Monthly Archives: October 2013

Willkommen bei ISI Chukyo

Einschulung und viele Regeln:

Wohl etwas spät, aber nichtsdestotrotz gibt es heute etwas über die ersten Schultage zu lesen. Nachdem das erste Wochenende irgendwie vorüber war, ging es Montag kurz in die Schule. Dort haben sich einige Lehrer vorgestellt und mir wurde ein Wochenplan für die erste “Schul-“woche ausgehändigt. Ich hatte damit also endlich einen Plan davon, was mich erwartet. Davor kam ich mir total verloren vor, aber darauf möchte ich nicht weiter eingehen… Mittwoch fand ein (weiterer) Einstufungstest statt, um den Kenntnisstand der Schüler zu ermitteln. Anhand dem wird man nämlich in Klassen aufgeteilt, was natürlich auch Sinn macht. Schon im Vorfeld habe ich einen ähnlichen Test im Internet ausgefüllt, wo dann herauskam, dass ich lieber die Anfängerklasse besuchen solle. Parallel zum Test in der Schule fand ein kurzes Interview mit einer Lehrkraft statt, wo dann Sachen wie “Warum bist du nach Japan gekommen?” gefragt wurden. Dass da ein Mix aus Japanisch und Englisch herauskam, war zu erwarten   :rose:

Ganz schön viel Papierkram

Ganz schön viel Papierkram

Als jeder Schüler/ jede Schülerin sowohl mit Test als auch mit Interview fertig war, wurde von einer Lehrkraft die Regeln der Schule erklärt. Alles selbstverständlich auf Japanisch, aber dafür waren drei Übersetzer da, die selbst Schüler sind: Neben Englisch für Chinesisch und Vietnamesisch. Alle Schulregeln werde ich an dieser Stelle nicht aufzählen, sondern stattdessen ein paar Auszüge nennen.

  • Falls man später als 10 Minuten nach Stundenbeginn ankommt, darf man den Klassenraum nicht mehr bretreten und wird als fehlend eingetragen.
  • Falls man früher als 10 Minuten vor Stundenende die Klasse verlässt, wird man ebenso als fehlend eingetragen.
  • Man erhält eine Verwarnug, falls man zu oft zu spät kommt/ zu früh geht oder zu viele versäumte Schulstunden gesammelt hat.
  • Mit 3 Verwarnungen kommt es zum Schulverweis. (Soll angeblich noch nie vorgekommen sein. Wäre auch dumm, weil man die Schule ja teuer bezahlt…)
  • Die Anwesendheit wird in drei Stufen unterteilt: 90% und mehr = alles gut. 80% und mehr = man muss eine besondere Beratung aufsuchen. Unter 80% = Verwarnung.
  • Während des Unterrichts sind u.a. Reden, Essen, Trinken, Handybenutzung und Schlafen verboten. (Schlafen steht wirklich in den offiziellen Regeln :scratch: )
  • Im Falle einer Änderung der Adresse muss man dieses der Schule mitteilen.
  • Die gestellten Computer dürfen nur jeweils 30 Minuten pro Schüler genutzt werden. Dabei ist das Aufrufen von pornografischen und ähnlich kritischem Material verboten.

Außerdem gibt es (Geld-)Preise für Schüler, die in einem Schuljahr mehr als 90% Anwesenheit haben und/ oder in allen Tests mehr als 90% richtig beantwortet haben. Es sind auch die Gebühren für Dokumente wie das Zeugnis aufgeführt. Aber im Grunde sind diese Regeln nichts Besonderes. Bis auf das ziemlich strenge Regime über das Zuspätkommen und Zufrühgehen könnte man auch die Regeln einer deutschen Schule vor sich haben, finde ich.

Nach dem Regelwerk der Schule folgte ganz zum Schluss – nach einer gewissen Pause versteht sich – noch eine kleine Belehrung zum Dormitory statt: Dabei stand ganz klar der Müll im Vordergrund. Ja! Müll eben =)  Wie trennt man ihn, wann stellt man die Säcke raus und so weiter. Kurioserweise wurde auch ein Blatt ausgehändigt, auf dem ein paar Verhaltensregeln zusammengefasst waren. Neben “Grüß deine Nachbarn” über “Bitte nachts nicht so laut sein” bis hin zu “Begehe keinen Diebstahl, ansonsten kommst du ins Gefängnis oder wirst ausgewiesen”. Der Text wird dabei mit Comiczeichnungen illustiert, die ziemlich amüsant sind. Insgesamt war ich am Mittwoch bestimmt 4 oder 5 Stunden in der Schule – größtenteils wurde auf uns eingeredet. Puuuh  :wacko:

Ein amüsantes Beispiel

Ein amüsantes Beispiel

In der Anfängerklasse bin ich schließlich auch nach dem zweiten Test vor Ort gelandet, wie man während der kleinen Einschulung mitgeteilt bekommen hat. Diese fand am Donnerstag statt. Jeder Lehrer/ jede Lehrerin der neuen Klassen stellte sich dort kurz vor. Auch die Rektorin wartete mir einer kleinen Rede auf. Die Übersetzer waren zum Glück wieder anwesend! Dazu gab es eine kleine Vorstellungsrunde: Jeder musste kurz aufstehen und sich in ein paar Sätzen beschreiben. “Ich bin Tobias aus Deutschland und bin 19 Jahre alt. Yoroshiku onegai shimasu.” (Letzteres bedeut so etwas wie “Sei nett zu mir”; ein Satz, der bei jeder Vorstellung dabei sein sollte)

Anschließend folgte eine kleine Quatschrunde zu japanischen Süßigkeiten und Getränken. Es lagen auch einige Zeitschriften bzw. Prospekte örtlicher Sehenswürdigkeiten und anderer Einrichtungen aus. Nach guten 15 Minuten folgte ein gemeinsames Jahrgangsfoto direkt vor dem Eingang der Schule. Dieses sollte sogar bei Facebook zu finden sein :yes:  Als das getan war, hatte man die Wahl, noch ein wenig weiter zu quatschen oder sich zurückziehen. Ich hatte mich für Ersteres entschieden. Trotz dieses Angebotes war das Ganze dann doch relativ schnell vorbei. Die übriggebliebenen Süßigkeiten durfte man wenigstens mit nach Hause nehmen :)  Freitag war auch gleich der erste richtige Schultag! Zu dem Unterricht hier folgt noch ein Eintrag. Dieser hier ist schon so lang geworden  ;-)

So oder so ähnlich verlief der erste Kontakt mit der Schule. Kann sein, dass ich etwas durcheinander gebracht habe. Immerhin schreibe ich diese Zeilen drei Wochen danach und der Wochenplan ist irgendwie in den Müll gewandert. Wie dem auch sei: Danke fürs Lesen!

じゃまた [Jya mata]
Tobii~

Ein Fluss, ein Park und ein Buddha

Sehenswürdigkeiten Gifus:

Vergangenen Samstag war nach all diesen Regentagen endlich mal wieder gutes Wetter und so hatte ich mir vorgenommen, ein wenig die Sehenswürdigkeiten Gifus abzuklappern. Das Ganze war mit einem langen Fußmarsch verbunden, aber es hat sich gelohnt!

Das Schloss auf dem Kinkaberg

Das Schloss auf dem Kinkaberg

Die für Touristen interessante Ecke von Gifu befindet sich ungefähr 15 Minuten mit dem Bus vom Bahnhof entfernt. Trotz dieser Länge kostet die Fahrt nicht viel. Zumindest ich bin ich an der Haltestelle “Gifu koen”, also Gifu Park, ausgestiegen. Von dort aus ging es über den Nagarafluss, um von der Promenade aus einen Blick auf das Schloss und den 329m hohen Kinkaberg zu werfen. Direkt am Fluss war im Gegensatz zu höher gelegenen Punkten gar kein Wind :yahoo:  Zusammen mit der scheinenden Sonne ließ es sich da richtig gut aushalten. Sobald die Sonne nämlich verschwindet, wird es auf einmal ziemlich kalt…Obwohl das Schloss von diesem Punkt aus klar auszumachen ist, ist meiner Meinung nach der Berg selbst viel eindrucksvoller. Dieser ist – wie man sehen kann – nicht bebaut, sondern eben natürlich gehalten. Endlich mal wieder richtige, große Bäume!

Danach ging es an der Anlegestelle für die Boote vorbei, von denen aus man die Komoranfischer beobachten kann. Mich interessiert diese traditionelle Fischereimethode nicht wirklich, weshalb ich das Ganze einfach ignoriert habe. Dahinter liegt die Kawaramachi Straße; eine Straße, die den Straßen des historischen Japans nachempfunden ist. Mehr als einen kleinen Eindruck bekommt man nicht vermittelt. So habe ich dort auch keine Bilder gemacht. Da warte ich lieber auf Kyoto!

Eines von drei Torii des Gokoku Schreines

Eines von drei Torii des Gokoku Schreines

Also umgedreht und am Fluss entlang Richtung Kinkaberg: Dort stieß ich auf den Gokuku Schrein, den ich ebenfalls nicht per Kamera festgehalten habe, weil ich irgendwie immer auf Japaner in Trachten stoße. Für diese scheint es etwas Besonderes zu sein und deshalb möchte ich sie nicht stören…Verständlich? :scratch:  Wenigstens das Torii – das markante Tor – habe ich fotografiert.

Ein Teich des Gifu Parks

Ein Teich des Gifu Parks

Anschließend bin ich zurück zum Park gegangen. So ging es u.a. an der Bodenstation der Seilbahn vorbei, mit der man direkt zum Schloss hochfahren kann. 7€ für hoch und wieder runter sind kein billiger Spaß…Der Gifu Park wartet vor allem mit seinen schönen Teichen auf, in denen aber keine Kois zu finden sind :cry:  Am Rande des Parks liegt außerdem das Museum der Stadt Gifu, in das ich bestimmt irgendwann gehen werden. Ich hoffe, dass es wenigstens einen englischen Guide gibt :)  Ein Museumsbesuch ohne die Texte zu den Exponaten lesen zu können wäre nur ein halber…

Der große Buddha von Gifu

Der große Buddha von Gifu

Zu guter Letzt kam der Höhepunkt des Tages: Der große Buddha von Gifu. Von Außen wirkt das Gebäude eher runtergekommen, aber für 200 Yen darf man einen Blick hineinwerfen, was ich dann auch gemacht habe. Man geht also durch die offene Tür und steht dann sofort einem fast 14m hohen Buddha gegenüber. Dafür finde ich keine Worte…Es ist auf jeden Fall beeindruckend. Alleine deshalb, weil man zu dieser religiösen Figur aufblicken muss. Da kommt man sich richtig klein vor. Fotografieren ohne Blitz war erlaubt, und wenn man den Blitz gar nicht erst mitgenommen hat, habe ich meine Kamera gezückt. Derartige Abbilder von Buddha gibt es in Japan recht häufig, u.a. auch in Nara und in Kamakura, die ich beide besuchen möchte. Also die Städte allgemein und nicht nur die Buddhastatue.

Bis auf das Schloss und das Museum habe ich an einem Tag also so ziemlich alles gesehen, was es in Gifu zu sehen gibt. Da merkt man, dass man eben doch “nur” in einer 400.000 Einwohner Stadt ist, die Dank einem Erdbeben und dem 2. Weltkrieg kaum noch historische Gebäude aufweisen kann. Ich bin ja auch zum Japanischlernen hier und nicht wegen den Sehenswürdigkeiten  ;-)

Ja mata (bis bald)
Tobii~

PS: Es gibt noch sehr viel mehr Bilder im Fotostream! Einfach mal reingucken!

Ghibli

Disney auf Japanisch:

Sagt schon mal “Sayounara” zum Schulalltag und lasst uns dann Fantasiewelten betreten. Ob ich Drogen genommen habe? Nein, ich bin nur ein Ghibli-Fan. Was?! Ihr kennt Ghibli nicht! Gut, dass ich da bin   xD

Das Studio Ghibli wurde 1985 gegründet und lieferte seitdem 8 der 15 erfolgreichsten japanischen Animefilme (es gibt auch z.B. koreanischen Anime, wenn sich jemand wundert…)! Die Gründung erfolgte nach dem Erfolg von “Nausicaa aus dem Tal der Winde”, das auf einem Manga von Hayao Miyazaki basierte. Genau dieser Mann – oder eher dieses Genie? – führte dann auch an der Verfilmung Regie. Zusammen mit Isao Takahata, der ebenfalls Reggisseur ist, und mit Geldern von der Tokuma Shoten Verlagsgruppe wurde das Studio dann mit Sitz in Tokio eröffnet.

Das Logo von Studio Ghibli: Totoro © Studio Ghibli

Das Logo von Studio Ghibli: Totoro © Studio Ghibli

Zu den in unseren Breiten berühmtesten Werken gehören wohl – mehr oder weniger in dieser Reihenfolge: Chihiros Reise ins Zauberland, Das Wandelnde Schloss, Prinzessin Monoke und Mein Nachbar Totoro. Als Ghibli-Fan kann ich sagen, dass es diese Filme sehr wohl ihren Ruf verdient haben. Wer also mal Interesse an dem Thema hat, mag sich gerne einen dieser Filme ansehen! Du wirst es nicht bereuen, versprochen  ;-)

Meine Lieblingsfilme von Studio Ghibli sind vielleicht nicht ganz so bekannt, aber ich finde sie einfach total gut  :heart:

  1. Kikis Lieferservice
  2. Prinzessin Monoke
  3. Mein Nachbar Totoro
  4. Das Schloss im Himmel
  5. Die letzten Glühwürmchen

Jetzt vielleicht noch etwas über den Stil bzw. die Besonderheiten der Filme (aus vor allem Hayao Miyazakis Hand). Trotz des Erreichens des Computerzeitalters, setzt Studio Ghibli nach wie vor auf sehr viel Handarbeit, was man als Animekenner sofort sieht und auch zu schätzen weiß. Daneben sprechen die Filme oft die ganze Familie an, weshalb man eben auch vom japanischen Disney spricht. Thematisch findet man in Miyazakis Werken den Konflikt zwischen Mensch und Natur: Der Mensch zerstört die Natur, was bestimmte Folgen nach sich zieht. Es werden aber auch Themen wie Krieg behandelt. Ein weiteres wichtiges Element ist der Soundtrack: Inklusive Nausicaa stammte jeder Soundtrack eines Miyazaki-Filmes von Joe Hisashi. Und dieser Herr Joe Hisashi ist meiner Meinung nach genauso wie Miyazaki ein Genie seines Faches. Dementsprechend gut fällt die musikalische Untermalung aus. So bin ich hier in Japan u.a. auf der “Jagd” nach Ghibli-Soundtracks :)  Jeder CD-Laden wird durchforstet! Zusätzlich soll es – wie bei Disney – Ghibli-Stores geben, wo man eben zu jedem Werk Merchandising erstehen kann. Spätestens in Tokio wird einer aufgesucht! Apropos Tokio: Dort befindet sich auch das Ghiblimuseum, in dem Originalzeichnungen, nachgebaute Kulissen und noch viel mehr bewundert werden können. An Karten zu kommen soll nicht ganz so leicht sein, also mal sehen, ob das klappt.

Ich hoffe, dass ich ein wenig Licht ins Dunkle bringen konnte! Ein wenig Abwechslung schadet nicht, oder?

Bis demnächst,
Tobii~

Hyaku-En-Shoppu

Die billigste Möglichkeit einzukaufen:

Guten Tag liebe Leser!

Begeben wir uns heute in einen Laden, der über Besteck, Geschirr, Gartenbedarf, Süßigkeiten, Schreibwaren bis hin zu Elektronikartikeln alles Erdenkliche bietet. Die Rede ist von einem 100 Yen Shop (Hyaku En Shoppu), also einem 100-Yen-Laden. Man findet solche Shops eigentlich – genauso wie Supermärkte – in jeder Stadt. So ähnlich wie in unseren 1€-Läden geht es auch in einem 100 Yen Shop zu: Wenn kein Preisschild auf dem Artikel zu finden ist, gilt ein Preis von 100 Yen (umgerechnet übrigens weniger als 1 €, nämlich ungefähr 80 Cent!). Dass die Einrichtung dementsprechend einfach gehalten ist, dürfte klar sein. Nichtsdestotrotz findet man sehr viele nützliche Dinge für einen total kleinen Preis: Ich habe zwei Gabeln für 80 Cent gekauft, weil ich zumindest dachte, dass in meiner Wohnung keine vorhanden sind. Später habe ich sie dann natürlich doch gefunden, aber gut…Dort habe ich auch meine Pfirsichbonbons her :) Mit Nahrungsmitteln kann man sich dort nur begrenzt eindecken: Die Packungen von Chips oder Keksen sind so klein, dass man im Supermarkt oder Konbini wohl kaum mehr bezahlen würde…Höchstens mit Bonbons kann man so wie ich Glück haben.

Müsli auf Japanisch

Müsli auf Japanisch

Direkt neben dem 100 Yen Shop gibt es einen Supermarkt, einen Handyladen und sogar einen Baumarkt! Im dortigen Supermarkt habe ich meinen Müsliersatz für fast 4€ ergattert :heart:  Es schmeckt auf jeden Fall gut und das ist die Hauptsache. Großpackungen wie diese sind in Japan einfach selten und vielleicht deswegen so teuer. Es kann also gut sein, dass ich entweder für neue Frühstücksflocken oder sogar für ein Handy dorthin zurückkehren werde. Eventuell findet man im 100 Yen Shop ein paar Kleinigkeiten, um mein Fahrrad ein wenig zu personalisieren! Den Weg werde ich dann per Rad sicherlich schneller finden, hoffe ich. Letztes mal war es eher abenteuerlich :rose: Aber zu meiner Rettung verfügt eigentlich jeder Shop über ein großes Schild, welches man aus der Entfernung gut ausmachen kann. Spätestens wenn meine Flocken alle sind, geht es wieder dahin.

Also bis dann!
Euer Tobii~

Als Ausländer in Japan Teil 1

Der Besuch im Rathaus:

Moin moin!

Wie ich schon erwähnt hatte, erhält man als Ausländer die sogenannte “Alien Registration Card” direkt am Flughafen. Fortan muss man diese Karte ständig bei sich tragen. Wird man von der Polizei kontrolliert und hat diese Karte NICHT dabei, darf man mit aufs Revier kommen…Uns hat man erzählt, dass in diesem Fall jemand von der Sprachschule einen wieder abholen muss. Also für alle Beteiligten ein vermeidbares Ärgernis. Auf der Vorderseite des Ausweises stehen die üblichen Informationen: Wer, wie alt, woher, wie lange ist das Visum gültig, etc. Auf der Rückseite stehen einige leere Zeilen und um diese geht es in diesem Eintrag: Dort muss die Adresse eingetragen werden. Das kann man natürlich nicht einfach selbst machen, sondern muss im Rathaus geschehen. Vorher wurde in der Schule unter Anleitung ein komplett in japanisch gehaltenes Formular ausgefüllt. Die Adresse wurde dann von den Lehrern eingetragen…Selbst Schüler, die bereits 6 Monate den Sprachkurs besuchen, können diese nicht schreiben :horror:   Zusammen mit Reisepass und selbstverständlich dem Ausländerausweis ging es dann per Bus zum Rathaus.

Wie funktioniert Busfahren in Japan? Relativ simpel, aber irgendwie auch genial. In Deutschland würde das System in der Form auf keinen Fall Erfolg haben, weil man in Japan ein ganz anderes Vertrauen untereinander hat. So gibt es auch kein Trinkgeld, weil man den Leuten vertraut, dass der Preis für z.B. Sushi gerechtfertigt ist. Genau sowenig wird verhandelt, außer vielleicht auf ganz großen (Fisch-) Märkten…Die Busse an sich sind nicht ganz so groß: Man steigt in der Mitte ein und zieht beim Einsteigen ein “Ticket”, auf dem zumindest hier in Gifu nur eine Nummer steht. Vorne im Bus hängen dann zwei Bildschirme, wo diese Nummern wieder auftauchen. Es handelt sich nämlich um die Zonen. Unter den Nummern stehen dann die Preise, die es zu bezahlen gilt. Der Bus passiert dann irgendwann eine weitere Zonengrenze und schon steigt der Preis. An der Zielhaltestelle drückt man wie auch in Deutschland auf den Halteknopf, wobei dann eben eine weibliche Stimme ertönt, die sich für die Nutzung des Buses bedankt und nochmal wiederholt, dass der Bus an der nächsten Haltestelle anhalten wird – glaube ich zumindest. Bis auf das “Danke” verstehe ich nicht viel…Bezahlen tut man dann beim Aussteigen: In eine große Öffnung wirft man (passend!) das Fahrgeld. Falls man Wechseln muss, kann man dieses dort ebenfalls; 1000-Scheine in Münzen oder auch Münzen in Münzen. Inwiefern aber kontrolliert wird, ob das, was man da einwirft, richtig ist, kann man nur spekulieren. Man vertraut wohl einfach auf den Fahrgast…Daneben gibt es auch Mehrfachkarten, die wohl hier in Japan prepaid sind. Auf jeden Fall erscheint am dafür vorhergesehenen Scanner jedes mal ein Betrag in Yen, welcher um einiges größer ist als eine Busfahrt. Wo man so eine Prepaid-Buskarte bekommt, kann ich nicht sagen…Vermutlich im Bahnhof, aber das ist nur geraten. Und noch so am Rande: Vandalismus habe ich weder im Zug vom Flughafen nach Gifu noch in den Bussen gesehen!

Das Rathaus liegt hinter dem Bahnhof in der Einkaufs-/ Hauptstraße. Verfehlen kann man es nicht, weil es Straßenschilder gibt, auf denen Gifu City Hall steht. Es gibt aber auch eine Bushaltestelle direkt davor. Mit zwei Lehrern und den anderen neuen Schülern ging es dann zum Schalter, der für Angelegenheiten der ausländischen Bürger zuständig ist. Man händigte jeder für sich Reisepass, das Formular und den Ausweis aus und wartete dann gute 20 Minuten. Während dieser 20 Minuten konnte ich zum ersten mal japanisches Fernsehen genießen. Es war…gewöhnungsbedürftig. Vor allem eine Aerobic-Einlage von drei Damen, die die Übungen synchron einmal im Sitzen, einmal um 90° gedreht im Stehen und dann noch ganz normal einem gegenüber vorgeführt haben, war doch sehr befremdlich. Vor allem die meiner Meinung nach willkürliche Einspielung dieses Beitrages war ungewohnt…Bei uns findet man so etwas nur früh morgens und schon gar nicht auf den großen Hauptsendern. Nach der Warterei gab es dann alle Unterlagen zurück. Auf der Rückseite des Ausländerausweises war jetzt eben die Adresse inklusive Stempel des Rathauses vermerkt. Inwiefern das Prozedere aussieht, wenn man “umzieht”, wie ich es zwangsläufig machen werde, werde ich zu gegebener Zeit in Erfahrung bringen. Dieser Gang zum Rathaus muss übrigens innerhalb 14 Tage nach erhalten der Alien Registration Card erfolgen. Was passiert, wenn man dieses nicht einhält, kann ich nicht sagen. Ich freue mich aber schon darauf, sofern es mich wirklich nach Tokyo verschlagen sollte, in dieser kleinen Stadt das Rathaus zu suchen :wacko:  Zu meinen Plänen wird es aber noch einen extra Eintrag geben  ;-)

Noch viel Spaß beim Frieren in Deutschland  B-)
Wünscht euch euer Tobi!

Gute Nachrichten aus einem Taifun

Das Geldproblem ist gelöst!

Konnichiwa allerseits,

Heute gibt es gute Nachrichten aus einem Taifun! Was?! Ein Taifun? Ja. Taifune sind starke Tropenstürme, die sich in der Regel in Südostasien bilden und wenn sie dann weiter nach Norden ziehen, streifen sie oftmals Japan. In dieser Saison waren es schon über 20 Taifune, die über Japan hinweggefegt sind. Neben starken Regenfällen bringt so ein Sturm auch Gewitter und heftige Windböen mit. Hier in Gifu – umgeben von Bergen – habe ich bisher nicht viel gemerkt. Die Nacht über hat es ganz ordentlich geregnet, weshalb nun am Tag in den Reisfeldern einige Zentimeter Wasser stehen. Obwohl heute sogar der Unterricht deswegen ausfällt, weht es momentan nur. Auf freien Flächen wie z.B. auf dem Deich des Nagara Flusses oder auf einer Brücke, merkt man den Wind aber sehr deutlich. Der Wind ist ungefähr so stark wie an der Nordsee, wenn man einen stürmischen Tag erwischt. Das habe ich auf meinem kleinen Spaziergang gerade am eigenen Leibe spüren müssen, wobei es zumindest mich fasziniert, welche Kräfte die Natur entwickeln kann. Ebenfalls auf diesem Spaziergang ging es in ein bisher unerforschtes Gebiet zwischen dem Super-Supermarkt Plant 6 und dem Fluss. Es wimmelt dort nur so von buddhistischen Tempeln, sodass es fast schon ein spirituelles Erlebnis war dort alleine herumzugehen. Je nach Wetterlage nehme ich am Wochenende mal meine Kamera dorthin mit. Seit gespannt :yes:  Sicherlich kann man beim Wetter deswegen von Glück reden, aber so fehlen wieder 4 Unterrichtsstunden. Freitag findet wieder keine Schule statt, weil es zum obligatorischen Gesundheitscheck geht…Aber der Tag ist ja noch jung. Vielleicht kommt der Taifun erst  :)

Ein 1000-Yen-Schein! 1000 Y ~ 7,70€

Ein 1000-Yen-Schein! 1000 Y ~ 7,70€

Dann kommen wir zu den guten Nachrichten: Ich weiß jetzt, wie ich aus den Automaten Bargeld bekommen kann. Meine Bank sagte mir nämlich, dass SOWOHL EC- als auch Kreditkarte (mit PIN) funktionieren. Deswegen habe ich es natürlich vor allem mit der EC-Karte probiert, was eben nicht ging. Als ich es dann mal mit der Kreditkarte getestet habe, funktionierte es!! Was für eine Erleichterung :yahoo:  Also an alle die vielleicht auch den Wunsch hegen, nach Japan zu reisen: Besorgt euch eine Kreditkarte – Visa oder Mastercard – mit PIN und sucht ein Postamt (yuubinkyoku) mit Geldautomaten (ATM) auf. Nutzt dann selbstverständlich den “English Guide” und der Rest sollte selbsterklärend sein. Ich habe übrigens eine Mastercard, aber Visa sollte ebenso funktionieren.

Ein äußerst kurzer Eintrag, aber das musste ich euch einfach mitteilen!

LG
Tobiiii~

Ein Stadtausflug und ein Fahrrad

Mist?

Halli hallo hallöchen.

Wie passen ein Stadtausflug und ein Fahrrad zusammen? Bin ich mit dem Fahrrad ins Stadtzentrum gefahren? Nein, das war es nicht. Habe ich da ein Fahrrad gekauft? Auch nicht. Eventuell habe ich mir danach eines gekauft? Bingo! Aber fangen wir mit dem Vormittag an:

Tokyo muss so unglaublich groß sein! Gifu ist für meine Begriffe schon groß o.O

Tokyo muss so unglaublich groß sein! Gifu ist für meine Begriffe schon groß o.O

Nachdem alle neuen Schüler gemeinsam mit zwei Lehrern zum Rathaus gefahren sind (dazu in einem späteren Eintrag noch mehr), war ich mit der Benutzung der Busse nun vertraut und so ging es gleich nach dem ersten Schultag wieder ins Zentrum. Im Bahnhof, wo eben auch die Touristen-Information zu finden ist, habe ich mir eine englischsprachige Karte von Gifu geholt. Warum dürfte klar sein  :) Als nächstes ein paar Bilder vom “Skywalk” aus gemacht und weiter zur zentralen Post, um zum ersten Mal Gelb abzuheben. Verwundert? In Japan gibt es in fast jeder Post einen Geldautomaten. Und noch viel wichtiger: Nur diese akzeptieren internationale Karten. Daneben werden ausländlische EC-Karten noch in den Geldautomaten einer bestimmten Convenience Store Kette (die ich hier noch nicht entdeckt habe) und bei der CitiBank angenommen. Bezahlungen per Kreditkarte sind leider glückssache: “Mein” Konbini akzeptiert sie auch bei nur 4€-Einkäufen und der größte Supermarkt in der Umgebung nicht…Wie und ob man Bargeld per Kreditkarte erhalten kann, gilt es noch als herauszufinden. Wie dem auch sei. In der Post angekommen erwartete mich etwas Böses: Mit meiner EC-Karte kann ich kein Geld abheben!! PANIK :aah:  Ich konnte sowohl den PIN als auch den Wunschbetrag eingeben, aber statt Bargeld spuckte der Geldautomat einen Zettel aus. “Ihr Kartenaussteller hat die Transaktion verweigert”. Joooo, super. Offensichtlich funktioniert die Karte im Grunde, aber etwas stimmt nicht. Bisher weiß ich noch nicht, wo das Problem liegt. Ein anderer Deutscher hatte angeblich ein ähnliches wenn nicht sogar das selbe Problem, aber solange keine Schule ist, ist es sehr schwer jemanden anzutreffen. Montag ist sowieso ein Feiertag, sodass ich mir spätestens erst Dienstag einen Rat holen kann. Dementsprechend können mir auch erst dann die Lehrkräfte behilflich sein. Auf jeden Fall war ich nach diesem Schock nicht mehr in der Stimmung dafür, den ganzen Tag in der Shoppingstraße zu verbringen. So ging es nur in einen CD/ DVD-Laden, der kaum aktuelle, aber dafür ältere CDs im Angebot hatte. Am Ende wurde es ein Anime Soundtrack von immerhin 2008 :wow:  Diesen wollte ich mit meiner Kreditkarte bezahlen, was selbstverständlich ebenfalls fehlschlug…Also schmerzlich mit Bargeld bezahlt und dann ging es noch kurz an einen Schrein, um etwas nachzudenken. Macht es Sinn ohne weiteres Bargeld hier zu sein? Nein…Wer weiß, wo meine Kreditkarte angenommen wird und wo nicht. So ging es dann in einer tollen Stimmung zurück zur Sprachschule.

Neben Silber hätte es noch Weiß oder Pink gegeben.

Neben Silber hätte es noch Weiß oder Pink gegeben.

Der Nachmittag oder eher Abend vom Sonnenstand her (es wird hier schon um 17 Uhr dunkel) bot dann einen Lichtblick: Ein zumindest an der Schule sehr bekannter Schwede namens Jon gab mir den Rat, den einen Deutschen bezüglich der EC-Karte zu fragen bzw. wolle er dieses tun, wenn er ihn nächstes mal sieht. Vorweg: Hier ist es üblich ein Fahrrad zu haben – zumindest unter den “Westlern”. Da im Prinzip jeder Schüler mindestens 3 Monate hier ist und es in Gifu nicht allzu gedrängt zugeht, ist das Fahrrad ein super Verkehrsmittel. Jedenfalls fragte mich dann Jon, ob ich schon ein Fahrrad habe, was nicht der Fall war. So ging es dann gemeinsam zuerst zu einem weiteren Postamt, welches aber leider schon geschlossen hatte. Genauer gesagt war der Geldautomat geschlossen, der im Vorraum der Post benutzt werden kann. Ja, auch dieses ist hier normal: Geldautomat und Post müssen nicht die gleichen Öffnungszeiten haben. Ersterer kann in diesem Fall etwas länger benutzt werden. Danach führte der Weg zum größten Supermarkt in der Umgebung: PLANT 6. Werbung würde ich das nicht nennen, weil ich 9000km von Deutschland entfernt bin :P PLANT 6 ist wirklich riesig und lässt sich am ehesten mit unserem Real vergleichen. Heißt also: Es gibt ALLES! Nahrungsmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Haustierbedarf, RICHTIGE BROTE (immer noch weiß, aber am STÜCK und nicht nur 4-8 abgepackte Scheiben) und eben auch Fahrräder. Das einfachste Modell kostet umgerechnet schlappe 62€, hat dann aber auch keine Gangschaltung. Natürlich ist es – so wie alles hier in Japan – ebenfalls klein (26 Zoll). Jon erzählte mir, dass er schon für sein 27 Zoll Fahrrad lange suchen musste. Auf zwei Rädern ist man auf jeden Fall um einiges schneller unterwegs als zu Fuß, wie ich am heutigen (sehr sonnigen und klaren) Tag sehen konnte. Mit der Kamera habe ich versucht ein wenig die Berge rund um Gifu festzuhalten. Die Bilder findet ihr im Fotostream (einfach oben auf “Fotostream” klicken ;)). Dabei konnte ich auch beobachten, wie Schreine unter Glockenschlägen und Pfiffgeräuschen durch die Straßen getragen wurden. Warum und wieso und ob es etwas mit dem Festtag am Montag zu tun hat…Wer weiß das schon  ;-) Es war dennoch interessant!

Das Problem mit dem Geld besteht weiterhin, aber man muss es irgendwie gelöst bekommen. Ansonsten sitze ich hier bald auf dem Trockenen…Verhungern und verdursten kann ich wie oben geschildert nicht, aber Busfahren (einmal ins Zentrum: 3,40€) oder einfach mal ein wenig durch Läden stöbern wird irgendwann nicht mehr drinnen sein. Noch habe ich Bargeld; ich bin trotzdem jetzt ziemlich in meinen Aktivitäten eingeschränkt. Neben dem Stadtzentrum bleiben mir ersteinmal so gut wie alle Läden und zusätzlich die zwei riesigen Shopping-Malls verwehrt, die aber so oder so nicht gerade um die Ecke sind. Immerhin habe ich jetzt ein Fahrrad :yahoo:

MFG und bis demnächst!
Tobii~

Unterkunft und Umgebung

Japanisch Spartanisch:

Genki datta? (Ist es dir gut ergangen? | eine japanische Begrüßungsformel)

Also mir schon! Ich sitze hier gerade nach einem laaangen Spaziergang einen Pfirsichbonbon lutschend und schreibe diese Zeilen 2 Stunden vor Schulbeginn. Worum es in diesem Eintrag geht? Rate mal! Genau, um die Unterkunft und deren Umgebung. Die Unterkunft ist eine typische Budget-Wohnung, wie man sie praktisch in ganz Japan finden kann. Heißt also: Zwei Stockwerke, oben und unten Wohnungen, jede selbstverständlich mit Klimaanlage oder auch eakon (air condition ;-) ), nur an zwei Seiten Öffnungen nach draußen (vielleicht lässt sich ein Grundriss nachreichen…). Auf jeden Fall gibt es dennoch alles, was man zum täglichen Leben braucht. Toilette, Dusch-Badewannen-Kombi, Bett, Schrank, Kühlschrank, Mikrowelle, Waschmaschine, Reiskocher und ein Herd, der leider nur mit Gas funktioniert. Es gibt dazu Einzel- und Doppelzimmer, wobei die Doppelzimmer ein Etagenbett haben. Apropos: Die Decken selbst sind relativ hoch. Die Tür zur “Terasse” und der Durchgang zwischen Koch- und Essbereich zum Schlafbereich (es gibt keine Tür) könnten für einige groß gewachsene Europäer zu niedrig sein. Zumindest bei Ersterem muss ich mit meinen 1,83m schon meinen Kopf einziehen. Mein Zimmer ist im Erdgeschoss, welches in Japan übrigens schon als 1. Stock gilt, sodass ich noch eine Art Miniterasse habe, wo man sehr gut Wäsche zum Trocknen aufhängen kann. Sitzen würde ich da nicht unbedingt, weil die Aussicht nicht so berauschend ist (eine Hauswand mit zugeklebten Fenstern). Dass das Ganze nicht mehr neu ist und schon viele Schüler gesehen hat, war bei dem Preis zu erwarten. Dennoch funktioniert (bis auf das Internet per LAN) alles. Und wer eine schön dicke Matratze erwartet, wird enttäuscht: Es gibt lediglich einen dünnen Futon, sodass es auf dem Metallbett eine Kunst ist, die vorhandenen Mulden zu finden. Ansonsten drohen Rückenschmerzen, vermute ich. Nach einer Woche hat man sich dann auch an die für die Temperaturen dicke Bettdecke gewöhnt. Also meine Sommerbettdecke daheim in Deutschland ist dünner…Mit allem kann man leben, nur was ein wenig störend sein kann, ist die Tatsache, dass die Wände und Decken dünn sind. Heißt also: Man hört jeden Tritt, der in der Wohnung über einem getan wird, und falls sich im Nachbarzimmer jemand in normaler Lautstärke unterhält, kann man ohne Probleme mitlauschen. Alles in allem bin ich jedoch zufrieden, denn bis auf die Mikrowelle sehen die Küchengeräte ziemlich neu aus.

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Dann verlassen wir jetzt meine kleine Wohnung und gehen hinaus in das weite Gifu! Als Erstes wird man sich an heißen Sommertagen über die Getränkeautomaten freuen, die einem aber im Winter auch ein Heißgetränk ausspucken können. Direkt dahinter quasi ist schon das Schulgebäude. Juhu! Kein langer Schulweg (obwohl es hieß, dass es 10 Minuten Fußmarsch seien). Dafür ist es – man merkt es heute zum ersten Mal – vormittags nicht mehr ganz so leise. Es findet ja Unterricht statt. Wenn wir dann mal einkaufen gehen wollen, ist es ebenfalls nicht sehr weit. Der nächste Convenience Store (Konbini) ist vielleicht 2 Minuten entfernt. Auf dem Weg dorthin wird man feststellen, dass zwischen den Häusern Reisfelder sind. Das finde ich aus der Sicht eines Europäers ziemlich erstaunlich: Fernab vom Stadtzentrum (30 Minuten Busfahrt ca.) befinden sich einfach so Reisfelder zwischen den Häusern…Man stelle sich mal eine deutsche Großstadt vor, in deren Außenbezirken zwischen den Häusern Kartoffeln, Getreide oder Mais angebaut wird. Genau! Unvorstellbar – aber in Japan Realität. Allgemein ist mir aufgefallen, dass es kaum größere Grundstücke mit Gärten gibt. Ob es an den Grundstückspreisen oder an der japanischen Mentalität (nur so viel Platz, wie ich brauche z.B.) liegt, kann ich nicht sagen. Zumindest teilweise gehören die Felder den direkten Anliegern. Ob der Reis dann zum Verkauf oder zum Selbstverbraucht ist, weiß ich natürlich noch weniger. Fragen über Fragen  :scratch: Zurück zum Konbini! Dort gibt es alle Güter, die man so braucht. Man kann sich einen Konbini als Kreuzung aus Drogeriemarkt mit Supermarkt verstehen, nur relativ kompakt und leider ohne Obst-/ Gemüseabteilung. Die Preise sollen dort zwar teurer sein als im Supermarkt, aber das konnte ich nur begrenzt feststellen (darüber wird es noch einen eigenen Eintrag geben). Es gibt sogar im Konbini (Weiß-) Brot und Frühstücksflakes, wobei letzteres wohl doch eher selten ist. Das Angebot wird sich von Kette zu Kette sicherlich unterscheiden. Alleine hier in Gifu habe ich bisher drei gesehen: Lawson (bekannt aus Anime), Mini Store und Circle K. Quasi direkt vor meiner Haustür befindet sich ein Circle K Konbini.

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Und was macht man, wenn man nichts zu tun hat? Die Gegend erkunden! Die Sprachschule inklusive Dormitory liegt ziemlich direkt an einer Hauptstraße. Anhand von einigen Hotels in der Nähe, die alles überragen, kann man sich auch nur schwer verlaufen. Von den drei Hotels sind allerdings zwei sogenannte Love Hotels, was man an den mehr oder weniger auffälligen Herzchen an der Fassade erkennen kann. Außerdem wird man sich schnell wundern, warum es einen Stundenpreis gibt…Sinn und Zweck dürften zu erschließen sein. Entfernt man sich von der Hauptstraße so gelangt man zum Nagara Fluss, welcher nicht allzu viel Wasser führt. Gifu ist nämlich umgeben von Bergen, die man sogar noch bei Bewölkung gut ausmachen kann. So ist auch das Schloss von Gifu stets in Sichtweite, obwohl es ungefähr 48 Busminuten und dann noch 320 Höhenmeter zu erklimmen gilt. Dazu aber später noch mehr. Im November soll es einen optionalen Schulausflug dorthin geben. Außerdem habe ich einen nicht so kleinen Schrein entdeckt, in dem ich aber noch nicht drinnen war, sowie eine Grundschule, in der passend dazu gerade Pause war. Ich habe mich schon ein wenig gewundert, so viele Kinder auf einmal zu sehen. Dabei gibt es auf der Ecke der Sprachschule sogar mehrere Grundschulen! Es gibt auch ein kleines Postamt, aber das gehört zum kommenden Post über den Supermarkt!

Gez. Tobii~