höhsten Achterbahnen weltweit. Spätestens als ich noch das milde Wetter in Betracht zog, war dieser Ausflug schon entschieden. Zum Klima folgt aber noch ein eigener Eintrag ;-) Achtung: Langer Eintrag voraus! Nicht für kurze Pausen geeignet! :P

Inhalt:

Hinfahrt

Am Samstag den 9. November 2013 ging es zum 6 Uhr morgens aus dem Bett, damit ich möglichst viel Zeit im Park verbringen konnte. Dieser öffnet um 9:30 Uhr und so macht es wohl Sinn, um diese Zeit herum anzukommen. Ich nahm dann den Bus um 7:30 Uhr zum Bahnhof, wo ich zum ersten Mal alleine Zug gefahren bin. Solange man nicht Shinkansen (der japanische ICE) fährt, erhält man die Tickets an einem Automaten. Einige sowohl große als auch entfernte Städte (Kyoto, Osaka…) sind dort namentlich erwähnt, aber ansonsten findet man nur den direkten Fahrpreis zum Auswählen. In Deutschland muss man mühsam z.B. Hamburg HBF eingeben, in Japan wählt man einfach den Preis bis zu seinem Ziel. Dafür gibt es über den Automaten an der Wand eine Übersicht des Streckennetzes, wobei auch da nur größere Städte wie Nagoya oder Gifu in westlicher Schrift geschrieben sind. Für andere Ziele ist man wohl auf freundliche Japaner angewiesen xD Zur Not kauft man das billigste Ticket und nimmt dann am Zielbahnhof einen Automaten zum “Tarifausgleich” in Anspruch. Dort kann man völlig legal nachzahlen, falls man ein Ticket zu niedrigen Preises gekauft hat. Von Gifu nach Nagoya kostet eine Zugfahrt 450 Yen, was mit 3,30€ in Ordnung geht, finde ich. Außerdem gibt es unterschiedliche Züge: Express, Schnellzug und Regionalbahn. Von Ersterem zu Letzterem hält der Zug an immer mehr Bahnhöfen, bis die Regionalbahn an allen hält. Ich hatte das Glück einen Express zu erwischen und dementsprechend war schon der 2. Halt Nagoya!

In Nagoya angekommen staunt man nicht schlecht, wie groß schon eine Stadt mit zwei Millionen Einwohner ist. Der Bahnhof hat mehr als 10 Gleise, um ihn herum stehen gleich ganze vier Wolkenkratzer und sehr viel mehr Menschen waren unterwegs. Zwischen 400.000 und 2.000.000 Einwohnern muss einfach ein Unterschied sein :good: Nach meinen Informationen fuhr ein Bus vom “Meitetsu Bus Center” direkt zum Spaland. Meitetsu ist ein privater Verkehrsbetrieb, der neben einem Bus- auch ein Schienennetz betreibt. In etwa vergleichbar mit den kleinen privaten Bahngesellschaften überall in Deutschland, nur das Meitetsu um einiges größer ist. Kurioserweise gibt es dadurch in Gifu und in Nagoya jeweils zwei Bahnhöfe…Einmal der der staatlichen JR (Japan Railways) und der von Meitetsu. Das besagte Bus Center soll sich direkt am Bahnhof befinden, aber am Ende musste ich doch einige Minuten lang suchen. Es war wohl ein Fehler, den Hauptausgang zu nehmen; hätte ich den Südausgang genommen, wäre das Bus Center wirklich gleich am Bahnhof gewesen. Und zusätzlich ich habe eher etwas wie in Kiel oder Hamburg erwartet: Ein Center, dass nicht wirklich direkt am Bahnhof liegt, sondern ein Stück davon entfernt. Aber denkste! Es ist im 3. und 4. Stock des Meitetsu Bahnhofs…Darauf soll man ersteinmal kommen! Also Bustickets am Schalter geholt – der Angestellte sprach sogar Englisch – und ein wenig gewartet. Der Bus fährt zumindest zwischen 9 und 10 Uhr alle 20 Minuten. Hin- und Rückfahrt zusammen kosten übrigens 1800 Yen (ca. 14€), für die man allerdings 45 Minuten Fahrzeit u.a. über die Autobahn erzählt.

Autobahn auf Japanisch gefällig? In den Städten verläuft sie erhöht auf Betonpfeilern und man muss wie in so manch anderen europäischen Ländern auch üblich eine Mautgebühr zahlen. In beide Richtungen zwei Spuren empfinde ich aber nicht als sonderlich groß; da gab es in der Stadt schon Hauptstraßen, die drei Spuren hatte. Das Gute an einer erhöhten Stadtautobahn ist der Ausblick! Überall herum Häuser, hier und da Wolkenkratzer und ich habe sogar ein echt großes Torii (ein Tempeltor) gesehen. So war es fast kein Wunder, als man bereits aus großer Entfernung den Steel Dragon 200 erblicken konnte. Auf Nagashima – einer langen Insel (Nagashima heißt sogar “lange Insel”) im Kiso Fluss, welcher im Pazifik mündet – gibt es nämlich vor allem Einfamilienhäuser, sodass eine fast 100m hohe Achterbahn definitiv heraussticht.

Ankunft und mehr

Der Westeingang - natürlich inklusive Weihnachtsbaum!

Der Westeingang – natürlich inklusive Weihnachtsbaum!

Nach 45 Minuten ist man dann endlich da und wird von einem netten Herren begrüßt, der einem die Richtung ins Shoppingcenter und die zum Spaland zeigt. Mein Ziel war klar! Der Kauf einer Eintrittskarte funktionierte dann sogar per Kreditkarte, was immer gut zu wissen ist =) Schon bei der Wahl des Tickets fallen einem Unterschiede zu unseren Vergnügungsparks auf: Es gibt viele Verschiedene! Man kann zwischen “Nur Eintritt”, “Eintritt und jeweils eine Fahrt”, “Eintritt und unbegrenzte Fahrten” und “Eintritt und unbegrenzte Fahrten sowohl für den normalen Park als auch für den Wasserpark” wählen. Ein derartiges System ist sicherlich nicht schlecht, wenn z.B. mal die ganze Familie inklusive Oma und Opa einen Ausflug macht, werden Letztere wohl kaum mit den Achterbahnen fahren. So kann man in vielen Fällen Geld sparen. Für etwas mehr als 30€ gab es für mich das Ticket mit unbegrenzten Fahrten. Falls man ein Ticket mit nur jeweils einer Fahrt oder sogar keiner Fahrt gekauft hat, muss man sich im Park an Automaten behelfen; direkt an den Attraktionen wird nicht bezahlt! Eine Runde auf einer der beiden großen Achterbahnen schlägt dann schon mit 7€ zu Buche, sodass ich in so gut wie jedem Fall das Ticket mit unbegrenzten Fahrten empfehlen würde. Am Eingang erhielt ich dann ein pinkes Armband aus Papier, was ich an jedem Fahrgeschäft nur noch vorzeigen musste. So einfach geht das!

Der Bereich des Aquaparks

Der Bereich des Aquaparks

Direkt am Eingangsbereich befindet sich der Wasserpark, der im November natürlich schon geschlossen war. Im heißen japanischen Sommer wäre da sicherlich die Hölle los gewesen! Es gibt vor allem Rutschen und nicht sonderlich viele Schwimmbecken; man wird sich dort vermutlich vor allem abkühlen wollen, schätze ich ;-) Die Grünanlagen sind selbstverständlich gepflegt, wobei mir vor allem die Palmen im Gedächtnis geblieben sind. Selbst im Gardaland in Norditalien gibt es nicht so viele Palmen wie hier! Neben den Hauptattraktionen – namentlich die Holzachterbahn White Cyclone und der Steel Dragon 2000 – gibt es noch eine Hand voll kleine Achterbahnen. Ansonsten dürfen natürlich die Standardattraktionen wie Riesenrad, Schiffsschaukel, Überkopfschiffsschaukel, Freefall-Turm etc. Besonders ist vielleicht ein sehr großer Bereich für kleine Kinder, der auch einen riesigen überdachten Spielplatz beherbergt. In den Teichen leben übrigens Kois (!), die man mit Futter aus einem Automaten füttern kann.

Vor der ersten Achterbahnfahrt

Kommen wir nun zum spannendsten Teil: Wie fahren sich die Achterbahnen? Gehen wir hierbei in der Reihenfolge vor, in der ich mit ihnen gefahren bin. Davor noch ein paar Besonderheiten Japans und/ oder des Nagashima Spalands. Bisher war ich ja nur in dem einem Park. In jeder noch so pupsigen Achterbahn wird man gebeten, bitte Brille, Kopfbedeckung und sowieso alle Dinge aus den Taschen zu entfernen…Das Ganze kommt dann in einen Spint, dessen Schlüssel man am Handgelenk trägt. So dauert der Umsteigevorgang relativ lange, was anhand des sowieso ziemlich leeren Parkes kein Problem war. Zu Stoßzeiten würde ich mich zumindest ärgern. Die Brille kann man als Ausländer zumindest auch aufbehalten, wobei man dann zuerst angesprochen aber dann doch ignoriert wird. Das Personal geht vermutlich davon aus, dass man sie nicht versteht. Ich habe es nur in zwei wirklich kleinen Achterbahnen gewagt. So eine fast schon übertriebene Vorsichtsmaßnahme ist in Japan vielleicht zu erwarten gewesen, dennoch war es ungewohnt für mich, wenn man in bisher jeder gefahrenen Achterbahn in Deutschland und Italien eine Brille auf der Nase hatte. Dementsprechend war nicht so viel von der Aussicht zu genießen xD Das Personal agiert natürlich auch anders: Beim Losfahren gibt es ein “Willkommen” oder so ähnlich auf den Weg, was man vermutlich mit “viel Spaß” übersetzen sollte. Nach der Fahrt hört man des Öfteren ein “Ich bitte um Entschuldigung”, wofür auch immer…Man fährt doch freiwillig mit und MÖCHTE durchgeschüttelt, auf 150km/h beschleunigt oder sonstwas werden. Nun ja, so ist das wohl einfach in Japan. Zum Abschied winkte das Personal oft mit Handpuppen, was es in der Form ebenfalls nicht bei uns zu finden gibt.

White Cyclone

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Zuerst zog mich der White Cyclone in seinen Bann: Eine Holzachterbahn von zweien, die in Japan noch fahren, und dabei eines der größeren Modelle außerhalb der USA, der Heimat der besten Holzachterbahnen. 1994 gebaut und sogar mit original amerikanischen Zügen ausgestattet wartet eine sehr wackelige Fahrt auf einen; dagegen ist Colossus im Heide-Park ein Transrapid! Es war meine erste Fahrt auf einer solch abenteuerlichen Achterbahn, aber es fühlt sich super an. Insgesamt ist der White Cyclone vor allem aus Kurven aufgebaut, sodass man nur selten “Schmetterlinge im Bauch” hat; dafür wird man sehr stark durchgeschüttelt, weshalb man als Fahrgast schon ein wenig Respekt vor der ganzen Angelegenheit hat. Zum Abschied hatte ich sogar die Chance, in der ersten Reihe zu fahren, was auf jeder Achterbahn ein gänzlich anderes Erlebnis ist, als wenn man hinten im Zug sitzt. Die Strecke direkt vor einem :heart: …Es gibt nichts Besseres!!

Steel Dragon 2000

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Danach ging es schon zum Steel Dragon 2000, der weltweit längsten Stahlachterbahn. Über 2 Kilometer lang, 150km/h schnell und 90m hoch. Erst dieses Jahr wurden neue Züge beschafft, die quasi ganz offen sind; nichts mit Banden an den Seiten oder so…Nur Luft xD Dazu gibt es zwei Kettenlifte, weil einer zu schwer gewesen wäre! Wie krass ist das denn?! Die Fahrt selbst ist dementsprechend berauschend: Zwei große Gefälle und anschließend mit mehr als 100km/h in Schieflage durch Kurven rauschen. Das letzte Stück ist eine Art Buckelpiste, welche aus mehreren kleinen Gefällen hintereinander besteht und richtig Spaß macht. Dort warten auch zwei Tunnel, in denen es im Herbst wärmer war als Draußen…Ein ein wenig komisches Gefühl meiner Meinung nach. Vor allem nach den beiden großen Drops, wenn man gerade unten ist, wirken ziemlich große Kräfte auf den Körper, weil man nach einem Sturz aus 90m in die Sitze gepresst wird und vermutlich ein Vielfaches der Erdanziehungskraft erlebt. Für mich war das nicht ganz angenehm, aber dennoch ein einprägsames Erlebnis.

Ultra Twister

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Gleich in der Nähe findet man den Ultra Twister: Es geht im 90°-Winkel nach oben, wo man dann eine Rolle um die eigene Achse macht! Danach folgen zwei weitere Rollen RÜCKWÄRTS! Ein seltenes Erlebnis, was zwar interessant ist, aber es fehlt ein wenig der Kick.

Shuttle Loop

Der Looping mit dem Steel Dragon im Hintergrund

Der Looping mit dem Steel Dragon im Hintergrund

Zuletzt stelle ich den Shuttle Loop vor: Ein Streckenverlauf, den ich so nur – genauso wie den Ultra Twister – aus Computerspielen kannte. Man wird sofort am Start kurz beschleunigt (Desert Race ist da besser) und erlebt dann einen Looping. Dann steigt die Schiene so weit an, dass man anhält und zurückrollt! So geht es ein weiteres Mal durch den Looping. Auch nicht sonderlich aufregend meiner Empfindung nach, aber von diesem Achterbahntyp soll es weltweit nur noch drei Stück oder so geben!

Outlet-Center

Südeingang mit Rutsche und Steel Dragon

Südeingang mit Rutsche und Steel Dragon

Insgesamt war ich etwa 5 Stunden im Park, in denen ich kaum warten musste und jeweils zwei mal mit White Cyclone und dem Steel Dragon gefahren bin. Kurz etwas gegessen habe ich natürlich auch :yahoo: Groß ist der Park nun einmal nicht, aber trotzdem sehe ich den Preis von 30€ als gerechtfertigt an, weil man die längste, eine der höhsten und schnellsten Stahlachterbahnen überhaupt geboten bekommt. Nur wusste ich eben nach 5 Stunden nicht mehr, was ich noch tun sollte. So habe ich mir noch das Maskottchen des Parks in Form eines kleinen Plüschhasen gekauft und bin anschließend in eines von Japans größten Outlet-Centern gegangen. Dieses befindet sich gleich neben dem Park, weshalb das sprichwörtlich nahe liegend war. Im Center waren gefühlt mehr Menschen als im Park, aber Japan gilt all gemeinhin als eine der größten Konsumgesellschaften. Für Unterhaltung sorgte auf einer kleinen Bühne ein Straßenkünstler, der unterem mit Fackeln hantierte. Außerdem hat man einen super Blick auf den Steel Dragon, der quasi direkt am Outlet-Center vorbeifährt. An Läden findet sich dort alles was Rang und Namen hat: Nike, Adidas, Levis…Da ich aber kein Modemensch bin, gab es dementsprechend auch nichts zu kaufen!

Rückfahrt

Ein Blumenfeld auf dem Weg zum Park

Ein Blumenfeld auf dem Weg zum Park

Per Bus ging es dann wieder zurück nach Nagoya, wobei die Fahrt doppelt so lange gedauert hat, wie es normalerweise der Fall wäre. Das lag daran, dass etwas zentraler auf Nagashima ein großer Park (der zum Spazierengehen mit Bäumen und Blumen :bye: ) gelegen ist. Während der Herbst- und Winterzeit wird dieser von bestimmt einigen Millionen LEDs beleuchtet, weshalb es vermutlich keine Verwunderung war, dass ein extrem großer Andrang von Autos und sogar ganzen Bussen (!) bestand. Ich wollte da jetzt nicht auch noch hin und werde das aber auf jeden Fall nachholen! Auf der Fahrt gab es dann die Leuchtreklame zu bestaunen =)  In Nagoya habe ich dann nichts mehr gemacht und bin schnurstracks zum Zug gegangen. Das Finden vom Gleis war wirklich kinderleicht! In Gifu hatte ich einen kurzen Stop in einem Animeladen eingelegt, um zwei Zeitschriften zu kaufen. Es ging mit dabei nicht um die Texte (kann sie ja eh nicht lesen :-( ), sondern um die beiliegenden Poster! Weiße Wände ade, hallo Animeschönheiten! Aber dann war es wirklich genug und ich war einfach nur froh, als ich wieder zu Hause war.

Das war also mein Tag im Nagashima Spaland, den ich nicht so leicht vergessen werde. Dieser Eintrag ist der gefahrenen Achterbahn entsprechend über 2000 Wörter lang geworden, weshalb es ausnahmsweise ein Inhaltsverzeichnis gibt ;-) Ein normaler Eintrag hat so 500 Wörter *hust hust*

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Euer
Tobii~

Der Alltag hat mich

Das Resumé der ersten ganzen Schulwoche:

Hallo ihr!

お元気ですか 「ogenki desu ka」。 Alles klar bei euch? Hier bei mir in Japan schon, wenn man die gefallenen Temperaturen außer Acht lässt. Dazu an anderer Stelle mehr ;-) Denn heute geht es endlich wieder mal um das Schulleben! Mittlerweile ist schon ein Monat (!) Unterricht rum und was könnte es Besseres geben, als ein kleines Resumé dieser 4 Wochen? Eigentlich war das schon nach ersten Woche geplant, aber pst…Auf gehts! Vier W-Fragen möchte ich dazu im Folgenden beantworten:

Wie muss man sich den Unterricht vorstellen? Ich versuche mal einen typischen Tag zu beschreiben. Angefangen wird mit dem Aufrufen aller Schülernamen, um die Anwesenheit zu überprüfen. Geantwortet wird einfach mit “Ja” und das wars. Anschließend gibt es häufig die Hausaufgaben oder einen Test zurück; nur manchmal sind diese vom letzten Tag. Es dauert in der Regel länger, bis man die korrigierte Fassung wieder in seinen Händen hält. Alles ist gut, solange man Kreise sieht! Am Besten gleich einen riesigen Kringel in der Mitte. まる 「maru」 – also Kreis – wird in Japan anstatt eines Hakens wie bei uns verwendet. Auf jeden Fall gibt es dann Tage, an denen neue Grammatik erklärt wird. Die Lehrkraft fängt dann mit einem einfachen Satz an und führt dann Fragen, Regeln, Verneinungen und so weiter ein. Das Ganze wird dann im zweiten Schritt in kleinen Dialogen zu zweit oder dritt geübt. Zuletzt gibt es schriftliche Aufgaben, die natürlich zusammen verglichen werden. Wird eine neue Lektion angefangen, kommen als Erstes verständlicherweise die neuen Vokabeln ran. Eine CD oder auch mal die Lehrkraft fungiert als Vorsager und man sagt dann eben das Wort nach. Dann folgt ein Durchgang mit bildlichen Darstellungen der Vokabeln, der anfangs von allen zusammen und danach pro Person beantwortet wird. Auf ein Bild eines Zuges folgt das japanische Wort für Zug und so weiter. Allgemein wiederholt man fast immer das, was die Lehrkraft sagt. So übt man in ungeahntem Maße die Aussprache! Am Ende einer Lektion kommen meistens viele schriftliche Aufgaben, die man aber auch noch zusammen erledigen darf. Bisher gab es nicht viel Stillarbeit. Größere “Ereignisse”, wie z.B. das gegenseitige Befragen nach Läden einer örtlichen Shoppingmall anhand des Grundrisses inklusive das Umstellen aller Tische, stellen eine Seltenheit dar. Tests finden in der Regel erst ganz am Ende eines Schultages statt, was zumindest an meinem deutschen Gymnasium anders gehandelt wurde. Der kleine Schriftzeichentest, wo nur jeweils die Lesung von 6 Kanji abgefragt wird, findet dafür direkt am Anfang statt. Insgesamt hört sich das alles wohl nicht ganz so spannend an, aber ich finde den Unterricht so zu 99% in Japanisch (selten findet mal ein englisches Wort den Weg ins Klassenzimmer) fast besser als wenn noch Erklärungen in Deutsch dabei wären. Auf diese Weise ist er sehr viel mehr intuitiver, was einen ganz anders fordert.

Das Titelblatt von "Minna No Nihongo"

Das Titelblatt von “Minna No Nihongo”

Wonach wird gelernt? Nach einem Buch – halt – nach DEM Buch wird gelernt. Minna No Nihongo ist das Standardwerk seit vielen Jahren und wir auch in der Japanologie an deutschen Unis eingesetzt. Pro Kapitel gibt es neue Vokabeln und eine neues grammatische Konstruktion kommt zu. Meiner Meinung nach ist das Buch etwas veraltet…Kassetten- und Rekorder gehören im Jahre 2013 der Vergangenheit an, aber gut. Vielleicht ist es in Japan unüblich, eine neue Auflage zu erstellen. Oder es interessiert einfach keinen :patrick: Mag auch sein…Optional gibt es übrigens noch ein Begleitbuch in fast jeder Landessprache, auf das ich aber verzichtet habe. Ich möchte mich ganz auf die japanische Ausgabe verlassen! Der Preis ist mit 15€ aber ok. Da habe ich bzw. meine Eltern schon teurere Bücher für die Schule kaufen müssen.

Wie schlagen sich die Lehrer? Wir werden von einer Lehrerin und einem Lehrer unterrichtet. Erstere ist auch unsere Klassenlehrerin und Letzterer kommt nur zwei mal die Woche zum Zuge. Ich könnte jetzt schreiben, dass es der Lehrer zu langsam angeht oder auch dass er sich gelegentlich vertut. Aber meinem Eindruck nach ist dieser Lehrer noch kein vollständiger Lehrer; des Öfteren beobachten andere Lehrer seinen Unterricht, was bei unserer Klassenlehrerin noch nie vorgekommen ist. Aber er hat irgendwann einmal vor langer Zeit Deutsch gelernt; von Zeit zu Zeit überrascht er mit einem Satz wie “Warum sind Sie nach Japan gekommen?” oder “Es tut mir leid” xD Ich möchte also zumindest sagen, dass es genauso wie in der entfernten Heimat verschieden gute Lehrer gibt.

Eine beliebte Art der Wiederholung: Umkreise das Richtige <img src='http://blog.tzf-clan.de/smileys//happy.gif' alt='=)' width='19' height='19' class='wpml_ico' />

Eine beliebte Art der Wiederholung: Umkreise das Richtige =)

Wie hoch ist das Tempo/ der Schwierigkeitsgrad? Das Tempo ist ganz gut. Pro Woche schafft man bestimmt eineinhalb Lektionen. Zum Vergleich: Während meiner zwei Semester an der VHS Kiel sind wir ungefähr bis Kapitel 9 gekommen. Jetzt (am 13. November), ziemlich genau nach 4 Wochen Schule, haben wir das 8. Kapitel angefangen. Das war aber auch zu erwarten, weil zwischen 2 Stunden und 15 Stunden pro Woche ein kleiner Unterschied ist. Bis jetzt hatte ich keine großen Schwierigkeiten, da es eben vor allem (nötige) Wiederholung war. Mal sehen, was noch so auf mich zukommt. U.a. die Schriftzeichen – die Kanji – von denen 2000 Stück im “täglichen” Gebrauch sind. Ich kann vielleicht zwei Dutzend lesen, aber beim Schreiben hört es bei mir echt auf…Es besteht nämlich für jedes Zeichen eine ganz bestimmte Abfolge der zu setzenden Striche. Einige Elemente wiederholen sich zwar, aber das schmälert das Ganze nur ein wenig.

So. Wieder ein Eintrag fertig für euch :good: Ich hoffe, es war auch dieses Mal interessant. Bis demnächst!

Tobii~

Supermarkt auf Japanisch

Viel Auswahl!

Guten Tag liebe Leser =)

Lasst uns heute gemeinsam einkaufen gehen! Und zwar weder im Konbini noch im 100-Yen-Laden, sondern im Supermarkt. In meiner Reichweite (per Fahrrad versteht sich; zu Fuß locker 30 Minuten eine Tour) befinden sich dabei gleich zwei Stück: Ein normaler Supermarkt und daneben Plant 6, das bereits erwähnte japanische Real. Beide sind mit dem Fahrrad sowohl recht schnell als auch unkompliziert zu erreichen, weshalb ich mal bei einem und mal bei dem anderen einkaufen gehe.

Das kleine grau-braune Gebäude ist Plant 6!

Das kleine grau-braune Gebäude ist Plant 6!

Insgesamt gibt es als Europäer keine wirklich großen Überraschungen: Am Eingang stehen Wagen und Körbe bereit, wobei man die Wagen nicht vollpackt, sondern zwei bis drei Körbe auf die Einkaufswagen stellt; warum wird später klar werden :P Anschließen schlendert man eben durch die verschiedenen Gänge und kauft das, was man halt gerade so benötigt. In der Regel befindet sich gleich am Eingang die Gemüse- bzw. Obstabteilung, wo man neben Bekanntem wie Ananas, Salat oder Bananen auch unbekannte Pilze, Wurzeln und ähnliche Dinge finden kann. Man ist schließlich in Japan! Auf Kartoffeln oder Zwiebeln muss man aber nicht verzichten.

Als Besonderheit lässt sich sicherlich die große Fischabteilung nennen; die Japaner essen eben weltweit mit am meisten Fisch pro Kopf…Oft findet man gleich daneben die Fertiggerichte. Und mit Fertiggerichten meine ich nicht das, was man aus unserem Supermarkt kennt: Man kann ganze japanische Gerichte kaufen! In einer Plasktikschale verpackt, frisch zubereitet und zu einem geringen Preis. Zuhause nur noch aufwärmen uuuund fertig. Maki-rollen, Nudeln, Spaghetti oder sogar nur eine Portion Reis. Daneben gibt es noch eine große Auswahl an Frittiertem, was man sich wie Obst oder Gemüse in unseren Breiten per Selbstbedienung zusammenstellen kann. Plant 6 bietet sogar eine riesige Auswahl an fertigen Beilagen, die man genauso abfüllen und anschließend wiegen muss. Die Fertiggerichte werden dabei in der Regel hinter einer mehr oder weniger abgedunkelten Glasscheibe zubereitet; ganz so wie in einer Sushi-Bar darf man sich das aber nicht vorstellen…Dennoch bemerkenswert und bei uns total unbekannt! Wasser gibt es übrigens in großen Flaschen nur ohne Kohlensäure, wobei groß 2 Liter heißt. Dazu wird man auch die lieb gewonnen Sixpacks vermissen; in Japan muss man mit Kartons Vorliebe nehmen, die dann mit 6 Flaschen 12 kg wiegen. Bei Plant 6 kann man sogar ganze Paletten Cola-, Kaffee- oder sonstige Getränkedosen ersteigern. Ist am Ende billiger, als sich immer eine Dose aus dem Automaten zu ziehen.

Ansonsten gibt es außer Sake in 3l Behältnissen, Reis in 15 kg Beuteln und einer Auswahl zwischen gefühlt 20 Weißbrotmarken kaum etwas Besonderes. Soja-Sauce gibt es der asiatischen Küche entsprechend auch in sehr großen Flaschen zu kaufen. Und sowohl im normalen als auch bei Plant 6 gibt es einen ganzen Gang mit Gerichten, die man nur noch mit Wasser in der Mikrowelle oder in der Pfanne aufkochen muss. Letztere gibt es häufig nur in 5er Packungen, sodass das Preis-/ Leistungsverhältnis echt enorm gut ist!

Kommen wir also zur Kasse; dem Teil, der sich aus unserer Sicht total anders abläuft. Die Kassier/innen stehen die ganze Zeit und sitzen nicht. Dazu gibt es kein Förderband, sondern nur einen kleinen Tresen, auf den man einen Korb nach dem anderen abstellt. Die eingescannten Waren werden dann in einen andersfarbigen Korb gelegt; und zwar sowohl behutsam als auch ordentlich! Wenn irgendwann alles durch den Scanner gewandert ist, legt man das Geld in eine dafür vorgesehene Schale, die es ÜBERALL gibt, wo man nicht sein Geld in einen Automaten stecken muss. Rückgeld gibt es aber dennoch gleich in die Hand. Was anschließend wieder bekannt ist, ist eine kleine Tischreihe nach den Kassen, wo man die Waren einpacken kann. Neben Plastiktüten, die übrigens keinen Cent kosten, findet man je nach Laden auch Zeitungspapier, um z.B. das im 100-Yen-Laden gekaufte Geschirr einzuwickeln, oder sogar eine Mikrowelle! Mikrowelle?? Ja! Falls man es eilig hat, kann man gleich sein gekauftes Essen aufwärmen. Das nenne ich mal Service. Im Konbini wird man sogar jedes mal gefragt, wenn man um die Mittags- oder Abendszeit einen Hamburger, ein Hot Dog oder ein ganzes Gericht kauft, ob man es aufgewärmt haben möchte.

Apropos: Ich gehe übrigens am liebsten gerade nicht bei Plant 6 einkaufen, weil es dort einfach immer voll ist…Die Leute kaufen da auch oft so viel, dass man lange an der Kasse warten muss. Da gehe ich liebe zu dem kleineren “nur” Supermarkt, wo ich trotzdem alles Wichtige bekomme und mehr Ruhe habe. Im Konbini macht man in der Regel keine Wocheneinkäufe, aber dennoch ist da die Freundlichkeit und der Service unübertroffen. Über die Preise gibt es an anderer Stelle mehr zu lesen  ;-)

Gez.
Tobii~

PS: Natürlich würde ich gerne auch Bilder von Innen zeigen, aber ich käme mir etwas sehr komisch vor, wenn ich mit meiner Kamera durch einen Supermarkt streifen würde. Hoffentlich reicht meine Beschreibung aus, um trotzdem ein Bild davon zu bekommen :negative:

Kinkazan

Gifu von oben:

Willkommen zu einer weiteren Sightseeing-Tour!

Wo es dieses Mal hingeht? Etwa die Überschrift nicht gelesen? Ach, ihr wisst nicht, was der Kinkazan ist…Sagt das doch gleich! Kinkazan ist der Name des höchsten Berges der Umgebung und auf diesem steht auch die Rekonstruktion des Schlosses. Genau da ging es hoch :wow:

Das Ganze fand nicht auf eigene Faust statt, sondern wurde von der Schule organisiert. Man musste sich vorher auf einer Liste eintragen, die in der Lobby aushing und eben sowohl Zeit als auch das nötige Kleingeld haben (ganze 8€!). Am Samstag ging es dann relativ früh raus, weil man verständlicherweise vormittags den Berg erklimmt. Der Nachmittag ist in Japan ja schon vor 17 Uhr vorbei, weil es da dunkel wird. Per Bus ging es bis zur Haltestelle “Gifu Park”, also dahin, wo ich auch schon auf meiner Solo-Tour ausgestiegen bin. So führte der erste kleine Spaziergang durch den Park bis zu Talstation, wo eben gefragt wurde, ob es jemanden gibt, der gerne per Seilbahn hochfahren möchte. Zugegebenermaßen war ich doch verwundert, als niemand das Angebot annahm. Zum Beispiel war eine asiatische junge Dame mit Keilabsätzen unterwegs…Wie dem auch sei: Danach folgte die zweite Wahl; die Wahl des Pfades. Wie ich nämlich schon auf meiner englischen Karte für Touristen sehen konnte, gibt es mehrere Wege, die hoch zum Schloss führen. Wir konnten uns zwischen zwei entscheiden: Einen langen, aber dafür ziemlich seicht steigenden, oder ein kurzer und dementsprechend steiler Weg. Ich wollte ein wenig kämpfen und habe den steilen Weg gewählt.

Die Kletterei war dann mit einem vollen Rucksack auf dem Rücken, einem Pullover, einer langen Jeans und den sehr milden Temperaturen eine schweißtreibende Aktion. Aber das ist sicherlich auch selbstverschuldet…Was ein Mann anfängt, bringt ein Mann auch zu Ende! Und so war ich als einer der Letzten oben, die den steilen Pfad genommen haben. Was solls :P  Auf dem Weg nach oben gab es übrigens schon einige Stellen, wo man einen Blick durch die Bäume auf die Stadt werfen konnte. Guter Ansporn, um weiterzukrachseln. Auf der Spitze folgte natürlich erst einmal eine kleine Pause, um wieder zu Atem zu kommen…

Anschließend musste erst einmal das Schloss betrachtet werden: Von Außen wirkt es auf jeden Fall imposanter als das Exemplar, welches sich in meiner direkten Nähe befindet. Das liegt aber vor allem an goldenen Verzierungen; Größe und Fundament sind ähnlich groß. Dennoch ist es (bis auf die störenden Menschen auf dem Panoramabalkon im 3. Stock) sehr fotogen. Neben dem Schloss befinden sich weitere Attraktionen auf dem Berg: Ein weiteres Museum, ein Schrein (von dem man eine super Aussicht hat), Ruinen des originalen Schlosses, die Seilbahnstation inklusive Restaurant und Panoramablick von der Dachterrasse und zu guter Letzt das sogenannte “Eichhörnchen Dorf”, ein paar Käfige mit den entsprechenden Tierchen, schätze ich :kawaii: Drinnen war ich selbst nicht. Der Eintritt für das Schloss beträgt für Erwachsene 200 Yen, was mit etwa 1,50€ echt nicht viel ist. Alternativ kommt man auf die Dachterrasse der Seilbahnstation umsonst rauf. Im Inneren kommt der Ausdruck “Rekonstruktion” eines Schlosses erst so richtig zu Geltung. Ich hatte mir zumindest irgendwie mehr erwartet :cry: Jeweils in der Mitte der Räume befindet sich eine Treppe und drumherum kann man von alten japanischen Samuraischwerter über Rüstungen bis hin zu Portraits der ehemaligen Herrscher über Gifu besichtigen. Zu den Ausstellungsgegenständen gibt es dabei keine längeren Texte, wie z.B. da und da in diesem Jahr gefunden, gehörte vermutlich XYZ…Nein, man begnügt sich mit einem “Das ist ein Katana”, “Das ist ein Wakizashi” – also ein Kurzschwert. Es ist definitiv toll, mal solche Gegenstände zu sehen, umso mehr wenn man gerade an diesem Zeitalter interessiert ist. Aber wenn man dann nur so wenige Informationen dazu bekommt…Somit ist das Highlight des Schlosses der Ausblick vom Balkon im 3. Stock.

Das Schloss von Gifu auf dem genannten Kinkazan

Das Schloss von Gifu auf dem genannten Kinkazan

Und wahrhaftig: Man staunt nicht schlecht, wie weit man doch sehen kann. Ein ganzes Stück vom Nagarafluss inklusive der Promenade, die ich schon entlang gegangen bin, die beiden Hochhäuse am Bahnhof und nicht zu verfehlen die begrünten Berge. Vor allem Letztere finde ich total schön! So etwas gibt es in Deutschland einfach nicht :yahoo: Mehr Bilder gibt es im Fotostream zu betrachten :heart: Nach dem Genuss des Ausblicks konnt man eben entweder im Restaurant essen oder man hatte sich ein Kehrpaket mitgenommen – auf japanisch お弁当「Obento」. Insgesamt waren wir eine gute Stunde auf dem Berg, bis dann ein total seichter Abstieg folgte, der vor allem aus Treppenstufen bestand. Felsen gab es dort gar keine mehr zu überkommen. Unten angekommen wurde auf den Rest der Gruppe gewartet, um dann die Möglichkeit anzubieten, gemeinsam den Buddha zu besuchen. Da ich das bereits getan hatte, habe ich abgelehnt und bin stattdessen noch auf einen Stadtbummel zum Bahnhof gefahren.

Das nenne ich mal einen Ausblick!

Das nenne ich mal einen Ausblick!

Mit dem "Modellbahn"-Effekt meiner Kamera kann man richtig coole Bilder machen

Mit dem “Modellbahn”-Effekt meiner Kamera kann man richtig coole Bilder machen

Neben dem Besuch in einem Laden für Anime/ Manga – zu dem es später noch etwas mehr zu lesen gibt – ging es auf Erkundungstour durch ein ganzes Einkaufsviertel, dessen Straßen allesamt überdacht sind. Von Bekleidung über Bars & Restaurants bis hin zu Automatenhallen gibt es dort alles. Dort wohnen sogar gar nicht so wenige Menschen, habe ich zumindest den Eindruck gewonnen. Aber einen für mich interessanten Laden gab es dort leider nicht. Zu guter Letzt ging es noch in ein Kaufhaus direkt am Bahnhof, wo man auf drei Stockwerken viele verschiedene Dinge kaufen kann. Vor allem der dritte Stock war interessant, weil es dort neben Mumin- (ist hier sogar das Maskotchen einer Bank!) und Ghiblimerchandising (ein Schlüsselanhänger des Katers “Jiji” aus Kikis kleiner Lieferservice für mich =) ) eine ganze Regalwand nur mit Aufklebern gab. Diese sind vornehmlich fürs Handy, können aber auch sonst auf allen erdenklichen Gegenständen platziert werden. Ich hatte mich für Gespenster entschieden, weil es ansonsten eher in Richtung “kawaii” – sprich süße Tierchen, niedlich ausshende Muffins, Herzchen und sowas halt – ging. So zieren nun mein iPod, mein Netbook, meine Schulsachen und mein Wecker kleine Gespenster  :P

Anhand der Länge dieses Posts (müsste der Längste bisher sein) sieht man schon, wie lang der Tag war. Oder ich kann mich einfach nicht kurz fassen haha :patrick:  …Am Ende es Tages war ich zumindest echt geschafft.

Auf jeden Fall bedanke ich mich fürs Lesen, wenn ihr es denn bis hier unten geschafft habt!

Gez. Tobii~

Die Basics Teil 2

Für Work & Travel in Japan:

Die Basics für Work & Travel in Japan

Lang lang ists her, aber der Vollständigkeit halber folgt nun endlich der 2. Teil. Nachdem ich also im 1. Teil (klick) den Vorgang für das Visum erklärt habe, komme ich nun auf den Flug und auf die Unterkunft zu sprechen.

Für die Flugbuchung ist es das wichtigste, dass man möglichst früh bucht. Desto später man sich für einen Flug entscheidet, umso höher wird der Preis. Die Spanne kann von etwa 700€ bis 1500€ reichen. Ansonsten gibt es nicht allzu viel zu beachten. Ich würde zumindest schon eine bekanntere Airline wählen und keine, deren Namen man noch nie gehört hat. Das muss natürlich nicht heißen, dass man bei einer unbekannten Fluggesellschaft schlecht aufgehoben ist…Mir ging es einfach darum, in guten Händen zu sein :) Je nach Airline steigt man dann in einem anderen Land um. Mit British Airways in London, mit Finnair in Helsinki oder mit der Lufthansa in Frankfurt. So lässt sich theoretisch noch ein kleiner Stadtaufenthalt realisieren, indem man zwischen den beiden Flügen ein großes Zeitfenster ansetzt. Je nach Flug landet man übrigens auch an einem anderen Flughafen in Japan. So kann es sein, dass man in Tokio einreist, aber dann ganz nach Fukuoka oder Nagoya muss. Das gilt auch für den umgekehrten Fall. Zu guter Letzt gelten verschiedene Gepäckauflagen: Manchmal 20kg, manchmal 25kg und manchmal muss man ein zweites Gepäckstück noch extra bezahlen. Da gilt es sich im Vorfeld gut zu informieren und viel zu vergleichen, falls man den Gang zum Reisebüro scheut und lieber im Internet einen Flug buchen möchte.

Ich war übrigens faul und habe das zum Sprachreisenveranstalter dazugehörige Reisebüro mit der Wahl eines Fluges beauftragt ;-) Dafür war dieser für Japan relativ günstig und hat mich so nah wie möglich an Gifu herangebracht. Zwar musste ich ein zweites Gepäckstück bezahlen, aber es war ja auch meine Entscheidung, zwei Koffer statt einem mitzunehmen.

Wenn man sowohl das Visum als auch die Flugtickets in den Händen hält, fehlt nur noch eine Sache: Die Unterkunft. Nach dem typischen Work & Travel Schema würde man für 1-2 Wochen ein Hotel oder Hostel buchen und sich vor Ort z.B. einen Platz in einem Sharehouse suchen. Dabei hilft einerseits das Internet, aber auch Reiseführer listen oftmals Unterkünfte auf. Man kann sich auch für Homestay entscheiden, der Unterbringung in einer japanischen Familie. So erhält man die Chance, einen authentischen Blick in den Alltag zu werfen und man hat eben eine Familie, die sich um einen kümmert. Das ist leider nicht umsonst und am Ende teurer als die Unterbringung in einem Dormitory oder einem Sharehouse. Aus diesem Grund ist das auch für mich ausgeschlossen gewesen. Ich hatte sogar mal gehört, dass jemand, der in Japan Homestay gemacht hat, nicht einmal alleine das Haus verlassen durfte…Das wäre für mich ein Albtraum! Ich bin übrigens in einem Dormitory untergebracht; direkt an der Schule mit allem, was man so braucht, und das für einen geringen Preis. Jeder muss aber für sich entscheiden, was er/ sie möchte. Billig oder teuer? Ganz alleine, WG oder gar eine japanische Familie? Mehr als die Möglichkeiten zu nennen kann ich nicht tun :)

So haben wir also das Ende erreicht: Eintrittskarte, Transport und Unterkunft für das Wunderland Japan. Natürlich gibt es total viele Kombinationen…Mit Studentvisa einreisen und 2 Jahre Japanisch lernen. Danach per Working Holiday Visa das Land unsicher machen. Oder ein (halbes) Jahr in Japan und dann weiter nach Australien. Der Fantasie sind nur kapitalistische Grenzen gesetzt :P

MFG
Tobii

PS: Ja, ich arbeite mal ein wenig meine älteren Ideen ab. Hoffe, das ist in Ordnung :yahoo:

Gifu und dann?

Ein Ausblick:

Hallo vom anderen Ende der Welt!

Wie ihr sicher wisst, besuche ich hier in Gifu eine Sprachschule. Mein Japanisch ist eben nicht so besonders gut :unsure: Die Möglichkeit zu Arbeiten werde ich noch nutzen; bisher ist in der Richtung nichts unternommen worden. Aber wie man schon gelesen hat, gibt es hier nicht allzu viel zu sehen. Ich hatte so oder so nicht vor, meine ganzen 11 Monate in Gifu zu verbringen. Also raus damit! Was kommt nach Gifu?

Ersteinmal habe ich vor, noch einen Monat an die drei Monate hier anzuhängen. Nicht, weil es hier so schön ist, sondern um die Winterferien und die Neujahrstage in Ruhe verbringen zu können B-) Um die Zeit dürfte es nämlich in Hotels und Herbergen voll werden; das gilt insbesondere für die Touristenhochburgen, welche genau meine Ziele sind. Dann verdiene ich eben noch ein paar Yen durch Arbeiten, anstatt irgendeinem Stress ausgesetzt zu sein!

Somit reden wir dann über Ende Januar/ Anfang Februar 2014: Per Zug wird es so oder so nach Nagoya gehen, weil man aus der Viertgrößten Stadt Japans überall hinkommt. Mittlerweile kann ich mir vorstellen, dort eine Woche oder so zu verbringen. Von Gifu aus ist zwar nicht weit, aber nicht wirklich billig. 830 Yen (=6,40€) für die Hinfahrt ohne U-Bahn/ Bus in Nagoya sind meiner Meinung nach zu viel, um dort öfters hinzufahren…Anfangs hielt ich Nagoya ähnlich wie Gifu für eine moderne Stadt ohne historische Sehenswürdigkeiten, aber dennoch gibt es dort einige Museen und Orte zu besuchen. Einen riesigen CD-Laden direkt am Bahnhof, ein relativ großes Schloss und ein Eisenbahnmuseum, um nur einige Beispiele zu nennen.

Anschließend plane ich nach Kyoto zu reisen :heart: Die ehemalige Kaiserstadt wartet mit einer historischen Altstadt sowie einer großen Anzahl an Tempeln/ Schreinen auf. Dazu ist sie wirklich nicht weit entfernt. Dort würde ich gerne mehrere Monate bleiben und auch ein wenig Arbeiten, wenn ich etwas finde. Genauso finde ich hoffentlich einen Platz in einem Sharehouse, also einer Art offenen WG aus in der Regel ausländischen Bewohnern. Außerdem ist Nara nur einen Katzensprung entfernt, wo u.a. eine der berühmtesten Buddha-Statuen auf mich wartet. Ich rechne mit 3-4 Monaten Aufenthalt.

Nach Kyoto bin ich bisher nicht ganz schlüssig, wo es hingehen soll. Einmal würde mich noch Hiroshima reizen, einfach um eine der zwei jemals von einer Atombombe getroffenen Städte gesehen zu haben. Wann hat man schon diese Chance? Daneben zieht es mich auch in den Norden Japans, wo es weniger Städte und mehr Natur geben soll. Eine Zugfahrt vom südlichen Ende der Hauptinsel bis ganz an die nördliche Spitze halte ich allerdings für etwas verschwenderisch…Ganz klar ist jedoch, dass es im Sommer nach Kamakura geht, welches in annehmbarer Reichweite zu Tokyo und Yokohama liegt. Dort kommt auf keinen Fall Langeweile auf =) Außerdem findet man da einen weiteren berühmten Buddha. 2-3 Monate sollte man da locker rumkriegen.

Eine Karte mit den eingezeichneten Plänen (ein Klick öffnet eine größere Version)

Eine Karte mit den eingezeichneten Plänen (ein Klick öffnet eine größere Version)

Was dann zwischen Kyoto und Tokyo kommt, muss ich also noch für mich entscheiden. Klar ist, dass es gaaanz am Ende (ich will gar nicht darüber nachdenken  :negative: ) wieder nach Nagoya gehen muss. Wo man mit dem Flieger gelandet ist, muss man schließlich auch wieder starten!

Ich möchte betonen, dass das wirklich nur ein Plan ist und vor allem meine Wünsche erfüllen würde. Ob es am Ende so wird, wie ich es denke, steht in den Sternen. Aber das ist gerade das Aufregende an Work & Travel! Die Freiheit das zu tun, was man möchte :yahoo:

MFG
Tobi

Jenglish

Der beste Teil am Japanischlernen?

Guten Tag verehrte Leser!

Widmen wir uns in diesem Eintrag ein wenig der japanischen Sprache. Was? Das hatten wir noch nie? Uhhhhiiii! Eine Primiere!! Der Untertitel “Der beste Teil am Japanischlernen” stimmt mittlerweile nicht mehr ganz, wie es sich leider herausgestellt hat. Aber was muss man sich unter Jenglish vorstellen?

Als Jenglish bezeichne ich Lehnwörter aus dem Englischen, die Einzug in den japanischen Sprachgebrauch gehalten haben. Das Ganze hat mit der über 150 Jahre langen Abschottung Japans und anderen total komplexen Gründen zu tun, weshalb wir das heute ausnahmsweise mal auslassen  :yahoo: Auf jeden Fall kamen mit der Öffnung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Schwemme ausländischer, unbekannter Güter nach Japan. Dinge, für die man oftmals gar kein japanisches Wort hatte. Was tun? Man nahm einfach das englische Wort! Gute Beispiele sind vielleicht Taxi, Rolltreppe, Fahrstuhl oder auch Klebeband. Oh weh! Wir haben etwas vergessen: die Japaner haben es aber nicht so mit der Aussprache englischer Wörter. Kein Problem! Dann japanisieren wir die Begriffe eben. Aus Taxi wird dann タクシー 「takushii」 (Aussprache siehe unten), aus der Rolltreppe (escalator im Engl.) eine エスカレーター 「esukaleetaa」, aus dem elevator ein エレベーター 「erebeetaa」 und aus dem guten tape ein テプー 「teepu」. Zugegebenermaßen klingt das Ganze fast so wie das Vorbild und kann sogar mit japanischen Schriftzeichen geschrieben werden. Perfekt!

Könnte man denken…Zumindest anfangs ist es irgendwie spaßig, wenn aus frietiertem Hähnchen ein フライドチキン 「furaido chikin」 und aus dem Hamburger ein ハンブーガー 「hanbuugaa」 wird. Mit zunehmenden abgeschlossenen Lektionen kommen aber immer mehr solcher Wörter dazu. Vor allem während dem Üben der Katakana, der Silbenschrift, mit der ausländische Wörter geschrieben werden, gab es dann ziemliche Überraschungen, von denen ich einige nennen möchte:

  • Ticket -> チケット 「chiketto」
  • Hemd (engl. shirt) -> シャツ shatsu
  • Bankkarte (cash card) -> キャッシュカード 「 kyasshukaado」
  • Giraffe -> キリン 「kirin」
  • Radio -> ラジオ 「rajio」
  • Streichholz (engl. match) -> マッチ macchi
  • Süßigkeiten (engl. candy) -> キャンヂー kyandii

Bei diesen Wörtern ist es wirklich schwer auf die englische Abstammung zu schließen. Vor allem in gesprochener Form – am Besten noch relativ schnell – ist es fast unmöglich ein unbekanntes Lehnwort zu verstehen, selbst wenn man die Bedeutung des englisches Vorbildes kennt. Zum Glück tauchen solche Wörter bisher nicht in den Lektionen auf, aber wir sind immer noch relativ am Anfang. Ich bin gespannt…

Ganz modern sind übrigens auch Abkürzungen wie: コンビニ 「konbini」 = Convience Store, スーパー 「suupaa」 = Supermarkt, デパート 「depaato」 = Kaufhaus und und und. Diese finde ich sowohl logisch als auch einfach zu handhaben. Und nein, im täglichen Sprachgebrauch ist Jenglisch eher selten. Ältere Japaner bevorzugen die japanischen Wörter, wenn es denn welche gibt. Das ist z.B. bei der Postkarte der Fall. In einem Kaufhaus, welches vor allem für jüngere Leute ist, stand über den Postkarten ”ポストカード” 「posutokaado」, also das Lehnwort. Es gab sogar schon Beschwerden gegen einen Fernsehsender, weil dort zu viele “neue” Wörter benutzt wurden. Und solange in Japan der Großteil der Bevölkerung im höheren Alter ist, wird sich in der Hinsicht wohl nicht allzu viel ändern.

Hoffentlich war dieser erste Ausflug in die japanische Sprache interessant. Ließ sich auf jeden Fall gut schreiben :bye: Wie immer Danke fürs Lesen und bis demnächst!

Gez.
Tobi

Aussprache: Oft wird das “u” nicht betont; bei einem doppelten Konsonannten kommt eine kurze Pause (chiket – PAUSE – to). Wie welcher Laut richtig ausgesprochen wird ist an dieser Stelle unerheblich. Es geht nämlich sowieso nur um Demonstrationszwecke :P