Monthly Archives: July 2013

Warum gerade Japan?

Der Erklärungsversuch einer Liebe:

おっす! (Ossu = männl. “Yo!”)

Eine der häufig aufkommenden Fragen ist: Warum denn Japan, wenn Work & Travel genausogut in Australien, Neuseeland oder auch in den USA gemacht werden kann? Wirklich schnell beantworten lässt sich das auf keinen Fall, weshalb dieser Eintrag etwas lang werden kann.

Wie vermutlich viele meines Jahrgangs hatte ich zu Grundschulzeiten (und noch etwas länger) Pokemon, Digimon, Beyblade und wie sie alle hießen im TV verfolgt. Sicherlich gab es dann mal Pokemon-Bettwäsche geschenkt und ein !original! Bayblade wurde gekauft, doch das war mehr Gruppenzwang als wirkliche Begeisterung…Alles begann recht spät mit einem sehr besonderen Anime. Es war während einer LAN-Party, als ein guter Freund von mir Ausschnitte aus Elfen Lied zeigte. Was ich da sah, machte Lust auf mehr. So wurde Elfen Lied ausgeliehen, geguckt und später sogar der Manga gelesen. Erst zu diesem späten Zeitpunkt wurde ich richtiger Anime-Fan. Dementsprechend wurde Serie nach Serie geschaut: Es wurde geweint, gelacht, mitgefiebert und mitgefreut. Die unglaubliche Fülle an Emotionen kannte ich höchstens von Fantasy-Büchern, wobei das eben etwas völlig Anderes ist. Filme wurden auch nicht ausgelassen. Ich sage nur Ghibli, deren Werke – ähnlich wie die von Disney – zwar größtenteils harmlos und eben auch noch von Kindern geguckt werden können, aber mich unglaublich berühren…Eventuell bastel ich mal eine Liste der geschauten Animes.

Was also mit Anime anfing, griff dann auch auf die Musik über: Hatsune Miku, Dazzle Vision, Maximum the Hormone (danke an Death Note!) und Kokia. Daneben gefallen mir J-Core als Pendant zum (UK) Happy Hardcore oder auch instrumentale Rock-Musik von u.a. UI-70, IRON ATTACK, 彩音 ~xi-on~ u.v.a. Hatsune Miku wird zwar mittlerweile nicht mehr so oft gehört, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass ich ihre Musik zeitweise sehr gerne gehört habe. Ich persönlich finde japanischen Gesang ziemlich angenehm; das Ganze darf auch gerne etwas härter sein, muss es aber nicht zwingend. Ein Traum von mir ist es, diese Bands wenigstens ein mal live zu sehen. Mal sehen, was die Zukunft bringt  :)

Dazwischen habe ich mich sporadisch mittels Wikipedia und einigen Dokumentationen über Japan informiert. Deutschland und Japan sind sich in vielerlei Hinsicht ähnlich: Das Problem der Vergreisung, eine auf Exporte ausgelegte Wirtschaft und fortschrittliche Technologien. Natürlich haben wir hier keine Erdbeben, der Atomausstieg ist beschlossene Sache – ganz anders als in Japan, was auch immer die Politiker von sich geben – und wir haben auch nicht mit den Folgen der dreifach Katastrophe von 2011 zu kämpfen. Mich faszinierte vor allem, dass dieser Inselstaat im Pazifik für mehrere hundert Jahre praktisch von der Außenwelt isoliert war. Ausländer, die auf eine der Hauptinseln waren, wurden verfolgt und getötet. Diese Epoche wird es auch gewesen sein, die nachhaltig auf die japanische Gesellschaft eingewirkt hat. Nach wie vor will man das “Importieren” von Arbeitskräften verhindern, wo es nur geht. Selbstmord spielt in Japan ebenfalls eine ganz andere Rolle als in Deutschland. Zu guter Letzt gibt es sogar ein eigenes Wort dafür, wenn man aufgrund von Überarbeitung zu Tode kommt, was leider viel zu oft passiert. Um bloß nichts zu verpassen, verfolge ich im Netz viele Nachrichten, die Japan betreffen. Man will ja auf dem neusten Stand des Wissens sein!

Dazu kommen die traditionsreiche Kultur – Tempel, Feste, Paläste, Trachten, Sport und und und – wie auch das moderne (vielleicht auch verrückte) Japan mit älteren Herren, die J-Pop-Konzerte besuchen, junge Leute, die Cosplay betreiben, oder kawaii, der Kult der kindlichen Unschuldigkeit. Dieser Mix, mit welchen Anteilen auch immer, macht diesen Inselstaat zu dem Land meiner Träume. Wie ich schließlich Japan erleben werde, hängt wohl vor allem vom Standort ab, da Tokyo das Maß des modernen Lebens sein soll. Aber dazu wird es auch noch einen eigenen Post geben.

Am Ende antworte ich immer nur auf die Frage “Warum denn Japan?” mit “Hat alles mit Anime angefangen und ja…Mich fasziniert Japan einfach” – oder so ähnlich. Es steht aber sehr viel mehr dahinter, wie hier deutlich geworden sein sollte. Wenn ich schon Work & Travel mache, dann bitte auch dort, wo ich am liebsten wäre und nicht einfach wegen der Erfahrung an sich oder weil das so toll in Bewerbungen ankommt. Ich möchte mir nach 13 Jahren Schule etwas gönnen und ein Jahr in Japan zu leben kann nicht übertroffen werden. Das soll es dann zu diesem Thema gewesen sein. Ist ein relativ ernster Ton geworden, der wohl etwas heraussticht; über manche Dinge kann man einfach nicht lockerleicht und voller Humor schreiben. Wie auch immer: Danke fürs Lesen, wenn ihr denn bis hier unten gekommen seid   :yahoo:

私わ日本がすきです!

Watashi wa Nihon ga suki desu!!
(Ich liebe/ mag Japan)

Gez. Tobi~