Yearly Archives: 2013

Shogatsu

Neujahr – das wichtigste Fest des Jahres:

Da ist es schon wieder soweit!

2013 verabschiedet sich und das Jahr 2014 begrüßt uns. Damit bin ich bald ganze 3 Monate in Japan, wie schnell die Zeit doch rumgeht…Schule aus, halbtags arbeiten und am 27. Januar (deswegen der Countdown ;-) ) dann nach Nagoya, von wo es nach einer Woche Aufenthalt direkt nach Kyoto geht. Dort werde ich bis Mitte Mai bleiben! Das aber nur mal kurz am Rande mitgeteilt. Später wird es dazu noch mehr geben, versprochen =) Jetzt wieder zum heutigen Thema: Neujahr.

2014

Unser Silvester unterscheidet sich enorm vom Shogatsu – dem japanischen Neujahrsfest. Zumindest der Zeitpunkt stimmt noch überein, aber dann hört es auch schon auf. Gefeiert wird damit also auch am 31. Dezember und am 1. Januar, wobei das nicht immer so war. Erst im 19. Jahrhundert wurde der westliche, gregorianische Kalender übernommen. Davor wurde das Neujahrsfest nach dem chinesischen Kalender ausgerichtet und war dementsprechend erst am 15. Januar.

Wie feiert man denn? Wird viel getrunken? Gibt es ein großes Feuerwerk? Über den Alkoholkonsum vermag ich nichts zu sagen, aber nüchtern geht es sicherlich nicht überall zu :good: Mit Feuerwerk sieht es dafür eher düster aus. Silvester ohne Feuerwerk?! Ja, in Japan schon. Dafür gibt es im Sommer dann nächtliche Feste inklusive großem Feuerwerk. Ist bei den Temperaturen hier bestimmt eine angenehme Sache, wenn man sich so vorstellt, dass man tagsüber locker über 30°C kommt. Was gibt es dann für Traditionen? Fangen wir mit den Neujahrskarten an: Anstatt wie bei uns zu Weihnachten (eigentlich) üblich, verschickt man in Japan zu Neujahr Grußkarten. Neben Familienmitgliedern und Freunden erhalten oft auch Kollegen und ganz sicher auch der Chef eine Karte. So ist es nicht weniger selten, dass eine einzige Person mehr als 100 (!) Karten verschickt. Natürlich gibt es vorgedruckte Versionen wie auch andere Hilfsmittel, aber es wird mindestens erwartet, die Adresse per Hand zu schreiben. Statt Weihnachtsstress gibt es in Japan dann Neujahrsstress xD Neben “Frohes Neues” oder “Einen schönen Jahresbeginn” findet man auch Sätze wie “Ich hoffe auch im nächsten Jahr auf deine Gunst”. So ist es kein Wunder, dass der Jahreswechsel für die Postangestellten die Zeit ist, in der es am meisten zu tun gibt.

Das Haus wird dabei mit einem sehr besonderen Gesteck beschmückt. Eine kleine Version, die man an die Haustür oder einfach an die Wand hängen kann, oder auch eine große, die ungefähr die Größe einer Zimmerpalme hat. Beides habe ich hier im örtlichen Baumarkt gesehen. Ein kleines Gesteck besteht aus einer Art Bastfächer, grünen Blättern und einer Mandarine! Manchmal ist auch ein kleines Holzpferd noch dabei. Über die einzelnen Bedeutungen kann ich euch leider nichts sagen :negative: Da gibt es ganz sicher sowieso örtliche Unterschiede…Die große Version steht in einem mittelgroßen, eckigen Blumentopf aus Bambus. Dazu gehören auch wieder grüne Zweige, aber eben auch drei Bambusrohe.

Das Festessen besteht aus vor allem haltbaren Gerichten, weil früher im Zeitalter ohne Kühlschrank alle Läden für eine Woche geschlossen hatten. Bei Interesse könnt ihr ja mal diese Seite besuchen. Sozusagen der Höhepunkt ist das Schlagen der Tempelglocken um Mitternacht. Jeder Tempel lässt genau 108 mal seine Glocke erklingen! Ich bin schon gespannt, ob ich das nachher hören kann. Hier sind nämlich überall kleine Tempel in der Nähe. Schon nachts oder erst am Tag danach findet dann der erste Tempelbesuch des Jahres statt, der als etwas Besonderes angesehen wird. An Japans größten Tempeln kann man mit mehreren Millionen Besuchern rechnen :horror: U.a. verbrennt man den Glücksspruch des letzten Jahres, um ihn durch einen neuen zu ersetzen. Als ähnlich wichtig werden außerdem der erste Sonnenaufgang, der erste Arbeitstag oder auch das erste Lachen angsehen. Die Kinder erhalten übrigens ein größeres Taschengeld.

Ansonsten ist Neujahr neben der sogenannten “Goldenen Woche” Anfang Mai so ziemlich die einzige Zeit des Jahres, wo man als Japaner/ in Urlaub nimmt. Dementsprechend voll sollen Bahnhöfe und Flughäfen sein. Dafür ist es hier in Gifu gespenstisch ruhig. Montag am 30.12. hatte ich noch gearbeitet, aber morgens war so überhaupt gar nichts an Pendlern unterwegs…Gerade für das geschäftige Japan ein sehr interessantes Bild, wie ich finde.

Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Danke fürs Lesen und ich hoffe, es war ein interessanter Einblick :)

Einen guten Rutsch an alle Leser! Mein 2014 beginnt ja 8 Stunden früher :bye:
~Tobii

Als Ausländer in Japan Teil 2

Deutsches in Japan:

Ja hallo mal wieder!

Mit diesem Eintrag bin ich zu der “Als Ausländer in Japan”-Serie zurückgekehrt, weil es dazu einfach immer etwas zu schreiben gibt. Heute beschäftige ich mich damit, was man so für in Deutschland produzierte Güter in Japan entdecken kann. Es sind mehr, als ich erwartet hatte!

Am häufigsten sieht man Autos deutschen Fabrikates. Von Audi, BMW, Mercedes, VW bis hin zu Porsche sind sie alle auf japanischen Straßen zu sehen. Nur Opel hat auf dem hiesigen Markt nicht Fuß gefasst; ich habe erst einen einzigen gesehen. Unsere Autos sind hier in Japan relativ beliebt, würde ich sagen. Natürlich stammt der Großteil der im Straßenbild anzutreffenden PKWs aus Japan, denn es ist einfach Fakt, dass sie am liebsten ein Produkt aus dem eigenen Land erwerben. Oder habt ihr bei Media-Markt schon einen Laptop von NEC gesehen? Vielleicht ein Smartphone von SoftBank? NTT Docomo eventuell? Dachte ich mir. Seltsamerweise scheint das nicht (mehr) in Sachen Smartphone zu gelten…Das iPhone ist ein echter Verkaufsschlager. Aber ich schweife ab :wacko: Es heißt also schon etwas, wenn man seine Produkte in Japan gut verkaufen kann. Und ich übertreibe vielleicht, aber unter den ausländischen Automarken sind die deutschen am verbreitetsten. Zum Beispiel machte unser einer Lehrer der deutschen Autobaukunst auch mal ein Kompliment. Oder falls man mal von einem Japaner angesprochen wird und man dann sagt, man komme aus Deutschland, folgt anschließend ziemlich oft eine Aufzählung von Automarken :good:

Nach den Autos gibt es wirklich nur noch sehr vereinzelt deutsche Exporte auf japanischem Boden zu finden. Vermutlich gerade deswegen freue ich mich jedes mal, wenn ich etwas entdeckt habe :yahoo: Aber erinnert ihr euch noch an den Ausflug zur längsten Stahlachterbahn der Welt? Ist noch gar nicht so lange her :P Direkt neben dem Park war was? Genau! Ein Outlet-Center. Dort hatte ich einen Laden von Zwilling gefunden. Man kann hier also deutsche Haushaltswaren kaufen wie z.B. Pfannen, Kochtöpfe, Messer und was es da eben noch so an Dingen gibt. Das Ganze bestimmt zu einem höheren Preis als die japanische Konkurrenz. Zugegebenermaßen war ich nicht in dem Laden, weil ich jetzt nicht so den Bedarf nach einer supertollen Bratpfanne hatte :patrick: Laut Wikipedia hatte Zwilling einen japanischen Konkurrenten aufgekauft, was vielleicht den Laden erklärt?

Auch noch relativ zahlreich anzutreffen sind Produkte von Nivea und Knorr. Die findet man sogar des Öfteren im Konbini!

Zu guter Letzt fallen mir noch ein paar Lebensmittel ein. Kinderschokolade? Fehlanzeige :cry: Wie stehts mit Goldbären von HaRiBo? Volltreffer! Im Kaufhaus direkt neben dem Bahnhof habe ich einmal Goldbären und auch Colaflaschen entdeckt. Erstere sogar in deutschsprachiger Verpackung :wow: Gekauft habe ich sie nicht, weil ich mich lieber durch die japanischen Süßigkeiten durchprobiere, welche natürlich nur einen Bruchteil kosten. Ansonsten ist mir noch Salz in Erinnerung geblieben, wobei es selbstverständlich auch japanisches Salz gibt. Die genaue Marke ist mir entfallen, aber es war so eine charakteristische Pappverpackung mit einer blauen Raute auf der Vorderseite – inklusive deutscher Schrift!

Das waren also ein paar Zeilen über die deutschen Exporte, auf die ich in Japan bisher gestoßen bin. Sicherlich werde ich da noch mehr finden, wir sind ja schließlich nicht umsonst Exportweltmeister xD

Bis demnächst dann!
Tobii~

PS: Teil 1 findet ihr hier ;-)

メリー クリスマス

Frohe Weihnachten!

Hallo liebe Leser,

Egal, ob Schnee liegt oder es einfach nur regnet, ich wünsche euch allen ganz herzlich frohe Weihnachten! In Japan benutzt man übrigens einfach das englische “Merry Christmas”, nur eben die japanisierte Version. Darüber gab es ja schon einen Eintrag. Viel mehr möchte ich heute auch nicht sagen :yahoo:

Von mir als Geschenk gibt es dieses verrückte Weihnachtslied, vorausgesetzt ihr könnt es in Deutschland überhaupt sehen…Den Streit zwischen unserer GEMA und YouTube vermisse ich hier in Japan wirklich überhaupt nicht :wow:

 

Gez.

Tobii~

Weihnachten in Japan

Das Fest der Liebe?

Schon mal frohe Weihnachten an alle Leser!

Ich weiß, ich weiß…Es dauert noch ein paar Tage, aber nach meinem kleinen Adventskalender sind es gar nicht mehr so viele :P Bevor ich also erst nach dem Fest einen Eintrag über das japanische Weihnachten verfasse, mache ich das lieber schon jetzt. Feiert man in Japan überhaupt? Wenn ja, wie? Geschenke, Weihnachtsbaum, Beleuchtung…? Das werde ich alles versuchen zu beantworten.

Gibt es in Japan überhaupt ein Weihnachtsfest? Ja, gibt es. Schon bei meinem Besuch im Nagashima Spaland am am 9. November war der ganze Park auf Weihnachten getrimmt: geschmückte Bäume, Weihnachtslieder aus den Lautsprechern und die Parkangestellten hatten passende Mützen auf. Nicht allzu lange Zeit später fing die weihnachtliche Beschallung auch in Konbini und Supermarkt an. Bei Plant 6 und auch im 100-Yen-Laden gibt es auf einmal weihnachtliche Dinge im Eingangsbereich zu kaufen. Einige Läden sind sogar richtig geschmückt, wobei man in den Einkaufszentren große Weihnachtsbäume findet. In der Lobby der Sprachschule stehen übrigens auch zwei Exemplare aus Plastik! Die Wohnhäuser sind zumindest von Außen kaum saisonal angepasst, während bei uns Lichterkette und was weiß ich nicht alles die dunkle Jahreszeit etwas gemütlicher machen soll. Und wie man es fast nicht anders erwartet hat, sind am Wochenende vor allem die Kinderabteilungen voller Menschen. Das Ganze klingt doch schon ganz gut oder? Abwarten…

Der Weihnachtsbaum von "Colorful Town" mit blauer LED-Beleuchtung, die meine Kamera nicht so gut festhalten konnte; deswegen der SW-Filter!

Der Weihnachtsbaum von “Colorful Town” mit blauer LED-Beleuchtung, die meine Kamera nicht so gut festhalten konnte; deswegen der SW-Filter!

Wie feiert man denn? Ganz genau kann ich das nicht sagen, weil man sich darüber schlecht mit Japanern unterhalten kann. Zumindest wäre mein Japanisch nicht ausreichend, um alles zu verstehen. Am 23.12. ist ein offizieller Feiertag – der Geburtstag des Kaisers. Aber trotz Feiertag heißt das noch lange nicht, dass man auch frei hat. Viele Angestellte müssen also auch am 23. und erst Recht am 24. ihrer Tätigkeit nachgehen. Ob die Schulen schon geschlossen sind, kann ich später nachreichen, weil ich an den Tagen vermutlich auch arbeiten werde :unsure: Auf meinem Weg zur Arbeit werde ich dann ja sehen, wie viele Schüler unterwegs sind.

Gibt es besondere Traditionen? Auch die gibt es, auch wenn sie uns eher seltsam erscheinen mögen. Genauso wie in Deutschland bekommen die Kinder Geschenke; die dürften meiner Einschätzung nach nicht besonders groß ausfallen, weil in Japan das Neujahrsfest einen sehr viel größeren Stellenwert als bei uns hat. Dort erhalten die Kinder eine stattliche Menge Geld, wie uns der eine Lehrer bei Gelegenheit erzählt hatte. Das Festmahl fällt dagegen komplett anders aus: In unseren Breiten kommen Fondue, Ente, Truthahn, Gans oder ähnlich stattliche Gerichte auf den Tisch. In Japan bestellt man sehr gerne bei der für ihr Hähnchen berühmten Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) ein Weihnachtsmenü. Das mit dem Bestellen muss man wirklich machen! Ansonsten wird es mit einem Sitzplatz ziemlich schwer, so groß ist der Andrang. Warum KFC? Das dürfte wohl auf eine sehr geniale Werbekampagne zurückgehen. Inwiefern andere Ketten ähnliche Menüs anbieten, kann ich leider nicht sagen. Auf jeden Fall gibt es neben Fastfood auch eine süße Leckerei zu Weihnachten: Weihnachtstorten! Diese Kalorienbomben sind in der Regel mit Erdbeeren verziert und sind daher auch für die Augen ein Leckerbissen  :kawaii:  Um die Torten rankt sich übrigens auch ein Sprichwort: Frauen, die bis zum 25. Lebensjahr noch nicht verheiratet sind, wurden als Weihnachtstorten bezeichnet. Letztere will nach dem 25. Dezember nämlich noch kaum jemand haben :cry: Wie fies! Mittlerweile heiraten aber dermaßen viele Frauen erst nach dem 25. Lebensjahr, dass das Sprichwort aus der Mode gekommen ist.

Nach dem ersten Absatz dachte bestimmt jeder, wie schön Weihnachten in Japan doch ist. Aber es fehlt das Wichtigste: Das Verständnis von Weihnachten. Man kauft Geschenke, ist von den Liedern umgeben und man hat einen Weihnachtsbaum im Zimmer stehen. Doch wo ist der religiöse Hintergrund? In einem Land, in dem nur 1% der Bevölkerung christlich sind, ist er quasi nicht vorhanden. Geht es nicht darum, den Leuten, denen es schlechter als einem geht, etwas Gutes zu tun? Wo ist die Liebe? Zugegebenermaßen wird Weihnachten von jungen Erwachsenen als eine Art Valentinstag angesehen, aber für mich ist Weihnachten ein Familienfest. Jeder ist zu Hause, man isst zusammen, man packt zusammen die Geschenke aus…Das ist schlichtweg unmöglich, wenn die Eltern arbeiten müssen und die Kinder kein schulfrei haben. Japanisches Weihnachten ist für mich ein Fest des Konsumes und kein Fest der Liebe. Mag sein, dass “etwas” Weihnachten besser als gar kein Weihnachten ist, aber wirkliche Freude kommt so nicht auf. Am meisten freue ich mich momentan auf das Weihnachtspaket aus der Heimat :wow:

Danke fürs Lesen und manch einer wird erkannt haben: Der Tobi, der hat keine rosa Brille auf! Der kann das Land seiner Träume kritisieren!

Bis demnächst,
euer Tobii~

Momiji

Herbsteindrücke:

Hallo ihr alle!

Länger nichts mehr von mir gehört nicht wahr? Jeder Tag ist eben vollgepackt mit Arbeit, Schule und Haushalt, sodass keine Zeit zum Schreiben von Einträgen bleibt. Heute am Sonntag liegt ausnahmsweise nichts an, weshalb ich ordentlich in die Tasten hauen werde =)

Die Überschrift ist Momiji, doch was ist das? Momiji ist das japanische Wort für die roten Blätter des Herbstes. Und genau darum soll es in diesem Post gehen: Herbst in Japan. Allgemein fängt der Herbst später als bei uns an. Erst ab Ende Oktober verfärben sich die Blätter so allmählich, bis Mitte Dezember dann auch die letzten Ginko-Bäume ihre goldene Herbstpracht abgeworfen haben. Die berühmten Kirschbäume (Sakura auf Japanisch) werden leuchtend rot, wobei die Pracht sehr viel schneller als bei den Ginkos wieder verschwunden sind. Andere Laubbäume tragen erst jetzt im Dezember ihr Herbstkleid, was man aus dem kalten Deutschland so überhaupt nicht gewohnt ist. Mehr zu Temperaturen, Wetter und Co. gibt es in einem anderen Eintrag.

Die goldenen Blätter eines Ginkobaumes

Die goldenen Blätter eines Ginkobaumes

Während ich noch die letzten gelben Blätter der Ginkos mit meiner Kamera einfangen konnte, war ich bei den Sakuras leider zu spät :negative: Es sah aber wirklich schön aus, glaubt mir! Hier in Japan werden nämlich immer gleich ganze Abschnitte mit Kirschbäumen bepflanzt, sodass oftmals eine ganze Straße von den typisch japanischen Bäumen gesäumt ist. Auf diese Weise gibt es an diesen Stellen in Frühling und Herbst immer viel zu sehen :good:

Ansonsten kann ich bestätigen, dass es zumindest in Gifu manchmal etwas stürmischer wird. Es war bisher aber keines Wegs annähernd so schlimm wie während “Christian” oder “Xaver”, die beiden Stürme, die über Norddeutschland hinweggefegt sind. Wirklich lange regnet es in Gifu auch nie, was für mich von Vorteil ist: Jeden Tag 17 Minuten mit dem Fahrrad zur Arbeit und das Ganze dann im Regen? Bloß nicht!

Herbstliche Abendstimmung (vom Einkaufszentrum aus fotografiert)

Herbstliche Abendstimmung (vom Einkaufszentrum aus fotografiert)

Wie immer gibt es noch mehr Bilder im Fotostream :yahoo:  Nicht ganz so viel Text, dafür standen die Bilder im Vordergrund.

Grüße von
Tobii~

Beim Friseur

Fast wie daheim:

Hallo ihr!

Nach der nunmehr zweiten Arbeitswoche (so langsam gewöhnt sich der Körper daran) gibt es heute ein paar Worte über meine Sitzung beim Friseur. Da mein letzter Haarschnitt schon 1,5 Monate her war und es morgens in meiner Wohnung immer sehr kalt ist (ich dusche jeden Morgen und sitze dann mit feuchten Haaren in einem unter 14°C “warmen” Raum), war es mal wieder Zeit dafür!

Wie findet man überhaupt einen Friseur? Haltet einfach nach den sich drehenden Spiralen am Straßenrand Ausschau! Meistens sind sie sogar rot, weiß und blau; das muss aber nicht immer der Fall sein. In Japan nennt man diese Spiralen übrigens “signpole”, während das Original “barber’s pole” genannt wird. Wikipedia sei Dank xD Mein Rumfragen hat ergeben, dass es im Prinzip zwei Arten von Friseursalons in Japan gibt: Vollprogramm oder nur Schneiden. Bei Ersterem gehört eine Haarwäsche quasi immer zum Programm. Oft soll man auch bei seinem ersten Besuch einen ganzen Fragebogen ausfüllen, in dem es eben um die Haare geht. Was man da genau von einem wissen will, kann ich nicht sagen :good: Auf jeden Fall scheinen eher die Friseure als der Salon im Mittelpunkt zu stehen. Als Stammkunde wird einem nämlich immer vom selben Friseur die Frisur gemacht. Falls dieser oder diese dann den Salon wechselt, wechselt man meistens auch. Zumindest gilt das für Japaner. Als Work & Traveller ist man eher selten so lange am selben Ort; als Student schon eher ;-) Es gibt in diesen Salons sogar einen Haarkatalog, aus dem man sich eine Frisur aussuchen kann, falls einem das nötige Japanische fehlt.

Ich war dann in einem “nur Schneiden”-Salon im nächsten Shoppingcenter. Wochentags nach 17 Uhr war da fast gar nichts los; ansonsten hätte ich sicherlich warten müssen. Termine zu machen schien nämlich auch dort üblich zu sein. Ohne eine signpole war aber auch dieser Salon einfach zu erkennen: Preisliste, “Cut” im Namen und natürlich die aufgereihten Stühle inklusive Spiegel. Winterausrüstung auf einem Kleiderbügel gelassen und dann den Namen in eine Liste eingetragen. Anschließend wurde man höflich aufgefordert, die Brille abzunehmen; wer hätte damit gerechnet :patrick: Auf jeden Fall ist es dann natürlich wichtig mitzuteilen, was denn gemacht werden soll. Aus der Sicht dieses jungen Mannes wäre das sogar mit Japanisch möglich gewesen: Jetzt lang, letzter Monat das Gegenteil von lang. Ich habe aber trotzdem noch das Passfoto meines japanischen Ausweises gezeigt, weil ich auf diesem gerade erst beim Friseur war. Der junge Friseur hat mich zumindest verstanden und das trotz der geringen Größe des Bildes! Während eine Stoppuhr dann von 10 Minuten auf 0 heruntertickte, wurde meine Haarpracht zurechtgestutzt. Ein wenig nach dem Klingeln war die Arbeit auch schon getan. Wie man auf dem Bild sieht, kann man nicht meckern; ich bin auf jeden Fall zufrieden damit. Der Preis war mit umgerechnet 11,50€ in Ordnung. Es war vermutlich etwas teurer, weil es im Shoppingcenter war. Ansonsten soll man auch für 7,50€ einen einfachen Schnitt bekommen.

Das Ergebnis <img src='http://blog.tzf-clan.de/smileys//monocle.gif' alt=':sir' width='19' height='19' class='wpml_ico' /> :

Das Ergebnis :sir

Wer speziellere Wünsche hat, sollte vermutlich besser jemanden mitbringen, der ganz gut Japanisch beherrscht. Vor allem wenn ich an lange Haare denke, kann man so einige Kunden oder eher Kundinnen unglücklich machen. Zu viel abgeschnitten, zu sehr ausgedünnt (Japaner haben schließlich dunkle Haare und so kennt sich der Großteil der Friseure schlichtweg nicht mit hellen Haaren aus) und was eben noch alles passieren kann. In größeren Städten findet man dann auch Friseure, die sich mit ausländischen Haaren auskennen. In Gifu mit seinen 400.000 Einwohnen gibt es halt nicht besonders viele Ausländer. Da wird man im 15 Minuten entfernten Nagoya als 4. größte Stadt Japans eher fündig werden. Von Tokyo brauchen wir gar nicht erst anfangen zu reden =)

Wie immer vielen Dank fürs Lesen! Noch drei Wochen Schule übrigens, was bedeutet, dass danach mehr Zeit zum Schreiben da ist. Haltet aus! Das Ende ist in Sicht! Ich freue mich natürlich ebenfalls schon irgendwie darauf, wieder viel Freizeit zu haben, auch wenn dann kein Japanisch mehr gelernt wird *schnief* :-(

Gez.
Tobii~

Tschüss Freizeit!

Jetzt wird Geld gescheffelt:

Hallo ihr da draußen im Internet!

Wie manch einer vielleicht schon vermutet hat, finde ich kaum noch Zeit um neue Einträge zu schreiben. Warum? Seit letztem Montag (der 18.11.) arbeite ich in einem kleinen Betrieb, der Gemüse verarbeitet – sprich schält und schneidet. So muss ich von Montag bis Samstag um 6 Uhr aufstehen, weshalb abends lieber Zeit zum Entspannen genommen wird als für das Schreiben neuer Einträge! Sorry! In der Woche arbeite ich natürlich nur bis 12 Uhr; um 13:30 beginnt ja schon der Unterricht. Samstags wird dafür bis 16 geackert.

Wie habe ich diese Stelle bekommen? Ich habe einfach vor dem Lehrpersonal den Wunsch geäußert, dass ich arbeiten möchte. Man hat mir zwei Jobs zur Auswahl gegeben und sowieso alles für mich erledigt: Den Weg gezeigt, das Gespräch mit dem Chef geführt und danach noch mit Hilfe einer Schwedin als Übersetzerin die Arbeitszeiten und so erklärt. Ein wirklich einzigartiger Vorgang, den es an kaum einer anderen Schule geben dürfte. Einfach weil Gifu Gifu ist, schätze ich; 400.000 Einwohner, nicht besonders viele junge Einwohner, aber eine große Fülle an kleinen und mittleren Betrieben. Da ist dann auch etwas für Leute dabei, die kaum bis gar kein Japanisch sprechen! Versuch mal in Tokyo (ich mag die englische Schreibweise, weil sie der japanischen näher kommt :P ) so einen Beruf zu finden…Der ist innerhalb eines Tages weg.

Der Betrieb namens Green Package ist mit dem Fahrrad etwa 17 Minuten entfernt, was jeden Tag eine gute Portion Bewegung bedeutet xD Dafür sieht man jeden Morgen die japanischen Schulkinder mit ihren gelben oder weißen Helmen die Lernanstalten aufsuchen! Auf dem Weg geht es u.a. über einen Fluss, deren Hochwasserschutzwall von herbstlich roten und gelben Kirschbäumen gesäumt ist – wunderschön anzusehen! Daneben verläuft die Straße kurzzeitig nur durch große Reisfelder, was mindestens genauso cool ist. Samstag war sogar so klarer Himmel, dass man einen Schnee bedeckten Gipfel der japanischen Alpen (die heißen wirklich so) gesehen hat!! In keinem anderen Moment habe ich mich so sehr darüber geärgert, keine Kamera dabei gehabt zu haben :negative: In einer derart schönen Umgebung zu arbeiten macht das Ganze ein wenig einfacher.

Gearbeitet wird in Schürze, Haarnetz, Kopf- und Halsbedeckung (so eine Art Haube eben), zwei Paar Handschuhe, Gummistiefeln und Mundschutz. Letztere sind vorhanden, weil zumindest in dem einen der beiden Arbeitsräume Wasser steht; so bleiben die heruntergefallenen Stücke nicht am Boden kleben? Meine höchst anspruchsvolle Tätigkeit involviert das Vorbereiten der Karotten für den Schneidevorgang. Mit einem extra für diesen Zweck entworfenen Spezialwerkzeug muss ich zusammen mit manchmal bis zu drei anderen Angestellten dafür sorgen, dass die mit Verunreinigungen gespeckte Epidermis des orangefarbenen Gemüses beseitigt wird. Oder einfach: Ich schäle Möhren =) Das geht vor allem auf den Nacken, aber dafür weniger als erwartet auf die Hände; ich bin total anfällig für Blasen an den Fingern…Die Bezahlung ist definitiv in Ordnung :P

Symbolbild - Quelle newdystock

Symbolbild – Quelle newdystock

Wie fühlt es sich an, zum ersten Mal so “richtig” zu arbeiten? Ganz gut, ehrlich gesagt ;-) Aus viel zu viel Freizeit ist jetzt eventuell zu wenig Freizeit geworden, weil ich für meine Verhältnisse total früh ins Bett gehe. Ich will nämlich noch genug Energie für den Unterricht haben! Ist bei dem langsamen Lehrer stellenweise nicht ganz einfach :good: Man will eben immer das, was man gerade nicht hat…Besonders viele Kommunikationsprobleme gab es bisher nicht; Zeichensprache oder zur Not eine mexikanische Mitschülerin, die ebenfalls dort arbeitet und dabei sehr viel besser Japanisch spricht als ich (aber eben auch Englisch), halfen bisher alles Wichtige zu verstehen. Aufgrund meiner fehlenden Arbeitserfahrung *hust hust* kann ich nur schildern, wie das Arbeitsklima in einer japanischen Firma ist: Total höflich, aber gleichzeitig sehr ehrgeizig. Die meisten Wörter, die man da hört, sind wirklich “Entschuldigung” und “Danke”. Dafür lassen sich die japanischen Angestellten rein gar nichts anmerken und arbeiten einfach mit Höchsttempo weiter – Respekt an die älteren Damen, die die kiloschweren Kisten herumtragen! Im Grunde also wirklich so, wie man sich die Arbeitswelt in Japan vorstellt. Dabei reden wir nur von Gemüseschälen, Gemüseschneiden, Gemüsewiegen und Gemüseabpacken und nicht der obersten Büroetage von Mitsubishi.

Noch muss ich bzw. mein Nacken sehen, ob diese Arbeit etwas für mich ist. Nachdem ich die erste Woche inklusive der 7 Stunden (1 Stunde Mittagspause) Hardcoreschicht vom Samstag überlebt habe, bin ich allerdings zuversichtlich. Wie ihr ja wisst, wird es Ende Januar zuerst nach Nagoya und dann weiter nach Kyoto gehen. Dementsprechend werde ich vielleicht schon Ende Dezember wieder aufhören zu arbeiten. Ich soll dem Betrieb noch genug Zeit lassen, mir meinen Lohn auszuzahlen. Es wartet dann sowieso eine Suche nach Hotels bzw. einem schönen Guesthouse auf mich…Nichtsdestotrotz habe ich noch viele Themen zum Schreiben, es wird nur ersteinmal nicht mehr so häufig etwas Neues zu lesen geben.

MFG
Tobii~

Nagashima Spaland

Die längste Stahlachterbahn der Welt!

Und der längste Eintrag dieses Blogs!

Na ihr =)

Ein paar Achterbahnfans unter euch? Ich bin auf jeden Fall einer und dementsprechend war es meine Pflicht, den nächstgelenden Freizeitpark in Nagoya zu besuchen! Anfangs war mir gar nicht bewusst, dass im Nagashima Spaland die längste Stahlachterbahn der Welt steht. Daneben ist der Steel Dragon 2000 – so der Name der Achterbahn – immer noch eine der schnellsten und höhsten Achterbahnen weltweit. Spätestens als ich noch das milde Wetter in Betracht zog, war dieser Ausflug schon entschieden. Zum Klima folgt aber noch ein eigener Eintrag ;-) Achtung: Langer Eintrag voraus! Nicht für kurze Pausen geeignet! :P

Inhalt:

Hinfahrt

Am Samstag den 9. November 2013 ging es zum 6 Uhr morgens aus dem Bett, damit ich möglichst viel Zeit im Park verbringen konnte. Dieser öffnet um 9:30 Uhr und so macht es wohl Sinn, um diese Zeit herum anzukommen. Ich nahm dann den Bus um 7:30 Uhr zum Bahnhof, wo ich zum ersten Mal alleine Zug gefahren bin. Solange man nicht Shinkansen (der japanische ICE) fährt, erhält man die Tickets an einem Automaten. Einige sowohl große als auch entfernte Städte (Kyoto, Osaka…) sind dort namentlich erwähnt, aber ansonsten findet man nur den direkten Fahrpreis zum Auswählen. In Deutschland muss man mühsam z.B. Hamburg HBF eingeben, in Japan wählt man einfach den Preis bis zu seinem Ziel. Dafür gibt es über den Automaten an der Wand eine Übersicht des Streckennetzes, wobei auch da nur größere Städte wie Nagoya oder Gifu in westlicher Schrift geschrieben sind. Für andere Ziele ist man wohl auf freundliche Japaner angewiesen xD Zur Not kauft man das billigste Ticket und nimmt dann am Zielbahnhof einen Automaten zum “Tarifausgleich” in Anspruch. Dort kann man völlig legal nachzahlen, falls man ein Ticket zu niedrigen Preises gekauft hat. Von Gifu nach Nagoya kostet eine Zugfahrt 450 Yen, was mit 3,30€ in Ordnung geht, finde ich. Außerdem gibt es unterschiedliche Züge: Express, Schnellzug und Regionalbahn. Von Ersterem zu Letzterem hält der Zug an immer mehr Bahnhöfen, bis die Regionalbahn an allen hält. Ich hatte das Glück einen Express zu erwischen und dementsprechend war schon der 2. Halt Nagoya!

In Nagoya angekommen staunt man nicht schlecht, wie groß schon eine Stadt mit zwei Millionen Einwohner ist. Der Bahnhof hat mehr als 10 Gleise, um ihn herum stehen gleich ganze vier Wolkenkratzer und sehr viel mehr Menschen waren unterwegs. Zwischen 400.000 und 2.000.000 Einwohnern muss einfach ein Unterschied sein :good: Nach meinen Informationen fuhr ein Bus vom “Meitetsu Bus Center” direkt zum Spaland. Meitetsu ist ein privater Verkehrsbetrieb, der neben einem Bus- auch ein Schienennetz betreibt. In etwa vergleichbar mit den kleinen privaten Bahngesellschaften überall in Deutschland, nur das Meitetsu um einiges größer ist. Kurioserweise gibt es dadurch in Gifu und in Nagoya jeweils zwei Bahnhöfe…Einmal der der staatlichen JR (Japan Railways) und der von Meitetsu. Das besagte Bus Center soll sich direkt am Bahnhof befinden, aber am Ende musste ich doch einige Minuten lang suchen. Es war wohl ein Fehler, den Hauptausgang zu nehmen; hätte ich den Südausgang genommen, wäre das Bus Center wirklich gleich am Bahnhof gewesen. Und zusätzlich ich habe eher etwas wie in Kiel oder Hamburg erwartet: Ein Center, dass nicht wirklich direkt am Bahnhof liegt, sondern ein Stück davon entfernt. Aber denkste! Es ist im 3. und 4. Stock des Meitetsu Bahnhofs…Darauf soll man ersteinmal kommen! Also Bustickets am Schalter geholt – der Angestellte sprach sogar Englisch – und ein wenig gewartet. Der Bus fährt zumindest zwischen 9 und 10 Uhr alle 20 Minuten. Hin- und Rückfahrt zusammen kosten übrigens 1800 Yen (ca. 14€), für die man allerdings 45 Minuten Fahrzeit u.a. über die Autobahn erzählt.

Autobahn auf Japanisch gefällig? In den Städten verläuft sie erhöht auf Betonpfeilern und man muss wie in so manch anderen europäischen Ländern auch üblich eine Mautgebühr zahlen. In beide Richtungen zwei Spuren empfinde ich aber nicht als sonderlich groß; da gab es in der Stadt schon Hauptstraßen, die drei Spuren hatte. Das Gute an einer erhöhten Stadtautobahn ist der Ausblick! Überall herum Häuser, hier und da Wolkenkratzer und ich habe sogar ein echt großes Torii (ein Tempeltor) gesehen. So war es fast kein Wunder, als man bereits aus großer Entfernung den Steel Dragon 200 erblicken konnte. Auf Nagashima – einer langen Insel (Nagashima heißt sogar “lange Insel”) im Kiso Fluss, welcher im Pazifik mündet – gibt es nämlich vor allem Einfamilienhäuser, sodass eine fast 100m hohe Achterbahn definitiv heraussticht.

Ankunft und mehr

Der Westeingang - natürlich inklusive Weihnachtsbaum!

Der Westeingang – natürlich inklusive Weihnachtsbaum!

Nach 45 Minuten ist man dann endlich da und wird von einem netten Herren begrüßt, der einem die Richtung ins Shoppingcenter und die zum Spaland zeigt. Mein Ziel war klar! Der Kauf einer Eintrittskarte funktionierte dann sogar per Kreditkarte, was immer gut zu wissen ist =) Schon bei der Wahl des Tickets fallen einem Unterschiede zu unseren Vergnügungsparks auf: Es gibt viele Verschiedene! Man kann zwischen “Nur Eintritt”, “Eintritt und jeweils eine Fahrt”, “Eintritt und unbegrenzte Fahrten” und “Eintritt und unbegrenzte Fahrten sowohl für den normalen Park als auch für den Wasserpark” wählen. Ein derartiges System ist sicherlich nicht schlecht, wenn z.B. mal die ganze Familie inklusive Oma und Opa einen Ausflug macht, werden Letztere wohl kaum mit den Achterbahnen fahren. So kann man in vielen Fällen Geld sparen. Für etwas mehr als 30€ gab es für mich das Ticket mit unbegrenzten Fahrten. Falls man ein Ticket mit nur jeweils einer Fahrt oder sogar keiner Fahrt gekauft hat, muss man sich im Park an Automaten behelfen; direkt an den Attraktionen wird nicht bezahlt! Eine Runde auf einer der beiden großen Achterbahnen schlägt dann schon mit 7€ zu Buche, sodass ich in so gut wie jedem Fall das Ticket mit unbegrenzten Fahrten empfehlen würde. Am Eingang erhielt ich dann ein pinkes Armband aus Papier, was ich an jedem Fahrgeschäft nur noch vorzeigen musste. So einfach geht das!

Der Bereich des Aquaparks

Der Bereich des Aquaparks

Direkt am Eingangsbereich befindet sich der Wasserpark, der im November natürlich schon geschlossen war. Im heißen japanischen Sommer wäre da sicherlich die Hölle los gewesen! Es gibt vor allem Rutschen und nicht sonderlich viele Schwimmbecken; man wird sich dort vermutlich vor allem abkühlen wollen, schätze ich ;-) Die Grünanlagen sind selbstverständlich gepflegt, wobei mir vor allem die Palmen im Gedächtnis geblieben sind. Selbst im Gardaland in Norditalien gibt es nicht so viele Palmen wie hier! Neben den Hauptattraktionen – namentlich die Holzachterbahn White Cyclone und der Steel Dragon 2000 – gibt es noch eine Hand voll kleine Achterbahnen. Ansonsten dürfen natürlich die Standardattraktionen wie Riesenrad, Schiffsschaukel, Überkopfschiffsschaukel, Freefall-Turm etc. Besonders ist vielleicht ein sehr großer Bereich für kleine Kinder, der auch einen riesigen überdachten Spielplatz beherbergt. In den Teichen leben übrigens Kois (!), die man mit Futter aus einem Automaten füttern kann.

Vor der ersten Achterbahnfahrt

Kommen wir nun zum spannendsten Teil: Wie fahren sich die Achterbahnen? Gehen wir hierbei in der Reihenfolge vor, in der ich mit ihnen gefahren bin. Davor noch ein paar Besonderheiten Japans und/ oder des Nagashima Spalands. Bisher war ich ja nur in dem einem Park. In jeder noch so pupsigen Achterbahn wird man gebeten, bitte Brille, Kopfbedeckung und sowieso alle Dinge aus den Taschen zu entfernen…Das Ganze kommt dann in einen Spint, dessen Schlüssel man am Handgelenk trägt. So dauert der Umsteigevorgang relativ lange, was anhand des sowieso ziemlich leeren Parkes kein Problem war. Zu Stoßzeiten würde ich mich zumindest ärgern. Die Brille kann man als Ausländer zumindest auch aufbehalten, wobei man dann zuerst angesprochen aber dann doch ignoriert wird. Das Personal geht vermutlich davon aus, dass man sie nicht versteht. Ich habe es nur in zwei wirklich kleinen Achterbahnen gewagt. So eine fast schon übertriebene Vorsichtsmaßnahme ist in Japan vielleicht zu erwarten gewesen, dennoch war es ungewohnt für mich, wenn man in bisher jeder gefahrenen Achterbahn in Deutschland und Italien eine Brille auf der Nase hatte. Dementsprechend war nicht so viel von der Aussicht zu genießen xD Das Personal agiert natürlich auch anders: Beim Losfahren gibt es ein “Willkommen” oder so ähnlich auf den Weg, was man vermutlich mit “viel Spaß” übersetzen sollte. Nach der Fahrt hört man des Öfteren ein “Ich bitte um Entschuldigung”, wofür auch immer…Man fährt doch freiwillig mit und MÖCHTE durchgeschüttelt, auf 150km/h beschleunigt oder sonstwas werden. Nun ja, so ist das wohl einfach in Japan. Zum Abschied winkte das Personal oft mit Handpuppen, was es in der Form ebenfalls nicht bei uns zu finden gibt.

White Cyclone

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Zuerst zog mich der White Cyclone in seinen Bann: Eine Holzachterbahn von zweien, die in Japan noch fahren, und dabei eines der größeren Modelle außerhalb der USA, der Heimat der besten Holzachterbahnen. 1994 gebaut und sogar mit original amerikanischen Zügen ausgestattet wartet eine sehr wackelige Fahrt auf einen; dagegen ist Colossus im Heide-Park ein Transrapid! Es war meine erste Fahrt auf einer solch abenteuerlichen Achterbahn, aber es fühlt sich super an. Insgesamt ist der White Cyclone vor allem aus Kurven aufgebaut, sodass man nur selten “Schmetterlinge im Bauch” hat; dafür wird man sehr stark durchgeschüttelt, weshalb man als Fahrgast schon ein wenig Respekt vor der ganzen Angelegenheit hat. Zum Abschied hatte ich sogar die Chance, in der ersten Reihe zu fahren, was auf jeder Achterbahn ein gänzlich anderes Erlebnis ist, als wenn man hinten im Zug sitzt. Die Strecke direkt vor einem :heart: …Es gibt nichts Besseres!!

Steel Dragon 2000

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Danach ging es schon zum Steel Dragon 2000, der weltweit längsten Stahlachterbahn. Über 2 Kilometer lang, 150km/h schnell und 90m hoch. Erst dieses Jahr wurden neue Züge beschafft, die quasi ganz offen sind; nichts mit Banden an den Seiten oder so…Nur Luft xD Dazu gibt es zwei Kettenlifte, weil einer zu schwer gewesen wäre! Wie krass ist das denn?! Die Fahrt selbst ist dementsprechend berauschend: Zwei große Gefälle und anschließend mit mehr als 100km/h in Schieflage durch Kurven rauschen. Das letzte Stück ist eine Art Buckelpiste, welche aus mehreren kleinen Gefällen hintereinander besteht und richtig Spaß macht. Dort warten auch zwei Tunnel, in denen es im Herbst wärmer war als Draußen…Ein ein wenig komisches Gefühl meiner Meinung nach. Vor allem nach den beiden großen Drops, wenn man gerade unten ist, wirken ziemlich große Kräfte auf den Körper, weil man nach einem Sturz aus 90m in die Sitze gepresst wird und vermutlich ein Vielfaches der Erdanziehungskraft erlebt. Für mich war das nicht ganz angenehm, aber dennoch ein einprägsames Erlebnis.

Ultra Twister

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Gleich in der Nähe findet man den Ultra Twister: Es geht im 90°-Winkel nach oben, wo man dann eine Rolle um die eigene Achse macht! Danach folgen zwei weitere Rollen RÜCKWÄRTS! Ein seltenes Erlebnis, was zwar interessant ist, aber es fehlt ein wenig der Kick.

Shuttle Loop

Der Looping mit dem Steel Dragon im Hintergrund

Der Looping mit dem Steel Dragon im Hintergrund

Zuletzt stelle ich den Shuttle Loop vor: Ein Streckenverlauf, den ich so nur – genauso wie den Ultra Twister – aus Computerspielen kannte. Man wird sofort am Start kurz beschleunigt (Desert Race ist da besser) und erlebt dann einen Looping. Dann steigt die Schiene so weit an, dass man anhält und zurückrollt! So geht es ein weiteres Mal durch den Looping. Auch nicht sonderlich aufregend meiner Empfindung nach, aber von diesem Achterbahntyp soll es weltweit nur noch drei Stück oder so geben!

Outlet-Center

Südeingang mit Rutsche und Steel Dragon

Südeingang mit Rutsche und Steel Dragon

Insgesamt war ich etwa 5 Stunden im Park, in denen ich kaum warten musste und jeweils zwei mal mit White Cyclone und dem Steel Dragon gefahren bin. Kurz etwas gegessen habe ich natürlich auch :yahoo: Groß ist der Park nun einmal nicht, aber trotzdem sehe ich den Preis von 30€ als gerechtfertigt an, weil man die längste, eine der höhsten und schnellsten Stahlachterbahnen überhaupt geboten bekommt. Nur wusste ich eben nach 5 Stunden nicht mehr, was ich noch tun sollte. So habe ich mir noch das Maskottchen des Parks in Form eines kleinen Plüschhasen gekauft und bin anschließend in eines von Japans größten Outlet-Centern gegangen. Dieses befindet sich gleich neben dem Park, weshalb das sprichwörtlich nahe liegend war. Im Center waren gefühlt mehr Menschen als im Park, aber Japan gilt all gemeinhin als eine der größten Konsumgesellschaften. Für Unterhaltung sorgte auf einer kleinen Bühne ein Straßenkünstler, der unterem mit Fackeln hantierte. Außerdem hat man einen super Blick auf den Steel Dragon, der quasi direkt am Outlet-Center vorbeifährt. An Läden findet sich dort alles was Rang und Namen hat: Nike, Adidas, Levis…Da ich aber kein Modemensch bin, gab es dementsprechend auch nichts zu kaufen!

Rückfahrt

Ein Blumenfeld auf dem Weg zum Park

Ein Blumenfeld auf dem Weg zum Park

Per Bus ging es dann wieder zurück nach Nagoya, wobei die Fahrt doppelt so lange gedauert hat, wie es normalerweise der Fall wäre. Das lag daran, dass etwas zentraler auf Nagashima ein großer Park (der zum Spazierengehen mit Bäumen und Blumen :bye: ) gelegen ist. Während der Herbst- und Winterzeit wird dieser von bestimmt einigen Millionen LEDs beleuchtet, weshalb es vermutlich keine Verwunderung war, dass ein extrem großer Andrang von Autos und sogar ganzen Bussen (!) bestand. Ich wollte da jetzt nicht auch noch hin und werde das aber auf jeden Fall nachholen! Auf der Fahrt gab es dann die Leuchtreklame zu bestaunen =)  In Nagoya habe ich dann nichts mehr gemacht und bin schnurstracks zum Zug gegangen. Das Finden vom Gleis war wirklich kinderleicht! In Gifu hatte ich einen kurzen Stop in einem Animeladen eingelegt, um zwei Zeitschriften zu kaufen. Es ging mit dabei nicht um die Texte (kann sie ja eh nicht lesen :-( ), sondern um die beiliegenden Poster! Weiße Wände ade, hallo Animeschönheiten! Aber dann war es wirklich genug und ich war einfach nur froh, als ich wieder zu Hause war.

Das war also mein Tag im Nagashima Spaland, den ich nicht so leicht vergessen werde. Dieser Eintrag ist der gefahrenen Achterbahn entsprechend über 2000 Wörter lang geworden, weshalb es ausnahmsweise ein Inhaltsverzeichnis gibt ;-) Ein normaler Eintrag hat so 500 Wörter *hust hust*

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Eintrag!

Euer
Tobii~